Es gibt Fragen, die stellt man heute eigentlich nicht mehr einem Menschen. Wie lange kocht ein Ei? Was bedeutet dieses Kürzel? Wann ist der nächste Feiertag? Früher hätte man auf so etwas mit einem süffisanten „Let me google that for you“ geantwortet. Heute gibt es dafür eine zeitgemäße Variante, und die hat jetzt ein komplett neues Zuhause: lmaaify.com ist frisch relauncht.
Was ist lmaaify eigentlich?
LMAAIFY steht für „Let Me Ask AI For You“, also „Lass mich die KI für Dich fragen“. Was hinter dem Kürzel steckt und warum man als Deutscher bei den ersten vier Buchstaben kurz grinsen darf, habe ich schon ausführlich in Was bedeutet die Abkürzung LMAAIFY? erklärt. Der geistige Vorfahr ist natürlich LMGTFY, das Netzkürzel, mit dem man Fragesteller jahrelang freundlich, aber bestimmt zur Suchmaschine geschickt hat.
Hier im Blog lief LMAAIFY bisher vor allem als Rubrik: Ich habe verschiedenen KI-Systemen Fragen gestellt und die Antworten veröffentlicht. Die gesammelten Beiträge findet Ihr unter LMAAIFY: Antworten hier im Blog. Mit dem Relaunch ist lmaaify.com jetzt ganz auf ein kleines Werkzeug ausgerichtet, das man im Alltag tatsächlich benutzen kann.
Was ist neu?
Die neue Seite ist radikal reduziert. Oben steht der Schriftzug „lmaaify“, darunter der Untertitel „let me ask ai for you“, und dann kommt eigentlich nur noch eine Eingabezeile, die aussieht wie ein Kommandozeilen-Prompt mit einem „>“ davor. Kein Menü-Wirrwarr, keine Werbung, kein Anmeldeformular. Oben rechts gibt es einen Schalter für hellen oder dunklen Modus; ohne Klick richtet sich die Seite nach der Einstellung des Systems. Die Seite ist komplett in kleingeschriebenem Englisch gehalten, Impressum und Datenschutzerklärung gibt es auf Deutsch mit englischer Übersetzung.
Der eigentliche Kern ist der Link-Generator. Und der Clou ist das, was der Empfänger zu sehen bekommt: eine kleine Vorführung, die ganz in Ruhe zeigt, wie einfach es gewesen wäre.
So funktioniert es
Die Seite „how it works“ erklärt den Ablauf in vier Schritten:
- Frage einfügen: Man kopiert die Frage, die einem gestellt wurde, in die Eingabezeile und drückt Enter bzw. „make link“. Ein Konto braucht man nicht, installieren muss man auch nichts. Bis zu 600 Zeichen sind erlaubt.
- Link verschicken: Die Frage steckt direkt im Link, nach dem Muster lmaaify.com/?q=… Den Link kann man kopieren, über den Button „share on x“ als vorbereiteten Beitrag auf X teilen oder, wo das Gerät es unterstützt, über „other apps“ weitergeben. Mit „see what they’ll see“ kann man sich vorher anschauen, was beim Gegenüber ankommt.
- Zuschauen lassen: Wer den Link öffnet, liest zunächst sinngemäß: Du hast jemandem eine Frage gestellt, die eine KI hätte beantworten können, ich zeig Dir mal, wie das geht. Dann klickt ein animierter Mauszeiger in ein Eingabefeld, tippt die Frage Buchstabe für Buchstabe ein und drückt auf „ask“. Langsam genug, dass es wirkt. Wer es eilig hat, kann mit „skip“ abkürzen.
- Antwort holen: Am Ende stehen vier Buttons bereit: ChatGPT, Claude, Grok und Perplexity. Ein Klick öffnet den jeweiligen Dienst in einem neuen Tab, die Frage ist schon eingetragen. Alle vier bekommen exakt dieselbe Frage; manche verlangen allerdings vorher eine Anmeldung.
Darunter steht der Satz, der das Ganze ganz gut zusammenfasst: „no hard feelings. intelligence is abundant now. use it.“
Ist das nicht ein bisschen frech?
Ja, ein bisschen. Das ist der Witz. Die FAQ auf der Seite sagt es selbst: Es ist sanfter als ein schroffes „Google doch selbst“, und der Fragesteller geht nicht mit einer Belehrung, sondern mit einer Antwort nach Hause. Genau darin liegt für mich der Reiz. Man muss nicht diskutieren, man zeigt einfach, wie es geht.
Und der Datenschutz?
Auch hier ist die neue Seite bewusst schlank: keine Cookies, keine Tracker von Dritten, keine extern geladenen Schriften. Gezählt wird nur, welche Fragen erstellt, geöffnet und an welchen KI-Dienst weitergegeben werden, und zwar ohne IP-Adresse und ohne sonstige Kennungen. Diese Einträge werden nach 90 Tagen automatisch gelöscht. Wer in seinem Browser „Global Privacy Control“ oder „Do Not Track“ aktiviert hat, wird gar nicht erfasst. Weil die Frage im Link mitreist, gilt trotzdem: Bitte keine Namen oder andere persönliche Daten hineinschreiben. lmaaify ist übrigens ein unabhängiges Nebenprojekt und hat mit OpenAI, Anthropic, xAI oder Perplexity nichts zu tun. Für den Klick gibt es auch kein Geld.
Für wen ist das?
Für alle, die regelmäßig Fragen gestellt bekommen, die eine KI in Sekunden beantworten könnte: im Familienchat, im Slack-Kanal der Firma, per E-Mail oder in den Antworten auf X. Für Admins, Lehrkräfte, Kollegen mit dem Ruf, „sich mit Computern auszukennen“, und für alle, die gern mit einem Augenzwinkern antworten statt mit einem Seufzer. Und ganz nebenbei ist lmaaify eine niedrigschwellige Einladung an Leute, die KI-Chatbots noch nie ausprobiert haben.
Probiert es aus, und wenn Euch das nächste Mal jemand fragt, wie lange ein Ei kochen muss, wisst Ihr ja jetzt, was zu tun ist.
Stand: Oktober 2026