Neues Projekt: 1000prompts.net

Mit 1000prompts.net habe ich ein neues kleines Projekt gestartet: eine Sammlung von Prompts, die nicht einfach nur Antworten erzeugen sollen, sondern Denkbewegungen.

Die Idee ist simpel: Gute Fragen verändern den Blick auf die Welt. Manchmal reichen ein Satz, ein Perspektivwechsel oder eine leicht absurde Ausgangslage, um mit einer KI nicht nur nützliche, sondern überraschende, irritierende oder wirklich interessante Ergebnisse zu erzielen.

1000prompts.net soll genau dafür ein Ort sein. Kein Handbuch, keine Prompt-Bibel, kein überambitioniertes KI-Manifest. Sondern eher ein wachsendes Archiv kurzer Denkwerkzeuge: Prompts über blinde Flecken, Selbsttäuschung, Zukunft, Matrix-Gedanken, Bildexperimente, absurde Perspektiven und die kleinen Risse in der eigenen Wahrnehmung.

Mich interessiert daran vor allem der Moment, in dem ein Prompt nicht bloß eine Aufgabe stellt, sondern ein Gespräch öffnet. Wenn die KI nicht nur liefert, sondern einen Gedanken zurückspiegelt, den man so noch nicht hatte.

Die Seite ist bewusst schlicht gehalten. Im Mittelpunkt stehen die Fragen selbst. Manche sind praktisch, manche philosophisch, manche spielerisch, manche leicht unangenehm. Genau darin liegt für mich der Reiz: KI wird erst dann spannend, wenn man sie nicht nur als Werkzeug für Effizienz benutzt, sondern auch als Spiegel, Sparringspartner und Störsender für die eigenen Routinen. Viele funktionieren für sich allein, andere dienen dazu, bestehende Ideen und Gedanken zu schärfen. Derzeit ist es englischsprachig, eine deutsche Version folgt vielleicht bald.

1000prompts.net ist damit ein Experiment. Ein kleines Prompt-Lexikon für Menschen, die nicht nur bessere Antworten wollen, sondern bessere Fragen.

Probieren Sie es einfach aus – hier.

Zitat: „There is Freedom of Speech…“ von Idi Amin

There is freedom of speech, but I cannot guarantee freedom after speech.

Das Idi Amin zugeschriebene Zitat ist so düster, weil es den Kern jeder autoritären Herrschaft offenlegt: Reden darf man vielleicht noch – aber nicht folgenlos.

Aber die Freiheit der Rede und der Meinung ist wertlos, wenn der Staat die Konsequenzen kontrolliert. Genau deshalb erkennt man Freiheit nicht an schönen Verfassungsartikeln, sondern daran, was nach dem gesprochenen Satz passiert – seinerzeit unter Idi Admin wie jetzt 2026 in der EU.

 

Zitat: „Politics is like Boxing…“ von Idi Amin

Politics is like Boxing – you try to knock out your opponents.

„Politics is like boxing“ wirkt bei Idi Amin nicht wie eine harmlose Macho-Pointe, sondern fast wie eine unfreiwillige Selbstbeschreibung. Amin war nicht nur Politiker und Diktator, sondern inszenierte sich gern als Kämpfer, Soldat, Boxer, Kraftmensch — als jemand, der Macht körperlich dachte.

Genau darin liegt das Unheimliche des Satzes. Politik erscheint bei ihm nicht als Ordnung des Streits, sondern als Ring, in dem der Gegner nicht überzeugt, sondern niedergeschlagen wird. Wer so über Politik spricht, verrät ein Weltbild: Der andere ist kein Bürger, kein Konkurrent, kein Träger legitimer Interessen — er ist ein Gegner, der „ausgeknockt“ werden muss.

Das macht den Satz heute wieder aktuell. Auch moderne Demokratien geraten zunehmend in eine Logik der Ausschaltung: Man will den Gegner nicht mehr widerlegen, sondern moralisch, sozial oder politisch erledigen. Idi Amin zeigt die brutale Endstufe dieses Denkens. Wenn Politik nur noch Boxen ist, bleibt am Ende kein Gemeinwesen mehr übrig — nur Sieger, Besiegte und Angst.

Das S mit Überstrich – und der Bierkrug beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese

Der Bierkrug beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese 2026 wird gerade von einigen in sozialen Netzen kritisiert, da sich auf diesem der vermeintliche Schreibfehler „Grüs Gott“ befinde. Schaut man aber genau hin, ist dort „Grüṡ Gott“ zu erkennen.

Es handelt sich dabei um ein „s̄“ – das sog. „s mit Überstrich“, das man gerade bei Frakturschrift anstatt „ss“ oder ß verwendet(e) um die Lesbarkeit zu verbessern, Platz zu sparen oder Texte einfach schöner aussehen zu lassen,

Eigentlich war der Überstrich in erster Linie als Ersatz für „mm“ (m̄) oder auch „nn“ (n̄) beliebt. Ein Beispiel ist zB hier zu sehen:

Aus gestalterischen Gründen kam er aber auch beim „ss“ zum Einsatz – wohl besonders im süddeutschen Raum. Heute verwendet man den Überstrich allenfalls noch aus nostalgischen Gründen, wahrscheinlich hatte die KI, die den Maßkrug gestaltet hat, auf alte Postkarten oä Zugriff.

Dass es aber eine KI war, die hier ihre Finger im Spiel hatte, erkennt man daran, dass die Maßkrüge, die die Kellnerin trägt, teilweise in der Luft schweben.

Bilder:
Oben: Mit Gemini optimierte Vergrößerung des Bierkrugs,.
Unten: Matthias SüßenEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Mein Abendessen: Brokkolicremesuppe mit Hackfleisch und Shi-Take Pilzen

Das Rezept

Ein schnelles Abendessen mit wenig Kohlenhydraten und einem asiatischen Touch. Die Brokkolicremesuppe lässt sich gut vorbereiten, auch auf Vorrat – dann macht es noch weniger Arbeit.

Für die Suppe Brokkoli (hier ca. drei Köpfe) in Salzwasser samt Strunk in Stücke geschnitten so weich kochen, dass man sie gut pürieren kann. Ich habe hier zwei Köpfe verwendet und dann noch etwas TK-Brokkoli, der weg musste. Abgießen, mit ca. 500ml Gemüsebrühe aufkochen und mit dem Mixstab pürieren. 200ml Kokosmilch dazu, mit etwas Fischfond, Sojasauce und Zitronensalz abschmecken und ggf. mit Brühe (oder Wasser und Kokosmilch) auf die gewünschte Konsistenz bringen. Ich mag es fest und cremig.

In einer Pfanne für zwei Personen eine handvoll Shitake-Pilze mit ca. 350g Hackfleisch (Rind oder gemischt) anbraten und idealerweise mit etwas Tamarinden-Sojasauce würzen. Normale Sojasauce geht notfalls aber auch.

Suppenportion in eine Schale geben, Hackfleisch mit Pilzen dazu und nach Wunsch mit etwas Koriander und Chili abrunden.

Wer kommt?

Das Gericht habe ich auch in der Reihe „Wer kommt?“ auf X vorgestellt. Alle Rezepte aus der Serie, die ich bereits veröffentlicht habe, gibt es hier.

Der Big Mac, der leider nie auf den Markt kam

Der Big Mac war einer dieser Apple-Entwürfe, bei denen man im Rückblick fast körperlich spürt, wie nah die Zukunft manchmal schon einmal da war:

Ein nie erschienenes Macintosh-Workstation-Konzept aus der Mitte der 1980er Jahre. Auf Prototypen wurde er teils auch als Super Mac bezeichnet, entworfen von Hartmut Esslinger im Snow-White-Stil für Apple. Sein kleiner Bruder hieß übrigens entsprechend Baby Mac.

Spannend ist der Big Mac vor allem deshalb, weil er wie ein Blick in ein alternatives Apple-Universum wirkt. Geplant war kein bloßer weiterer Kasten in Beige, sondern eine kompakte, integrierte High-End-Maschine mit Motorola 68020, 15-Zoll-Hochkantbildschirm, 10-MB-Festplatte und einem klaren Anspruch als ernsthafte Workstation. Der Rechner war als eine Art 3M-Computer gedacht: 1 Megabyte Speicher, 1 Megapixel Display, 1 Million Instructions per Second. Das klingt heute lächerlich, war damals aber ein ziemlich selbstbewusstes Zielbild.

Besonders schön ist daran die Mischung aus Pragmatismus und Zukunftssehnsucht. Der Bildschirm war hochkant ausgelegt, also eher auf Textarbeit und produktives Arbeiten als auf hübsche Spielereien. Monochrom blieb er aus Kostengründen. Gleichzeitig experimentierte Esslingers Team bereits mit flachen Displays, neu gestalteten CRT-Fronten, integrierten Tragegriffen und sogar drahtlosen Eingabegeräten per Funk, um das Gerät kleiner und eleganter zu machen.

Noch interessanter wird der Big Mac auf der Software-Seite. Vorgesehen war ein UNIX-basiertes System, das trotzdem zur bestehenden Macintosh-Welt kompatibel bleiben und dieselbe Benutzeroberfläche nutzen sollte. Genau diese Kombination aus technischer Tiefe und benutzerfreundlicher Oberfläche liest sich heute fast wie eine frühe Vorahnung dessen, was Apple Jahrzehnte später mit Mac OS X tatsächlich bauen würde. Der Big Mac war also nicht nur ein hübscher Entwurf, sondern auch konzeptionell verblüffend modern.

Dass aus ihm nichts wurde, lag nicht daran, dass die Idee zu klein gewesen wäre, sondern eher daran, dass Apple damals Apple war: intern brillant, politisch chaotisch und ideologisch zerrissen. Die Entwicklung von Big Mac und Baby Mac begann 1984 und wurde nach Steve Jobs’ Abgang gestoppt. Parallel lief intern bereits das Projekt „Milwaukee“, aus dem später der Macintosh II wurde. So verschwand der Big Mac in jener berühmten Apple-Zwischenwelt aus fast fertigen Revolutionen und gescheiterten Zukunftsversprechen.

Wie hat sich der AGI ETF von Teq Capital seit dem Start geschlagen?

Über den AGI ETF von Teq Capital habe ich ja hier schon  berichtet.

Der zugehörige Index ist bereits seit 17. Dezember 2024 live (kein Back-Testing, echter Index) und seit dem 8. Januar 2026 ist der zugehörige ETF gestartet.

Ich habe mit ExtraETF die Performance mit einigen großen und bekannten ETFs verglichen und der TEQ ETF liefert bisher tatsächlich die beste Performance. Noch ist es erst ein kleiner Vergleichszeitraum, aber doch ein erstaunlich starker Start des ETFs.

Nie veröffentlicht: Der Apple Baby Mac

Der „Baby Mac“ von Hartmut Esslinger ist einer dieser nie gebauten Apple-Entwürfe, die interessanter sind als manches Produkt, das später tatsächlich erschien. Der Entwurf entstand ab 1984 im Umfeld von Apples „Snow White“-Ära, also in jener Phase, in der Esslinger dem Unternehmen überhaupt erst eine konsistente, erkennbare Formensprache gab. Das Produkt sollte 1986 entscheiden, wurde aber beerdigt, als Steve Jobs das Unternehmen verließ.

Spannend am Baby Mac ist weniger nur die Form als die Richtung, die in ihm steckt. Das Gerät wirkt klein, freundlich, fast schon wohnlich — viel weniger wie ein Bürocomputer der Achtziger als wie ein persönliches Objekt. Im Rückblick sieht man darin erstaunlich viel von dem Apple, das erst viele Jahre später wirklich kam: Computer nicht als Technikklotz, sondern als gestaltetes Alltagsding.

Dass der Entwurf nie gebaut wurde, macht ihn fast noch interessanter. Esslinger selbst sagte später über den Baby Mac, es sei sein „best design never to be produced“.

Technisch wäre es ein recht normaler Mac dieser Zeit geworden.

Was bedeutet relotiös?

relotiös
Adjektiv, umgangssprachlich, meist abwertend; Neologismus

Aussprache: [re-lo-ti-ös]

Bedeutung:

  1. In schwülstiger, literarisierender oder emotional aufgeladener Weise erzählt, wobei Wirkung, Dramaturgie und Haltung wichtiger sind als saubere Faktentreue.
  2. So formuliert, dass ein Text zwar „gut klingt“, atmosphärisch dicht und moralisch aufgeladen wirkt, aber den Eindruck erweckt, mit der Wirklichkeit nur locker verbunden zu sein.
  3. Übertragen: schöngefärbt, szenisch ausgeschmückt, manipulierend authentisch wirkend.

Kurzdefinition:
Ein Text ist relotiös, wenn er nicht in erster Linie wahr, präzise und überprüfbar sein will, sondern eindrucksvoll, moralisch aufgeladen und erzählerisch „perfekt“ wirkt.

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Empfehlenswerte OSINT Accounts und weitere Quellen zum Iran Konflikt

Ich sammle hier einige empfehlenswerte Accounts, denen man folgen kann, wenn man sich näher über den aktuellen Konflikt mit dem Iran informieren möchte. Es sind darunter allgemeine OSINT Accounts, aber natürlich auch viele Schwerpunkt-Accounts – eben solche, die was zum Thema beitragen können.

Ich werde die Liste weiter ausbauen, hier ist aber schon mal ein guter Start.

OSINT steht übrigens für OpenSourceINTelligence.

Deutschsprachige X Accounts

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