Kurz berichtet: Wenn die Polizei von Strafanzeigen abrät oder nicht ermittelt

Ich hatte darum gebeten von Fällen zu berichten, in denen die Polizei davon abgeraten hat, nach einer Straftat eine Anzeige zu erstatten oder aus anderen Gründen keine Anzeige aufgenommen hat. Hier sind einige kurze Reaktionen, die ich in den sozialen Netzen erhalten habe:

Ist Ihnen klar, dass das nichts bringt?

Kann ich subjektiv bestätigen. Von der Polizei kommt in den letzten Jahren häufig sowas wie: “Natürlich kann ich die Anzeige aufnehmen, aber ihnen ist klar, dass das nichts bringt?” Dabei ging es von Diebstahl bis Körperverletzung in den letzten 4 Jahren. Die beiden Sachen die ich gegen den Widerstand der Polizei anzeigen konnte sind ohne Ermittlungen eingestellt worden.
Oliver T. über Facebook.

Wollen Sie hier wirklich zwei Stunden sitzen?

Mir wurden in den letzten drei Monaten zwei Anzeigen aus geredet, und Bekannten von mir ebenfalls noch mal zwei. Mit der subtilen Frage wollen sie jetzt wirklich anderthalb Stunden hier sitzen bzw der Aussage bringt doch eh nichts Verfahren wird eingestellt.
Anonym über twitter.

Das bringt doch nichts

Meiner Tochter wurde auf dem Schulhof von einem Schulfremden das iPhone gestohlen. Die Polizei kam zwar und hat auch mit der Direktorin gesprochen. Von beiden Seiten wurde ich gebeten, auf eine Anzeige zu verzichten. Von der Direktorin wegen des Rufs der Schule, von der Polizei, da man ohnehin schon genug zu tun habe und ein Ermittlungserfolg sehr unwahrscheinlich sei.
Judith S. über Privatnachricht auf twitter

Ermittlung eingestellt

Meine Tochter wurde vor Kurzem Opfer eines Internet-Betrügers und erstattete bei der Kripo Anzeige. Knapp 2 Wochen später kam die Einstellung durch die StA. Das spannende daran: Zu der Zeit war die Annonce noch Online! Man hatte wohl keine echte Lust, den Täter zu ermitteln.
Günther Z. über twitter.

Weitere Fälle gibt es unter dem Hashtag “keine Anzeige“.

Sie haben etwas ähnliches erlebt? Bitte schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen an severint@live.de oder kontaktieren Sie mich über twitter oder Facebook – im Zweifel auch gerne anonym.

Kein Polizeieinsatz nach Ladendiebstahl

Ich hatte darum gebeten von Fällen zu berichten, in denen die Polizei davon abgeraten hat, nach einer Straftat eine Anzeige zu erstatten oder aus anderen Gründen keine Anzeige aufgenommen hat. Folgendes hat sich in Berlin zugetragen; die Verfasserin ist mir bekannt:

Jahr 2017 in Berlin – Eine Gruppe Jugendlicher betrat den Laden meines Mannes. Es handelt sich um ein Textilgeschäft. Einer dieser Jugendlichen verwickelte meinen Mann in ein Gespräch während die anderen sich umschauten und anprobierten. Ohne was zu kaufen verließen dann alle das Geschäft und führen mit Fahrrädern davon. Zeitgleich bemerkte mein Mann den Verlust einer Jacke, die von einem dieser Jugendlichen anprobiert wurde. Mein Mann folgte ihnen noch aber sie entkamen.

Ich war vor Ort (zur Tatzeit allerdings nicht im Geschäft) und rief zeitnah die Polizei an. Dort sagte man mir, das passiere laufend und sie hätten niemanden der kommen könnte. Alle Kollegen wären im Einsatz – das glaubte ich bei dem Zustand der Berliner Polizei sofort.

Man sagte mir auch noch wenn wir unbedingt wollten, könnten wir online eine Anzeige abgeben aber die Erfolgsaussichten sind gleich null. Haben wir dann auch nicht gemacht, da Aufwand und Nutzen hier in keinerlei Verhältnis stehen. Das war es.

In anderen vorherigen Fällen, kam zwar die Polizei, hat auch eine Anzeige aufgenommen, allerdings wurde nie jemand ermittelt. Wir bekamen immer einen Brief, die Ermittlungen werden eingestellt.

Sie haben etwas ähnliches erlebt? Bitte schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen an severint@live.de oder kontaktieren Sie mich über twitter oder Facebook – im Zweifel auch gerne anonym.

Ein subjektiver Beitrag zur Kriminalitätsstatistik – und eine Frage

Anlass für diesen kleinen Artikel ist der obige tweet von Florian Neuhann, der Korrespondent im ZDF Hauptstadtstudio ist und die sich daraus ergebende Frage, wie es tatsächlich um die Kriminalitätsstatistik in Deutschland aussieht.

Natürlich glaube ich, dass die Zahl der registrierten Straftaten 2017 so niedrig ist wie seit 1992 nicht mehr. Ich glaube persönlich aber nicht, dass die Zahl der Straftaten gesunken ist, sondern eben nur die Zahl der registrierten Straftaten.

Warum ich das glaube? Drei ganz einfache persönliche Erlebnisse:

  • Ein bisschen naiv habe ich vor einigen Monaten bei eBay Kleinanzeigen Karten für das Bundesligaspiel Dortmund gegen Köln gekauft. Und obwohl ich bezahlt habe, wurden diese nie geliefert. Da mich das ganze wirklich sehr geärgert hat, wollte ich auch eine Strafanzeige stellen. Reaktion der Polizei: Ob es wirklich notwendig sei, dass ich einen zivilrechtlichen Anspruch mit den Mitteln des Strafrechts durchsetzen wolle. Man habe schon genug zu tun.
  • Samstag Abend in der Bonner Innenstadt wird mir ein Smartphone von hinten aus der Hand gerissen, zum Glück und durch Zufall nur ein günstiges Ersatzgerät für weniger als 100 Euro. Als ich den Fall zur Anzeige bringen will, werde ich gefragt, ob das für die Versicherung notwendig sei. Sonst könne ich mir das eher sparen, dass ein Täter gefunden werde sei ohnehin unwahrscheinlich. Da ich auch ohnehin keine brauchbare Beschreibung liefern konnte, sparte ich es mir dann.
  • Unterwegs mit einem Bekannten, der regelmäßig einen Mietwagen hat. Wir parken kurz, um einen Kaffee zu trinken. Als wir wiederkommen stellen wir einen kleinen Schaden am Auto fest, augenscheinlich ein Fall von Fahrerflucht. Gesehen hat niemand was. Er ruft bei der Mietwagenfirma an und schildert den Fall. Reaktion dort: “Eigentlich müssten Sie die Polizei rufen, wegen solcher Bagatellen kommen die aber nicht mehr so gerne. Wir wickeln das so ab.” Als guter Stammkunde dort ist er dann auch ohne Selbstbeteiligung aus dem Fall rausgekommen.

In einem weiteren Fall – meiner Tante wurden im Zug Koffer gestohlen und ich kümmerte mich um die Sache – bestand die Versicherung auf einer Anzeige bei der Polizei. Die Bonner Polizei war froh, mich an die Bahnpolizei verweisen zu können, die das mit den Versicherungen schon kannte und die Anzeige aufnahm.

Von vier Fällen wurde also in drei Fälle, nahegelegt, auf eine Anzeige zu verzichten. Zwei mal direkt durch die Polizei, einmal aufgrund von Erfahrungen mit der Polizei.

Mein subjektiver Eindruck ist also der, dass viel weniger Straftaten registriert werden, als dies früher der Fall war und daher die Kriminalitätsstatistik besser aussieht.

Doch ist dies belegbar?

Erfahrungen gesucht

Und daher die Frage an Betroffene, Rechtsanwälte, Polizisten, Täter, Staatsanwälte und andere Experten – wie sieht es sonst so in der Praxis aus?

Bitte schreiben Sie Ihre Erfahrungen an severint@live.de oder kontaktieren Sie mich über twitter oder Facebook. Im Zweifel auch gerne anonym.

Die Berichte gibt es unter dem Hashtag “Keine Anzeige“.

 

Mein Abendessen: Würstchen mit Kartoffelsalat

Ganz einfach, aber immer wieder gut: Österreichischer Kartoffelsalat, diesmal mit etwas Spinat untergehoben und dazu eine Bratwurst.

Spam: Hacking Alert! You account was hacked

Und hier haben wir wieder eine Variante der Fake-Erpressungs-E-Mail. Hier gilt wie immer: einfach ignorieren und am besten direkt löschen.

Dear user of gmx.de!

I am a spyware software developer.
Your account has been hacked by me in the summer of 2018.

I understand that it is hard to believe, but here is my evidence (I sent you this email from your account).

The hacking was carried out using a hardware vulnerability through which you went online (Cisco router, vulnerability CVE-2018-0296).

I went around the security system in the router, installed an exploit there.
When you went online, my exploit downloaded my malicious code (rootkit) to your device.

This is driver software, I constantly updated it, so your antivirus is silent all time.

Since then I have been following you (I can connect to your device via the VNC protocol).
That is, I can see absolutely everything that you do, view and download your files and any data to yourself.
I also have access to the camera on your device, and I periodically take photos and videos with you.

At the moment, I have harvested a solid dirt… on you…
I saved all your email and chats from your messangers. I also saved the entire history of the sites you visit.

I note that it is useless to change the passwords. My malware update passwords from your accounts every times.

I know what you like hard funs (adult sites).
Oh, yes .. I’m know your secret life, which you are hiding from everyone.
Oh my God, what are your like… I saw THIS … Oh, you dirty naughty person … :)

I took photos and videos of your most passionate funs with adult content, and synchronized them in real time with the image of your camera.
Believe it turned out very high quality!

So, to the business!
I’m sure you don’t want to show these files and visiting history to all your contacts.

Transfer $889 to my Bitcoin cryptocurrency wallet: 19qL8vdRtk5xJcGNVk3WruuSyitVfSAy7f
Just copy and paste the wallet number when transferring.
If you do not know how to do this – ask Google.

My system automatically recognizes the translation.
As soon as the specified amount is received, all your data will be destroyed from my server, and the rootkit will be automatically removed from your system.
Do not worry, I really will delete everything, since I am ‘working’ with many people who have fallen into your position.
You will only have to inform your provider about the vulnerabilities in the router so that other hackers will not use it.

Since opening this letter you have 48 hours.
If funds not will be received, after the specified time has elapsed, the disk of your device will be formatted, and from my server will automatically send email and sms to all your contacts with compromising material.

I advise you to remain prudent and not engage in nonsense (all files on my server).

Good luck!

Mein Abendessen: Lange geschmorte Rinderbeinscheibe und Polenta

Soul Food für Winter- und Herbstabende, inspiriert von Ossobuco und leicht gemacht:

Je Person eine Rinderbeinscheibe in einem Bräter von beiden Seiten anbraten. Klein geschnittenes Suppengemüse und Zwiebeln zugeben und dann wenig später 500ml Rinderfond, 500ml Rotwein und 800g gehackte Tomaten aus der Dose zugeben. Alles für ca. drei bis vier Stunden auf kleiner Stufe bei geschlossenem Deckel garen lassen. Das Mark aus den Beinscheiben sollte sich herausgelöst haben.

Beinscheibe zusammen mit dem Gemüse und Polenta servieren.

twitter #bookchallenge (I)

Auf twitter gibt es immer wieder einmal die Bookchallenge.

Wurde man nominiert, soll man sieben Tage lang täglich ein Bild des Covers eines Lieblingsbuchs posten – ohne Erklärung. Zudem nominiert man einen weiteren Teilnehmer.

Das erste mal war ich im Oktober 2018 dran. Und damit ich nicht vergesse, welche Bücher ich damals vorgestellt habe, sind hier die Cover zusammengefasst dokumentiert.

Wer mir auf twitter folgen mag, klicke hier.

Mein Abendessen: Nudeln mit Erbsen, Schinken und Sahne

Dieses Abendessen braucht wirklich fast nur 10 Minuten und schmeckt eigentlich allen.

Nudeln – hier Fusilli – in Salzwasser kochen. Derweil eine Zwiebel in etwas Öl anschwitzen, gewürfelten Schinken dazu, mit Sahne aufgießen, mit etwas Brühepulver würzen und dann TK-Erbsen zugeben. 2 Minuten köcheln lassen und mit den abgetropften Nudeln mischen.

Das Nokia 6.1 (2018) im Kurztest

Gut fünf Jahre lang hatte meine Mutter ein Nokia Lumia 925 im Einsatz. Und hätte nicht der Akku nach einigen kleinen Vorwarnungen nun endgültig den Geist aufgegeben, würde sie es noch die nächsten Jahre nutzen, zumindest solange, wie WhatsApp auf Windows Phone unterstützt wird. Übrigens, Datenverluste, insbesondere von Bildern, gab es trotz plötzlichen Ausfalls praktisch keine, da ich die automatische Sicherung über OneDrive aktiviert hatte. Grundsätzlich rate ich bei jeder Gelegenheit, zumindest seine Fotos automatisch bei einem der gängigen Cloud Anbieter zu sichern. Bei Diebstahl oder defekter Hardware hat man dann zumindest diesbezüglich keine Verluste. Aber ich schweife mal wieder ab…

Jedenfalls musste schnell Ersatz her. Ein subventioniertes Gerät im Rahmen des Mobilfunkvertrags hätte sich nicht gelohnt, sogar die freundliche Dame bei der Telekom Hotline riet davon ab. Angesichts der Anforderungen meiner Mutter – telefonieren, WhatsApp, E-Mail, mal eine Google Recherche und hin und wieder ein Schnappschuss – wäre ein iPhone oder Android Flaggschiff wie das Google Pixel 3 überdimensioniert gewesen.

Was mir bei der Auswahl wichtig war: es sollte möglichst ein pures  Android sein, ansprechende Haptik, Optik und  Verarbeitungsqualität haben, ausreichend schnell sein und über eine nicht zu schlechte Kamera verfügen.

Auf dem Papier sollte das Nokia 6.1 (2018) diese Anforderungen erfüllen. Und bei Amazon gibt es es aktuell (November 2018) für rund 250 Euro. Und so habe ich es kurzerhand in der silbernen Variante bestellt…

In der Packung findet man neben dem eigentlichen Gerät ein Ladegerät im alten Nokia Look, ein passendes USB-C Kabel, ziemlich billig wirkende Ohrhörer und die übliche Kurzanleitung.

Das Design ist elegant, besonders die Rückseite aus Metall weiß zu gefallen. Dazu liegt es gut in der Hand. Die Ränder vorne sind nicht übermäßig groß. Notch gibt es keine (oder keinen?). Das Smartphone wirkt zudem sehr gut gearbeitet, in Verbindung mit dem verbauten Gorilla Glass 3 sollte es auch kleine Stürze gut überstehen.

Neben dem USB-C Anschluss gibt es eine 3,5mm Klinke, den Ein-Ausschalter, Lautstärkewippe und auf der Rückseite unterhalb der Kamera einen Fingerabdrucksensor. In den Slot für die SIM passt übrigens noch eine Speicherkarte.

Beim Einschalten fällt das 5,5″ Full-HD Display direkt positiv auf. Es ist schön scharf, das Betrachten von Videos macht Spaß. Lediglich bei starker Sonneneinstrahlung spiegelt es etwas zu sehr und die automatische Helligkeitsregelung stellt es manchmal für meinen Geschmack zu dunkel. Ansonsten gibt es nichts zu meckern und man hat den Eindruck, ein deutlich teureres Modell vor sich zu haben.

Schnell die Nano SIM eingesetzt und mit dem WLAN verbunden. Neben einem neuen Google Account habe ich auch gleich den bestehenden Microsoft Account meiner Mutter aktiviert – so sind z.B. alle bestehenden Kontakte und dank OneDrive wenig später auch alle alten Fotos direkt da. Es lebe die Cloud.

Ausgeliefert wurde das vorliegende Gerät mit Android Oreo, das Update auf Android Pie steht aber schon zur Verfügung, also die neueste Version. Etwas, worauf man bei der Konkurrenz noch lange warten kann – wenn man es überhaupt bekommen wird…

Neben OneDrive installiere ich Outlook als Mail Programm und Edge als Browser – um den Umstieg von Windows Phone einfacher zu gestalten. Auch SwiftKey erinnert sehr an die Tastatur des gewohnten Lumia und wird daher als Standardtastatur installiert – übrigens etwas, was ich aus mehreren Gründen auch bei meinen Smartphones immer mache. Dann kommt noch WhatsApp drauf und in Sachen Software ist alles eingerichtet.

Mit 3GB RAM und Snapdragon 630 Prozessor ist es für diese Auswahl auch mehr als schnell genug, App-Wechsel laufen glatt und schnell ab.

Die Kamera mit 16MB und Zeiss Optik ist bei Tageslicht – besonders mit aktiviertem HDR – sehr ordentlich. Lediglich der Fokus könnte deutlich schneller sein. Aber hey, wir sprechen hier über ein günstiges Mittelklasse Smartphone. Bei Nachtaufnahmen sollten sich die Objekte nicht bewegen und mit einem Google Pixel kann sich das günstige Nokia in dieser Disziplin nicht messen. Aber für übliche Schnappschüsse ist es mehr als gut geeignet, bei guten Lichtbedingungen sieht man auch keinen Unterschied zu deutlich teureren Smartphones.

Ach ja, telefonieren kann man auch: der Empfang ist gut, die Klangeigenschaften ebenfalls. Und wo wir schon beim Alltagseinsatz sind: mit dem 3.000mAh Akku kommt man bei normalen Einsatz mehr als gut durch den Tag.

So wie es aussieht, was das Nokia 6.1 also eine gute Wahl.

Ach ja, standardmäßig war die Rufnummernunterdrückung für ausgehende Anrufe aktiviert – in den Einstellungen der Telefon-App lässt sich das aber schnell ändern.

Faktencheck: Die Thesen aus dem AfD-Flyer zum Migrationspakt

Die AfD ist die einzige größere Partei, die geschlossen gegen den Migrationspakt eintritt. In einem Flyer werden bestimmte Aussagen zum Migrationspakt gemacht, die hier einem Faktencheck unterzogen werden.

Die Aussagen der AfD im Faktencheck

1. wurde von Institutionen ohne demokratische Legitimation initiiert, wie z.B. der UNO und Nichtregierungsorganisationen.

Diese Aussage ist falsch.

Der Migrationspakt geht grundsätzlich auf einen Beschluss der UNO Vollversammlung vom 16. September 2016 zurück und soll am 11. Dezember anlässlich der “Zwischenstaatlichen Konferenz zur Annahme des Globalen Paktes für eine sichere, geordnete und reguläre Migration” in Marrakesch (Marokko) als Ergebnisdokument verabschiedet werden.

Es ist also nicht so, dass UNO und NGOs “aus dem Nichts” einen Migrationspakt entworfen haben.

2. benennt praktisch nur die Rechte der „Migranten“ und die Pflichten der Zielländer.

Diese Aussage ist zumindest überspitzt.

Der Pakt enthält Verpflichtungen für Migranten und Zielländer. Die Pflichten der Zielländer finden aber durchaus mehr Raum als Pflichten der Migranten.

ist ein verstecktes Umsiedlungsprogramm für Wirtschafts- und Armutsflüchtlinge.

Diese Aussage ist falsch.

Ein gezieltes Umsiedlungsprogramm kann aus dem Migrationspakt nicht herausgelesen werden – allenfalls mit viel Phantasie.

3. ermöglicht allen künftigen Migranten den Zugang zum Sozialsystem, zu dessen Erbringung sie nichts beigetragen haben.

Diese Aussage ist richtig.

Sie entspricht aber schon der bestehenden Rechtslage in Deutschland.

4. statuiert eine Aufnahmepflicht für alle, die behaupten, Opfer des „Klimawandels“ zu sein.

Diese Aussage ist falsch.

Eine Aufnahmepflicht für Klimaflüchtlinge ist dem Pakt nicht zu entnehmen.

Allerdings erkennt der Pakt den Klimawandel als Migrationsursache an, z.B. in Ziffer 21 h:

“Wir werden… bei der Ermittlung, Entwicklung und Verstärkung von Lösungen für Migranten zusammenarbeiten, die aufgrund von schleichenden Naturkatastrophen, den nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels und Umweltzerstörung, beispielsweise Wüstenbildung, Landverödung, Dürren und Anstieg des Meeresspiegels, gezwungen sind, ihr Herkunftsland zu verlassen…”

5. bürdet sämtliche mit der Zuwanderung einhergehenden Kosten (z.B. Sozialleistungen, Beratungen, Schulungen jedweder Art, sprachliche Übersetzungen, RechtsmittelEinlegung etc.) den Zielländern auf.

Diese Aussage ist richtig, aber unvollständig.

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Kosten der Zuwanderung vom Zielland zu tragen sind.

Ziel 22 des Pakts fordert die Übertragbarkeit von Sozialansprüchen, hier sind auch Mechanismen vorstellbar, die einen finanziellen Ausgleich zwischen den Staaten sicherstellen.

6. blendet die möglichen Gefahren für die innere Sicherheit durch Zuwandererkriminalität aus.

Diese Aussage ist falsch, zumindest überspitzt.

Der Migrationspakt geht grundsätzlich von einem positiven Menschenbild aus und fordert natürlich Migranten auf, die Gesetze des Ziellandes einzuhalten.

7. klammert die Probleme bei der Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen aus.

Diese Aussage ist falsch, zumindest überspitzt.

Der Migrationspakt fordert durchaus Maßnahmen, die der Integration in die Zielgesellschaften bewirken sollen.

Allerdings fordert er auch von den Zielgesellschaften Akzeptanz von Religion, Sitten und Gebräuchen von Migrantengruppen.

8. fordert auf, in den Medien über die Vorteile der Zuwanderung im Sinne einer „Bereicherung der Gesellschaft“ zu berichten.

Diese Aussage ist grundsätzlich richtig.

Der Migrationspakt schlägt tatsächlich eine pos

9. wird zusätzliche Anreize für eine weiter ansteigende Zuwanderung nach Deutschland geben.

Diese Aussage ist richtig.

Auch laut Auswärtigem Amt sollen Anreize für eine reguläre Migration nach Deutschland geschaffen werden.

Fazit

Die AfD macht es fast wie die CDU – nur andersherum. Es werden nur Aussagen getroffen, die den Migrationspakt in einem schlechten Licht erscheinen lassen. Aspekte, die dem vorgefassten Bild nicht entsprechen, werden unterschlagen.