Die brasilianische Auslandswahl war alles andere als einheitlich. In den USA und Japan gewann Flávio Bolsonaro deutlich, in Deutschland, Frankreich und Portugal lag Lula vorn. Insgesamt erhielt Lula im Ausland 53,86 Prozent der gültigen Stimmen. Hier finden Sie die Länderergebnisse, den Vergleich mit dem ersten Wahlgang und die Wahlbeteiligung.
Für diese Übersicht haben wir sämtliche 186 Auslandswahlgebiete im TSE-Datensatz geprüft und nach Ländern zusammengefasst. Eine Besonderheit bleibt sichtbar: Belgien und Luxemburg werden gemeinsam ausgewiesen, weil sie im verwendeten Ergebnisdatensatz unter „Brüssel“ zusammenlaufen. Frankreich umfasst auch Französisch-Guayana; China umfasst Hongkong. Taiwan und die palästinensischen Gebiete sind gesondert benannt. Die Übersicht ist damit vollständig für den veröffentlichten Auslandsdatensatz, ohne aus gemeinsamen Ergebnissen künstlich getrennte Länderwerte zu machen.
USA, Portugal und Japan stellen fast die Hälfte der gültigen Stimmen
Die 15 größten Auslandswahlgebiete, gemessen an gültigen Stimmen. Die Reihenfolge folgt ihrem Gewicht, nicht der Höhe eines Kandidatenanteils.
Die USA waren mit 85.741 gültigen Stimmen das größte Auslandswahlgebiet. Es folgten Portugal mit 57.752 und Japan mit 35.636. Zusammen entfielen auf diese drei Länder 48,20 Prozent aller gültigen Auslandsstimmen. Ihre Ergebnisse waren politisch sehr verschieden: Bolsonaro gewann in den USA mit 62,65 Prozent und in Japan mit 80,08 Prozent. In Portugal setzte sich Lula mit 59,42 Prozent durch.
Lula gewann die brasilianische Stichwahl auch in der Schweiz: 7.089 Stimmen und 56,68 Prozent für ihn standen 5.419 Stimmen und 43,32 Prozent für Flávio Bolsonaro gegenüber. In beiden TSE-Wahlgebieten, Genf und Zürich, lag Lula vorn. Die Wahlbeteiligung blieb landesweit unter 50 Prozent.
Die Schweiz fällt im Vergleich der deutschsprachigen Nachbarländer auf. Während Lula in Deutschland 79,09 Prozent und in Österreich 74,98 Prozent erreichte, war sein Vorsprung unter den in der Schweiz abgegebenen gültigen Stimmen deutlich kleiner. Ein Blick auf die beiden Wahlgebiete zeigt zudem Unterschiede innerhalb der Schweiz.
Zürich liefert den größeren Stimmenvorsprung
Das Schweizer Gesamtergebnis entsteht aus den addierten Stimmen der TSE-Wahlgebiete Genf und Zürich. Es ist kein einfacher Durchschnitt ihrer Prozentwerte.
Wahlgebiet
Lula
Flávio Bolsonaro
Lula-Anteil
Gültige Stimmen
Genf
3.041
2.584
54,06 %
5.625
Zürich
4.048
2.835
58,81 %
6.883
Schweiz insgesamt
7.089
5.419
56,68 %
12.508
In Genf betrug Lulas Vorsprung 457 Stimmen, in Zürich 1.213. Zusammen ergibt das den Schweizer Saldo von 1.670 Stimmen. Zürich lieferte damit rund 73 Prozent dieses Vorsprungs. Dort wurden auch mehr gültige Stimmen abgegeben als in Genf.
Knapp drei von vier gültigen Stimmen aus Österreich gingen bei der brasilianischen Stichwahl an Lula. Er erhielt 1.178 Stimmen, Flávio Bolsonaro 393. Damit fiel die Entscheidung deutlich klarer aus als im Gesamtergebnis Brasiliens. Zugleich nahm nur gut die Hälfte der registrierten Wahlberechtigten teil.
Das österreichische Ergebnis der brasilianischen Präsidentschaftswahl wird beim Wahlgericht TSE unter „Viena“, also Wien, geführt. Es beschreibt die dort erfassten Stimmen brasilianischer Wahlberechtigter. Es ist weder ein Meinungsbild der österreichischen Bevölkerung noch eine Umfrage unter sämtlichen in Österreich lebenden Brasilianern.
74,98 Prozent für Lula in der Stichwahl
Bei der Stichwahl am 25. Oktober 2026 entfielen 74,98 Prozent der gültigen Stimmen auf Lula und 25,02 Prozent auf Flávio Bolsonaro. Der Abstand betrug 785 Stimmen. Von den insgesamt 1.623 abgegebenen Stimmen waren 1.571 gültig, 21 leer und 31 ungültig. Für die Kandidatenprozente zählen nur die gültigen Stimmen.
Lula lag in Österreich bereits im ersten Wahlgang deutlich vorn. Der Vergleich verwendet in beiden Runden sämtliche gültigen Stimmen als Bezugsgröße.
Kennzahl
1. Wahlgang, 4. Oktober
Stichwahl, 25. Oktober
Lula
979 Stimmen / 66,55 %
1.178 Stimmen / 74,98 %
Flávio Bolsonaro
311 Stimmen / 21,14 %
393 Stimmen / 25,02 %
Übrige Kandidaten
181 Stimmen / 12,30 %
–
Gültige Stimmen
1.471
1.571
Teilnehmende
1.522
1.623
Wahlbeteiligung
48,56 %
51,77 %
Was sich zwischen den Wahlgängen änderte
Lula gewann gegenüber dem ersten Wahlgang 199 Stimmen hinzu, Bolsonaro 82. Die Beteiligung stieg um 101 Personen, die Zahl gültiger Stimmen um 100. Gleichzeitig standen die weiteren Kandidaten des ersten Wahlgangs nicht mehr zur Wahl. Auf sie waren zuvor zusammen 181 Stimmen entfallen.
Wie viel Geld geben Bundesministerien eigentlich für Fotografen, Visagisten und Friseure aus? Genau das wollten Abgeordnete um Stephan Brandner, Joachim Bloch und Rainer Galla in einer Kleinen Anfrage wissen (Drucksache 21/8318). Die Bundesregierung hat geantwortet (Drucksache 21/8718 vom 19. Oktober 2026) und listet die Ausgaben der obersten Bundesbehörden für den Zeitraum vom 5. August 2025 bis zum 1. Oktober 2026 auf. Ergebnis: knapp eine Million Euro für Fotografie und gut 94.000 Euro für Visagisten, Kosmetiker und Friseure.
Lula hat Brasiliens Präsidentschaftswahl 2026 gewonnen. Doch sein Ergebnis von 51,79 Prozent erzählt nur einen Teil der Geschichte. Zehn Zahlen zeigen, wo der Vorsprung entstand, wie sich die Wahl zwischen den Runden veränderte und weshalb Deutschland ein besonders klares Ergebnis lieferte.
Die wichtigsten Kennzahlen der Serie. Die einzelnen Beiträge erläutern Bezugsgrößen, regionale Unterschiede und Grenzen der Auswertung.
1. 51,79 Prozent für Lula
Lula erhielt in der Stichwahl vom 25. Oktober 64.256.232 Stimmen. Flávio Bolsonaro kam auf 59.826.041 Stimmen beziehungsweise 48,21 Prozent. Die Kandidatenanteile beziehen sich auf gültige Stimmen; leere und ungültige Stimmen sind darin nicht enthalten.
2. 4.430.191 Stimmen Vorsprung
So groß war der Abstand zwischen den beiden Kandidaten. Prozentual entspricht er 3,57 Prozentpunkten, berechnet aus den ungerundeten Anteilen. Wer nur die auf zwei Dezimalstellen gerundeten Anzeigen voneinander abzieht, erhält 3,58 Punkte. Die kleine Differenz entsteht durch Rundung.
3. 124.082.273 gültige Stimmen
Zusammen erhielten die beiden Finalisten gut 124 Millionen Stimmen. Einschließlich leerer und ungültiger Stimmen wurden 128.236.074 Teilnahmen gezählt. Die Gesamtzahl gültiger Stimmen lag um 4.781.485 über dem ersten Wahlgang.
4. 10.376.694 zusätzliche Stimmen für Lula
Zwischen den Wahlgängen gewann Lula gut 10,38 Millionen Stimmen hinzu, Bolsonaro gut 3,72 Millionen. Damit drehte sich ein Rückstand Lulas in einen Vorsprung. Wo er besonders zulegte, zeigt die Auswertung der beiden Wahlgänge.
5. 80,78 Prozent Wahlbeteiligung
Die amtliche Beteiligungsquote stieg gegenüber dem ersten Wahlgang von 78,92 auf 80,78 Prozent. Das entspricht rund 2,96 Millionen zusätzlichen Teilnahmen. Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich: Im Norden sank die Zahl der Teilnehmenden.
6. 30.509.005 registrierte Nichtwähler
Etwa jede fünfte im maßgeblichen Wahlregister erfasste Person nahm nicht teil. Die Nichtwahlquote betrug 19,22 Prozent. Nichtwahl, leere Stimmen und ungültige Stimmen sind verschiedene Kategorien. Die Unterschiede erklärt der Beitrag über Nichtwähler und Beteiligung.
7. 13.653.696 Stimmen Vorsprung im Nordosten
Lulas großer regionaler Überschuss traf auf deutliche Bolsonaro-Vorsprünge im Süden, Südosten und Zentralwesten. Im Norden lagen die Kandidaten dagegen nur 1.079 Stimmen auseinander. Die regionale Stimmenbilanz zeigt, wie daraus der nationale Vorsprung entstand.
8. 79,09 Prozent für Lula in Deutschland
An den drei TSE-Wahlorten Berlin, Frankfurt und München erhielt Lula zusammen 16.549 der 20.923 gültigen Stimmen. Berlin lag mit 86,88 Prozent besonders hoch. Alle Zahlen finden Sie im Deutschland-Ergebnis der Brasilien-Wahl.
9. 211 Gemeinden wechselten zwischen den Runden zu Lula
In 211 inländischen Gemeindegebieten lag im ersten Wahlgang Bolsonaro vorn und in der Stichwahl Lula. In die Gegenrichtung wechselte nur Uirapuru in Goiás. Gemeint ist die Reihenfolge der Kandidaten; im ersten Wahlgang waren dafür nicht überall mehr als 50 Prozent nötig.
10. 75,42 Prozent für Lula im ärmsten Gemeindezehntel
In den einkommensstärksten zehn Prozent der Gemeinden erhielt er dagegen 44,94 Prozent. Das ist ein Zusammenhang zwischen Gemeinden, keine Messung individueller Wahlentscheidungen armer oder reicher Menschen. Die Einkommensanalyse zeigt auch bemerkenswerte Ausnahmen.
Dieser Überblick bündelt eigene Auswertungen der amtlichen TSE-Dateien für beide Wahlgänge sowie der IBGE-Einkommensdaten aus dem Zensus 2022. Die nationalen Stichwahldaten tragen den Totalisierungsstand 25. Oktober 2026, 23:26:38 Uhr brasilianischer Hauptstadtzeit. Nationale Ergebnisse umfassen das Inland und die Auslandswahlorte. Gemeindewechsel beziehen sich auf das Inland. Details zu Registerkorrekturen, Einkommensgruppen und Gebietsänderungen stehen in den jeweils verlinkten Analysen.
Stand: 26. Oktober 2026. Eigene Berechnungen und Grafiken: severint.net. Die Angaben beziehen sich auf die Präsidentschaftswahl; Rundungsdifferenzen sind möglich.
Gibt es in den veröffentlichten Ergebnissen der Brasilien-Wahl 2026 Anzeichen für Wahlbetrug? Unsere Prüfung findet in beiden Wahlgängen keine rechnerischen Widersprüche zwischen Kandidatenstimmen, Teilnahme und Gebietssummen. Das ist ein begrenzter Befund. Eine technische Prüfung der Wahlgeräte oder ein Nachweis, dass es keinerlei Wahlrechtsverstöße gab, ist damit nicht verbunden.
Für eine sachliche Antwort müssen drei Dinge auseinandergehalten werden: Fehler beim Zusammenrechnen, statistisch ungewöhnliche Ergebnisse und belegte Manipulationen. Ein auffälliges Ergebnis kann eine genauere Untersuchung rechtfertigen. Zum Betrugsnachweis wird es erst durch zusätzliche, belastbare Belege.
Was wir für beide Wahlgänge geprüft haben
Die Auswertung umfasst jeweils 5.571 inländische Gemeindegebiete und gleichgestellte Einheiten sowie 186 Auslandswahlorte. Für jede dieser insgesamt 5.757 Einheiten haben wir Kandidatenstimmen, gültige Stimmen, leere und ungültige Stimmen, Teilnahme und Wahlregister miteinander abgeglichen. Anschließend wurden die Gebietsergebnisse zum nationalen Ergebnis addiert.
Die Zahlen geben die Anzahl rechnerischer Abweichungen an. Die Prüfung untersucht die innere Konsistenz veröffentlichter Ergebnisse, nicht die Vorgänge an einzelnen Wahlgeräten.
In beiden Wahlgängen stimmen die Kandidatensummen mit den gültigen Stimmen überein. Gültige, leere und ungültige Stimmen ergeben die Zahl der abgegebenen Stimmen; diese stimmt mit der Teilnahme überein. Auch die Registerbilanz geht unter Berücksichtigung nicht eingerichteter Wahlbezirke auf. Keine geprüfte Gebietseinheit weist eine Beteiligung über 100 Prozent auf. Sämtliche nationalen Kontrollsummen stimmen exakt.
Erster Wahlgang: keine Summenfehler, aber dokumentierte Verdachtsfälle
Für den ersten Wahlgang vom 4. Oktober addieren sich die gültigen Stimmen aller zwölf Präsidentschaftskandidaten zu 119.300.788. Zusammen mit 2.300.798 leeren und 3.674.249 ungültigen Stimmen ergeben sich exakt 125.275.835 Teilnahmen. Die aus den lokalen Ergebnissen berechneten Kandidatensummen stimmen mit der nationalen Ergebnisdatei überein.
Das bedeutet nicht, dass der gesamte Wahltag frei von möglichen Verstößen war. Die Wahlstaatsanwaltschaft in Alagoas dokumentierte unter anderem unzulässige Wahlwerbung und Verdachtsfälle unerlaubten Wählertransports. Sie beschrieb den Ablauf insgesamt als regulär, betonte aber, dass ihre Übersicht kein vollständiges Register aller Vorfälle sei. Diese Meldungen betreffen mögliche Wahlrechtsverstöße; sie sind keine Feststellung manipulierter Präsidentenstimmen. Quelle: MPF, 6. Oktober 2026.
Stichwahl: Die Zahlen passen, der verzögerte Ablauf braucht Einordnung
Für den 25. Oktober ergeben 64.256.232 Lula-Stimmen und 59.826.041 Bolsonaro-Stimmen genau 124.082.273 gültige Stimmen. Mit 1.430.496 leeren und 2.723.305 ungültigen Stimmen sind es exakt 128.236.074 Teilnahmen. Auch die zusätzlich geprüften Summen der Bundesstaaten und des Auslands stimmen mit den darunterliegenden Gebietsergebnissen überein.
Ein gesonderter Vorgang war die Verlängerung der Abstimmung. Der TSE erklärte am Wahlabend unter Verweis auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, dass nur dort weitergewählt werde, wo die Abstimmung um 17 Uhr noch nicht beendet war. Empfang, Zusammenrechnung und Veröffentlichung der Ergebnisse sollten nach 19 Uhr wieder anlaufen. Diese amtliche Mitteilung erklärt eine Unterbrechung der Ergebnisveröffentlichung. Ob einzelne Abläufe beanstandet werden müssen, lässt sich aus einer nationalen Summenprüfung nicht entscheiden. Quelle: TSE, 25. Oktober 2026.
Was die dokumentierten Kontrollen aussagen
Nach Angaben des TSE wurden bei einem Integritätstest an seinem Sitz in der Stichwahl 389 zuvor auf Papier festgehaltene Teststimmen auf zwei ausgelosten Geräten eingegeben und mit deren Ergebnis verglichen. Es gab keine Abweichungen. Derselbe Bericht nennt auch für den Test am TSE-Sitz im ersten Wahlgang keine Differenzen. Das ist ein konkretes Kontrollergebnis für diese Stichproben, keine vollständige Prüfung aller bei der Wahl eingesetzten Geräte. Quelle: TSE zum Integritätstest.
Die Organisation Amerikanischer Staaten entsandte für die Stichwahl 89 Fachleute und Beobachter aus 22 Ländern und kündigte einen anschließenden vorläufigen Bericht an. Die Entsendung allein ist noch kein Prüfungsurteil über den Wahlausgang. Ein solcher Bericht müsste anhand seines tatsächlichen Inhalts bewertet werden. Quelle: OAS, 20. Oktober 2026.
Warum hohe Stimmenanteile keinen Betrug beweisen
Beteiligung und Lula-Anteil auf Gemeindeebene, getrennt nach Wahlgang. Regionale Muster sind sichtbar; eine Betrugswahrscheinlichkeit lässt sich daraus nicht ablesen.
In der Stichwahl erreichte Lula in elf inländischen Gemeindegebieten mehr als 90 Prozent, Bolsonaro in einem. Keine inländische Gebietseinheit gab einem der beiden 100 Prozent. Die höchste kommunale Beteiligung lag bei 93,12 Prozent; im ersten Wahlgang waren es 92,69 Prozent. Das sind beschreibende Ergebnisse, keine festgelegten Schwellen für eine gültige oder verdächtige Wahl.
Wenn politisch ähnliche Menschen räumlich zusammenleben, können sehr einseitige Ergebnisse entstehen. Auch ein Zusammenhang zwischen Beteiligung und Kandidatenanteil kann soziale oder regionale Ursachen haben. Um einen Manipulationsvorwurf zu prüfen, wären beispielsweise unabhängig gesicherte Wahlprotokolle, widersprechende Originalbelege oder nachvollziehbare technische Befunde nötig. Eine außergewöhnliche Prozentzahl allein reicht dafür nicht.
Zwei kleine Registerdetails sind keine verschwundenen Stimmen
Die nationalen Dateien enthalten 423 Registereinträge aus nicht eingerichteten Auslandswahlbezirken. Wer nur Teilnahme und Nichtwahl addiert und mit sämtlichen Registereinträgen vergleicht, erzeugt deshalb eine scheinbare Differenz. Daneben erläutert das TSE-Rohdatenportal 39 doppelt zugeordnete Registereinträge infolge vorübergehender Wählerübertragungen. Diese dokumentierte Registerkorrektur ist von den 423 Einträgen zu unterscheiden; sie bezeichnet keine 39 nachgewiesenen Doppelstimmen.
Was sich aus dieser Prüfung schließen lässt
Die geprüften amtlichen Ergebnisdaten liefern für keinen der beiden Wahlgänge einen rechnerischen Hinweis auf falsch addierte Stimmen oder eine Teilnahme über dem Wahlregister. Weil die Ausgangszahlen aus demselben amtlichen System stammen, ist ihre Übereinstimmung aber keine unabhängige Bestätigung jeder einzelnen Stimmabgabe. Lokale Verstöße, Druck auf Wähler oder technische Manipulationen lassen sich mit dieser Prüfung weder umfassend nachweisen noch ausschließen.
Der Befund lautet deshalb: Die veröffentlichten Summen sind konsistent. Wer darüber hinaus Wahlbetrug behauptet, muss konkrete überprüfbare Belege vorlegen. Den politischen Hintergrund ungewöhnlich hoher oder niedriger Ergebnisse beleuchten der Einkommensvergleich und die regionale Analyse.
Daten und Methode
Prüfung der veröffentlichten Präsidentschaftsergebnisse auf Gemeinde- beziehungsweise Auslandswahlortebene. Erster Wahlgang: TSE-Kandidaten- und Auszählungs-CSV, aggregiert über Wahlzonen einschließlich der gesondert geführten Transitstimmen. Stichwahl: amtliche Ergebnisdateien. Kontrolliert wurden fünf Summenbeziehungen, negative Werte, Beteiligungsobergrenzen und nationale Summen; für die Stichwahl zusätzlich 28 staatliche beziehungsweise ausländische Gesamtdateien. Nicht durchgeführt wurden eine Vollprüfung von Urnenprotokollen, eine technische Geräteprüfung oder eine flächendeckende Vor-Ort-Untersuchung. Berichte und amtliche Mitteilungen werden ihrem jeweiligen begrenzten Umfang zugeordnet.
Stand: 26. Oktober 2026. Eigene Berechnungen und Grafiken: severint.net. Die Angaben beziehen sich auf die Präsidentschaftswahl; Rundungsdifferenzen sind möglich.
Lula steigerte seinen landesweiten Stichwahlanteil von 50,90 Prozent im Jahr 2022 auf 51,79 Prozent 2026. Gleichzeitig wechselten unter den vergleichbaren Gemeindegebieten 278 von Lula zu Bolsonaro und nur 31 in die Gegenrichtung. Das ist kein Widerspruch: Gemeinden haben sehr unterschiedliche Stimmengewichte.
Der Vergleich verbindet zwei Präsidentschaftswahlen mit unterschiedlichen Gegnern. 2022 trat Lula gegen Jair Bolsonaro an, 2026 gegen dessen Sohn Flávio Bolsonaro. „Bolsonaro“ bezeichnet in dieser Auswertung deshalb die jeweilige Kandidatur, nicht dieselbe Person über beide Wahlen.
Die Zahl gewonnener Gemeinden kann sich anders entwickeln als der nationale Stimmenanteil. Gleichstände sind in den beiden Balken nicht enthalten.
Mehrheit verloren heißt nicht automatisch weniger Stimmen im Land
In 2.844 der 5.568 vergleichbaren inländischen Gebietseinheiten gewann Lula beide Stichwahlen, in 2.412 jeweils der Bolsonaro-Kandidat. 278 Einheiten wechselten von Lula zu Bolsonaro, 31 von Bolsonaro zu Lula. Hinzu kommen drei Vergleiche mit einem Gleichstand in einem der beiden Jahre.
Jede Gemeinde zählt in dieser Aufstellung einmal. Bei der nationalen Auszählung zählt dagegen jede Stimme. Ein größerer Zugewinn in wenigen bevölkerungsreichen Orten kann deshalb Verluste in vielen kleinen Gemeinden aufwiegen. Selbst dort, wo ein Kandidat verliert, kann er seinen Anteil verbessern und damit zum nationalen Ergebnis beitragen.
Lula legte besonders im Bundesdistrikt und in Amapá zu
Veränderung des Lula-Anteils in Prozentpunkten. Rot zeigt Zugewinne, Blau Rückgänge gegenüber der Stichwahl 2022.
Auf Ebene der Bundesstaaten und des Bundesdistrikts gewann Lula am stärksten im Distrito Federal hinzu: 4,54 Prozentpunkte. In Amapá waren es 4,24, in Acre 3,73 und in Roraima 3,62 Prozentpunkte. Trotzdem blieb er in Acre und Roraima deutlich hinter Bolsonaro. Eine Verbesserung ist also etwas anderes als eine gewonnene Mehrheit.
In Rio de Janeiro stieg sein Anteil von 43,47 auf 46,90 Prozent. Im bevölkerungsreichen Bundesstaat São Paulo legte er von 44,76 auf 46,15 Prozent zu. Beide Staaten gewann 2026 weiterhin Bolsonaro, doch Lulas höherer Anteil verringerte dort den Abstand zum politischen Gegner.
Andere Hochburgen wurden schwächer
Den größten Rückgang auf Staatsebene verzeichnete Lula in Tocantins: von 51,36 auf 48,63 Prozent. Der Staat wechselte damit die Mehrheit. Auch in Maranhão, Rio Grande do Sul, Ceará, Piauí, Mato Grosso und Goiás lag Lulas Anteil unter dem Wert von 2022.
Besonders große kommunale Veränderungen lassen sich unter den Orten mit mindestens 50.000 gültigen Stimmen beobachten: In Rio Branco stieg Lulas Anteil um 5,96 Prozentpunkte, in Macapá um 5,91 und in Manaus um 5,44. In Balsas sank er dagegen um 6,66 Prozentpunkte, in Itaituba um 6,28. Diese Auswahl verwendet eine feste Größenuntergrenze, damit sehr kleine Orte die Rangliste nicht dominieren.
Ein Kandidatenvergleich ist keine Messung individueller Treue
Zwischen zwei Wahlen verändern sich Wahlberechtigung, Wohnorte und Beteiligung. Dazu kommen der Wechsel von Jair zu Flávio Bolsonaro und ein anderer politischer Kontext. Die Daten zeigen deshalb, wie sich Ergebnisse in Gebieten verschieben. Sie zeigen nicht, dass bestimmte Personen einem Kandidaten treu blieben oder das Lager wechselten.
Wenn Sie die Karte lesen, unterscheiden Sie außerdem zwischen Anteil und Stimmenzahl. Ein Prozentpunkt in São Paulo steht für wesentlich mehr Stimmen als ein Prozentpunkt in einem kleinen Bundesstaat. Die Bilanz der absoluten Stimmenüberschüsse und der Einkommensvergleich ergänzen deshalb diesen historischen Blick.
Daten und Methode
Verglichen werden ausschließlich die Stichwahlen 2022 und 2026, jeweils gültige Präsidentenstimmen. Für den kommunalen Vergleich wurden Boa Esperança do Norte, Sorriso und Nova Ubiratã wegen der territorialen Neugliederung ausgeschlossen. Es verbleiben 5.568 gemeinsame inländische Einheiten. Die staatlichen und nationalen Vergleiche enthalten dagegen die vollständigen jeweiligen Ergebnisse. Veränderungen werden in Prozentpunkten angegeben. Weitere kleinere Grenzanpassungen sind durch diesen Abgleich nicht vollständig kontrolliert; kleinteilige örtliche Veränderungen sollten deshalb vorsichtig interpretiert werden.
Stand: 26. Oktober 2026. Eigene Berechnungen und Grafiken: severint.net. Die Angaben beziehen sich auf die Präsidentschaftswahl; Rundungsdifferenzen sind möglich.
30.509.005 registrierte Wahlberechtigte nahmen an Brasiliens Stichwahl nicht teil. Die amtliche Nichtwahlquote lag bei 19,22 Prozent. Sie war damit niedriger als im ersten Wahlgang. Doch der landesweite Rückgang verdeckt eine gegenläufige Entwicklung im Norden.
Lulas 51,79 Prozent und Bolsonaros 48,21 Prozent teilen die gültigen Stimmen vollständig unter sich auf. Wer leer oder ungültig wählte, erscheint in dieser Gegenüberstellung ebenso wenig wie diejenigen, die gar nicht teilnahmen. Für das Verständnis der Wahl lohnt sich deshalb eine zweite Bezugsgröße: das Wahlregister.
Die Kandidatenanteile wirken kleiner, wenn statt gültiger Stimmen sämtliche erfassten Wahlberechtigten der eingerichteten Wahlbezirke als Bezugsgröße dienen.
Je 100 Wahlberechtigte: rund 40 für Lula, 38 für Bolsonaro
Bezogen auf das Register der eingerichteten Wahlbezirke entfielen 40,48 Prozent auf Lula, 37,69 Prozent auf Bolsonaro, 19,22 Prozent auf Nichtwahl, 1,72 Prozent auf ungültige und 0,90 Prozent auf leere Stimmen. Das ist dieselbe Wahl aus einer anderen Perspektive. Lulas Sieg unter den gültigen Stimmen bleibt davon unberührt.
Leere und ungültige Stimmen sind keine Nichtwahl: Diese Menschen nahmen teil. Außerdem verrät die Statistik nicht, ob ein leerer oder ungültiger Stimmzettel beziehungsweise eine entsprechende Eingabe bewusst, aus Protest oder versehentlich zustande kam.
Im Nordosten war die Beteiligung am höchsten
Von den fünf Großregionen hatte der Nordosten in der Stichwahl die niedrigste Nichtwahlquote: 16,49 Prozent. Es folgten der Süden mit 18,19 Prozent, der Zentralwesten mit 20,05, der Südosten mit 20,27 und der Norden mit 21,25 Prozent.
Vier Großregionen verzeichneten niedrigere Nichtwahlquoten. Im Norden stieg die Quote. Das Ausland hat eine deutlich andere Größenordnung.
Der Nordosten war zugleich die Region mit dem größten Stimmenüberschuss für Lula. Daraus folgt jedoch nicht, dass seine hohe Beteiligung allein den Wahlsieg erklärt. Die Daten zeigen weder die politische Präferenz der Nichtwähler noch, wie dieselben Menschen bei einer Teilnahme abgestimmt hätten.
Der Norden entwickelte sich gegen den nationalen Trend
Landesweit stieg die Zahl der Teilnehmenden von 125.275.835 auf 128.236.074, also um knapp drei Millionen. Im Norden sank sie dagegen von 10.554.993 auf 10.317.110. Die dortige Nichtwahlquote nahm von 19,43 auf 21,25 Prozent zu.
Auch die Spannweite zwischen Gemeinden ist groß. In Bela Vista do Piauí nahmen in der Stichwahl 93,12 Prozent der registrierten Wahlberechtigten teil. In Itaubal im Bundesstaat Amapá waren es 58,99 Prozent. Solche Unterschiede können viele Gründe haben. Die Ergebnistabelle enthält keine Angaben über individuelle Motive, Fahrtwege oder organisatorische Hindernisse.
Im Ausland blieb eine Mehrheit der Registrierten fern
An den Auslandswahlorten lag die Nichtwahlquote bei 58,37 Prozent. Für diese Quote berücksichtigt das TSE-Portal die Register der tatsächlich eingerichteten Wahlbezirke. Die Beteiligung stieg gegenüber dem ersten Wahlgang, blieb aber deutlich unter dem inländischen Niveau.
In Deutschland lag die Beteiligung der drei erfassten Wahlorte bei 51,59 Prozent. Einzelheiten zu Berlin, Frankfurt und München finden Sie im Deutschland-Ergebnis. Für sämtliche Auslandsorte gilt: Die Gruppe der registrierten Wahlberechtigten ist nicht mit allen im Ausland lebenden Brasilianern gleichzusetzen.
Warum die Bezugsgröße entscheidend ist
Wenn Sie Beteiligungs- und Kandidatenanteile vergleichen, prüfen Sie immer den Nenner. Kandidatenanteile beziehen sich hier auf gültige Stimmen, leere und ungültige Stimmen auf die abgegebenen Stimmen, Nichtwahl auf das maßgebliche Wahlregister. Erst eine gemeinsame Bezugsgröße erlaubt die Darstellung „von 100 Wahlberechtigten“.
Daten und Methode
Die amtlichen Dateien enthalten 158.745.502 Registereinträge. Davon entfallen 423 auf nicht eingerichtete Auslandswahlbezirke. Teilnahme und Nichtwahl ergeben zusammen 158.745.079; dieser Nenner reproduziert die Portalquoten. Zusätzlich weist das TSE auf 39 doppelt zugeordnete Registereinträge hin und nennt 158.745.463 als bereinigte Gesamtzahl der Wahlberechtigten. Da deren örtliche Zuordnung aus den verwendeten Ergebnistabellen nicht hervorgeht, wurden keine pauschalen Gemeinde-Korrekturen vorgenommen. Sämtliche dargestellten Quoten folgen konsistent dem veröffentlichten Ergebnisstand; die kleine Registerdifferenz ändert die auf zwei Stellen gerundete nationale Beteiligungsquote nicht.
Stand: 26. Oktober 2026. Eigene Berechnungen und Grafiken: severint.net. Die Angaben beziehen sich auf die Präsidentschaftswahl; Rundungsdifferenzen sind möglich.
Am 4. Oktober lag Flávio Bolsonaro 2.224.965 Stimmen vor Lula. Drei Wochen später gewann Lula die Stichwahl mit 4.430.191 Stimmen Vorsprung. Er legte um 10.376.694 Stimmen zu, Bolsonaro um 3.721.538. Besonders große Zugewinne für Lula kamen aus São Paulo und Rio de Janeiro.
Die bloße Betrachtung der Prozentwerte unterschätzt, was sich zwischen den Wahlgängen verändert hat. Es standen weniger Kandidaten zur Wahl, mehr Menschen nahmen teil und weniger Stimmen blieben leer oder ungültig. Deshalb betrachten wir zuerst die absoluten Stimmenzahlen.
Beide Finalisten gewannen Stimmen hinzu. Lulas Zuwachs war um 6.655.156 Stimmen größer als der Zuwachs Flávio Bolsonaros.
Wie aus einem Rückstand ein Vorsprung wurde
Kandidat
1. Wahlgang
Stichwahl
Zuwachs
Lula
53.879.538
64.256.232
10.376.694
Flávio Bolsonaro
56.104.503
59.826.041
3.721.538
Lulas Anteil an sämtlichen gültigen Stimmen stieg von 45,16 auf 51,79 Prozent. Dieser Vergleich enthält allerdings den Effekt der ausgeschiedenen Kandidaten. Betrachtet man im ersten Wahlgang nur die Stimmen der beiden späteren Finalisten, lag Lula bei rund 48,99 Prozent. Auch gegenüber dieser engeren Bezugsgröße legte er zur Stichwahl zu.
São Paulo und Rio lieferten die größten absoluten Zugewinne
In der Stadt São Paulo gewann Lula 812.005 Stimmen hinzu, Bolsonaro 337.176. In Rio de Janeiro kamen für Lula 373.874 und für Bolsonaro 122.844 Stimmen hinzu. Die Stadt Rio wechselte damit ihre Reihenfolge: Im ersten Wahlgang führte Bolsonaro, in der Stichwahl Lula.
Weitere große Lula-Zugewinne gab es in Salvador mit 209.714, Brasilia mit 149.597 und Belo Horizonte mit 149.091 Stimmen. Zuwachs bedeutet dabei nicht automatisch Sieg: Brasilia und Belo Horizonte blieben in der Stichwahl bei Bolsonaro.
Die Wechsel sind deutlich ungleich verteilt. Gemeint ist der jeweils führende Kandidat, nicht zwingend eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang.
211 Gemeinden drehten zu Lula, eine zu Bolsonaro
In 211 inländischen Gemeindegebieten, in denen Bolsonaro zunächst vor Lula lag, führte in der Stichwahl Lula. In die Gegenrichtung wechselte eine Gemeinde: Uirapuru in Goiás. Dort lag Lula zunächst mit 930 zu 854 Stimmen vorn; die Stichwahl gewann Bolsonaro mit 1.087 zu 1.069 Stimmen.
Zu den größeren Orten, die zu Lula wechselten, gehören neben Rio de Janeiro auch Osasco, Ananindeua und Macapá. Zusätzlich gingen zwei anfangs ausgeglichene Gemeindeergebnisse an Lula. Eine ursprünglich von Bolsonaro geführte Gemeinde endete mit Gleichstand.
Woher kamen die zusätzlichen Stimmen?
Rechnerisch lässt sich die Veränderung vollständig beschreiben: Die ausgeschiedenen Kandidaten hatten im ersten Wahlgang zusammen 9.316.747 Stimmen erhalten. Außerdem stieg die Zahl der gültigen Stimmen um 4.781.485. Zusammen sind das genau die 14.098.232 zusätzlichen Stimmen, die Lula und Bolsonaro in der Stichwahl erhielten.
Die Zunahme gültiger Stimmen wiederum setzt sich aus 2.960.239 zusätzlichen Teilnahmen und einem Rückgang leerer beziehungsweise ungültiger Stimmen um 1.821.246 zusammen. Diese Bilanz beschreibt Mengen. Sie zeigt nicht, welche Menschen zwischen Kandidaten wechselten, erstmals teilnahmen oder diesmal gültig wählten.
Wenn Sie aus diesen Daten eine Wählerwanderung ableiten möchten, stößt die Auswertung an ihre Grenze: Auch gegenläufige Bewegungen können sich gegenseitig aufheben. Eine individuelle Wanderungsanalyse würde zusätzliche Befragungsdaten oder ein ausdrücklich begründetes Schätzmodell benötigen.
Wie unterschiedlich sich die Beteiligung regional entwickelte, lesen Sie im Beitrag über Nichtwähler. Wo die Stimmenüberschüsse letztlich zusammenkamen, zeigt die regionale Bilanz.
Daten und Methode
Verglichen wurden die final verfügbaren Kandidaten- und Beteiligungszahlen der Präsidentschaftswahl vom 4. und 25. Oktober 2026. Grundlage sind dieselben 5.571 inländischen Gebietseinheiten; Auslandsorte sind in den nationalen Summen enthalten, aber nicht in den Gemeindewechseln. Der erste Wahlgang stammt aus den TSE-CSV-Dateien, die Stichwahl aus den amtlichen Ergebnisdateien. Die Summe aller Kandidaten und alle Teilnahmesummen wurden mit den nationalen Dateien abgeglichen. Die zuletzt veröffentlichten Zahlen können leicht von frühen Wahlabendmeldungen abweichen.
Stand: 26. Oktober 2026. Eigene Berechnungen und Grafiken: severint.net. Die Angaben beziehen sich auf die Präsidentschaftswahl; Rundungsdifferenzen sind möglich.
Brasilianische Wähler an den vom TSE geführten Wahlorten in Deutschland stimmten in der Stichwahl deutlich für Lula: Er erhielt 16.549 Stimmen und damit 79,09 Prozent. Flávio Bolsonaro kam auf 4.374 Stimmen beziehungsweise 20,91 Prozent. Besonders klar fiel das Ergebnis in Berlin aus.
Das deutsche Ergebnis lag weit vom brasilianischen Gesamtergebnis entfernt. Landesweit einschließlich der Auslandsstimmen erhielt Lula 51,79 Prozent. In Deutschland war sein Anteil um 27,31 Prozentpunkte höher. Grundlage sind die drei TSE-Wahlorte Berlin, Frankfurt und München.
Lulas Anteil lag an allen drei deutschen Wahlorten deutlich über seinem Gesamtergebnis. Die Prozente beziehen sich auf gültige Stimmen.
Berlin liegt mit 86,88 Prozent vorn
Wahlort
Lula
Flávio Bolsonaro
Lula-Anteil
Beteiligung
Berlin
7.452
1.125
86,88 %
58,00 %
Frankfurt
4.572
1.593
74,16 %
48,67 %
München
4.525
1.656
73,21 %
47,20 %
Deutschland gesamt
16.549
4.374
79,09 %
51,59 %
Berlin lieferte mit 8.577 gültigen Stimmen zugleich den größten der drei deutschen Ergebnisblöcke. In Frankfurt wurden 6.165 gültige Stimmen abgegeben, in München 6.181. Die bundesweite Deutschland-Zahl ist die Summe dieser Stimmen. Sie ist kein einfacher Durchschnitt der drei Prozentwerte.