
Der Begriff „woke“ steht ursprünglich für besondere Sensibilität gegenüber Diskriminierung und Ungleichheit, wird heute aber meist kritisch verwendet, um eine übersteigerte Empfindlichkeit und den Hang zum Moralisieren zu beschreiben.
„Rechtswoke“ (woke right) ist das spiegelbildliche Phänomen auf der konservativen oder rechten Seite. Auch hier gibt es eine Form der Empörungskultur, die sich nicht nur im ständigen Alarmieren, sondern vor allem im Canceln zeigt – also im Versuch, missliebige Stimmen auszugrenzen oder mundtot zu machen.
Typische Muster sind:
- Boykottaufrufe gegen Unternehmen, die Regenbogenlogos verwenden oder vegetarische Produkte bewerben.
- Ausgrenzung von Künstlern, Journalisten oder Wissenschaftlern, die nicht ins gewünschte Weltbild passen.
- Forderungen nach Auftrittsverboten oder Ausladungen, wenn jemand „zu liberal“ oder „zu modern“ auftritt.
Damit unterscheidet sich Rechtswoke in der Form kaum von Linkswoke: Beide Seiten reagieren überempfindlich auf Abweichungen vom eigenen Moralkodex und wollen Andersdenkende „canceln“. Lediglich die Inhalte, die zur Empörung führen, sind verschieden – auf der einen Seite Genderfragen und Sprache, auf der anderen Seite Tradition, Nation und Religion.
Fazit
Rechtswoke ist die konservative Variante der Wokeness. Es geht weniger um offene Debatte, sondern darum, Abweichler auszugrenzen. Cancel Culture ist also kein exklusives linkes Phänomen – sie funktioniert in beide Richtungen.
Wirklich libertär hingegen ist, andere Meinungen auch auszuhalten – was nicht heißt, dass sie nicht kritisiert werden dürften.
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