Das freie Web ist tot, es lebe das freie Web

In den vergangenen Jahren habe ich diese Seite hier ziemlich vernachlässigt. Zwar sind immer wieder neue Inhalte hinzugekommen, aber aktuelle Gedanken, Beobachtungen und Kommentare habe ich überwiegend auf X veröffentlicht.

Das hatte einen einfachen Grund: Für kleine Websites und Blogs wurde es immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ein immer größerer Teil dessen, was früher auf einzelnen Websites stattfand, hat sich auf einige wenige große Plattformen verlagert. Dort werden Nachrichten gelesen, Meinungen ausgetauscht, Bilder und Videos geteilt und Diskussionen geführt. Gleichzeitig verändert KI die Art, wie wir nach Informationen suchen. Viele Fragen werden inzwischen direkt an Chatbots gestellt. Und auch klassische Suchmaschinen wie Google oder Bing beantworten immer mehr Anfragen unmittelbar mit eigenen KI-generierten Zusammenfassungen.

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Was war wichtig? Wochenrückblick vom 20. Oktober 2026

Diesen Stand zeigte unsere Seite Was ist gerade wichtig? in der Woche ab dem 20. Oktober 2026. Die Seite wird jeden Dienstag neu gefüllt, die bisherigen Ausgaben archivieren wir als Wochenrückblick.

Die Seite im Wortlaut

Hier erfahren Sie, was im Blogmagazin gerade wichtig ist. Die Seite wird jeden Dienstag aktualisiert.

Zeitgeschehen

Neu und frisch überarbeitet

Reihen im Fokus

  • Fakten zur Zahl 3630: ein Beispiel aus unserer Zahlen-Reihe, jetzt mit Quellen zu jedem Fakt
  • Rheinkilometer 403: zwischen Speyer und Hockenheim an der A-61-Brücke, mit Dom und Technik Museum in der Nähe
  • Stadtwerke EVB Huntetal: Tarife, Grundversorgung 2026 und Störungsnummern für Diepholz und Umgebung
  • Themenschwerpunkte: die neu sortierte Übersicht über alle großen Reihen und Kategorien

Rund um die aktuelle Zeit

Zur Einordnung

Es war die erste Ausgabe nach der Umstellung auf den wöchentlichen Rhythmus. Im Mittelpunkt standen die Ausschreitungen vom 17. Oktober 2026, ein Überblick über veröffentlichte Geheimdokumente und Leaks sowie die Debatte um Threads auf X. Dazu kamen frisch überarbeitete Beiträge aus ganz unterschiedlichen Ecken des Blogmagazins, vom Vulkanismus in der Eifel bis zum Grimmschen Wörterbuch, und mit dem Ende der Sommerzeit am 25. Oktober ein Blick auf die Jahreszeit.

Die aktuelle Ausgabe finden Sie wie immer unter Was ist gerade wichtig?. Eine ältere Ausgabe aus dem Jahr 2022 steht unter Was war wichtig? Rückblick auf November 2022.

Stand: 20.10.2026

lmaaify.com relauncht: Let me ask AI for you, jetzt als Link mit Vorführung

Es gibt Fragen, die stellt man heute eigentlich nicht mehr einem Menschen. Wie lange kocht ein Ei? Was bedeutet dieses Kürzel? Wann ist der nächste Feiertag? Früher hätte man auf so etwas mit einem süffisanten „Let me google that for you“ geantwortet. Heute gibt es dafür eine zeitgemäße Variante, und die hat jetzt ein komplett neues Zuhause: lmaaify.com ist frisch relauncht.

Was ist lmaaify eigentlich?

LMAAIFY steht für „Let Me Ask AI For You“, also „Lass mich die KI für Dich fragen“. Was hinter dem Kürzel steckt und warum man als Deutscher bei den ersten vier Buchstaben kurz grinsen darf, habe ich schon ausführlich in Was bedeutet die Abkürzung LMAAIFY? erklärt. Der geistige Vorfahr ist natürlich LMGTFY, das Netzkürzel, mit dem man Fragesteller jahrelang freundlich, aber bestimmt zur Suchmaschine geschickt hat.

Hier im Blog lief LMAAIFY bisher vor allem als Rubrik: Ich habe verschiedenen KI-Systemen Fragen gestellt und die Antworten veröffentlicht. Die gesammelten Beiträge findet Ihr unter LMAAIFY: Antworten hier im Blog. Mit dem Relaunch ist lmaaify.com jetzt ganz auf ein kleines Werkzeug ausgerichtet, das man im Alltag tatsächlich benutzen kann.

Was ist neu?

Die neue Seite ist radikal reduziert. Oben steht der Schriftzug „lmaaify“, darunter der Untertitel „let me ask ai for you“, und dann kommt eigentlich nur noch eine Eingabezeile, die aussieht wie ein Kommandozeilen-Prompt mit einem „>“ davor. Kein Menü-Wirrwarr, keine Werbung, kein Anmeldeformular. Oben rechts gibt es einen Schalter für hellen oder dunklen Modus; ohne Klick richtet sich die Seite nach der Einstellung des Systems. Die Seite ist komplett in kleingeschriebenem Englisch gehalten, Impressum und Datenschutzerklärung gibt es auf Deutsch mit englischer Übersetzung.

Der eigentliche Kern ist der Link-Generator. Und der Clou ist das, was der Empfänger zu sehen bekommt: eine kleine Vorführung, die ganz in Ruhe zeigt, wie einfach es gewesen wäre.

So funktioniert es

Die Seite „how it works“ erklärt den Ablauf in vier Schritten:

  1. Frage einfügen: Man kopiert die Frage, die einem gestellt wurde, in die Eingabezeile und drückt Enter bzw. „make link“. Ein Konto braucht man nicht, installieren muss man auch nichts. Bis zu 600 Zeichen sind erlaubt.
  2. Link verschicken: Die Frage steckt direkt im Link, nach dem Muster lmaaify.com/?q=… Den Link kann man kopieren, über den Button „share on x“ als vorbereiteten Beitrag auf X teilen oder, wo das Gerät es unterstützt, über „other apps“ weitergeben. Mit „see what they’ll see“ kann man sich vorher anschauen, was beim Gegenüber ankommt.
  3. Zuschauen lassen: Wer den Link öffnet, liest zunächst sinngemäß: Du hast jemandem eine Frage gestellt, die eine KI hätte beantworten können, ich zeig Dir mal, wie das geht. Dann klickt ein animierter Mauszeiger in ein Eingabefeld, tippt die Frage Buchstabe für Buchstabe ein und drückt auf „ask“. Langsam genug, dass es wirkt. Wer es eilig hat, kann mit „skip“ abkürzen.
  4. Antwort holen: Am Ende stehen vier Buttons bereit: ChatGPT, Claude, Grok und Perplexity. Ein Klick öffnet den jeweiligen Dienst in einem neuen Tab, die Frage ist schon eingetragen. Alle vier bekommen exakt dieselbe Frage; manche verlangen allerdings vorher eine Anmeldung.

Darunter steht der Satz, der das Ganze ganz gut zusammenfasst: „no hard feelings. intelligence is abundant now. use it.“

Ist das nicht ein bisschen frech?

Ja, ein bisschen. Das ist der Witz. Die FAQ auf der Seite sagt es selbst: Es ist sanfter als ein schroffes „Google doch selbst“, und der Fragesteller geht nicht mit einer Belehrung, sondern mit einer Antwort nach Hause. Genau darin liegt für mich der Reiz. Man muss nicht diskutieren, man zeigt einfach, wie es geht.

Und der Datenschutz?

Auch hier ist die neue Seite bewusst schlank: keine Cookies, keine Tracker von Dritten, keine extern geladenen Schriften. Gezählt wird nur, welche Fragen erstellt, geöffnet und an welchen KI-Dienst weitergegeben werden, und zwar ohne IP-Adresse und ohne sonstige Kennungen. Diese Einträge werden nach 90 Tagen automatisch gelöscht. Wer in seinem Browser „Global Privacy Control“ oder „Do Not Track“ aktiviert hat, wird gar nicht erfasst. Weil die Frage im Link mitreist, gilt trotzdem: Bitte keine Namen oder andere persönliche Daten hineinschreiben. lmaaify ist übrigens ein unabhängiges Nebenprojekt und hat mit OpenAI, Anthropic, xAI oder Perplexity nichts zu tun. Für den Klick gibt es auch kein Geld.

Für wen ist das?

Für alle, die regelmäßig Fragen gestellt bekommen, die eine KI in Sekunden beantworten könnte: im Familienchat, im Slack-Kanal der Firma, per E-Mail oder in den Antworten auf X. Für Admins, Lehrkräfte, Kollegen mit dem Ruf, „sich mit Computern auszukennen“, und für alle, die gern mit einem Augenzwinkern antworten statt mit einem Seufzer. Und ganz nebenbei ist lmaaify eine niedrigschwellige Einladung an Leute, die KI-Chatbots noch nie ausprobiert haben.

Probiert es aus, und wenn Euch das nächste Mal jemand fragt, wie lange ein Ei kochen muss, wisst Ihr ja jetzt, was zu tun ist.

Stand: Oktober 2026

csocial.eu – ein kritischer Blick auf W Social

Mit csocial.eu starte ich ein kleines Beobachtungsprojekt zu W Social.

Eigentlich hätte ich die Seite gern A Social genannt. Das hätte schön gepasst: Alternative, Analyse, Aufklärung — oder einfach asozial… Die Domain war aber schon weg. Also wurde es C Social. Und das C steht hier ziemlich eindeutig für critical.

Der Anlass ist simpel: W Social tritt mit großen Versprechen an. Neues soziales Netzwerk, mehr Freiheit, mehr Unabhängigkeit, mehr Nähe zur Community. Das klingt erst einmal gut. Aber gerade bei solchen Projekten lohnt sich ein genauer Blick.

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Bückbürgertum jetzt auch zum Durchklicken

Ich habe aus gegebenem Anlass eine neue kleine Seite gebaut, bückbürgertum.de, auf der kann man in 13 Fragen herausfinden kann, ob man Bückbürger, Shitbürger oder doch etwas ganz anders ist…

Das ist natürlich kein wissenschaftlicher Test. Es ist eher eine kleine Spielerei an der Schnittstelle von politischer Typologie, Selbstdiagnose und gepflegter Beleidigung.

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AIrotic.net: Ein Projekt über künstliche Intelligenz und Intimität

Mit airotic.net habe ich ein weiteres Projekt gestartet – und zugegeben eines mit einem Namen, der erst einmal die Augenbrauen hebt. „Airotic“ ist ein Kofferwort aus „Erotic“ und „AI“, und es benennt einen Bereich, über den im deutschsprachigen Raum erstaunlich selten nüchtern gesprochen wird: die Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und menschlicher Intimität.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um das, was der Name auf den ersten Blick vermuten lässt. airotic ist keine Sammlung anzüglicher Inhalte, sondern der Versuch, ein Thema ernst zu nehmen, das gerade vom Rand in die Mitte unseres Alltags rückt. KI-Begleiter, die zuhören und sich erinnern. Chatbots, in die sich Menschen verlieben. Bildgeneratoren, die Wünsche auf Knopfdruck bedienen. Roboter, an denen Forscherinnen und Forscher seit Jahren über Nähe, Einwilligung und das Wesen von Beziehungen streiten.

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Wie es zu umstellung.info kam – und was kommt

Viele Menschen machen sich über richtige Ernährung erst Gedanken, wenn es zu spät ist. Genau so war es auch bei mir. Lange Jahre lag mein Gewicht bei etwas über 70kg. Bei einer Größe von ca. 184cm am unteren Ende des Normalbereichs. Mit Ende 20 fing ich an, schleichend zuzunehmen – bis ich eines morgens im Jahr 2008 beim Wiegen auf die 99,8kg blickte und mir schwor, nicht “dreistellig” zu werden.

Kurzfristig entschied ich mich für eine Atkins-Diät, gefolgt von der Montignac Methode. Schnell kam ich in zwei Phasen auf ca. 85kg und fiel dann wieder in alte Ernährungsmuster zurück und nahm wieder zu.

Als ich wieder über 90kg lag, wurde mir klar, dass man sein Gewichtsproblem nur durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung lösen kann und nicht durch eine Abfolge von Diäten und Phasen der Gewichtszunahme.

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PromptGarden.net: Ein Projekt für bessere Prompts

Mit promptgarden.net habe ich ein neues Projekt gestartet, das sich mit Prompts für LLMs und andere generative KI Systeme befasst.

Der Ausgangspunkt ist eine Beobachtung, die auf den ersten Blick banal wirkt: Bei der Arbeit mit KI-Systemen entscheidet die Frage oft stärker über das Ergebnis als das System selbst. Ein Prompt ist deshalb nicht nur eine Eingabezeile. Er ist eine kleine Versuchsanordnung. Er legt fest, worauf ein Modell achtet, welche Rolle es einnimmt, wie es Unsicherheit behandelt, welche Form eine Antwort bekommt und welche Denkbewegung überhaupt möglich wird.

Genau dafür soll PromptGarden ein Ort sein.

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Neues Projekt: 1000prompts.net

Mit 1000prompts.net habe ich ein neues kleines Projekt gestartet: eine Sammlung von Prompts, die nicht einfach nur Antworten erzeugen sollen, sondern Denkbewegungen.

Die Idee ist simpel: Gute Fragen verändern den Blick auf die Welt. Manchmal reichen ein Satz, ein Perspektivwechsel oder eine leicht absurde Ausgangslage, um mit einer KI nicht nur nützliche, sondern überraschende, irritierende oder wirklich interessante Ergebnisse zu erzielen.

1000prompts.net soll genau dafür ein Ort sein. Kein Handbuch, keine Prompt-Bibel, kein überambitioniertes KI-Manifest. Sondern eher ein wachsendes Archiv kurzer Denkwerkzeuge: Prompts über blinde Flecken, Selbsttäuschung, Zukunft, Matrix-Gedanken, Bildexperimente, absurde Perspektiven und die kleinen Risse in der eigenen Wahrnehmung.

Mich interessiert daran vor allem der Moment, in dem ein Prompt nicht bloß eine Aufgabe stellt, sondern ein Gespräch öffnet. Wenn die KI nicht nur liefert, sondern einen Gedanken zurückspiegelt, den man so noch nicht hatte.

Die Seite ist bewusst schlicht gehalten. Im Mittelpunkt stehen die Fragen selbst. Manche sind praktisch, manche philosophisch, manche spielerisch, manche leicht unangenehm. Genau darin liegt für mich der Reiz: KI wird erst dann spannend, wenn man sie nicht nur als Werkzeug für Effizienz benutzt, sondern auch als Spiegel, Sparringspartner und Störsender für die eigenen Routinen. Viele funktionieren für sich allein, andere dienen dazu, bestehende Ideen und Gedanken zu schärfen. Derzeit ist es englischsprachig, eine deutsche Version folgt vielleicht bald.

1000prompts.net ist damit ein Experiment. Ein kleines Prompt-Lexikon für Menschen, die nicht nur bessere Antworten wollen, sondern bessere Fragen.

Probieren Sie es einfach aus – hier.

Die Blog Statistiken 2025

Hier wieder, der guten Tradition folgend, wie jedes Jahr die meistgelesenen Blogartikel des Jahres 2025 hier in meinem Blog:

Insgesamt gab es noch 269.536 Aufrufe, im Vorjahr noch 460.253, 2023 waren sogar noch über 865.000. Die meisten Seitenaufrufe kamen dieses Jahr mit 92.468 über Google (Vorjahr 212.900), an zweiter Stelle folgte Bing mit 25.002 (Vorjahr 22.329) und X mit 8.392 (Vorjahr 43.985). Bing blieb damit erstaunlich stabil.

Letztlich zeigt sich an den Zahlen auch, dass das klassische Web derzeit eine schwache Phase hat, weswegen ich mich auch mehr auf X konzentriere, wo ich mich über Follower freue: @stagerbn.

Aufgeben werde ich das Projekt aber nicht, insbesondere auch, da ich festgestellt habe, dass viele LLMs auf meine Inhalte zugreifen und diese in ihren Trainingsdaten haben. Eine gewisse Neuorientierung wird aber folgen.