Was bedeutet OBV?

OBV oder obv ist im Netz meist die Abkürzung für das englische obviously, also offensichtlich oder logisch. Man schreibt es in Chats und Kommentaren, wenn etwas selbstverständlich ist. In Österreich steht OBV außerdem für den Österreichischen Bibliothekenverbund.

obv als Abkürzung für obviously

In Chats, Foren und sozialen Netzwerken steht obv für obviously. Beispiel:

Kommst du heute Abend mit? – Obv!

Gemeint ist: Na klar, natürlich. Ähnlich verbreitet sind die Varianten obvs und obvi. Das Cambridge Dictionary führt obvs als informelle britische Abkürzung für obviously (Cambridge Dictionary: obvs). Die Kurzform obv ist in nutzergenerierten Wörterbüchern wie dem Urban Dictionary seit Jahren in derselben Bedeutung belegt.

OBV: Österreichischer Bibliothekenverbund

In Österreich ist OBV die Abkürzung für den Österreichischen Bibliothekenverbund. Betreut wird er von der Österreichischen Bibliothekenverbund und Service GmbH (OBVSG). Wer in einem österreichischen Bibliothekskatalog auf OBV stößt, hat es also mit diesem Verbund zu tun und nicht mit Netzjargon.

obv beim Online-Poker

Im Urban Dictionary findet sich außerdem ein Eintrag aus dem Jahr 2006, nach dem obv in der Online-Poker-Szene ein beliebter Ausdruck sei: Man schreibt es demnach im Chat, nachdem man eine Hand verloren hat, oft nach einem sogenannten Bad Beat, also wenn ein eigentlich starkes Blatt doch noch gegen ein schwächeres verliert. Gemeint ist dann ironisch: War ja klar. Das Urban Dictionary ist allerdings ein Wörterbuch, in das jeder Einträge schreiben kann; diese Angabe ist also kein redaktionell geprüfter Beleg.

Wie verwendet man obv?

obv wird meist kleingeschrieben und steht oft allein als Antwort oder am Satzanfang. Es passt in lockere Chats unter Freunden, in Gaming-Runden und in Kommentare, aber nicht in E-Mails an Vorgesetzte oder in Bewerbungen. Wer obv schreibt, kann damit freundlich zustimmen, aber auch leicht genervt signalisieren, dass eine Frage überflüssig war.

Hast du die Hausaufgaben schon gemacht? – obv nicht.

Was macht der OBV?

Der Österreichische Bibliothekenverbund ist ein Zusammenschluss wissenschaftlicher und anderer Bibliotheken in Österreich. Die OBVSG ist seine Verbundzentrale. Auf ihrer Website informiert sie unter anderem über die Verbundsuchmaschine, die gemeinsamen Kataloge und die Bibliothekssysteme Alma und Primo, auf die Mitgliedsbibliotheken umstellen. Für Bibliotheksnutzer heißt das: Taucht OBV in einer Katalogangabe oder in einem Literaturverzeichnis auf, ist damit dieser Verbund gemeint. Ob im Einzelfall der Netzjargon oder der Bibliothekenverbund gemeint ist, ergibt sich fast immer aus dem Zusammenhang.

Quellen

  • Cambridge Dictionary: obvs
  • Urban Dictionary: obv
  • Österreichische Bibliothekenverbund und Service GmbH (obvsg.at)

Stand: 29. Oktober 2026

Was bedeute Säxit?

Säxit ist eines dieser Wörter, die halb Witz, halb politisches Programm sind. Gemeint ist der Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik Deutschland – also ein sächsischer Exit, sprachlich angelehnt an den Brexit.

Ganz neu ist der Begriff nicht. Schon rund um Pegida wurde mit ihm gespielt, teils ironisch, teils genervt, teils als böser Kommentar aus dem Rest der Republik: Dann geht doch.

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Was bedeutet relotiös?

relotiös
Adjektiv, umgangssprachlich, meist abwertend; Neologismus

Aussprache: [re-lo-ti-ös]

Bedeutung:

  1. In schwülstiger, literarisierender oder emotional aufgeladener Weise erzählt, wobei Wirkung, Dramaturgie und Haltung wichtiger sind als saubere Faktentreue.
  2. So formuliert, dass ein Text zwar „gut klingt“, atmosphärisch dicht und moralisch aufgeladen wirkt, aber den Eindruck erweckt, mit der Wirklichkeit nur locker verbunden zu sein.
  3. Übertragen: schöngefärbt, szenisch ausgeschmückt, manipulierend authentisch wirkend.

Kurzdefinition:
Ein Text ist relotiös, wenn er nicht in erster Linie wahr, präzise und überprüfbar sein will, sondern eindrucksvoll, moralisch aufgeladen und erzählerisch „perfekt“ wirkt.

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Was bedeutet $7K?

$7K bedeutet erstmals ganz allgemein 7.000 US$.

Der Kommentrar „$7k“, wie er  der derzeit (Oktober/Novmber) häufig auf Plattformen wie X oder TikTok auftaucht, ist eine sarkastische Anspielung auf einen kürzlich bekannt gewordenen Skandal um bezahlte Influencer-Kampagnen.

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Was bedeutet Foodstagrammer?

„Foodstagrammers“ (singular Foodstagrammer) ist ein Kofferwort aus „food“ (Essen) und „Instagrammers“ (Menschen, die auf Instagram posten). Es bezeichnet also Leute, die ihr Essen fotografieren und auf Instagram teilen – oft sehr stilisiert, mit Hashtags wie #foodporn, #instafood oder #foodie.

Im engeren Sinn sind Foodstagrammers eine Art Untergruppe der „Influencer“: Sie kuratieren ihr Profil um kulinarische Ästhetik – vom Streetfood bis zum Haute-Cuisine-Teller.

Interessant ist, dass diese Kultur die Wahrnehmung von Essen verändert hat: Essen wird nicht nur konsumiert, sondern inszeniert, fast wie ein Kunstobjekt. Die Bildsprache folgt oft gewissen Trends – Top-Down-Shots, mattierte Farben, Latte-Art-Nahaufnahmen.

Kurz gesagt:

Foodstagrammers = Instagram-User, die Essen zu einem ästhetischen Erlebnis machen.

Oder, poetischer formuliert: die das Abendessen erst genießen, nachdem es genügend Likes bekommen hat.

Wenn Sie dem Herausgeber dieses Blogs, Severin Tatarczyk, auf Insta folgen wollen, klicken Sie hier. Seine Essenfotos gibt es aber auf X unter der Frage „Wer kommt?„.

Was bedeutet Pali-Mulle?

Eine Pali-Mulle, auch Palimulle, ist eine westliche, meist junge Frau, die sich lautstark und demonstrativ mit der palästinensischen Sache solidarisiert – oft mit Tuch, Parolen und moralischem Eifer –, dabei aber oberflächlich oder naiv ist.

Vergleiche auch Mulle allgemein.

 

Was bedeutet Mom-Goth?

„Mom-Goth“ meint eine Mutter, die Goth ist: Sie hat Kinder, Termine, einen Familienkalender – und trotzdem schwarze Kleidung, dunklen Lippenstift und eine Plattensammlung, die nach Post-Punk statt nach Kinderliedern klingt. Im Alltag steht der Begriff meist wörtlich für Eltern aus der Szene, im Netz wird er gern mit einem Augenzwinkern und einem kleinen Flirtfaktor benutzt. Wichtig vorweg: Als feste Meme-Vokabel mit eigener Chronik ist „Mom-Goth“ nach aktueller Recherche nicht dokumentiert. Es ist eher eine Beschreibung, die sich von selbst ergibt.

Mom-Goth, Goth Mom, Goth Mum: eine Frage der Schreibweise

Eine feste Schreibweise gibt es nicht. Man liest „Mom-Goth“ mit Bindestrich, „Mom Goth“ getrennt, „Goth Mom“ in umgekehrter Reihenfolge und im britischen Englisch „Goth Mum“. Gemeint ist jeweils eine Mutter mit Goth-Stil. Eine Rechtschreibung für Schulhof und Friedhof zugleich steht noch aus.

Wo der Begriff auftaucht

Zum einen in Erfahrungsberichten und Magazinen: Harper’s Bazaar veröffentlichte einen Essay einer tätowierten Mutter von 52 Jahren, die sich stolz als Goth und Mom beschreibt. Zum anderen im Kino: The Conversation schreibt, dass Winona Ryder als erwachsene Lydia Deetz in „Beetlejuice Beetlejuice“ (2024) diese Figur verkörpert, das Goth-Mädchen, das erwachsen geworden ist. Dazu kommen Social-Media-Kommentare und Mode (schwarz, aber alltagstauglich). Eine ausgedachte Beispielzeile: „Elternabend, 19 Uhr. Ich komme in Schwarz. Wie immer.“

Herkunft: Szene wird erwachsen

Einen Urheber des Wortes gibt es nicht, der Begriff ist schlicht eine Zusammensetzung. Die Sache dahinter ist besser belegt: The Conversation verweist auf den Soziologen Paul Hodkinson, der 2010 Gäste des Whitby Goth Weekend befragte. Viele von ihnen hatten Familien gegründet und ihren Stil dem Alltag angepasst, statt ihn aufzugeben. Mit anderen Worten: Es gibt Eltern in der Szene, seit es die Szene gibt. Dass das Netz daraus ein Schlagwort macht, ist eher jüngeren Datums. Ab wann genau, ist unklar.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

  • Gothmommy / Goth Mommy: meist ein Schwarm-Begriff für eine reife, souveräne Frau mit Goth-Look. Dabei muss niemand Kinder haben. Laut StreetSlang kann sie aber auch eine Mutter oder „mom-adjacent“ sein, die Grenze ist fließend.
  • Goth GF: die Wunsch-Freundin im Meme, also Partnerin statt Mutter.
  • MILF: betont Alter und Attraktivität, sagt aber nichts über den Stil.
  • Trad Goth, Nu Goth & Co.: Stilrichtungen innerhalb der Szene. Eine Mom-Goth kann zu jeder davon gehören.

Fazit

Eine Mom-Goth ist im Kern das, was das Wort sagt: eine Mutter, die Goth ist. Im Netz bekommt der Ausdruck zusätzlich einen charmanten, leicht verruchten Beiklang, ohne dass daraus ein offizielles Meme geworden wäre. Ob Elternabend oder Konzert: Schwarz trägt sich in jeder Lebensphase. Wer mehr zum Hintergrund lesen möchte, findet bei The Conversation einen lesenswerten Beitrag.

Quellen: Harper’s Bazaar (Essay „I Am a Goth, and I Am a Mom, and I Am Proud“), The Conversation (Beitrag zu „Beetlejuice Beetlejuice“), StreetSlang (Eintrag „Goth Mommy“).

Stand: 29. Oktober 2026

Was bedeutet Bierweib?

Bierweib, f. – Eine weibliche Gestalt von kräftigem Wuchs und deftigem Gemüt, deren Dasein sich eng um das Gebräu der Gerste rankt. Ursprünglich Bezeichnung für jene Schankmamsell oder Brauerwitwe, welche das Bier nicht nur reicht, sondern auch selbst in stattlichem Maße genießt. Im weiteren Sinne jedoch gebräuchlich für jede Frauensperson, die dem Gerstensaft in solcher Hingabe frönt, dass man sie wohl eher am Zapfhahn als im Zwiegespräch mit der Nähnadel findet.

Das Bierweib ist redselig, schlagfertig und nicht selten derbe im Ton, doch von ehrlichem Wesen und meist warmem Herzen. Sie kennt die Lieder der Zecher und das Klopfen der Maßkrüge wie ihren eigenen Herzschlag. Bei Kirchweih, Braufest und Dämmerschoppen stets eine feste Größe.

„Wo das Bierweib lacht, schweigt der Gram.“ (Fränkischer Trinkspruch, um 1810)

Siehe auch: Rauschliesel, Saufdirne, Schenkmagd, Hopfenliesl.

Was bedeutet Pick Me Girl?

Ein Pick Me Girl ist eine Frau, die sich bewusst von anderen Frauen abgrenzt, um von Männern bevorzugt oder sympathischer wahrgenommen zu werden. Sie betont oft, dass sie „nicht wie andere Mädchen“ sei und stellt sich als besonders unkompliziert oder „pflegeleicht“ dar. Dabei wertet sie häufig andere Frauen ab, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Der Begriff wird meist kritisch verwendet, da er auf unsichere, von männlicher Anerkennung geprägte Selbstinszenierung hinweist.

Selten als Schimpfwort verwendet.

Herkunft: von Grey’s Anatomy zu TikTok

Als Ursprung des Satzes wird häufig die Arztserie Grey’s Anatomy genannt. In der zweiten Staffel fleht Meredith Grey (Ellen Pompeo) Derek Shepherd an: „Pick me. Choose me. Love me.“ („Wähle mich. Entscheide dich für mich. Liebe mich.“). Als Ausstrahlungsjahr nennen CNN und People 2005, El País dagegen 2006. Ellen Pompeo selbst scherzte 2023 in einem Variety-Interview, sie habe den Begriff erfunden. Know Your Meme sieht die Herkunft des Ausdrucks dagegen als unbekannt an. Dort wird als Wendepunkt der Hashtag #TweetLikeAPickMe genannt, der im März 2016 auf Twitter populär wurde. Auf TikTok verbreiteten sich ab März 2021 Sketche über Pick Me Girls, etwa von der Creatorin Hannah Montoya, deren erster Clip dazu in sechs Monaten über 9,9 Millionen Aufrufe erreichte. Die Straits Times nannte 2024 für den Hashtag #pickmegirl rund 3,5 Milliarden Aufrufe auf TikTok. Solche Zahlen schwanken je nach Quelle und Zeitpunkt stark.

Typische Merkmale

Was als Pick-Me-Verhalten gilt, hängt vom Kontext ab. Genannt werden vor allem:

  • der Satz „Ich bin nicht wie andere Mädchen“,
  • fast nur männliche Freunde, weil Frauen angeblich „zickig“ oder „dramatisch“ seien,
  • vorgetäuschte oder übertriebene Begeisterung für Hobbys, die Männern zugeschrieben werden,
  • das Betonen traditioneller Rollenbilder, etwa als besonders „pflegeleichte“ Partnerin,
  • das Abwerten anderer Frauen, um selbst besser dazustehen.

Das gemeinsame Element ist laut El País immer der männliche Blick. Die Psychologin Regine Galanti sagte gegenüber CNN, kaum jemand bezeichne sich selbst so, weil der Begriff als Beleidigung gilt. Wer so genannt werde, erkläre eher, warum das nicht stimme.

Kritik und Einordnung

Kritiker sehen im Pick-Me-Verhalten eine Form von verinnerlichtem Frauenhass (internalisierter Misogynie): Männliche Anerkennung gelte als Maßstab, andere Frauen als Konkurrenz. Zugleich wird der Begriff selbst kritisiert, weil er Frauen gegeneinander ausspielen kann. Know Your Meme erwähnt den Vorwurf, er fördere Hass unter Frauen, und Verywell Mind warnt vor den schädlichen Folgen des Etikettierens. Von Experten im Women’s Health Magazine wird Pick-Me-Verhalten teils auch mit geringem Selbstwertgefühl in Verbindung gebracht. Merriam-Webster beschreibt „pick-me“ als Slangbegriff für eine Person, meist eine junge Frau, die sich aus Sicht anderer verächtlich verhalte, um Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erhalten, meist von männlichen Gleichaltrigen.

Pick Me Girl und „Not Like Other Girls“

Verwandt ist der Ausdruck „Not Like Other Girls“ (NLOG). Beide Begriffe werden oft gleichgesetzt, in Online-Diskussionen aber auch unterschieden: Bei NLOG gehe es um die eigene Abgrenzung („Ich bin anders“), beim Pick Me Girl um das Abwerten anderer Frauen für männliche Anerkennung. Ob diese Trennung allgemein gilt, ist unklar; im Alltag werden die Wörter meist überlappend benutzt.

Das Gegenstück: Pick Me Boy

Das männliche Pendant ist der „Pick Me Boy“. Laut Women’s Health Magazine will er Frauen beeindrucken, indem er etwa Feminismus oder Therapie betont, ohne es ernst zu meinen, oder andere Männer abwertet. Cosmopolitan beschreibt ihn als jemanden, der sich kleinmacht, damit andere ihn aufbauen; Verywell Mind nennt Selbstmitleid und Selbstabwertung als Mittel. Auch hierzu gab es auf TikTok früh Sketche: Hannah Montoya veröffentlichte am 6. März 2021 einen Clip zum Thema.

Verwendung im Deutschen

Im Deutschen ist auch die Schreibweise „Pick-me-Girl“ üblich. Der Standard führte den Begriff im Oktober 2022 in einem Glossar zur Sprache der Gen Z und beschrieb ihn als nicht positiv besetzt. Die Autorin Sophie Passmann veröffentlichte 2023 beim Verlag Kiepenheuer & Witsch das Buch „Pick me Girls“, ein Memoir über den männlichen Blick. Die Taschenbuchausgabe erschien am 13. März 2025.

Weitere Begriffe aus der Netzkultur erklären wir in unseren Beiträgen zu eGirl, Balkan Baddie und Goth GF.

Stand: 28. Oktober 2026

Was bedeutet Balkan Baddie

„Balkan Baddie“, auch Balkanbaddie etc., ist ein popkultureller Begriff, der selbstbewusste, oft stylisch-extravagante Frauen vom Balkan beschreibt, die durch eine Mischung aus Attitüde, Attraktivität und kulturellem Stolz auffallen. Der Begriff spielt mit Klischees – etwa starker Make-up-Look, markante Outfits, laute Präsenz – und wird sowohl empowernd als auch ironisch verwendet. Auf Social Media dient er oft als Selbstbezeichnung im Kontext von Identität und Ästhetik.

Seltener auch als Schimpfwort benutzt.