Kurzkritik: Porträt eines jungen Kochs (Maylis de Kerangal)

Der junge Mauro ist ein Freigeist, der vom Kochen besessen ist – trotz bester akademischer Voraussetzungen beschließt er, eine Karriere in der Gastronomie zu absolvieren. Und im “Porträt eines jungen Kochs” werden seine verschiedenen Stationen aufgeführt. Vom Knochenjob zum Mindestlohn vom Inhaber eines Pariser In-Restaurants, den nächsten Knochenjob, Bangkok…

Und wie immer bei meinen Kurzkritiken wird zum Inhalt nicht mehr verraten.

Weniger als 100 Seiten, leicht aber eindrucksvoll geschrieben – man hat es schnell an einem Abend gelesen. Eine echte Geschichte gibt es nicht, geschildert werden die einzelnen Stationen Mauros Karriere, wobei eine deutliche Distanz der Ich-Erzählerin zu ihm zu spüren ist. Anschaulich sind die Schilderungen der Gerichte. Man hat mehr das Gefühl, eine kulinarische Reportage zu lesen, keinen Roman.

Es ist ein eigenwilliges Buch, das einen etwas ratlos zurücklässt, das aber eine anregende Lektüre für einen trüben Sonntagnachmittag ist, während man dem Rinderbraten beim Schmoren zuriecht.

Hinweis: Dieses Buch habe ich im Rahmen meines Projekts: Ein Buch je Woche 2021 gelesen. Die Übersicht dazu gibt es hier.

Kurzkritik: Transport 7 Ursprung (Phillip P. Peterson)

Die Transport Reihe von Phillip P. Peterson gehört zu den besseren Werken deutscher SciFi Autoren, die inzwischen sieben Bände umfasst.

In diesem Band geht es darum, dass die Erde von einer außerirdischen Macht vernichtet werden soll – mithilfe des aus den vorigen Bänden bekannten von einer ausgestorbenen Zivilisation hinterlassenen interstellaren Transportern versuchen die ebenfalls schon eingeführten Protagonisten, die Welt zu retten.

Und wie immer bei meinen Kurzkritiken ist hier mit der Handlung Schluss. Wie bei Peterson üblich ist das Buch flott geschrieben und leicht lesbar. Große Überraschungen bietet es allerdings kaum, zu sehr bewegt es sich im bekannten Transport Universum.

Für Fans der Serie ist es ein Muss. Wer sich jetzt dafür erwärmt, sollte aber auf jeden Fall bei Band 1 einsteigen, zu unverständlich ist die Story sonst.

Das Buch gibt es u.a. für den Amazon Kindle, in diesem Format habe ich es auch gelesen. Es ist dabei auch im Rahmen von Kindle unlimited ohne weitere Kosten verfügbar.

Hinweis: Dieses Buch habe ich im Rahmen meines Projekts: Ein Buch je Woche 2021 gelesen. Die Übersicht dazu gibt es hier.

Liste: Die Bücher, die ich im Rahmen meines ein Buch pro Woche 2021 Projekts gelesen habe

Für 2021 habe ich mir vorgenommen, jede Woche ein Buch zu lesen. Die Übersicht dazu gibt es hier.

1: Transport 7

Für den Einsteig was leichtes für SciFi Fans. Transport Band 7 (Ursprung). Gelesen auf dem Kindle, die Kurzkritik gibt es hier.

2: Porträt eines jungen Kochs

Ein etwas eigenwilliger Roman, den ich zumindest allen ans Herz legen möchte, die sich fürs Kochen interessieren. Hier die Kurzkritik.

Dokumentiert: Der Grippe/Corona tweet von Jens Lehmann

Jens Lehmann twitterte am 12. Dezember 2020:

In Germany, in 2017 we had to mourn for 23.000 dead people because of an aggressive flu. Nobody even recognised this. Now we will have soon to mourn for the same death rate of 0,028% of our population. Stay safe and positive and have a good Christmas 2020.

In Deutschland hatten wir 2017 wegen einer aggressiven Grippe 23.000 Tote zu beklagen. Niemand hat das überhaupt wahrgenommen. Nun werden wir bald die gleiche Todesrate von 0,028% unserer Bevölkerung zu beklagen haben. Bleiben Sie sicher und positiv und haben Sie ein schönes Weihnachtsfest 2020.

Nach massiver Kritik hat er seinen tweet gelöscht.

 

Sammlung: Beiträge rund um die ÖRR Diskussion 2020/2021

Hier sammle ich interessante Debattenbeiträge rund um die ÖRR Diskussion 2020/2021.

Ein interessanter Beitrag fehlt? Schicken Sie ihn mir oder hinterlassen Sie eine Nachricht in den Kommentaren.

Für eine grundlegende Reform

Für Bestandsschutz (gegen eine grundlegende Reform)

Was bedeutet der Hashtag #86cent?

Unter dem Hashtag #86Cent werden Themen rund um die ursprünglich für 2021 geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags diskutiert.

Der Hashtag wird aber auch verwendet, um Themen rund um die ÖRR Anstalten zu besprechen.

Liedtext: Kaffee

Caffee
trink nicht so viel Caffee.
Nicht für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven,
macht dich blaß und krank.
Sei doch kein Muselmann,
der ihn nicht lassen kann.

Karl Gottlieb Hering (1766-1853), 3 stimmiger Kanon

Ob das Lied heute noch politisch korrekt ist, soll jeder für sich selbst beurteilen.

Meinung: Wie man den ÖRR fundamental reformieren könnte – und damit auch den Rundfunkbeitrag senken

ÖRR soll bleiben, muss aber reformiert werden

Vorab: Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der eine mit Rundfunkbeitrag finanzierte Grundversorgung an Fernseh- und Radiosendern bietet, die ohne technische Hürden für jedermann frei empfangbar ist, halte ich trotz der zahlreichen Alternativen wie SAT.1, dem RTL, National Geographic Channel, Sky, Netflix und YouTube für unverzichtbar.

Doch ob die Live Übertragung der Fußball EM, Rosamunde Pilcher, das Traumschiff oder die große Helene Fischer Show zur Grundversorgung zählen, darf mehr als nur bezweifelt werden.

Problematisch finde ich derzeit insbesondere zwei Punkte.

  • Zum einen, dass durch teure Sportrechte eine Quersubventionierung des Profi Sports, z.B. Fußball, stattfindet, die mit den für eine Grundversorgung vorgesehenen Rundfunkbeitrag finanziert wird
  • Und zum anderen, dass sich die ÖRR Sender in einen – teuren – Quotenkampf mit den privaten Sendern begeben, durch den Rundfunkbeitrag aber gegenüber letzteren einen unfairen Vorteil haben und damit den Markt verzerren.

Dass es dazu dann über 70 öffentlich rechtliche Radiosender und 21 Fernsehsender gibt, mit denen eine Grundversorgung geleistet werden soll, ist im Gesamtkontext mE jedenfalls nicht mehr darstellbar.

Wie man den ÖRR reformieren könnte – schnelle erste Schritte

Erste Sofortmaßnahmen könnte man ohne viel Aufwand umsetzen:

  • So sollte man den ÖRR verpflichten, für mehr Transparenz zu sorgen. Dies kann allein schon dadurch geschehen, dass die Geschäfts- und Rechenschaftsberichte leicht zugänglich auf den Websites der Sender zu finden sein müssen. Oder dass im Abspann einer Sendung der Gesamt- und Minutenpreis angezeigt wird.
  • Dann sollte es ein Verbot geben, Werbung zu schalten, um damit den Privaten in einem ohnehin schwieriger werdenden Umfeld nicht noch mehr Butter vom Brot zu nehmen. Auch Sponsorings oder andere wirtschaftliche Kooperationen in diesem Sinne, vulgo Schleichwerbung, dürfen nicht mehr realisiert werden.
  • Besondere Rechte an Sportveranstaltungen und anderen Events dürfen nur noch erworben werden, wenn es keinen privaten Bieter, der in Deutschland sendet, gibt.
  • Neue Arbeitsverträge mit langfristigen Pensionsverpflichtungen – zu diesem Themenkomplex an anderer Stelle bald mehr – dürfen nicht mehr abgeschlossen werden.
  • Generell muss versucht werden, die Gehaltsstrukturen marktgerecht zu halten.

Allein schon diese Maßnahmen würden helfen, die Kosten deutlich zu senken und man könnte statt Beitragserhöhungen schon bald Senkungen in die Wege zu leiten.

Ziel: Reduzierung der Sender

In einem zweiten Schritt sollte unabhängig davon die Zahl der Sender deutlich reduziert werden. Im TV Bereich von derzeit 21 in zwei Schritten auf zunächst 13 und dann acht, bei den Radiosendern von derzeit über 70 auf 35 und letztlich dann 19.  Dass in diesem Zusammenhang auch Konstrukte wie die ARD Degeto oder die Mediatheken auf den Prüfstand gehören, sei nur am Rande erwähnt.

Übrigens, gerade die Reduzierung der ÖRR Radiosender könnte durch frei werdende Frequenzen auch den – nicht nur regionalen – Privatradios in Deutschland einen neuen Schub geben und ganz neue Formate ermöglichen.

Wie diese und weitere Reformen im Detail umgesetzt werden können, soll durch eine auf einen breite Basis gestellte Reformkommission erörtert werden, die ergebnisoffen und transparent diskutiert.

Insbesondere muss ein Weg für den Umbau gefunden werden, der eine breite gesellschaftliche Zustimmung findet und für die betroffenen Mitarbeiter sozialverträglich ist. So könnten die durch die Reduzierung der Sender nicht mehr benötigten Menschen, Rechte, Ausstattung, Standorte und andere Ressourcen in eine oder mehrere Auffanggesellschaften überführt werden, die dann z.B. einen neuen hochwertigen PayTV Sender betreiben, sich im werbefinanzierten Wettbewerb behaupten können oder die an bestehende Medienunternehmen verkauft werden.

Aber auch, was Grundversorgung in einer sich schnell wandelnden Medienwelt bedeutet, muss ganz neu festgelegt werden.

Während die Sofortmaßnahmen in ein bis zwei Jahren umgesetzt werden könnten, würde ein grundlegender Umbau, insbesondere die Reduzierung der Zahl der Sender, deutlich länger dauern.

Gerade deswegen sollte man nicht zögern, sondern mit den Planungen baldmöglichst beginnen.

Sie haben eine andere Meinung? Dann schreiben Sie einen Kommentar oder einen Gastbeitrag.

 

Meinung: Wie man die Zahl der Öffentlich-rechtlichen Radiosender von über 70 auf 19 reduzieren könnte

Über 70 öffentlich rechtliche Radiosender gibt es offensichtlich in Deutschland – die Liste im Anhang habe ich der Wikipedia entnommen, um dann schnell festzustellen, dass sie anscheinend nicht vollständig ist. Von den rund 30 Radiosendern der Deutschen Welle einmal ganz zu schweigen,

So oder so: Mehr als 70 Programme für die einheimische Bevölkerung sind für eine Grundversorgung nicht notwendig, insbesondere, da es zahlreiche lokale, landesweite und sogar bundesweite Privatradiosender gibt. Ähnlich

Stufe 1

Analog zu meinem ersten Vorschlag zur Reduzierung der ÖRR Fernsehsender werden der SR dem SWR zugeschlagen, Radio Bremen dem NDR. Allein dadurch fallen schon acht Radiosender weg. Zudem wird die Zahl der Radiosender, die eine Anstalt betreiben darf, auf vier begrenzt. Da in meinem Konzept zunächst sieben Landesmedienanstalten übrig bleiben, gibt es dadurch maximal 28 Sender. Es kommen die vier Sender des DLF dazu, dann einer für die sorbische Minderheit, ggf. einer für die dänische Minderheit sowie ein bundesweiter Kindersender, der vom KIKA betrieben werden soll. Damit wird die Zahl der ÖRR Radiosender auf 35 mehr als halbiert. „Meinung: Wie man die Zahl der Öffentlich-rechtlichen Radiosender von über 70 auf 19 reduzieren könnte“ weiterlesen

Meinung: Wie man die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zusammenführen könnte

Um die Kosten des ÖRR in Deutschland zu verringern, könnte man in zwei Schritten die Zahl der derzeit 21 öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf zunächst 13 und dann acht verringern:

Stufe 1

  1. 3Sat
    Mit Arte zu einem europäischen Sender zusammenlegen.
  2. ARD alpha
    Mit phoenix, tagesschau24 und ZDFinfo zu einem News- und Dokumentationskanal zusammenführen
  3. arte
    Mit 3SAT zu einem europäischen Sender zusammenlegen.
  4. BR Fernsehen
    bleibt bestehen
  5. Das Erste
    bleibt bestehen
  6. DW-TV
    bleibt bestehen
  7. hr Fernsehen
    bleibt bestehen
  8. KIKA
    bleibt bestehen
  9. mdr Fernsehen
    bleibt bestehen
  10. NDR Fernsehen
    bleibt bestehen, Radio Bremen TV geht darin auf
  11.  One
    wird gestrichen
  12. phoenix
    Mit ARD Alpha tagesschau24 und ZDFinfo zu einem News- und Dokumentationskanal zusammenführen.
  13. Radio Bremen TV
    geht in NDR Fernsehen auf
  14. rbb Fernsehen
    bleibt bestehen
  15. SR Fernsehen
    geht in SWR Fernsehen auf
  16. SWR Fernsehen
    bleibt bestehen, SR Fernsehen geht darin auf
  17. tagesschau24
    Mit ARD alpha, Phönix und ZDFinfo zusammenführen.
  18. WDR Fernsehen
    bleibt bestehen
  19. ZDF
    bleibt bestehen
  20. ZDFinfo
    Mit ARD alpha, Phönix und tagesschau24 zusammenführen.
  21. ZDFneo
    Wird gestrichen.

Es bleiben also:

  1. Europäischer Sender
    Vormals 3Sat und arte
  2. News- und Doku-Sender
    vormals ARD alpha, Phönix, tagesschau24 und ZDFinfo
  3. BR Fernsehen
  4. Das Erste
  5. DW TV
  6. hr Fernsehen
  7. KIKA
  8. mdr Fernsehen
  9. NDR Fernsehen
  10. rbb Fernsehen
  11. SWR Fernsehen
  12. WDR Fernsehen
  13. ZDF

Stufe 2

„Meinung: Wie man die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zusammenführen könnte“ weiterlesen