Hinweis: Die Lage ändert sich laufend. Wir prüfen die Angaben in diesem Artikel alle zwei Stunden. Änderungen vermerken wir mit Uhrzeit im Änderungsprotokoll am Ende des Artikels. Stand: 22.10.2026, 08:31 Uhr MESZ.
Seit dem 21. Oktober 2026 gibt es Notfall-Patches für zwei kritische PHP-Lücken, die unter dem Namen PHP2Shell bekannt geworden sind. Wie deutsche Hoster reagiert haben, habe ich in einem eigenen Artikel zusammengefasst. Hier geht es um die großen internationalen Anbieter: Shared- und Managed-Hoster, Cloud-Plattformen und die Hersteller der Hosting-Software, von denen viele Hoster abhängen. Grundlage sind öffentliche Statusseiten, Blogbeiträge und Hilfeartikel. Wo ich die Seite eines Anbieters nicht selbst abrufen konnte und der Inhalt nur über Sammelseiten belegt ist, steht das ausdrücklich dabei.
Was ist PHP2Shell?
PHP2Shell fasst zwei Schwachstellen zusammen:
- CVE-2026-109618: Speicherbeschädigung, wenn PHP eine Anfrage wegen Speichermangels abbricht. Darüber lässt sich Code ausführen.
- CVE-2026-109619: ein Use-after-free durch veralteten globalen Zustand, ebenfalls mit Codeausführung.
Beide Lücken sind mit CVSS 9.2 (CVSS v4.0) bewertet. Ein Angreifer braucht keinen Login: Eine präparierte Webanfrage reicht, um Code mit den Rechten des Web-Workers auszuführen. Betroffen sind alle PHP-Installationen, die Webanfragen verarbeiten, etwa mod_php, PHP-FPM, php-cgi, FrankenPHP und LiteSpeed.
Gepatcht sind seit dem 21.10.2026 PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35. Für PHP 7.4, 8.0 und 8.1 gibt es nur minimale Source-Backports. Ein Proof of Concept ist öffentlich. Workarounds senken das Risiko, schließen die Lücke aber nicht.
Weiterführend: PHP Foundation, CISA, Datadog Security Labs.
Shared- und Managed-Hoster mit öffentlicher Stellungnahme
Alle Uhrzeiten in MESZ.
GoDaddy
GoDaddy ist einer der größten Hoster und Domain-Registrare der Welt. Laut Jahresbericht (10-K 2025) hatte das Unternehmen Ende 2025 rund 20,4 Millionen zahlende Kunden, davon etwa 9,8 Millionen außerhalb der USA. In einem Blogbeitrag vom 20.10. erklärt GoDaddy, was Website-Betreiber tun müssen. Wer einen VPS selbst verwaltet, muss PHP selbst patchen (Hilfeartikel); gegen Bezahlung übernimmt das der Expert Service. Einen Patch-Status für das Shared Hosting habe ich bis Redaktionsschluss nicht gefunden.
Bluehost und HostGator (Newfold Digital)
Die beiden Marken gehören zu Newfold Digital, einem der großen US-Anbieter im Massengeschäft. Die Statusseiten von Bluehost und HostGator ließen sich nicht abrufen (Zugriff gesperrt). Laut der Sammelseite von TJ Robertson meldeten beide am 21.10. um 18:18 Uhr, die meisten Server seien aktualisiert und der Rest werde noch ausgerollt. Eine eigene Bestätigung dieser Aussage steht noch aus.
Hostinger
Hostinger hat nach eigenen Angaben 4,6 Millionen Kunden in über 150 Ländern (Geschäftszahlen 2025). Im Blog schreibt das Unternehmen, der Exploit werde per ModSecurity blockiert, session.upload_progress sei abgeschaltet und gepatchtes PHP auf der ganzen Plattform ausgerollt. Kunden seien per E-Mail informiert worden. Außer auf VPS müssen Kunden nichts tun, VPS-Kunden patchen selbst.
OVHcloud
OVHcloud ist der größte europäische Cloud- und Hosting-Anbieter, laut Universal Registration Document 2025 mit rund 1,6 Millionen Kunden und 44 Rechenzentren in 10 Ländern. Auf der Statusseite für Web Hosting steht eine Wartung für alle Cluster. Die Details lädt die Seite per JavaScript; laut der Sammelseite von Meow Apps waren am 21.10. um 19:53 Uhr alle Cluster mit PHP 7.4 bis 8.5 gepatcht.
SiteGround
SiteGround ist ein bekannter WordPress-Hoster. Bereits am 21.10. um 13:30 Uhr, also vor dem offiziellen Patch, meldete SiteGround im Blog einen Schutz auf Server-Ebene. Kunden müssen nichts tun.
Namecheap
Namecheap ist ein großer Registrar und Budget-Hoster. Auf seiner Statusseite gab es die erste Meldung am 21.10. um 15:31 Uhr. Um 18:50 Uhr waren nach eigenen Angaben alle öffentlichen Dienste abgesichert, der Rollout läuft über CloudLinux. Um 22:40 Uhr gingen die Pakete an eine Testgruppe. Dass der Rollout am 22.10. um 07:18 Uhr fast abgeschlossen war, ist nur über Sammelseiten belegt. VPS- und Dedicated-Kunden patchen selbst.
DreamHost
Der US-Hoster DreamHost meldet auf seiner Statusseite (Updates am 21.10. um 21:55 und 22:43 Uhr sowie am 22.10. um 07:59 Uhr), die offiziellen PHP-Pakete seien ausgerollt; Stabilitätstests laufen noch. Für PHP 8.1 und älter kommen Fixes über das Extended-Support-Programm, bis dahin gelten die Mitigations.
InMotion Hosting
Der US-Hoster InMotion hat nach eigener Meldung vom Abend des 20.10. bis zum frühen 21.10. session.upload_progress auf allen verwalteten Servern abgeschaltet. Dedicated-Server sind gepatcht, VPS in Arbeit. Dass Shared Hosting noch auf CloudLinux wartet, ist nur über Sammelseiten belegt.
WP Engine und Flywheel
WP Engine ist einer der großen Managed-WordPress-Anbieter, Flywheel gehört dazu. Flywheel meldete am 21.10. um 16:31 Uhr auf seiner Statusseite Schutz über das CDN und auf Host-Ebene; um 21:00 Uhr waren die Patches fertig. Die Statusseite von WP Engine lädt ihren Inhalt per JavaScript. Laut Sammelseiten aktualisiert WP Engine PHP 7.4, 8.2, 8.4 und 8.5 (Meldung vom 21.10., 23:52 Uhr).
Kinsta
Der Premium-Anbieter für Managed WordPress hat sich bisher nur in seinem Community-Forum geäußert, nicht in einer offiziellen Mitteilung. Ein Mitarbeiter nennt dort eine vorübergehende Konfigurationsänderung und zusätzliche Cloudflare-Regeln. Der Patch folge nach der Prüfung, Kunden müssten nichts tun.
Cloudways
Cloudways gehört zu DigitalOcean und bietet Managed Cloud Hosting an. Laut Statusseite (22.10., 03:02 und 06:07 Uhr) ist das Produkt Autonomous gepatcht. Bei Flexible läuft der Rollout, die Zwischenschutzmaßnahmen bleiben aktiv.
Automattic (WordPress.com, VIP, Pressable)
Automattic betreibt mit WordPress.com eine der größten WordPress-Plattformen. Die Statusseite von Pressable meldet am 21.10. um 17:04 Uhr, dass alle angebotenen PHP-Versionen geschützt sind. Für WordPress.com und VIP ist die Aussage „already protected“ nur über die Sammelseite von TJ Robertson belegt.
Liquid Web und Nexcess
Die beiden US-Managed-Hoster gehören zusammen. Nexcess meldete am 21.10. um 18:06 Uhr auf seiner Statusseite, die Lage werde noch bewertet. Liquid Web verteilt laut Statusseite gepatchte Builds für cPanel (PHP 7.4 bis 8.5) und Plesk. Dass der Rollout am 22.10. gegen 04:09 Uhr begann, ist nur über Sammelseiten belegt.
Pantheon und Rocket.net
Zwei Nischenanbieter für Drupal und WordPress. Pantheon hat bis zum 22.10. um 04:08 Uhr seine Live-, LTS- und Pre-Production-Umgebungen gepatcht; Free- und Sandbox-Umgebungen sollen innerhalb von 24 bis 48 Stunden folgen. Nach eigenen Angaben hat Pantheon über 60.000 verdächtige Anfragen blockiert. Rocket.net spielt die Patches seit dem 22.10., 00:06 Uhr, in Wellen ein.
Cloud- und CDN-Anbieter
Cloudflare wird laut W3Techs von 27,7 Prozent aller Websites genutzt. Seit dem 21.10. um 05:02 Uhr greifen laut Cloudflare-Blog automatisch WAF-Regeln, auch im Free-Tarif. Cloudflare hat Angriffe beobachtet und betont, dass Patchen trotzdem Pflicht bleibt.
Bei den Hyperscalern gilt meist: Was der Anbieter selbst betreibt, patcht er. Was der Kunde baut, muss er selbst aktualisieren. AWS hat ein Security Bulletin und einen Blogbeitrag zu WAF-Regeln veröffentlicht. Microsoft Azure hat die PHP-Images für App Service unter Linux aktualisiert. Bei Google Cloud ist App Engine Standard laut Google automatisch gepatcht; bei Cloud Run, GKE und App Engine Flex müssen Kunden neu bauen und deployen. Für Akamai/Linode habe ich nur einen Status-Spiegel eines Drittanbieters gefunden, nicht die offizielle Seite. Danach sollen Kunden PHP auf ihren Instanzen selbst patchen.
Die Hersteller im Hintergrund
Viele Shared-Hoster hängen von Panel- und Betriebssystem-Herstellern ab. CloudLinux ist die Basis vieler Shared-Hoster, darunter nach eigenen Angaben Namecheap und InMotion. Laut CloudLinux-Statusseite waren die alt-php-Pakete 5.2 bis 8.5 erst am 22.10. um 02:07 Uhr im Stable-Repository. Der Fix für PHP 7.3 auf CloudLinux 8 fehlte noch. Das erklärt, warum manche Shared-Hoster langsamer waren. cPanel und Plesk, zwei weit verbreitete Hosting-Panels, haben nach ihren Hilfeartikeln gepatchte PHP-Builds veröffentlicht, auch für die EOL-Versionen 7.4 bis 8.1. Beide Artikel waren bei meiner letzten Prüfung für automatische Abrufe gesperrt, deshalb verlinke ich sie hier nicht.
Keine öffentliche Stellungnahme gefunden
Von folgenden Anbietern habe ich bis Redaktionsschluss keine öffentliche Stellungnahme gefunden:
- A2 Hosting / hosting.com
- Vultr
- DigitalOcean (eigene Plattform, ohne Cloudways)
- AWS Lightsail (keine eigene Meldung)
- GoDaddy Shared Hosting: Es gibt einen Blogbeitrag, aber keinen Patch-Status.
Ob diese Anbieter ihre Kunden direkt informiert haben, etwa per E-Mail oder im Kundenkonto, ist offen.
Einordnung
- Shared- und Managed-Hoster sagen fast überall, dass Kunden nichts tun müssen. Wer einen VPS oder eine Cloud-Instanz selbst verwaltet, muss dagegen selbst patchen, zum Beispiel bei GoDaddy, Hostinger, Namecheap, Linode oder Google Cloud.
- Früh dran waren SiteGround, Cloudflare und InMotion, die schon vor dem Release Schutzmaßnahmen hatten.
- Engpässe waren die CloudLinux-Pakete und die alten PHP-Versionen bis 8.1.
Wer eine eigene PHP-Installation betreibt, sollte nicht auf den Hoster warten, sondern sofort aktualisieren.
Änderungsprotokoll
- 22.10.2026, 08:31 Uhr MESZ: Erstveröffentlichung.
Stand: 22.10.2026, 08:31 Uhr MESZ









