10 Tipps für mehr Sicherheit im Internet – die wichtigsten Grundlagen

  1. Halten Sie Ihre Software aktuell
    Egal, ob Sie mit Windows, macOS, Linux, Android oder iOS unterwegs sind: Ihr Betriebssystem, Ihr Webbrowser und Ihre Apps müssen immer aktuell sein, also keine Updates auslassen. Am bequemsten sind automatische Updates. Nutzen Sie nur Systeme, die noch Sicherheitsupdates bekommen. Für Windows 10 hat Microsoft den regulären Support am 14. Oktober 2025 beendet, über das Verlängerungsprogramm ESU für Privatkunden gibt es laut Microsoft (Seite „End of support for Windows 10“) noch bis zum 12. Oktober 2027 Sicherheitsupdates. Die Anmeldung ist kostenlos, wenn Sie Ihre PC-Einstellungen synchronisieren, alternativ gegen 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte oder einmalig 30 US-Dollar (bzw. den Gegenwert in Landeswährung); im Europäischen Wirtschaftsraum können die Bedingungen abweichen. Neue Funktionen oder technischen Support gibt es nicht mehr. Wer kann, sollte auf Windows 11 wechseln. Auch ältere Android-Smartphones bekommen oft schon nach wenigen Jahren keine Updates mehr. Prüfen Sie in den Einstellungen, wann das letzte Sicherheitsupdate installiert wurde.
  2. Virenschutz
    Vorab: Auf iPhone und iPad brauchen Sie in der Regel keinen zusätzlichen Virenschutz, dort schützen Updates und die Systemsperren. Auf anderen Geräten sollten Sie einen Echtzeitschutz aktiviert haben. Windows 11 bringt mit dem Microsoft Defender einen guten grundlegenden Schutz mit, so dass im Regelfall kein anderes Virenschutzprogramm nötig ist. Wichtig ist, dass immer nur ein Virenscanner aktiv ist. Auf Apples macOS und auf Android macht zum Beispiel der Bitdefender eine gute Figur. Kein Virenscanner ersetzt aber Updates und gesunde Vorsicht.
  3. Software nur aus sicheren Quellen installieren
    Apps und andere Programme sollten Sie nur aus sicheren Quellen installieren. Das sind in erster Linie die App Stores von Microsoft (Windows), Apple (Mac, iOS) und Google (Android, Chrome). Durch das EU-Gesetz über digitale Märkte erlaubt Apple in der EU inzwischen auch alternative App-Marktplätze auf dem iPhone. Bleiben Sie im Zweifel trotzdem beim offiziellen Store. Sideloading von Apps aus unbekannten Quellen, etwa APK-Dateien per Link, sollten Sie vermeiden. Klassische Windows-Programme laden Sie am besten nur von der offiziellen Seite des Herstellers oder bei Freeware aus vertrauenswürdigen Download-Archiven wie heise. Manche Download-Archive haben eigene Installer, die ungefragt zusätzliche Programme mitinstallieren. Vorsicht auch bei bezahlten Suchmaschinen-Anzeigen: Betrüger schalten gezielt Werbung für gefälschte Download-Seiten bekannter Programme.
  4. Warnungen Ihres Browsers vor unsicheren Websites ernst nehmen
    Nehmen Sie Warnungen, die direkt von Ihrem Webbrowser kommen, unbedingt ernst und übergehen Sie diese nur, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass von der entsprechenden Seite keine Gefahr droht. Das Schloss-Symbol in der Adresszeile bedeutet übrigens nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht, dass die Seite seriös ist. Auch Betrugsseiten nutzen heute fast immer HTTPS.
  5. Fallen Sie aber nicht auf falsche Warnungen herein
    Viele betrügerische Websites ahmen Warnungen nach. Typisch sind Banner oder Pop-ups wie Ihr PC ist infiziert, bitte laden Sie sofort diesen Virenscanner herunter, oder angebliche Meldungen von Microsoft mit einer Telefonnummer für den Support. Im günstigsten Fall landen Sie in einer Abo-Falle, im schlimmsten installieren Sie Schadsoftware oder geben Fremden per Fernwartung Zugriff auf Ihren Rechner. Echte Firmen rufen Sie nicht über eine Website-Warnung zum Anruf auf.
  6. Seiten mit illegalen Inhalten meiden
    Es mag reizvoll sein, aktuelle Filme kostenlos herunterzuladen oder eine Lizenz für Photoshop umsonst zu erhalten. Das ist aber aus zwei Gründen gefährlich: Solche Seiten jubeln einem oft Schadsoftware unter. Und wer über Tauschbörsen Inhalte teilt, kann über seine IP-Adresse identifiziert werden, dann drohen Abmahnungen und Strafverfolgung.
  7. Zweite E-Mail-Adresse verwenden
    Verwenden Sie Ihre primäre E-Mail-Adresse nur für wirklich wichtige Dienste wie PayPal, Amazon oder Ihr Online-Banking. Für weniger wichtige Dienste und Newsletter nutzen Sie eine zweite Adresse. Tipp: Viele E-Mail-Dienste, etwa outlook.com, bieten innerhalb eines Kontos Alias-Adressen an. So haben Sie alles in einem Login und trotzdem sauber getrennt. Auch Apple (E-Mail-Adresse verbergen) und andere Anbieter erzeugen auf Wunsch Wegwerf-Adressen.
  8. Bei E-Mails und Nachrichten besonders vorsichtig sein
    Seien Sie beim Öffnen von Anhängen und Anklicken von Links besonders vorsichtig. Das gilt längst nicht mehr nur für E-Mails, sondern auch für SMS, WhatsApp und Messenger. Phishing-Mails sind dank KI-Textgeneratoren heute oft fehlerfrei formuliert, Rechtschreibfehler taugen kaum noch als Warnzeichen. Achten Sie stattdessen auf Zeitdruck, Drohungen und Aufforderungen, Daten einzugeben oder Geld zu überweisen. Mit KI lassen sich auch Stimmen nachahmen: Ruft angeblich ein Angehöriger in Not an, legen Sie auf und rufen Sie unter der bekannten Nummer zurück. Ein Gefühl für Betrugsmaschen bekommen Sie, wenn Sie sich durch unsere Kategorie mit betrügerischen E-Mails klicken.
  9. Sichere Passwörter, Passkeys und Zwei-Faktor-Schutz
    Dieser Tipp war früher anders formuliert, und er war veraltet: Auch für unwichtige Dienste sollten Sie kein einfaches Passwort verwenden, denn wird es geklaut, probieren Angreifer es bei anderen Diensten aus. Nutzen Sie für jeden Dienst ein eigenes Passwort, am besten lang statt kompliziert, etwa eine Passphrase aus mehreren Wörtern. Die US-Normungsbehörde NIST verlangt in ihrer aktuellen Richtlinie SP 800-63B mindestens 15 Zeichen für Passwörter ohne zweiten Faktor und rät von erzwungenen regelmäßigen Passwortwechseln ab, geändert wird nur bei Verdacht auf Diebstahl. Merken müssen Sie sich das nicht: Ein Passwort-Manager erledigt das für Sie. Aktivieren Sie außerdem überall die Zwei-Faktor-Authentisierung, und nutzen Sie, wo angeboten, Passkeys. Die sind nach dem BSI bequemer und gleichzeitig gut gegen Phishing geschützt. Weitere Tipps finden Sie in unseren 10 Tipps zu Passwörtern.
  10. Erst denken, dann klicken, und Backups machen
    Das ist der wichtigste Rat: Bevor Sie einen Link anklicken, sich auf einer Seite anmelden oder eine App herunterladen, denken Sie an die vorigen Punkte und bilden Sie sich ein eigenes Urteil. Und falls doch etwas schiefgeht, etwa durch Erpressersoftware: Sichern Sie Ihre wichtigen Daten regelmäßig. Bewährt ist die 3-2-1-Regel: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Speichermedien, eine davon an einem anderen Ort oder offline. Im öffentlichen WLAN sollten Sie außerdem auf Online-Banking verzichten oder das Mobilfunknetz nutzen.

Stand: 30. Oktober 2026

Dieser Beitrag ist der Artikel des Tages zum Safer Internet Day.

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