Im Rahmen der Mottowoche der Abiturienten des Jahrgangs 2024 erregte am Collegium Josephinum in Bonn, einer reinen Jungenschule, ein Plakat mit der Aufschrift „Saufen, Ficken, CoJoBo – Kochen, Putzen, USH – Abi 24“ Aufsehen – insbesondere auch unter dem Aspekt, dass es sich beim USH um die Ursulinenschule in Hersel handelt, ein reines Mädchengymnasium. So berichtete auch der Bonner General Anzeiger über das Banner.
Inzwischen gibt es eine Stellungnahme der Schule den Eltern gegenüber, die wir hier dokumentieren:
Schreiben der Schulleitung
Bonn, 15. April 2024
Stellungnahme zum Banner in der Mottowoche des Abiturjahrgangs 2024 am COJOBO
Liebe Schulgemeinde, liebe Schüler, Eltern und Kolleg*innen,
mit Erschrecken haben wir eine Entgleisung anlässlich des Abiturstreichs des aktuellen Jahrgangs 2024 am Collegium Josephinum sehen müssen. Dort wurde am letzten Tag der Mottowoche am Schulgebäude ein Banner mit der Aufschrift: „Saufen Ficken COJOBO – Kochen Putzen USH – ABI 24“ (sic) aufgehängt. (Die Abkürzung USH steht für die Ursulinenschule Hersel, mit der das COJOBO zusammenarbeitet.)
Die Schulleitung hat nach Bekanntwerden dieser Aktion die sofortige Entfernung des Banners angeordnet.
Wir – der Schulträger und die Schulleitung des Gymnasiums – distanzieren uns mit aller Deutlichkeit von diesem Banner und den darin enthaltenen diffamierenden Rollenklischees. Dies ist nicht das Werte- und Rollenverständnis, für das wir als Schule und der Orden der Redemptoristen als Träger der Schule stehen und das wir vermitteln wollen. Schließlich handelt es sich bei dem Verhalten ganz konkret um eine Grenzverletzung im Sinne des institutionellen Schutzkonzeptes (ISK) des COJOBO.
Wir entschuldigen uns bei allen, die diese Aussage verletzt und diskriminiert hat. Wir sehen uns als Lehrerkollegium und als Schulträger einer katholischen Schule in der Verantwortung, ein christliches Menschenbild zu vermitteln und ein Klima der Wertschätzung, Toleranz und Förderung von Talenten zu schaffen. Es beunruhigt uns sehr, wenn wir Äußerungen insbesondere von Schülerinnen hören, dass sie sich an unserer Schule unwohl fühlen. Dies war zu
keinem Zeitpunkt beabsichtigt und wir werden nach wie vor alles dafür tun, dass sich Besucherinnen, Schülerinnen und Lehrer*innen an unserer Schule immer willkommen und respektiert fühlen.
Zwischenzeitlich hat es ein Schreiben der Jahrgangsstufe an den Provinzial gegeben, in dem sich der Jahrgangsstufensprecher im Namen der Jahrgangsstufe für die „Geschmacklosigkeit“, die Beleidigung von Mitschülerinnen und den Schaden für das Ansehen der Schule und des Schulträgers in aller Form entschuldigt.
Dennoch werden wir nach wie vor das Gespräch mit den Verantwortlichen für diese Aktion suchen und ihnen verdeutlichen, wie verletzend und verachtend diese Sprache auf andere wirkt und welche gravierenden Auswirkungen das Banner für die unterschiedlichen Gruppierungen mit sich bringt. Das Thema wird vor Ende des laufenden Schuljahres in den Schulgremien der COJOBO-Gemeinschaft (Schüler, Eltern, Kollegien, Mitarbeitende) im Dialog besprochen. Im Rahmen der Abschlussfeier wird der Vorfall thematisiert. Es wird bei diesem Anlass die Position der Schulleitung und des Trägers zum Ausdruck gebracht. Träger und Schulleiter werden eine Zielvereinbarung treffen. Diese wird konkrete Schritte enthalten, die darauf zielen, dass Vorfälle wie der Erwähnte in Zukunft möglichst nicht mehr vorkommen.
Für den Schulträger: Schulleiter des Gymnasiums:
P. Jan L.J. Hafmans C.Ss.R., Provinzial Thomas Braunsfeld OStD i.E.
Schreiben der Schüler
Bonn, 09.04.2023
Sehr geehrter Herr Pater Provinzial,
für das am 22.03.2024 mi Rahmen unseres „Abi-Streichs“ gezeigte Banner möchte ich mich mi Namen meiner Jahrgangsstufe ni aller Form aufrichtig entschuldigen. Was scherzhaft und ironisch gedacht war, ist uns zu einer Geschmacklosigkeit entglitten. Wir haben damit Mitschülerinnen beleidigt und dem Ansehen unserer Schule, dem Schulträger und uns selbst massiv geschadet.
Das war zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht und wir bedauern dies zutiefst.
Der Enthusiasmus und die Aufregung, die wir alle mi Hinblick auf das Ende unserer Schullaufbahn und auf das bevorstehende Abitur empfinden, haben sicher auch zu dieser unsensiblen und übermütigen Handlung beigetragen.
Nach Intervention der Schulleitung haben wir das Banner sofort entfernt und sind ni Gespräche mit der Schulleitung eingetreten. Schon da wurde uns bewusst, dass wir einen Fehler begangen haben, ohne jedoch dessen Tragweite durch die folgende Berichterstattung in den Medien zu begreifen.
Leider können wir unser Fehlverhalten nicht revidieren.
Ich kann Sie nur bitten, unsere aufrichtige Entschuldigung zu akzeptieren.
Mit freundlichen Grüßen
stellvertretend für die Jahrgangsstufe Q2
Das Bild wurde mit der Midjourney AI erstellt.

