Dokumentiert: Ist der “Genosse Stalin tweet” von Bodo Ramelow echt?

Der obige Screenshot eines tweets von Bodo Ramelow aus dem Jahr 2012 macht gerade auf twitter die Runde:

Mit Genosse Stalin in Uljanowsk ;-))

Verschiedentlich wird angezweifelt, dass dieser tweet echt ist, da bei den meisten Varianten die Zeitangaben fehlen und der tweet nicht mehr zu finden ist. Allerdings deutet alles darauf hin, dass Ramelow diesen tweet tatsächlich abgesetzt und jetzt jüngst gelöscht hat.

So gibt es auch andere Screenshots:

Diese sind zudem auch archiviert, z.B. hier.

Und auch die Replies – neudeutsch Drukos – zu diesem tweet findet man noch:

Und diese sind sogar teilweise nicht gelöscht, und noch verfügbar.

@FrankyB122 ;der hängt hier sogar als Wandmalerei und ist auf Kaffebechern drauf. Ich staune echt Bauklötzer

Hieran sieht man übrigens auch, dass Ramelow diesen Stalin tweet sicher nicht bewundernd, sondern eher ironisch sieht. So wie auch bei diesem zweiten zum Thema, der noch online und hier dokumentiert ist.

Dokumentiert: Der “mit der FDP bei Stalin” tweet von Bodo Ramelow

Dieser Stalin tweet von Bodo Ramelow ist noch online – und irgendwie ungewollt wieder aktuell…

Mit der FDP in Uljanowsk bei Stalin :-)) #fb

Zum originalen tweet geht es hier – wenn er nicht wie der andere Stalin tweet anlässlich dieser Reise inzwischen gelöscht wurde…

Dokumentiert: Der Entlassungs-tweet von Christian Hirte

Michael Hirte hatte Thomas Kemmerich zu seiner Wahl zum Ministerpräsidenten von Thüringen gratuliert und anders als viele andere wie Doro Bär diesen tweet nicht gelöscht.

Dies sorgte dafür, dass Angela Merkel ihm mitteilte, dass er nicht mehr als Beauftragter für die Neuen Länder sei. Daher hat er nun – wie er auf twitter mitteilt – um seine Entlassung gebeten.

Zudem wird er, wie von Steffen Seibert ebenfalls auf twitter bestätigt, auch als Parlamentarischer Staatssekretär entlassen:

Zusammengefasst: Die Pertsch Chroniken

Der Anlass

Das Verhalten von Sebastian Pertsch auf twitter sorgte Anfang November 2019 für viel Aufsehen: er setze 100e tweets mit beleidigenden Inhalten wie Idiot, Pfeife oder auch Arschloch ab. Tatsächlich dachte ich zunächst an ein Social Media Experiment auf der einen Seite oder einen Hack seines Accounts auf der anderen. Als ich auf verschiedenen Wegen freundlich nachfragte, wurde ich von ihm auch beleidigt. Ausnahmsweise – die Beweggründe hier genauer dargestellt – stellte ich Strafanzeige gegen ihn. Diese habe ich hier dokumentiert, der Sachverhalt ist darin auch umfassend dargestellt. Da ich von Pertsch noch weiter beleidigt wurde, habe ich die Strafanzeige später noch ergänzt.

Stand meiner Strafanzeige gegen Sebastian Pertsch

Im Dezember erhielt ich ein Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft Berlin, im Januar dann eine Nachfrage der Polizei Berlin dazu. Diese habe ich beantwortet und noch keine weitere Nachricht dazu.

Stand der Strafanzeige von Sebastian Pertsch gegen mich

Da ich die Strafanzeige veröffentlicht hatte, stellte Sebastian Pertsch auch Strafanzeige wg. Bedrohung gegen mich. U.a. bezieht er sich dabei darauf, dass im Rahmen der Veröffentlichung über twitter und in meinem Blog hier kurzzeitig seine Adresse öffentlich war. Diese war allerdings in den Kartendiensten von Google und Bing, den Suchmaschinen selbst, den Gelben Seiten und auch über facebook zu finden. Insoweit hielt und halte ich diese Veröffentlichung für unproblematisch, hatte diese dann aber doch aus den veröffentlichten Dateien entfernt.

Hinsichtlich dieser Strafanzeige wurde ich am 6. Februar 2020 von der Polizei Bonn verhört. Da es sich hier um ein laufendes Verfahren handelt, will ich mich im Detail nicht dazu äußern. Nur soviel: Dem vernehmenden Beamten lag bereits meine Strafanzeige vor und ich hatte noch einige Ausdrucke dabei.

Nebenkriegsschauplätze

Sebastian Pertsch behauptet im übrigen auf twitter, es gäbe kein Strafverfahren wegen Bedrohung – und beleidigt in diesem Zusammenhang weiter:

Dies ist jedoch unrichtig.

Wie geht es weiter?

Das ist der aktuelle Stand vom 7. Februar 2020. Ich persönlich gehe davon aus, dass beide Strafanzeigen in absehbarer Zeit eingestellt werden. Über den Fortgang werde ich hier berichten.

Sollten Sie selbst Strafanzeige gegen Pertsch gestellt haben oder im Gegenzug von ihm angezeigt worden sein, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme zwecks Austausch unter stapublic@live.de.

 

Dokumentiert: Die Gratulation von Christian Hirte an Thomas Kemmerich

Auch der Ost Beauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, hat Thomas Kemmerich zur Wahl zum Ministerpräsidenten von Thürungen gratuliert. Anders als Doro Bär hat er den tweet nicht direkt gelöscht.

Herzlichen Glückwunsch @KemmerichThL! Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer RotRotGrün abgewählt haben. Viel Erfolg für diese schwierige Aufgabe zum Wohle des Freistaats #Thüringen!

Liste: Die Vornamen der Bundestagsabgeordneten

In dieser Liste finden Sie, wie oft die Vornamen aller Bundestagsabgeordneten zwischen 1949 und 2019 vorkamen, sortiert nach Häufigkeit:

“Liste: Die Vornamen der Bundestagsabgeordneten” weiterlesen

Dokumentiert: Die Gratulation von Dorothee Bär an Thomas Kemmerich

Die Wahl des ehemaligen MdB Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen hat für viel Aufregung gesorgt und hat das Potential, die Veränderung der politischen Landschaft Deutschlands weiter zu beschleunigen.

Für Aufregung sorgte eine erste Reaktion von Doro Bär auf twitter, da sie Kemmerich zu seiner Wahl gratulierte:

Den tweet hat sie inzwischen gelöscht.

Meinung: Warum man auch problematische Straßennamen nicht ändern sollte – unter besonderer Berücksichtigung von Hindenburg

Werden Straßen und Plätze neu benannt, so gibt es dafür Regeln, gerade wenn es um die Benennung nach Persönlichkeiten geht. So sollen “Straßen nur nach bereits verstorbenen Persönlichkeiten” benannt werden und “Personennamen der neueren Geschichte sollen nur dann verwendet werden, wenn ihr Geschichtsbild nach Persönlichkeit, Verhalten und Nachwirkung abgeklärt ist und überwiegend positiv bewertet wird”. Solche Formulieren finden sich in Abwandlungen in allen Städten und Gemeinden. Auch auf die Ausgewogenheit nach Geschlechtern wird inzwischen geachtet – und das ist auch alles gut so.

Inzwischen wird aber auch verstärkt über die Umbenennung von bestehenden Straßen nachgedacht und diskutiert. Und natürlich gibt es Namen, die untragbar sind: völlig zu Recht wurden die vielen Adolf Hitler Straßen direkt nach dem Krieg umbenannt, die Symbolwirkung war und wäre einfach zu fatal, wie auch übrigens bei anderen Personen, die zu seinem Kreis zählen.

Inzwischen geht die Diskussion jedoch weiter und gerade die zahlreichen Hindenburg Straßen stehen im Fokus der Aufmerksamkeit. Nun gibt es sicher historisch belastete Namensgeber, über die man eher reden sollte, ich denke da z.B. an die noch bestehenden “von-Trotha” Straßen, doch gibt es nun einmal besonders viele Hindenburgstraßen, -plätze, Alleen und nicht zuletzt den Hindenburgdamm zwischen Sylt und dem Festland.

Doch ist der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg wirklich so ein Problem? Er war sicherlich kein Vorzeigedemokrat im modernen Sinne. Allerdings war er auch kein Antidemokrat. Sicher, als Kind seiner Zeit – Jahrgang 1847 – und aufgrund seiner Herkunft war er im Herzen Monarchist, doch fühlte er sich als alter Generalfeldmarschall durch seinen Amtseid fest an die Weimarer Reichsverfassung gebunden. Durch seine selbstverständlich geleistete Unterschrift unter den Young Plan machte er sich bei den rechten Parteien durchaus unbeliebt. Vom antisemitischen Lager erntete er harsche Kritik, da er sich für ein offizielles Portrait von “dem Juden Liebermann” anfertigen ließ. Bevor er Hitler zum Reichskanzler ernannte, musste er erst von seinen Vertrauten Franz von Papen, Otto Meissner und Oskar von Hindenburg überzeugt werden, diesen Schritt zu gehen. Hindenburgs Intention dabei war nicht das spätere Dritte Reich, vielmehr wollte er Hitler ausbremsen. Oder wie von Papen gesagt haben soll: “In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!” Diese fatale Fehleinschätzung kann, ja muss, man Hindenburg vorwerfen.

Doch ist diese ein Grund dafür, Hindenburgstraßen umzubennen?

Ganz klar nein, sogar im Gegenteil.

Denn wenn wir im Alltag die negativen Aspekte und nicht uneingeschränkt positiven Personen aus unserer Geschichte ausblenden, geraten diese in Vergessenheit. Die historisch mehr oder weniger belasteten Straßenbezeichnung bringen uns immer wieder dazu, über die Vergangenheit nachzudenken und gemahnen uns, die Fehler aus ihr nicht zu wiederholen.

Und wenn wir nur noch vermeintlich politisch korrekte Straßennamen von Personen ohne Fehl und Tadel haben wollen, bleiben wohl gar keine mehr übrig. Vielleicht noch Märchenfiguren, wenn überhaupt – denn den modernen dem derzeitigen Zeitgeist entsprechenden Moralvorstellungen entsprechen diese meist auch nicht.

Daher sollten wir diese Umbenennungsdiskussionen beenden und historische Straßennamen nicht als fortgeltende Ehrung begreifen, sondern als geschichtliche Zeugnisse, die wir im Kontext sehen und interpretieren müssen.

Anders sieht es freilich bei Schulen, Universitäten, Kasernen und anderen Einrichtungen aus – diese sollten Namen von Personen tragen, die mehr als Vorbilder taugen. Eine “Paul von Hindenburg Schule” wäre heute zu Recht undenkbar. Wider anders mag man es bei den Ehrenbürgerschaften sehen, die man mE immer auch als Ausdrücke der Geschichte und im Kontext der jeweiligen Zeit sehen sollte. Aber das ist ein anderes Thema.

Bild: Das Foto zeigt das Straßenschild am Hindenburgplatz in Bonn.

Dokumentiert: Der “Kurzreisen sind Widerstand” tweet von Luisa Neubauer

Widerstand in der Vorstellungswelt von Luisa Neubauer kann ja so einfach sein, wie Sie auf twitter erklärt:

Mache das einzig sinnvolle heute und fahre in Nieselregen nach London, Familie besuchen. Fühlt sich widerständlerisch an, sehr europäisch, sehr richtig. Wir sind hier noch nicht fertig. #Brexit #lightson 🇪🇺

Dokumentiert: Der “Hamburger Bundestagsabgeordnete” tweet von Tom Radtke

Der Hamburger Bundestagsabgeordnete sollte aufpassen, sonst ergeht es ihm wie seinem ehemaligen Fraktionskollegen Edathy. Ich kenne die Namen einiger seiner Opfer.

Dieser tweet ist der jüngste von Tom Radtke in seinem Streit mit den Hamburger Grünen und der dortigen Sektion von Fridays for Future. Nachdem er vorher schon angekündigt hatte, auspacken zu wollen, wenn man vermeintliche Falschaussagen über ihn nicht korrigiere, – im übrigen “auch zu Luisa” (Neubauer) – wird er nun konkreter und unterstellt einem Hamburger Bundestagsabgeordneten mehr oder weniger direkt, dass dieser pädophile Neigungen habe. Und der Verweis auf Edathy und die gleiche Fraktion schränkt die Auswahl ja schon sehr ein.

Verfolge ich Radtke auf twitter kommt er mir vor wie der Fahrer eines wild schlingernden Autos, dass es trotzdem schafft, mit Vollgas auf eine Betonmauer zuzurasen.

Und irgendwie hoffe ich nur, dass er selbst es noch schafft, doch noch zu bremsen. Oder jedenfalls ein Beifahrer.