Was bedeutet Fickerlatz?

Fickerlatz ist ein früher gebräuchlicher Ausruf der Verwunderung:

Botz tausend fickerlatz!

Liste: Essbare Blumen und andere essbare Pflanzen aus dem Garten

Hier entsteht eine Liste mit essbaren Blumen und anderen Pflanzen, die Sie in Ihrem Garten finden können:

Brennnessel
Blätter, z.B. für Suppen und Salate

Gänseblümchen

Habichtskraut

Kapuzinerkresse

Löwenzahn

Orangenes Habichtskraut
Blätter, Knospen, Blüten

10 Fakten über Orangerotes Habichtskraut

  1. Das Orangerote Habichtskraut gehört zur umfangreichen Familie der Habichtskräuter. Der lateinische Name ist Hieracium aurantiacum.
  2. Dass es Habichtskraut genannt wird, hat mehrere Gründe: so wuchs es ursprünglich hauptsächlich oben in den Bergen, wo nur die Habichte hinkommen. Diese sollen es auch gefressen haben, um ihre Sehkraft zu stärken. Dementsprechend wird auch behauptet, dass der Verzehr bei den Menschen die Augen verbessere, was aber nicht belegt ist.
  3. Andere Namen sind Felsenblümeli, Kleines Mauseohr, Mausröhrchen, Mausohr-Habichtskraut oder Nagelkraut.
  4. Es stammt aus den europäischen Gebirgsregionen, ist aber inzwischen fast überall in Europa vertreten und kommt inzwischen sogar in Amerika und Australien vor.
  5. Es wird bis zu 60cm hoch, hat leichte Härchen am Stengel, ist mehrjährig und breitet sich sowohl ober- als auch unterirdisch aus.
  6. Es wächst sehr gut in Steingärten und auf mageren Wiesen.
  7. In Mitteleuropa blüht es meist von Mai bis September, in Höhenlagen etwas kürzer.
  8. Das orangene Habichtskraut gehört zu den bienenfreundlichen Pflanzen.
  9. Habichtskraut ist essbar: Die Blätter machen sich gut in Salat und haben eine leicht bittere Note. Die Knospen und Blüten schmecken leicht süßlich.
  10. Als Heilkraut wird es besonders gegen Entzündungen im Mund und Rachenraum verwendet. Wie viele andere bittere Pflanzen soll es gut für die Leber sein.

Mein Frühstück: Schwarzbrot mit Frischkäse und viel mehr

Eine schöne “Butterbrot”-Variante:

Schwarzbrot, Frischkäse mit grünem Pfeffer, Salzkapern und Zitronenmelisse.

Meinung: Natürlich gibt es gesunden Patriotismus

Thomas Stadler und der Patriotismus

Rechtsanwalt Thomas Stadler äußerte auf twitter

Mit dem gesunden Patriotismus ist es wie mit dem Yeti. Es gibt ihn nicht.

und verstieg sich weiter zu der Aussage, dass diejenigen, die heute von Patriotismus sprechen, stets Nationalismus meinten. Und gesund sei in dem Kontext bedenklich nahe am gesunden Volksempfinden.

Er kritisiert damit einen tweet des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, der schrieb:

Und wieder spricht Joachim Gauck aus, was viele Bürger denken. Ein gesunder Patriotismus, Heimatliebe oder das bewusste leben von Werten ist wichtig für unser Land. All das ist weder verstaubt noch verdächtig – es ist menschlich.

Kretschmer wiederum bezieht sich damit auf aktuelle Aussagen von Joachim Gauck, der u.a. meinte, man müsse zwischen rechtsradikalen und rechten Positionen unterscheiden und gegenüber letzteren tolerant sein.

Was heißt eigentlich Patriotismus?

Es ist zunächst hilfreich, sich mit den Ursprüngen des Wortes Patriotismus auseinanderzusetzen, das erst im 16. Jahrhundert über das Französische in die Deutsche Sprache kam und zunächst nichts anderes hieß als “Vaterlandsliebe” – so definiert es zumindest das Wörterbuch der Gebrüder Grimm.

Aufschlussreich finde ich, was das Brockhaus Bilder Conversationslexikon von 1839 über Patriotismus schreibt:

“Patriotismus heißt nach dem Lateinischen die Vaterlandsliebe, jenes Gefühl, welches uns antreibt, an den Schicksalen unsers Vaterlandes den lebhaftesten Antheil zu nehmen und in der edelsten Auffassung derselben das eigne Wohl gern und willig dem des vaterländischen Staates zum Opfer zu bringen. Wer von diesem edlen Gefühle beseelt ist, ist ein Patriot oder Vaterlandsfreund im wahren Sinne des Wortes. Falscher Patriotismus ist es aber, wenn dieses Gefühl so ausartet, daß wir auf alle andern Völker mit Verachtung herabsehen und ohne uns die Mühe zu geben, ihre guten Eigenschaften und Einrichtungen kennen zu lernen, mit blinder Engherzigkeit nur das preisen, was wir bei uns finden. …”

Johannes Rau knüpfte bei seiner Dankesrede anlässlich seiner Wahl zum Bundespräsidenten an dieses Verständnis an:

Es hat – auch unter uns – eine lange Diskussion gegeben: über das Grundgesetz und seine Chancen, über das Verhältnis von Vaterlandsliebe, Patriotismus und Nationalismus. Ich glaube, daß Nationalismus und Separatismus Geschwister sind. Ich will nie ein Nationalist sein, aber ein Patriot wohl. Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet. Wir aber wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, in Europa und in der Welt.

Stadlers Annahme, dass jeder der von Patriotismus rede, damit auch Nationalismus meine, ist so pauschal also nicht haltbar – und nicht nur, da ich das anders sehe.

Positiver Patriotismus

Ich nehme Anteil am Schicksal des Staates, kümmere und engagiere mich. Ich bin ich stolz auf unser Grundgesetz und bin bereit, dieses und seine Werte zu verteidigen. Und auch wenn – gerade direkt nach dem Dritten Reich – nicht alles perfekt lief: kaum ein Land hat sich so offen und kritisch mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt wie die Bundesrepublik Deutschland – auch dies kann und sollte man anerkennen. Ich freue mich über unsere Wälder, Seen, Flüsse und andere Landschaften und setze mich dafür ein, dass diese erhalten bleiben.

In diesem beste Sinne bin ich Patriot.

Und jeder, der solch einen Patriotismus vertritt, muss sich nicht verstecken und muss es sich auch nicht gefallen lassen, mit Nationalisten in einen Topf geworfen zu werden.

Meinung: Maaßen, die AfD und die Lust an der Empörung

“Maaßen schließt Koalition zwischen CDU und AfD nicht aus”

so und ähnliche titeln derzeit viele Medien – und direkt bricht die reflexhafte Empörung auf twitter und Co aus. Manche Parteifreunde – wie z.B. Tobias Bringmann – fordern gar, Hans-Georg Maaßen solle die CDU verlassen.

Doch was hat Maaßen eigentlich wirklich gesagt?

Auf die Interview-Frage, ob er sich eine Koalition der CDU mit der AfD vorstellen könne, antwortete er:

Also ich glaube, in der jetzigen Situation werden wir es auch ausschließen, dass es zu einer derartigen Koalition kommt, aber man weiß nie.

Auch im weiteren entsteht nicht der Eindruck, dass Maaßen sich solch eine Konstellation wünscht.

Mit seiner Meinung, nichts auszuschließen, hat er im übrigen Recht. Schauen wir z.B. auf die frühen Grünen – bei diesen gab es neben den reinen Umweltschützern einen radikal linken Flügel, der u.a. für die Legalisierung des Sexualverkehrs mit Kindern eintrat und andererseits auch rechte Strömungen, die völkisch geprägt waren. Und es gab durchaus auch befremdliche Mischungen: Als die Grünen 1983 erstmals in den Bundestag einzogen, wäre eigentlich einer ihrer Abgeordneten Bundestagsabgeordneter geworden. Doch der über die nordrhein-westfälischen Landesliste gewählte Werner Vogel trat sein Mandat wegen Pädophilievorwürfen und früherer Mitgliedschaften in NSDAP und SA nicht an…

Um es kurz zu machen: Die Grünen der frühen 1980er Jahre wären für die CDU nie als Koalitionspartner in Frage gekommen. Doch Parteien und die Umstände ändern sich. Grüne und CDU stehen sich heute nicht mehr so fern und bilden Koalitionen.

Und daher hat Hans-Georg Maaßen durchaus Recht, für die Zukunft nichts auszuschließen.

Für die verkürzende und geschichtsvergessene Empörung so vieler habe ich daher keinerlei Verständnis. Gerade auch deswegen, da sie der AfD letztlich nur nutzt.

Was bedeutet TERF?

Die Abkürzung TERF steht für “Trans-Exclusionary Radical Feminism”, also “Transsexuelle ausschließender radikaler Feminismus”.

Als TERFs werden Feministinnen bezeichnet, die Trans-Frauen nicht oder nur eingeschränkt akzeptieren.

Bürgerbund Bonn stellt sich gegen möglichen Turmbau in der Rheinaue

Bekanntermaßen gibt es seitens des Unternehmers Horst Burbulla Pläne, einen Veranstaltungsturm in der Rheinaue zu errichten, hierzu soll es zunächst ein Bürgerbegehren geben, wie der GA Bonn berichtete.

Der Bürgerbund Bonn (BBB) stellt sich nun in einem am 14. Juni 2019 eingereichten Antrag (Drucksache 1911871) gegen den Turmbau zu Bonn:

Inhalt des Antrages

Der Rat möge Folgendes beschließen:

Das beiderseits der Charles-de-Gaulle-Straße gelegene Areal der Gronau als auch der gesamten Bereich des Freizeitparks Rheinaue ist von Hochhäusern oder Turmbauten freizuhalten. Anträge auf Änderungen des Ortsrechtes in den zuvor genannten Flächen zugunsten der Errichtung von Hochhäusern oder Turmbauten sind abschlägig zu bescheiden.

Begründung

Laut Presseberichten beabsichtigt ein Bonner Unternehmer, am Rande der Rheinaue einen 160 Meter hohen Turm für Veranstaltungen durch die Stadt Bonn errichten zu lassen und den Bau nach Fertigstellung zu pachten. Abgesehen davon, dass die Stadt Bonn angesichts ihrer desolaten Haushaltslage und den anstehenden Herausforderungen einer sozialgerechten und ökologischen Gestaltung der Zukunft dafür keine Mittel hat, sollten die Gronau als auch der Freizeitpark Rheinaue nach Meinung der Antragsteller aus Gründen des Natur- und Denkmalschutzes von Hochhausbauten gleich welcher Art freigehalten werden. Die landschaftliche Schönheit des links- und rechtsrheinischen Bereichs des Rheinufers im o.g. Abschnitt sollte nicht durch Turmbauten oder ähnlichen Gewerke beeinträchtigt werden.

Schnelle Meinung dazu

Wie oben im Bild ersichtlich, gibt es ohnehin schon Hochhäuser am Rande der Rheinaue – gegen ein weiteres sollte also eigentlich nichts sprechen.

Mein Abendessen: Scharfe Hackfleischpfanne mit Gemüse

Zwiebeln in Rapsöl andünsten, Hackfleisch, Chilischoten und Knoblauch dazu und anbraten. Auberginen dazu, Wasser angießen und einkochen lassen.

Mit Sojasauce, Organo und Café de Paris Gewürz abschmecken.

Frischer Koriander dazu und servieren.

Der Rhein in Brockaus’ Bilder Conversationslexikon von 1839

Rhein (der) gehört nicht blos zu den Hauptflüssen Deutschlands, sondern von ganz Europa und ist durch die malerischen und wein- und fruchtreichen Ufergelände berühmt, welche er durchströmt.
Seinen Ursprung hat er im schweiz. Canton Graubündten aus mehren Gletscherbächen des St.-Gotthardgebirges, die sämmtlich den Namen Rhein führen; man nimmt jedoch für gewöhnlich drei Hauptzuflüsse an, aus deren Vereinigung noch in Graubündten der eigentliche Rheinstrom sich bildet. Von diesen entsteht der sogenannte Vorderrhein durch Vereinigung des Rhein de Toma und Rhein d’Ursera im tavetscher Thale, von dessen sämmtlichen Bächen verstärkt er bei dem Marktflecken Disentis den von der rechten Seite durch das Medelsthal herbeifließenden Mittelrhein aufnimmt. Vermehrt durch neue Zuflüsse erreicht ihn bei Reichenau der Hinterrhein, wodurch der [689] Strom schon 230 F. breit wird und nun blos der Rhein heißt. Der Hinterrhein entspringt aus dem Rheinwaldgletscher, welcher im Hintergrunde des acht Stunden langen und blos eine Viertelstunde breiten, von zum Theil über 10,000 F. hohen Gebirgen umschlossenen Rheinwald thals liegt. Aus diesem ist die folgende Ansicht mit einigen Häusern des 4100 F. hoch gelegenen Dorfes Splügen genommen, welches von Schwaben bewohnt ist, die Kaiser Friedrich I. dort ansiedelte, um sich den über den Splügen nach Italien führenden Alpenpaß zu sichern, zu welchem, wie zu dem über den Bernhardin, noch heute der Weg durch das Rheinwaldthal geht. Schon bis Splügen hat der Hinterrhein 16 Bäche aufgenommen, fließt dann noch durch das schamser und das domloschger Thal und wächst durch den reißenden Bergfluß Nolla und die Albula noch beträchtlich. In nordwestl. Richtung bis Chur gelangt, wendet sich nun der Rhein, der schon eine Strecke für kleine Fahrzeuge schiffbar wird, nördl. dem Bodensee zu, in den er zwischen Rorschach und Fußach einströmt und ihn am westl. Ende zwischen Konstanz und Petershausen wieder verläßt. Doch schon nach 11/2 Stunde erweitert er sich noch zu dem Unter- oder Zellersee, aus dem er bei Stein endlich 400 F. breit zwischen hohen Ufern westl. abfließt und den berühmten Wasserfall bei dem nahen Schaffhausen (s.d.) bildet. Sodann fließt er auf der schweiz. Grenze, zwischen dem Jura und Schwarzwald, ganz in der Art eines wilden Gebirgsflusses und theilweise mit gefährlichen Stromschnellen hin, bis er bei Basel sich plötzlich nach N. wendet, das schweiz. Gebiet verläßt und 35 M. weit die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland (Großherzogthum Baden) bildet. Die Hoheitsgrenze zwischen beiden liegt im Thalwege des Stroms, der hier viele Sand- und Kieselinseln hat, deren Lage sich jährlich bei Hochwasser verändert, daher in jedem Oct. die Grenze durch Ingenieure neu bezeichnet wird. Hierauf scheidet der Strom Rheinbaiern (seit 1837 die Provinz Pfalz) und Baden, strömt durch die südl. Hälfte des Großherzogthums Hessen, wo er zwischen 15–1700 F. breit wird, macht die Süd- und Westgrenze des Herzogthums Nassau, wo sich von Biberich bis Rüdesheim der 4 St. lange Rheingau (s.d.) an seinen Ufern hinstreckt und gelangt nach einem 36 M. langen Laufe durch die preuß. Rheinprovinzen unterhalb Emmerich bei den Trümmern der Schenkenschanz, 2300 F. breit in das Königreich der Niederlande. Auf dieser letzten Strecke durchbricht der Rhein von Bingen bis in die Nähe von Koblenz in einem engen Felsenthale die Schiefergebirge des Hundsrück und Taunus, hat mehre, sonst den Schiffern gefährliche Stromschnellen, wie das Bingerloch unterhalb des Mäusethurms (s. Hatto), das wilde Gefähr bei Bacharach und die Bank von St.-Goar, die mit den Rheininseln und Felsufern überaus malerische Partien bilden. Unterhalb Koblenz liegt das Bett des Stroms in einer überaus fruchtbaren Ebene, doch verengt sich dieselbe schon bei Andernach zu dem schmalen, vom Siebengebirge und der Eifel gebildeten Thale, wo sich auch die letzten Stromschnellen im Rheine, die Unkelsteine, befinden, eine Gruppe Basaltsäulen bei dem Städtchen Unkel, von denen [690] die größern unter der franz. Herrschaft beseitigt wurden. Unterhalb Bonn geht er in das nördl. Flachland über und auf niederländ. Gebiet theilt er sich sogleich in zwei Arme, von denen der stärkere linke die Waal heißt, der rechte aber den Namen Rhein behält. Letzterer scheidet sich wieder in einen rechten Arm, die Yssel, welche in den Zuydersee fällt, und einen linken, der sich von neuem in den zur Maas fließenden Leck und den krummen (auch alten) Rhein theilt, welcher über Utrecht, wo noch ein Arm, die Vecht, in den Zuydersee abfließt, nach Leyden gelangt. Ganz geschwächt windet er sich von dort aus durch die Dünen dem Meere zu und verlor sich noch zu Anfang dieses Jahrhunderts gleichsam in ihrem Sande, neuerdings aber ist seine durchaus versandete Mündung durch den Kanal bei Katwyk wieder geöffnet worden. Auch der Leck sendet rechts noch einen Arm ab, der aber auf einem geringen Umwege als Yssel eine Meile oberhalb Rotterdam ebenfalls die Maas erreicht. Mit dieser vereinigt findet auch die Waal durch zahlreiche, selbst mit den Scheldemündungen verzweigte Ausflüsse den Weg ins deutsche Meer. (S. Niederlande.)

Auf diese Weise legt der Rhein einen Weg von 190 M. zurück, während dessen er mehr als 12,200 Flüsse und andere Gewässer aufnimmt, zu denen die Thur und Aar (in der Schweiz), die Ill (unmittelbar aus Frankreich), der Treisam, Kinzig, Murg, Neckar (in Baden), die Lauter und Queich (in der Pfalz), der Main (in Hessen), die Lahn (in Nassau), die Mosel, Wied, Sieg, Erst, Ruhr und Lippe (in Preußen) gehören. Sehr reich ist der Rhein an Fischen, besonders an Lachsen, Stören, Hechten und Karpfen; auch enthält der Rheinsand etwas Gold, welches aus den schweiz. Bergen und mit den Zuflüssen vom Schwarzwalde hineingelangt. Fliegende und Schiffbrücken führen über den Strom bei Koblenz, Neuwied, Köln, Bonn, Mühlheim, Grimlinghausen, Düsseldorf, Duisburg, Wesel, Manheim, Germersheim, Fort Vauban oder Fort Louis und Strasburg; eine hölzerne Brücke hat Basel. In der Nähe des Bodensees liegt der Spiegel des Rheins 1200 F., bei Basel 755 F., bei Manheim 284 F., bei Bingen 235 F, bei Bonn 138 F., bei Köln 112 F., an der niederländ. Grenze 65 F. über dem Meere und soweit er Baden berührt, beträgt sein Gefälle daher ungefähr 920 F., im preuß. Gebiete 170 F. Die Tiefe wechselt zwischen Basel und Strasburg von 3–12 F., und er trägt auf dieser Strecke Fahrzeuge mit 5–600 Ctr.; von Strasburg bis Manheim beträgt die Tiefe 5–18 F., bis Kaub 5–20 F., von da bis Bonn 8–24 F., bei Köln 81/2–12 F., bei Mühlheim 15–23 F., oberhalb Düsseldorf 261/2–30 F., unterhalb dieser Stadt nur 11–14 F., und bei Emmerich 9–15 F. Zwischen Strasburg und Mainz gehen bis 2500 Ctr. schwere Fahrzeuge, von Mainz bis Köln Schiffe mit 4000, von da bis Holland mit 9000 Ctr.; regelmäßige Dampfschiffahrt ist auf dem Niederrhein (unterhalb Köln) seit 1825, auf dem Mittelrhein am 12. Mai 1827 und später bis Basel eingeführt. Außerdem ist die auf ihm und den Nebenflüssen betriebene Holzflößerei von der größten Bedeutung. (S. Flöße.) Die größern Rheinschiffe sind den Seeschiffen ähnlich gebaut, d.h. rund und bauchig, haben aber keinen Kiel, sondern wie alle Rheinschiffe platte Boden und führen zwei Masten.

Der Rhein hat natürlich als Wasserstraße von jeher für das westl. und südl. Deutschland die größte Wichtigkeit gehabt und schon die Römer suchten die Schiffahrt auf diesem Strome zu regeln und zu sichern, zu welchem Ende von ihnen besondere Aufseher darüber gesetzt, sowie zur Deckung des erwachsenden Aufwandes auch Schiffahrtsabgaben erhoben wurden. In ähnlichem Sinne verfuhr später Karl der Große, allein nachher vermehrten sich die Hemmungen und Belastungen der Rheinschiffahrt beständig, indem jeder Uferstaat den größtmöglichen Nutzen davon zu ziehen suchte. So kam es denn, daß, abgesehen von den Stapel- und Umschlagsgerechtigkeiten mehrer rhein. Städte, von denen Mainz und Köln am meisten um sich griffen. den bestehenden Reichsgesetzen und Verträgen sogar entgegen, gegen Ausgang des vorigen Jahrh. am Rheine 32 Zollstätten bestanden. Auf dem Congresse zu Rastadt ward zuerst durch die franz. Gesandten der Vorschlag ausgesprochen, die sämmtlichen Rheinzölle aufzuheben und die Schiffahrt auf dem Strome frei zu geben, allein erst im Aug. 1804 kam zwischen Frankreich und Deutschland eine Convention über die Rheinschifffahrt zu Stande, zufolge der von Strasburg bis zur holl. Grenze der Rhein für einen gemeinschaftlichen Strom beider Länder erklärt und in den Oberrhein bis Mainz, von da bis Köln in den Mittelrhein, in den Niederrhein unterhalb Köln abgetheilt wurde. Die Stapelgerechtigkeit von Köln und Mainz ward aufgehoben, der gezwungene Umschlag (Umladung) in beiden Städten jedoch beibehalten und ein Zoll (Octroi) eingeführt, welcher auf die ganze Strecke von Strasburg bis Holland vertheilt, stromab 1 Fr. 33 Sous, und stroman 2 Fr. nicht übersteigen durfte. Zugleich wurde eine gemeinsame Rheinschiffahrtsverwaltung zu Mainz errichtet, der reine Ertrag des Octroi aber kam Frankreich und Deutschland in gleichen Theilen zu. Auf die deutsche Hälfte wurden durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803 außer einer jährlichen Rente von 350,000 Gldn. für den damaligen Kurfürsten- Erzkanzler, noch mehren deutschen Fürsten und Grafen immerwährende Jahrrenten, zusammen 161,500 Gldn., angewiesen. Die Errichtung des Rheinbundes (s.d.) veränderte nichts an diesen Bestimmungen, allein 1810 schloß der damalige Fürst-Primas einen Vertrag mit dem Kaiser Napoleon, zufolge dessen er auf seine Rente verzichtete und die Bezahlung der übrigen auf seine Einkünfte von Hanau und Fulda übernahm. Unter stillschweigender Aufhebung dieses Vertrags stellten 1814 und 1815 die pariser Friedensschlüsse und der wiener Congreß so ziemlich das frühere Verhältniß her. Nur kamen natürlich Frankreichs Ansprüche auf den beibehaltenen Octroi von dem wieder abgetretenen Theil des Rheins an die deutschen Bundesstaaten, welchen jene Gebiete zugetheilt wurden. Sie mußten aber auch die Zahlung der erwähnten, auf die deutsche Octroieinnahme angewiesenen Renten übernehmen, die jedoch blos noch 154,122 Gldn. Rhein. betragen. Eine neue Rheinschiffahrts. Central-Commission ward sofort zur gemeinschaftlichen Beaufsichtigung und obersten Verwaltung der Rheinschiffahrtsangelegenheiten in Mainz aus sieben Abgeordneten der Uferstaaten Baden, Baiern, Frankreich, Hessen, Nassau, Niederlande, Preußen errichtet und ihr aufgetragen, eine neue Rheinschiffahrtsordnung auszuarbeiten. Die Strecke von Strasburg bis an die schweiz. Grenze ward vorläufig [691] den für den übrigen Rhein geltenden Bestimmungen mit untergeordnet. Vom wiener Congresse war deshalb ausgesprochen worden, daß die Schiffahrt auf dem ganzen Laufe des Rheins, von dem Punkt an, wo er schiffbar wird bis an das Meer, auf-und abwärts gänzlich frei und für Handelszwecke Niemand untersagt sein solle. Der bisher beibehaltene, gezwungene Umschlag in Mainz und Köln sollte ebenfalls aufhören. Preußen wollte das jedoch nicht eher gewähren, bis eine allgemeine Rheinschifffahrtsordnung zu Stande gekommen sein würde. Da dies hauptsächlich in Folge der Anmaßung der niederländ. Regierung, welche den Ausdruck des wiener Congresses, der Rhein solle frei sein bis ans Meer (jusqu’à la mer), misbräuchlich dahin auslegte, daß damit keineswegs gesagt sei bis »in das Meer« und ihr daher an der Mündung desselben freistehe, zu thun was sie wolle, erst 1831 geschah, so bestanden auch jene Umschlagsgerechtigkeiten fort. Durch eine nach 16jährigen Verhandlungen am 31. März 1831 endlich abgeschlossene, im Juni von allen Uferstaaten unterzeichnete, am 17. Jul. ausgeführte Übereinkunft ward zwar die freie Schiffahrt auf dem Rheine bis in die See, doch nur für die Schiffe der Uferstaaten, sodann die Aufhebung der Gilten und Rangfahrten und des gezwungenen Umschlags in Mainz und Köln, sowie eine gleichmäßige Vertheilung des Rheinzolles festgesetzt, in deren Folge die Gebühren am Niederrhein eine Verminderung, am Oberrhein aber eine Erhöhung erleiden sollten. Holland braucht sonach, entgegen der Bestimmung des wiener Congresses, nur Schiffen der Uferstaaten die Fahrt ins Meer und das Einlaufen aus dem Meer in den Rhein zu gestatten, und überhaupt ist die Schiffahrt auf demselben keineswegs in der Art erleichtert worden, daß nicht immer noch ansehnliche Waarensendungen nach seinen Uferstaaten über Hamburg und Bremen, oder über Havre durch Frankreich gehen sollten. Indessen haben Rheinhandel und Rheinschiffahrt sich doch seit Verminderung der alten Beschränkungen fortwährend ausgedehnt. Vor dem I. 1790 fand jährlich ein Waarentransport von zwei Mill. Ctr. in ungefähr 1300 Schiffen, stromauf und ab zusammengenommen, statt; im J. 1822 passirten dagegen an der holländ. Grenze allein 1,750,630, bei Koblenz 2,148,004 Ctr. stromauf und stromab. Zu Köln langten 1825 vom Niederrhein 1,562,170, vom Mittelrhein 2,187,748 Ctr. an; im J. 1832 passirten an der holländ. Grenze stromauf 1,789,682, und stromab 3,934,749, zusammen also 5,724,431 Ctr. Der Ertrag des Rheinoctroi von Strasburg bis an die holländ. Grenze war in den sieben Jahren von 1805–12, wo der Handel durch die franz. Herrschaft sehr gehemmt wurde, nach Abzug der Erhebungskosten durchschnittlich des Jahrs 854,170 Gldn.; von 1815–20 belief sich die durchschnittliche Einnahme im Ganzen jährlich auf 1,246,721 Gldn. Die außerordentlichste Steigerung hat seit Einführung der Dampfschiffahrt der Transport von Reisenden auf dem Rheine gewonnen, welcher jedenfalls mehr als irgend ein anderer Strom wegen seiner malerischen Ufer befahren wird.