Wie genau sind Bauernregeln?

Hier im Blogmagazin finden Sie für viele Tage des Jahres eine Bauernregel, Wetterregel oder einfach einen Wetterspruch.

Dazu stellt sich natürlich die Frage, wie ernst sind diese Bauernregeln zu nehmen? Die Antwort darauf ist nicht einfach und pauschal zu geben. So gibt es allgemeine Bauernregeln, die aus bestimmten Wetterlagen oder Situationen bestimmte Folgerungen schließen. Als einfaches Beispiel mögen die zahlreichen Bauernregeln gelten, die die große Bedeutung des Regens im Mai betonen, z.B. “Mairegen bringt Segen”. Tatsächlich ist genug Regen im Mai für die Entwicklung der Vegetation von besonderer Bedeutung.

Auch Bauernregeln, die auf “Wetterboten” bezug nehmen, können durchaus zutreffend sein. So wird z.B. empfohlen, erst dann zu säen, wenn bestimmte Pflanzen ausgeschlagen oder bestimmte Vögel mit der Brut angefangen haben. Weitere konkrete Wetterboten können bestimmte Wolkenlagen, Winde oder andere Wetterphänomene sein.

Anders sieht es hingegen mit Wetterregeln aus, die von der Wetterlage an einem bestimmten Datum (Lostag) eine mittelfristige bis langfristige Wettervorhersage aufstellen wollen. Hierbei ist folgendes zu bedenken:

  • Viele Bauernregeln stammen noch aus der Zeit des julianischen Kalenders, die entsprechenden Tage sind also in unserem gregorianischen Kalender verschoben.
  • Bauernregel sind eine regionale Sache: Eine Regel, die für die westfälische Tiefebene stimmt, wird auf das Allgäu nicht zutreffen.
  • Umwelteinflüsse haben sich im Laufe der Jahrhunderte geändert.

Will man eine solche Wetterregel also beurteilen, muss man wissen, wann sie wo entstanden ist. Nur so ist eine realistische Beurteilung möglich. Bezieht man diese Faktoren ein, sind viele Wetterregeln tatsächlich recht zutreffend – zumindest mit einer bestimmten statistischen Wahrscheinlichkeit.

So oder so sind aber Wetterregeln eine bewahrenswerte Tradition.

Wetterregeln zum 6. Dezember – Nikolaustag

Nikolaustag ist am 6. Dezember und wie man sich denken kann, gibt es zu diesem besonderen Tag einige Wetterregeln:.

  • Trockener Nikolaus, milder Winter rund um’s Haus.
  • Fließt zu St. Nikolaus noch der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
  • St.Nikolaus spült die Ufer aus.
  • Regnet’s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.
  • Kann Nikolaus noch Birkensaft zapfen, um guten Birkenwein zu trinken, brauchst du durch Schnee im Eismond (Januar) nicht stapfen.
  • Wird es kalt, kommt der Winter bald. Schneit es zu Sankt Nikolo, ist der Winter auch schon do.(Quelle: wetter.de)

10 Bauernregeln zum Barbaratag

  1. An Barbara die Sonne weicht, an Lucia sie wieder herschleicht.
  2. Geht Barbara im Klee, kommt’s Christkind im Schnee.
  3. Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
  4. Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.
  5. Sankt Barbara kalt und mit Schnee verspricht viel Korn auf jeder Höh‘.
  6. Sankt Barbara mit Schnee,im nächsten Jahr viel Klee.
  7. Geht Sankt Barbara in Grün,kommt’s Christkindl in Weiß.
  8. Jetzt Zweige schneiden an Sankt Barbara, die Blüten sind bis zu Weihnacht da.
  9. Wie der Barbaratag, so wird auch der Christtag.
  10. Nach Barbara geht’s frosten an, kommt’s früher, ist nicht wohlgetan.

Mehr Infos zum Brauchtum rund um den Barbaratag finden Sie hier.

Wetterregel zum 23. November – St. Klemens

Dem heiligen Klemens traue nicht, denn selten zeigt er ein mild’ Gesicht.

Der Namenstag des heiligen Klemens ist am 23. November.

Wetterregel zum 15. November – St. Leopold

Der heilige Leopold ist oft noch dem Altweibersommer hold.

Am 15. November ist der kirchliche Gedenktag des Heiligen Leopold.

Die Bauernregel soll aussagen, dass es am 15. November oft noch verblüffend warm werden kann.

Wetterregel zum 11. November – St. Martin

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Ist Martini klar und rein, bricht der Winter bald herein.

Am 11. November ist St. Martin (Martini).

Wetterregel zum 6. November – St. Leonhard

Wie’s Wetter an Lenardi ist, bleibt’s bis Weihnachten gewiss.

Der 6. November ist der Namenstag von Leonhard (Lenardi), einem fränkischen Adeligen, der später als Eremit lebte.

Die Wetterregel soll aussagen, dass die heutige Wetterlage bis Weihnachten halten soll.

Wetterregel zum 31. Oktober – St. Wolfgang

Sankt Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voll Segen.

Heute ist der Namenstag des heiligen Sankt Wolfgang.

Er ist der Schutzpatron von Bayern und Regensburg.

Wetterregel zum 27. Oktober

Wer Weizen sät vorm Simonstage, dem trägt er goldene Ähren ohne Frage.

Der Simonstag ist am (morgigen) 28. Oktober. Der Weizen sollte tatsächlich vorher gesät werden; der ideale Aussattermin ist in den meisten Anbaugebieten zwischen dem 1. und 20. Oktober. Insoweit steckt in dieser Bauernregel ein wahrer Kern.

Wetterregel zum 26. Oktober – St. Albin

Warmer Sankt Albin bringt fürwahr
stets einen kalten Januar.

Heute ist der Namenstag des angelsächsischen Missionars Albin von Buraburg, der Anfang des 6. Jahrhunderts den Heiligen St. Bonifatius nach Hessen begleitete. Albin wurde der erste Bischof der Diözese Buraburg (Büraburg) bei Fritzlar.