Liste: Herkunft der Namen der deutschen Großstädte

In dieser Liste finden Sie die Namensherkunft der Deutscher Großstädte:

Aachen

Im weitesten Sinne von Aqua (lat. Wasser), in Bezug auf die heißen Quellen dort.

Augsburg

Der Name kommt von Augusta Vindelicum, dem römischen Heerlager, aus dem sich die Stadt entwickelte.

Bergisch Gladbach

Der Namensteil Bergisch kommt von den Grafen von Berg, bei Gladbach handelt es sich um einen veränderten, “glattgemachten” Bach, die Strunde.

Berlin

Vom slawischen “br’lo” bzw. “berlo”, was soviel wie “Sumpf” oder “Morast” bedeutet.

Bielefeld

Im Mittelalter hieß die Region schon “Bylenvelde”, wobei “Biele” für einen Steinbruch oder auch für die hier vorhandene Einbuchtung des Teutoburger Waldes stehen kann.

Bochum

Hier müsse einst ausgedehnte Buchenwälder gewesen sein, denn darauf deutet der Name hin. Bochum heißt “Buchenheim”.

Bonn

Der Name hat wahrscheinlich keltischen Ursprung und bedeutet soviel wie “Gründung”. Zwischenzeitlich wurde die Stadt auch Verona genannt. Dies und mehr erfahren Sie hier.

Bottrop

Kommt von Borthorpe, was “Dorf am Hügel” bedeutet.

Braunschweig

Der urspüngliche Name “Brūnes-wīk” deutet darauf hin, dass an dieser Stelle eine Siedlung durch Brandrodung geschaffen wurde.

Bremen

Dieser Name rührt wahrscheinlich vom altsächsischen/mittelniederdeutschen Wortes “brem” her‚ was Einfassung und Rand bedeutet. Es gab hier also eine eingefasste Siedlung.

Bremerhaven

Die Herkunft des Namens der 1827 gegründeten Stadt ist ganz einfach: es handelt sich um den Hafen von Bremen.

Chemnitz

Die Stadt ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt, dessen Name kommt wiederum vom sorbischen “Kamenica”, was Steinbach bedeutet.

Cottbus

Der Name der Metropole der Sorben bezieht sich auf ihren sorbischen Gründer; es war einmal die “Siedlung des Chóśebud”.

Darmstadt

Nein, es hat nichts mit dem Körperteil zu tun. Die genaue Herkunft des Namens ist allerdings ungeklärt. Möglicherweise kommt es von “Dar mont” (altcymrisch, Eichenberg) oder wurde nach einem Darimund benannt. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Erklärungsversuche, von denen keiner wirklich zu überzeugen vermag.

Dortmund

Auch Dortmund macht es in Hinblick auf die Namensherskunft schwierig. Nach einer Theorie könnte es ursprünglich die “Siedlung am gurgelnden Gewässer” gewesen sein, nach anderer der “Berg mit einer Kerbe” oder auch die Stadt der drei Mauern gewesen sein.

Dresden

Der Name Dresden ist ebenfalls sorbisch und kommt von “Drežďany”, was Sumpf- oder Auenwaldbewohner heißt.

Duisburg

Hier ist unklar ob der Name ursprünglich soviel wie “Burg auf dem Hügel” oder “Burg im Überschwemmungsgebiet” bedeutet.

Düsseldorf

Der Name leitet sich vom Fluß “Düssel” her, was “die Rauschende” bedeutet.

Erfurt

Auch der Name Erfurt hat mit einem Fluß zu tun. Die den Ort durchfließende Gera hieß früher zumindest in diesem Abschnitt anders, es handelt sich um eine Furt an der Erpesa (“die Dunkelbraune”).

Erlangen

Die Herkunft des Namens ist nicht geklärt, es gibt sogar keine stichhaltige Theorie. Teilweise wird versucht, diesen auf Erlen zurückzuführen oder auf einen Anger (Wiesengrund) zurückzuführen.

Essen

Die Stadt Essen geht auf ein im 9. Jahrhundert gegründetes Frauenstift zurück, das auf dem Grund einer Adelsfamilie errichtet wurde. Der Name des Gebiets war “Astnidhi”.

Frankfurt am Main

Hier gab es eine von den Franken genutzte Furt.

Freiburg im Breisgau

Wie der Name schon sagt: es handelt sich hierbei um eine Freie Stadt (Burg).

Fürth

Der Name geht auf eine Furt an der Rednitz zurück.

Gelsenkirchen

Die Stadt taucht als “Gelstenkerken” oder “Geilistirinkirkin” im Mittelalter auf. Die erste Variante heißt Kirche bei den Siedlern im Bruchland, die zweite Variante etwa “Kirche (am Bach) der üppigen Stiere”.

Göttingen

Der Name der Stadt kommt von “Gutingi”, dies war ein Dorf an dem Bach “Gute” oder “Gote”.

Hagen

Hier gibt es zwei Theorien: zur Namensherkunft Entweder es kommt von “Hafen” oder von “Hag”, also einem mit Büschen o.ä. befriedeten Bereich.

Halle an der Saale

Der Namenszusatz “an der Saale” ist klar, anders aber “Halle” selbst. Die verbreitete These, dies habe etwas mit Salz zu tun, ist wohl sprachwissenschaftlich nicht haltbar. Wahrscheinlich dürfte der Name auf ein indogermanisches Wort für Abhang oder Senke zurückzuführen sein.

Hamburg

Auch der Ursprung des Namens “Hamburg” ist nicht zweifelsfrei geklärt. Am wahrscheinlichsten gilt, dass es hier eine “Hamme” gab, was ein geschützter – z.B. von Moor umgebener – trockener Bereich ist. Hier entstand dann eine Siedlung (Burg).

Hamm

Hamm ist eine im 13. Jahrhundert gegründete Planstadt. Der Name dürfte auf eine alte Flurbezeichnung zurückgehen. Die Ursprünge der Stadt liegen an einer Landspitze der Lippe und der Einmündung der Ahse, also an einer von Wasser geschützten trockenen Stelle, einer Hamme – wie bei Hamburg.

Hannover

Wahrscheinlich kommt der Name von “Honovere” was in etwas “am hohen Ufer” (der Leine) bedeutet.

Heidelberg

Ganz herrschende Meinung ist inzwischen. dass der Name von einer Heide auf einem Berg herrührt.

Heilbronn

Hier muss es einmal eine Quelle mit heilsamen Wirkungen gegeben haben.

Herne

Die Namensherkunft liegt wohl im althochdeutschen “haranni” begründet, was soviel wie “Siedlung auf der Anhöhe” heißt.

Hildesheim

Namensgebeber ist wahrscheinlich ein “Hildwin”, der hier einmal lebte und größere Bedeutung gehabt haben muss.

Ingolstadt

Der Name zeigt, dass hier einmal Franken gesiedelt haben müssen, der Name geht auf den fränkischen Namen “Ingold” zurück.

Jena

Die Herkunft des Namens ist unsicher. Möglicherweise kommt es vom Namen Janus oder Jani (Jan), möglicherweise aber auch von “Jahn”, was ein alter Begriff für Flurbereiche oder auch Wege aus dem Weinbau ist. Klären lassen wird sich dies nicht mehr.

Karlsruhe

Bei der heutigen Gerichtsstadt handelt es sich um eine von Karl Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, gegründete Planstadt. Der Name bezieht sich auf ihn.

Kassel

Bei Kassel ist unklar, ob der Name römischen oder germanischen Ursprungs ist. Wäre er römisch, käme er von Kastell, wäre er germanisch, wäre er eine Zusammensetzung von “Kas” und “seli”, was dann Gebäude in der Mulde hieße. Passen würde beides.

Kiel

Der Name Kiel kommt von Keil und bezieht sich auf die Form der Kieler Bucht (Förde).

Koblenz

Der römische Name war ürsprüngliche “Confluentes” (die Zusammenfließenden), was sich auf die Mündung der Mosel in den Rhein bezieht. Im Dialekt – “Kowelenz” – wird dies noch deutlicher.

Köln

Die Stadt am Rhein hieß bei den Römern “Colonia Claudia Ara Agrippinensium”. Aus Colonia entwickelte sich Coellen, Cöllen, Cölln, Cöln und schließlich Köln.

Krefeld

Der Name der Stadt Krefeld geht vermutlich auf “Krinvelde” zurück, was Krähenfeld bedeutet.

Leipzig

Der Ortsnamen Leipzig leitet sich vom sorbischen Wort “Lipsk” ab, was “Ort der Linden” bedeutet.

Leverkusen

Die Stadt ist nach dem Apotheker und Chemieunternehmer Carl Leverkus benannt, der von der Hofschaft Leverkusen abstammt. Leverkus gründete bei Wiesdorf am Rhein im 19. Jahrhundert eine Chemiefabrik und gab der Arbeitersiedlung den Namen Leverkusen.

Lübeck

Der Name Lübeck ist slawischen Ursprungs und kommt von “Liubice”, was die  “Siedlung der Nachkommen des L’ubomir” bedeutet. Die Theorie, es komme von “Liubice” im Sinne von “die Liebliche” ist zwar schön, wird heute aber nicht mehr vertreten.

Ludwigshafen

Der Hafen des ursprünglichen Mannheimer Brückenkopfs wurde 1843 zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern in Ludwigshafen umbenannt.

Magdeburg

Bei Magdeburg ist der Ortsname ebenfalls strittig – es könnte für “mächtige Burg” oder “Burg der Jungfrauen” stehen.

Mainz

Der Name Mainz hat sich aus “Mogontiacum” entwickelt, was “Land des Mogon” bedeutet; dieser war ein keltischer Gott. Zwischenstufen des Namens waren Moguntia, Magantia, Mogancia, Maguntia, Magontia, Moguntie, Magonta, Magontie, Maguntiam, Maiansa, Meginze, Menze, Meynce, Meintz, Maentze, Meintze, Mayntz, Mayence  und letztlich eben Mainz.

Mannheim

Hier ist es einfach: Mannheim ist das “Heim des Manno”.

Moers

Der Stadtname leitet sich von Moor ab.

Mönchengladbach

Der erste Teil des Ortsnamens – Mönchen – kommt tatsächlich von den hier schon seit dem 10. Jahrhundert siedelnden Mönchen. Gladbach bezieht sich auf den Gladbach, wobei der Name darauf hinweist, dass das Gewässer entweder sehr ruhig oder in irgendeiner Form beruhigt wurde. Den Gladbach gibt es nicht mehr.

Mühlheim an der Ruhr

Auch bei diesem Ortsnamen muss man kein Wissenschaftler sein. Hier gab es einmal viele oder eine sehr bedeutende Mühle.

München

Siehe Mönchengladbach – der Name München deutet darauf hin, dass hier ursprünglich Mönche siedelten.

Münster

Auch der Name Münster geht auf Mönche zurück. Hier gab es schon im 8. Jahrhundert ein “Monestarium”, also Kloster.

Neuss

Die Stadt Neuss ist nicht nur für ihr Schützenfest bekannt, sondern ist auch eine der ältesten Städte Deutschlands. Der Name geht auf das römische Lager “Castrum Novaesium” zurück.

Nürnberg

Der Name der alten Reichsstadt ist erstmals als “Nuorenberc” überliefert. Dies kommt entweder von “nor” für “steiniger Fels” oder von dem Personennamen Noro.

Oberhausen

Die Stadt Oberhausen hat ihren Namen von dem gleichnamigen Schloss des Grafen Westerholt.

Offenbach am Main

Der Name Offenbach kommt wahrscheinlich von “Avenbach”, also einem Bach an einer Aue.

Oldenburg (Oldb)

Oldenburg geht auf den Namen “Aldenburg” zurück.

Osnabrück

“Osna” ist ein alter Name zumindest eines Teilabschnitts der Hase. An der Stelle, an der Osnabrück entstand, gab es eine Brücke darüber.

Paderborn

Der Name Paderborn weist darauf hin, dass die Pader hier entspringt.

Pforzheim

Die Stadt geht auf eine alte römische Siedlung an der Enz zurück, die einen Hafen hatte. Von diesem “Portus” leitet sich auch der Name Pforzheim ab.

Potsdam

Die Stadt Potsdam heißt auf sorbisch “Podstupim”, was “Vorposten” bedeutet.

Recklinghausen

Der Name der Stadt war im 12. Jahrhundert “Ricoldinchuson”.

Regensburg

Der Name Regensburg geht indirekt auf den Fluss Regen zurück – genauer gesagt entwickelte er sich aus dem Namen des römischen Lagers “Castra Regina”.

Remscheid

Eine Scheid ist immer eine Trennung, also z.B. eine Wasserscheide oder ein Höhenrücken.

Reutlingen

Die Stadt Reutlingen hieß früher “Rutelingin”, das deutet darauf hin, dass es die Gründung durch einen Alemannen namens Rutilo (Rudolf) war.

Rostock

Der Name Rostock stammt schon aus dem 7. Jahrhundert, ist slawischen Ursprungs und bezieht sich auf das Mündungsdelta der Warnow: rastokŭ. Hier geht der Fluß (tok) auseinander (roz).

Saarbrücken

Der Name bezieht sich auf einen Übergang der Saar.

Salzgitter

Am Namen erkennt man, dass es hier schon früh Salzabbau gab.

Siegen

Der Name der Stadt Siegen kommt vom Fluß Sieg. Dieser wiederum geht auf das keltische “Sikkere” zurück, was “schnelles Gewässer” bedeutet.

Solingen

“Sol” steht für ein morastiges Gebiet.

Stuttgart

Die Stadt hieß “Stuotgarte”. Der Name setzte sich aus Garten und Stuot (Pferdeherde, vergleiche StuteStuttgart ist also ein “Pferdegarten”.

Trier

Trier ist eine der ältesten deutschen Städte – wenn nicht die älteste. Der Name leitet sich von “Augusta Treverorum” ab, was die “Stadt des Augustus im Land der Trever” bedeutet.

Ulm

Ulm kommt von “Hulma”, was ein alter Gewässername ist. Wahrscheinlich wurde dieser gewählt, da hier die Blau in die Donau fließt.

Wiesbaden

Hier standen bei der Namensgebung die schon von den Römern geschätzten heißen Quellen Namenspate – “Bäder” in der Wiese.

Wolfsburg

Die Planstadt aus dem 20. Jahrhundert hieß bis 1945 “Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben”. Die Stadt wurde dann nach der seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesenen Wolfsburg benannt, deren Name selbsterklärend ist. Anders als viele vermuten gibt es also keinen NS Bezug.

Wuppertal

Der Name von Barmen-Elberfeld wurde Jahr 1930 nach einer Bürgerbefragung in Wuppertal geändert und bezeichnet ganz einfach die geografische Lage der Stadt.

Würzburg

Hier gibt es vier verbreitete Theorien:  Die Burg (Stadt) am kräuterreichen Platz (Wurz), auf einem Berg, an der Verehrungsstätte einer keltischen Göttin (wirc für keltisch Jungfrau) oder eines keltischen Anführers. Als Wahrscheinlich gilt die Kräuter-Variante; die Stadt wurde auch “Herbipolis” genannt.

Typisch: Bonn

Typisch Bonn ist…

  1. Beethoven
  2. Rhein
  3. Ehemalige Bundeshauptstadt
  4. Hofgarten
  5. Uni
  6. Studenten
  7. Neandertaler
  8. Bundesdorf
  9. Bönnsch
  10. Pützchens Markt
  11. Museumsmeile
  12. ZDF Wetterkarte
  13. Museum König
  14. Grundgesetz
  15. Petersberg
  16. UNO
  17. Baustellen
  18. Telekom
  19. DHL
  20. HARIBO
  21. Fahnenfabrik
  22. Eierlikör
  23. Kottenforst
  24. Baskets
  25. Münster

10 Fakten zum Volkstrauertag

  1. Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag.
  2. Er findet jeweils am Sonntag zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag statt, was 1952 festgelegt wurde.
  3. Es handelt sich um einen stillen Feiertag.
  4. Die Bezeichnung des Tages ist abhängig von den Feiertagsgesetzen der Bundesländer. So heißt er in Hessen, “Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten beider Weltkriege” oder in Hamburg “Tag des Jahres zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Gefallenen beider Weltkriege”. Die meisten Bundesländer definieren ihn aber nicht so weitgehend.
  5. Dementsprechend haben sich die Schwerpunkte im Lauf der Gesichte der Bundesrepublik verändert: Zunächst standen die Kriegsopfer der beiden Weltkriege im Vordergrund, dann die Opfer des Nationalsozialismus und inzwischen auch die Toten der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen.
  6. Der Volkstrauertag wird mit einer zentralen Gedenkstunde im Deutschen Bundestag begangen. Dabei ist eine Rede und ein Wort des Bundespräsidenten in Anwesenheit des Bundeskanzlers, des Kabinetts und des Diplomatischen Corps üblich. Klassischerweise werden die Nationalhymne und das Lied “Der gute Kamerad” gespielt.
  7. Daneben finden in allen Bundesländern und in zahlreichen Städten und Gemeinden Gedenkstunden mit Kranzniederlegungen statt.
  8. Bundespräsident Gauck sagte 2016 zum Totengedenken:
    Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
    Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
    Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
    Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
    Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
    Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
    Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
    Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,
    und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.
  9. Vorläufer des Volkstrauertags war ein entsprechender Gedenktag der Weimarer Republik, der im Dritten Reich zum Heldengedenktag wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Notwendigkeit eines Gedenktags für die Toten und die Opfer des Regimes gesehen. Auch die DDR kannte den „Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg”, der jährlich am zweiten Sonntag im September begangen wurde.
  10. Entsprechende Gedenktage gibt es in zahlreichen Ländern: In Großbritannien den “Remembrance Day” (11. November), in Russland und einigen anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion am 22. Juni, Memorial Day in den USA (letzter Montag im Mai), in den Niederlanden der 4. Mai (Nationale Dodenherdenking) und in Österreich am 1. November.

Bild: Kranzniederlegung am 14. November 1964 in Bonn. Quelle: Bundesarchiv.

Meinung: Das vermeidbare Drama um den Sankt Martin in Rheidt

Wie irre ist das denn? Ein Darsteller des heiligen St. Martin muß abtreten, nur weil er festgestellt hat, daß es sich beim St.-Martins-Fest um ein christliches Fest handelt. Darf man demnächst auch nicht mehr sagen, Weinachten sei ein christliches Fest?

Solche und ähnliche Kommentare konnte man heute allenthalben in sozialen Netzen lesen. Aufhänger war ein Artikel im Bonner General Anzeiger, in dem geschildert wurde, dass der Darsteller des Sankt Martin beim Rheidter Sankt Martin Umzug nächstes Jahr nicht mehr wieder auf dem Pferd sitzen werde, da er darauf hingewiesen, dass es sich bei Sankt Martin um ein christliches Fest handle. Über die genauen Hintergründe dort fand man nur wenig, so dass den Spekulationen freilich Tür und Tor geöffnet war.

Hätte der Darsteller z.B. gesagt, “Sankt Martin ist ein christliches Fest und zeigt uns, dass Mitgefühl, Hilsbereitschaft und Teilen zutiefst christliche Werte sind” wäre die Empörung über seine Absetzung zweifelsohne gerechtfertigt. Anders, wäre die Aussage z.B. gewesen “Sankt Martin ist ein christliches Fest und daher gibt es für Juden, Moslems und Heiden hier und heute keinen Weckmann.”  Auf twitter machte ich den GA Bonn darauf Aufmerksam, dass der Artikel durchaus missverständlich sei, sofern man die Hintergründe nicht kenne. Mein tweet führte nicht nur zu einer recht kontroversen Diskussion, einiges an Aufklärung rund um das Geschehene sondern auch zu einer Anpassung des Artikels:

In einer vorherigen Version des Textes fehlte der Absatz mit den Äußerungen der Schwägerin auf Facebook. Um die Situation und die Umstände der Äußerung des Sankt Martins zu konkretisieren, haben wir uns entschieden, diese Schilderung noch mit in den Text aufzunehmen

Den ganzen den Vorfall schildernden Post – der von der Urheberin gleich in zwei Gruppen mit Bezug zu Rheidt veröffentlicht wurde – ist hier zu finden. Kernaussage ist,

Der „gute St. Martin“ sieht meine kopftuchtragende Schwägerin an, die der deutschen Sprache mächtig ist und auch alles versteht was der nette Mann von sich gibt, mit einer Aggressivität und hasserfüllten Stimme sagt er zu ihr „ sie wissen aber schon, dass es ein christliches Fest ist oder?“

Sollte sich dies so zugetragen haben, wäre die Reaktion des veranstaltenden Ortsrings – hier seine Stellungnahme auf Facebook – nachvollziehbar und richtig. Veranstaltungen wie ein Sankt Martin-Umzug können einen starken integrativen Charakter entfalten und Andersgläubige hier auszuschließen wäre bei solch einem Anlass zutiefst unchristlich.

Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nur aufgrund eines Postings auf Facebook ohne weitere Einordnung und Aufklärung – was sagen z.B. der laut Posting wohl anwesende Polizist oder der Sankt Martin-Darsteller selbst dazu? – vorschnell geurteilt wurde. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob sich noch weitere Aufklärung zum Sachverhalt ergibt – und wenn ja, ob diese noch wahrgenommen wird.

Alles in allem ist diese Geschichte aber ein gutes Beispiel dafür, wie es eben nicht ablaufen sollte: Möglicherweise überstürzte Entscheidungen und eine auf jeden Fall schlampige Berichterstattung darüber sorgen dafür, dass nun wegen des Rheitder Sankt Martins nun der Untergang des Abendlandes beschworen wird…

Meinung: Der automobile Irrsinn – und wie wir ihm entrinnen können

Am 24. September 2019 musste ich morgens noch ein Päckchen zur Post bringen. Die gut 500 Meter dorthin ging ich zu Fuß, wie ich es bei Strecken dieser Länge immer mache. Auf dem Rückweg sah wieder der mehr oder übliche Bonn-Röttgener Morgenstau – und ich fing spontan an zu zählen, wie viele Autos mir begegneten und wie viele Menschen jeweils darin sitzen.

Es waren 89 Fahrzeuge. In 87 davon saß nur eine Person, in einem Porsche Cayenne zwei und in einem, einem Handwerker-Kleintransporter, drei. Das 90. Fahrzeug war ein Gelenkbus (rund 50 Sitzplätze, 80 Stehplätze) in dem außer dem Fahrer weniger als zehn Personen saßen.

Mein spontaner Gedanke war, dass es das nicht sein kann, was ich dann auch twitterte. Die Reaktionen zu diesem tweet haben mich dann doch ein wenig überrascht. Nach 24 Stunden schon über 1.100 Likes, 200 Retweets und viele Kommentare. Neben viel Zustimmung gab es aber auch Kritik, im wesentlichen drei Punkte:

  1. Individuelle Mobilität sei der Ausdruck von Freiheit schlechthin,
  2. wer prüft im Einzelfall, wer denn mit dem Auto fahren darf und wer nicht und
  3. basiere unsere gesamte Wirtschaft in Deutschland nun einmal auf dem Auto.

Auto gleich Freiheit?

Zunächst glaube ich, dass ein Freiheitsbegriff der sich in erster Linie über individuelle Mobilität definiert, ein recht kurz gegriffener ist. Und von dieser Freiheit bleibt zudem nicht mehr viel übrig, wenn man im Stau steht – auf letzteren Punkt bezog sich übrigens mein cc an Christian Lindner. Weiter glaube ich auch, dass es umweltpolitischer und volkswirtschaftlicher Unsinn ist, wenn Menschen jeden Arbeitsmorgen viel Zeit im Stau verbringen.  Vom persönlichen individuellen Frust ganz zu schweigen.

Aber keine Sorge – ich plädiere nicht dafür, den Individualverkehr zu verbieten oder so zu sanktionieren, dass es einem faktischen Verbot nahe kommt. Angesichts des aktuellen Zustands des ÖPNV in Deutschland wäre das auch utopisch. Mir ist klar, dass es in vielen Situationen gar keine Alternative zum Auto gibt – z.B. wenn man auf dem Land wohnt oder vor der Arbeit erst noch das Kind bei der KiTa absetzen muss, die eben nicht auf dem Weg liegt.

Auch kleine Schritte können entspannen

Was könnte man aber konkret jetzt schon tun?

Zunächst ganz einfach Fahrgemeinschaften bilden. Hier kann man selbst aktiv werden und bei Kollegen anfragen. Verwalten kann man diese dann ja über eine Whatsapp Gruppe. Zudem gibt es erste Apps wie Greendrive, über die man Mitfahrgelegenheiten finden kann. Anreiz für den Mitnehmenden könnte eine Beteiligung an den Spritkosten sein.

Weiter weiß ich von vielen, dass sie den ÖPNV noch gar nicht ausprobiert haben – vielleicht stellen diese wenn Sie Bus und Bahn einfach mal testen fest, dass es gar nicht so unbequem oder unpraktisch ist, wie vorher gedacht. In dem Zusammenhang kann es auch sinnvoll sein, ob man nicht z.B. statt des Büros direkt einen Park&Ride Parkplatz anzufahren.

Und sowohl für Autopendler als auch für ÖPNV Pendler gilt der Tipp: entzerrt fahren. Manchmal helfen schon wenige Minuten früher oder später, um dem Stau zu entgehen oder einen leeren statt einen vollen Zug zu bekommen. Für Menschen mit Gleitzeit sollte das kein Problem sein, die anderen können ja einmal mit ihrem Vorgesetzten sprechen. Mehr Entzerrung sorgt auch bei individueller Anfahrt mit dem Auto für weniger Staus für alle. Und in dem Zusammenhang könnte man ja auch mal einen Homeoffice Tag nachfragen.

Zuletzt kann man abwechseln: mal Homeoffice, mal mit dem Bus, mal mit dem Auto wenn nötig und bei schönem Wetter auch mit dem Fahrrad oder E-Bike.

Überhaupt abwechseln: viele sind überrascht, dass man auch über andere Strecken ans Ziel kommt. Exemplarisch ist hier ein Abschnitt in Frank Thelens Buch Startup DNA, in dem er schildert wie verwundert er war, dass sein Tesla einen schnelleren und besseren Weg ins DHDL Studio fand, als der von Sony gestellte Fahrer… Also, einfach mal eine alternative Route zur Arbeit mit Google Maps planen.

Wenn man gar keine guten ÖPNV Verbindungen hat, kann es nicht schaden, die dafür Verantwortlichen zu kontaktieren. So macht man darauf aufmerksam, dass es Bedarf für eine Strecke gibt. Dass das durchaus helfen kann, zeigt mein Schreiben an die Stadt Bonn.

All dies sind kleine Schritte, die aber kaum Mühe machen, aber für den einzelnen und für die Gesamtheit Entlastung bringen können.

Der große Wurf muss kommen

Bevor ich fortfahre, möchte ich eine kleine Geschichte loswerden:

Es war um das Jahr 2000, als den Inhaber des damals führenden Hersteller für professionelle ISDN Karten fragte , ob er nicht Sorge habe, dass sein Markt in wenigen Jahren durch DSL und Co. verdrängt würde. Weiter meinte ich, dass ja sogar TV Programme über IP Netze gestreamt werden könnten. Er meinte, das würden wir wohl nicht mehr erleben, besonders Streaming übers Internet würde noch lange brauchen. Der Rest ist Geschichte: T-DSL nahm Fahrt auf, die Telekom begann 2006 mit dem Aufbau der VDSL Netze, das TV-Kabel wurde digitalisiert und schon 2007 meldete der besagte Hersteller Insolvenz an. Inzwischen heißt Fernsehen nicht nur bei mir Netflix.

Das gleiche passiert momentan der deutschen Automobilindustrie, sie verschläft die Zukunft.

Ob man nun Fan Elon Musk ist oder nicht – den Begriff der Elektromobilität verbindet man mit seinem Unternehmen Tesla. Die deutschen Hersteller sind eher damit befasst, Ihre Diesel PKW mit Schummelsoftware umweltfreundlich erscheinen zu lassen, als dass sie echte Innovationen abliefern. Da passt es ins Bild, dass BMW den i3 nicht weiterentwickeln will.

Es gäbe soviel, was man im Bereich individueller Mobilität entwickeln kann – bessere Akkus, Brennstoffzelle, andere alternative Antriebe, autonomes Fahren, ganz neue Bauformen, integrierte Mobilitätskonzepte. Doch von deutschen Herstellern hört man hier nichts oder nur halbgares. Es besteht die ernste Gefahr, dass wir in dieser Schlüsseltechnologie den Anschluss an China, die USA und andere Staaten verlieren.

Anstatt weiter ein totes Pferd zu reiten, sollten wir hier dringend umdenken und Mobilitätskonzepte der Zukunft schaffen.

Für eine staufreie und auch sonst freie Zukunft.

Streetart: Freude, Joy, Joie…

Frei nach dem aktuellen Motto von Bonn.

Freude.
Joy.
Joie.
Bonn, äh Bumms.

Dokumentiert: Antwort der Stadt Bonn auf meinen offenen Brief hinsichtlich der ÖPNV Anbindung von Bonn Röttgen

Hinsichtlich der schlechten ÖPNV Anbindung von Bonn Röttgen habe ich einen Brief an die Stadt Bonn geschrieben, den ich hier dokumentiert habe.

Alexander Bleich, verantwortlich für die ÖPNV Planung, teilt mit, dass auch die Stadt in der Anbindung des Stadtteils Röttgen mit dem ÖPNV weiteren Handlungsbedarf sieht, stellt aber gleichzeitig fest, dass dies natürlich mit nicht unerheblichem finanziellen Kosten für die Stadt Bonn verbunden und daher nur in kleinen Schritten umsetzbar ist.

Immerhin: Es wird dass für den nächsten Fahrplanwechsel eine Schnellbuslinie zwischen Röttgen und dem Hauptbahnhof mit Führung über Ückesdorf, Lengsdorf und Endenich untersucht. Als zusätzliche Linie mit verringerter Fahrzeit könnte diese spürbar zur Verbesserung der Erschließungsqualität in Röttgen beitragen und gleichzeitig zur Entlastung auf weiteren Linien, wie z.B. auf der Linie 603, führen. Bleich teilt aber weiter mit, dass eine Realisierung von den Ergebnissen einer Nachfrageuntersuchung, von den finanziellen Rahmenbedingungen und letztendlich von der politischen Entscheidung ab.

Meinen Vorschlag, die E-Busse – die zusätzlichen Verstärkerbusse – auch an den Haltestellen auszuhängen. damit diese besser genutzt werden, will Herr Bleich an die SWB weiterleiten.

Auf jeden Fall habe ich mich sehr über die schnelle und ausführliche Antwort gefreut – und besonders über die Möglichkeit, dass es eine Schnellbusanbindung zwischen Röttgen und der Bonner Innenstadt geben könnte.

Offener Brief: ÖPNV Anbindung Bonn Röttgen

An: alexander.bleich@bonn.de
Betreff: Anbindung Bonn Röttgen

Sehr geehrter Herr Bleich,

ich wende mich an Sie, da Sie für die konzeptionelle Verkehrsplanung in der Bundesstadt Bonn verantwortlich zeichnen und möchte eine bessere ÖPNV Anbindung von Bonn Röttgen anregen.

Derzeit verkehren dort regelmäßig die Linien  603 und 843. Seitdem die 843 nicht mehr Bonn Hauptbahnhof anfährt, ist Bonn Röttgen jedoch faktisch nur noch durch die werktags im 20 Minuten Takt verkehrende 603 an die Bonner Innenstadt angebunden. Fällt eine Fahrt der Linie aus – was derzeit nicht selten vorkommt – gibt es für 40 Minuten keine Verbindung für die über 4.500 in Röttgen lebenden Bonner.

Diesen Zustand halte ich für nicht hinnehmbar.

Durch das Neubaugebiet “Am Hölder” und den in den anderen Teilen Röttgens gerade stattfindenden Generationswechsel wächst nicht nur die Einwohnerzahl Röttgens, es ziehen auch viele Familien mit Kindern in diesen Ortsteil. Kinder und Jugendlich können jedoch nicht aufs Auto ausweichen, sondern sind auf einen funktionierenden ÖPNV angewiesen. Als täglicher Pendler weiß ich zudem von vielen Röttgenern, dass diese durchaus bereit wären, auf Busse umzusteigen, wenn es denn eine dichtere Taktung gäbe. Auch für die älteren Mitbürger und die Schüler der Berufsschule wäre eine bessere Anbindung wünschenswert.

Ich rege daher an, die 603 zumindest zwischen 7h und 9h, 12:30 und 14:30h sowie 17h und 19h mit einer engeren Taktung verkehren zu lassen.

Alternativ könnten – ggf. übergangsweise – zusätzliche E-Busse eingesetzt werden. Von diesen verkehrt zwar schon einer zwischen 7h und 8h, wird jedoch nur wenig genutzt, da er seitens der SWB nicht kommuniziert wird. Ein entsprechender Aushang an den Haltestellen würde hier schon helfen und die anderen Linien entlasten.

Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

Mit vielen Grüßen aus Röttgen,

Ihr Severin Tatarczyk

Die Antwort auf diesen Brief finden Sie hier.

Streetart in Bonn: Eydikka

Aufkleber, gesehen in Bonn am Stadthaus.

Meinung: mehr grüne Fassaden

Auch Kleinigkeiten helfen, wenn es um die Umwelt geht. Solch eine Kleinigkeit können begrünte Fassaden sein, wie man sie hier in Bonn am 2019 neu eröffneten Maximiliancenter sieht.

Nicht nur, dass es gut aussieht und wahrscheinlich auch der Dämmung zugute kommt, sie bietet auch Insekten in der Stadt Lebensraum und trägt zu einem guten Mikroklima bei.