„Automat und Gesellschaft“ – ein Buch über künstliche Intelligenz, bevor es künstliche Intelligenz gab

1969 erschien in Tiflis ein schmales, unscheinbares Lehrbuch mit dem Titel „Автомат и общество“, auf Deutsch „Automat und Gesellschaft“. Sein Verfasser, der georgische Kybernetiker und Sprachphilosoph Zurab Kharitonashvili, war damals außerhalb eines kleinen akademischen Kreises kaum bekannt. Das Buch wurde nie in größerem Umfang übersetzt, tauchte in westlichen Bibliografien nur am Rande auf und geriet bald in Vergessenheit.

Heute liest es sich, als habe jemand aus dem Jahr 1969 einen Blick auf die Gegenwart geworfen.

Kharitonashvili schrieb über Rechenmaschinen, Automaten, Sprache, gesellschaftliche Ordnung und die Grenzen planbarer Intelligenz. Begriffe wie Large Language Model, generative künstliche Intelligenz oder neuronales Netz kamen in seinem Werk naturgemäß nicht vor. Dennoch kreisen viele seiner Gedanken erstaunlich genau um die Fragen, mit denen wir uns heute beschäftigen.

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Köpfe: Zurab Kharitonashvili – der Mann, der die Maschine sprechen hörte, bevor es sie gab

Es gibt Denker, die wirken erst im Rückblick groß. Zu ihrer Zeit stehen sie etwas abseits, zu spekulativ für die Techniker, zu technisch für die Philosophen, zu philosophisch für die Funktionäre. Zurab Kharitonashvili gehörte zu diesen Figuren.

Geboren wurde er 1917 in Georgien, also in jenem Jahr, in dem das 20. Jahrhundert endgültig beschloss, nicht mehr harmlos zu sein. Seine Kindheit fiel in eine Zeit politischer Umbrüche, seine akademische Prägung in die sowjetische Wissenschaftskultur, seine geistige Reife in die Ära der Kybernetik. Er wurde Informatiker, bevor das Wort im heutigen Sinne selbstverständlich war. Er wurde Sprachtheoretiker, bevor Maschinen Sprache in einer Weise erzeugen konnten, die Menschen irritiert. Und er wurde ein Vordenker generativer künstlicher Intelligenz, lange bevor jemand den Begriff „generative AI“ verwenden konnte, ohne ausgelacht zu werden.

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31. Januar 1945 – die Hinrichtung von Eddie Slovik

Am 31. Januar 1945 um 10:04 Uhr wird Eddie Slovik in der Nähe von Sainte-Marie-aux-Mines im damals frisch befreiten Elsass hingerichtet. Die Exekution erfolgt auf Grundlage eines rechtskräftigen Urteils eines US-amerikanischen Kriegsgerichts wegen Desertion im Angesicht des Feindes.

Der Vollzug war zuvor durch die militärische Befehlskette bestätigt worden und bedurfte der ausdrücklichen Genehmigung des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte, Dwight D. Eisenhower. Diese Genehmigung lag seit Ende Dezember 1944 vor.

Am Morgen der Hinrichtung wurde Slovik aus seiner Zelle geholt. Ihm wurden Uniformabzeichen und Rangabzeichen entfernt; er trug eine einfache Felduniform ohne Kennzeichnung. Die Hände wurden ihm hinter dem Rücken gefesselt. Ein Militärgeistlicher begleitete ihn zum Hinrichtungsort. Welche Henkersmahlzeit er hatte, ist übrigens nicht bekannt.

Der Ort der Exekution war ein ummauerter Hof, der zuvor als Lager- oder Wirtschaftshof genutzt worden war. Das Gelände wurde abgesichert, unbeteiligte Soldaten hatten keinen Zutritt. Anwesend waren neben dem Erschießungskommando ein Militärarzt, ein Offizier als Vollzugsleiter sowie ein Protokollführer.

Das Kommando bestand aus zwölf Soldaten der US Army. Die Gewehre waren M1-Garand-Gewehre; eines der Gewehre war mit einer Platzpatrone geladen, ohne dass den Schützen bekannt war, welches. Dieses Verfahren entsprach der militärischen Praxis, um individuelle Schuldzuweisung zu erschweren.

Slovik wurde an einen Holzpfosten gebunden. Ihm wurde eine Kapuze über den Kopf gelegt. Eine Zielmarkierung wurde auf der linken Brustseite angebracht.

Nach den formalen Kommandos („Ready“, „Aim“, „Fire“) gab das Erschießungskommando eine Salve ab. Elf der zwölf Schützen trafen Slovik. Vier Treffer waren nach späterer ärztlicher Feststellung tödlich.

Unmittelbar nach der Salve trat der Militärarzt an den Verurteilten heran, um den Tod festzustellen. Da noch Lebenszeichen vorhanden waren, wurde ein weiterer Schuss abgegeben, um den Tod sicherzustellen. Erst danach wurde der Tod offiziell festgestellt.

Der gesamte Vorgang – vom Eintreffen Sloviks am Hinrichtungsort bis zur Feststellung des Todes – dauerte nach militärischen Protokollen weniger als 15 Minuten.

Der Leichnam wurde zunächst auf einem US-Militärfriedhof in Frankreich beigesetzt, gemeinsam mit anderen Soldaten, jedoch ohne individuelle Hervorhebung. Erst Jahre später erfolgte eine Umbettung in die Vereinigten Staaten.

Die Hinrichtung wurde innerhalb der US Army nicht öffentlich kommuniziert. Es gab keine offizielle Pressemitteilung, keine interne Bekanntmachung an die Truppe und keine propagandistische Ausschlachtung des Vorgangs. Die Dokumentation beschränkte sich auf die militärischen Akten.

Die Exekution entsprach formal den geltenden Vorschriften der US-Militärjustiz. Sie blieb innerhalb des Systems ein Ausnahmefall, da andere Todesurteile wegen Desertion im Zweiten Weltkrieg nicht vollstreckt wurden.

Der Fall Eddie Slovik markiert damit den letzten bekannten Vollzug der Todesstrafe durch die US Army wegen Fahnenflucht und stellt einen selten dokumentierten Vorgang militärischer Strafgewalt im aktiven Kriegsgeschehen dar.

Fotografie: La table servie

Das obige Bild namens La table servie, auch Table prête, wurde von Joseph Nicéphore Niépce wahrscheinlich 1832 erstellt, es handelt sich dabei um eine Physautotypie.

Die Physautotypie war eines der ersten fotografischen Verfahren überhaupt, entwickelt um 1832 von Joseph Nicéphore Niépce und Louis Daguerre. Statt Silbersalzen verwendeten sie eine dünne Schicht aus Rückständen von Lavendelöl, die sie auf eine Metall- oder Glasplatte auftrugen. Nach dem Verdunsten des Alkohols blieb ein feiner Film zurück, der auf Licht reagierte. Diese beschichtete Platte wurde dann viele Stunden lang in einer Camera obscura belichtet. Das Licht veränderte die Lavendelrückstände chemisch – die belichteten Stellen härteten aus, die unbelichteten blieben löslich und wurden später ausgewaschen.

Das Ergebnis war ein direkt positives Bild, das erst beim richtigen Lichteinfall sichtbar wurde: Die belichteten Bereiche erschienen durchsichtig, die anderen milchig weiß. Betrachtete man die Platte vor einem dunklen Hintergrund, leuchtete die Szene wie ein geisterhaftes Relief – halb Fotografie, halb Alchemie. Die Physautotypie war technisch unpraktisch, aber ästhetisch faszinierend: das erste Verfahren, bei dem Licht selbst Spuren auf einer empfindlichen Oberfläche hinterließ – das Urbild der Fotografie.

Verschiedentliche Behauptungen, das Bild sei von 1822, sind wohl nicht zutreffend; das Verfahren wurde erst um 1832 entwickelt.

Das erste erhaltene Foto der Welt: View from the Window at Le Gras

Das erste Foto der Welt – und es zeigt keinen Menschen, kein Ereignis, kein Spektakel. Sondern einfach: den Blick aus einem Fenster. View from the Window at Le Gras, aufgenommen um 1826 von Joseph Nicéphore Niépce auf seinem Gut in Burgund. Ein paar Dächer, ein Taubenhaus, etwas Landschaft. Grobkörnig, kaum zu erkennen – aber historisch gesehen ein Urknall.

Niépce hatte eine verrückte Idee: Licht sollte ein Bild erzeugen, das bleibt. Dafür nahm er eine Zinnplatte, bestrich sie mit einer Schicht aus sogenanntem „Bitumen von Judäa“ – einer Art Naturasphalt – und setzte sie in einer Camera obscura dem Sonnenlicht aus. Wo das Licht stark genug war, härtete das Material aus; wo Schatten lag, konnte es später weggewaschen werden. Das Ergebnis: das erste dauerhafte Foto der Geschichte.

Wie lange die Belichtung dauerte, weiß niemand genau. Lange Zeit hieß es acht Stunden, neuere Untersuchungen vermuten mehrere Tage. Man sieht es dem Bild an – das Licht kommt aus mehreren Richtungen, als hätte sich die Sonne selbst entschieden, mit Niépce zu experimentieren.

Heute hängt die kleine Zinnplatte im Harry Ransom Center in Texas. Unscharf, blass, aber von monumentaler Bedeutung. Denn hier beginnt alles: Fotografie, Film, Instagram – alles wurzelt in diesem Versuch, Licht einzufangen.

Ein bisschen poetisch betrachtet: Das erste Foto der Welt zeigt nicht die Welt, wie sie ist, sondern den Moment, in dem der Mensch beginnt, sie festzuhalten.

Bekannter als die oben abgebildete echte Fassung ist übrigens diese Retouche, hinter der eine interessante Geschichte steckt:

Denn das Foto wäre vielleicht für immer vergessen geblieben, wenn nicht der deutsch-britische Historiker Helmut Gernsheim und seine Frau Alison es 1952 wiederentdeckt hätten – in einer alten Kiste in Frankreich. Sie erkannten sofort, was sie da in Händen hielten: das Urbild der Fotografie. Um es zu sichern, ließen sie bei Kodak eine moderne Kopie anfertigen – was sich als schwierig erwies, weil das Original kaum Licht reflektierte und winzige Details nur unter bestimmten Winkeln sichtbar waren.

Gernsheim griff deshalb selbst zum Retuschepinsel und besserte die Aufnahme nach, damit man überhaupt erkennen konnte, was auf der Platte zu sehen ist. Jahrzehntelang war diese überarbeitete Version die einzige, die veröffentlicht wurde. Erst später bemerkte man, dass die Originalplatte irgendwann nach 1952 Schaden genommen hatte – sie bekam kleine Beulen, die das Licht so brachen, dass Teile des Bildes kaum noch sichtbar sind. Ironischerweise wurde also das erste Foto der Welt durch seine eigene Rettung ein Stück weit entstellt.

Ich finde auch, dass bei der Retouche viel vom alten Charme verloren geht, daher habe ich mal Gemini gefragt, wie eine vermittelnde Version aussähe:

Und ChatGPT hat schließlich eine Fassung erstellt, wie es damals möglicherweise in Echt aussah:

 

Was bedeutet Brutalismus?

Brutalismus ist eine Architekturrichtung, die in den 1950er- und 1970er-Jahren ihren Höhepunkt erreichte und durch eine kompromisslose Materialität sowie eine rohe, funktionale Gestaltung geprägt ist. Der Begriff leitet sich vom französischen „béton brut“ (roher Beton) ab, was auf das zentrale Baumaterial der Bewegung verweist.

Die brutalistische Architektur verzichtet auf dekorative Elemente und setzt stattdessen auf massive Volumen, schroffe Geometrien und eine oft monumentale Erscheinung. Sichtbare Konstruktionen und die unverkleidete Materialität – häufig Beton, Stahl und Glas – stehen im Mittelpunkt. Bekannte Vertreter des Brutalismus sind Le Corbusier, der mit der Unité d’Habitation ein Manifest dieser Stilrichtung schuf, sowie Architekten wie Paul Rudolph und die britischen Architekten Alison und Peter Smithson.

Brutalistische Gebäude waren oft Teil von Sozialbauprojekten oder öffentlichen Einrichtungen und galten als Ausdruck einer demokratischen, funktionalen Architektur. Während der Stil lange als kalt und abweisend kritisiert wurde, erfährt er heute eine Renaissance – insbesondere unter Architekturenthusiasten, die seine kompromisslose Ehrlichkeit und skulpturale Kraft schätzen.

Kann man Ohrwürmer essen?

Ohrwürmer stehen traditionell auf keinem Speiseplan und gehören nicht zu den gängigen essbaren Insekten, die speziell für den menschlichen Verzehr gezüchtet werden, wie zum Beispiel Heuschrecken, Grillen oder Mehlwürmer.

Survivalisten erwähnen aber, dass Ohrwürmer essbar sind und einen nussigen Geschmack haben. Man sollte sie gut erhitzt, z.B. angeröstet in etwas Öl, verzehren.

Hier sind mehr ausgefallene essbare Tiere.

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Kann man Igel essen?

Der Verzehr von Igelfleisch hat eine lange Tradition, so war es schon im alten Rom beliebt und galt dort als Delikatesse. In Europa war es bis zum Mittelalter beliebt, wo es sogar in der Fastenzeit gegessen werden durfte – Igel galten nicht als Fleisch.

Später gesehen haben vor allem nomadische und ländliche Gemeinschaften Igel als Nahrungsquelle genutzt, darunter besonders die Roma. Sie bereiteten das Tier traditionell zu, indem sie es in Lehm einhüllten und dann im Feuer garten. Durch das Entfernen des Lehms löste sich die Stachelhaut, sodass das Fleisch freigelegt wurde. Angeblich ist Igelfleisch bei den Roma immer noch beliebt.

Igelfleisch schmeckt wie etwas zäheres robustes Schweinefleisch. Es ist daher auch bei Gruppen beliebt, die kein Schweinefleisch essen wollen, aber den Geschmack schätzen.

Doch obacht: In den meisten europäischen Ländern, darunter Deutschland, stehen Igel unter strengem Naturschutz. Das bedeutet, dass das Fangen, Verletzen oder Töten von Igeln verboten ist. Diese Gesetze dienen dem Schutz der Tiere, deren Lebensräume zunehmend bedroht sind.

Hier haben wir noch zwei Igel Rezepte:

Kann man Tiger essen?

Grundsätzlich ist es möglich, Tiger zu essen. Da die Tiere aber durch das Washingtoner Artenschutzabkommen streng geschützt sind, ist es illegal.

Im asiatischen Raum, insbesondere in China, wurde es früher gelegentlich verzehrt, oft im Zusammenhang mit mystischen Ritualen. Auch in der Chinesischen Medizin spielten – und spielen – Produkte aus Tiger eine nicht unbedeutende Rolle.

Vor einigen Jahren machte ein reicher chinesischer Geschäftsmann Schlagzeilen, der Tiger für seine Freunde kaufte und dann vor deren Augen schlachten und zubereiten ließ. Er wurde zu einer längeren Haftstrafe verurteilt.

Tigerfleisch soll wie sehr intensives trockenes Schweinefleisch schmecken. Wie bei anderen Fleischfressern muss man darauf achten, dass es nur gut durchgegart verzehrt wird.

Hier finden Sie eine Liste mit mehr mehr oder weniger exotischen essbaren Tieren.

Kann man Muränen essen?

Muränen sind grundsätzlich essbare Fische. Besonders bei den Römern waren sie beliebt. So schreibt der Brockhaus von 1911:

Wegen des sehr schmackhaften Fleisches wurde die M. von den Römern seit Cäsars Zeit in Teichen gezüchtet; Vidius Pollio soll sie sogar mit dem Fleisch seiner Sklaven gemästet haben.

Heute noch gilt die Muräne besonders in Süditalien als Delikatesse,

Hier haben wir ein Rezept mit Muräne.

Wie bei einigen anderen Fischarten sollte man bei der Muräne wegen der Gefahr der Ciguatera Fischvergiftung zu große Exemplare vermeiden.