Drei Betriebssysteme in einer Woche: oder mein subjektiver Blick auf Windows 10 mobile, Android und iOS

Ein unfreiwilliger Selbstversuch

Es ist kein Geheimnis, dass ich in den letzten Jahren auf Windows Phone als Smartphone-Betriebssystem gesetzt habe. Um so größer war der Schock, als mein Lumia 950XL plötzlich nicht mehr funktionierte – der Sturz war zu tief und es ist eben kein Lumia 920…

Ersatz war aber schnell zur Hand: ein Sony Xperia E5 mit Android 6.0. Als dieses dann vier Tage plötzlich nicht mehr laden wollte, dann der Wechsel zu einem iPhone 6. Drei Betriebssysteme in einer Woche… Ein guter Anlass, die drei mit reichlich zeitlichem Abstand rein subjektiv zu vergleichen…

Was mir bei einem Smartphone wichtig ist

Nun erwartet jeder etwas anderes von einem Smartphone, für mich kommt es auf folgendes an:

  • Telefonieren (ach) und damit verbunden die Verwaltung der Kontakte
  • Messaging Dienste – in erster Linie WhatsApp, Facebook Messenger und SMS
  • HotSpot
  • E-Mail, Terminverwaltung, Wunderlist (Aufgabenverwaltung)
  • Webbrowser
  • ein bisschen Social Media Apps – twitter und Facebook
  • Fitbit Alta Synchronisation und Verwaltung
  • die Kamera
  • hin und wieder Mediennutzung: Netflix, Groove Music, Youtube
  • selten Casual Gaming

Unter diesen Gesichtspunkten – und dem Gesamteindruck – will ich die drei Betriebssysteme an dieser Stelle kurz beleuchten.

Telefonie

Auch wenn viele die Telefon-Apps am liebsten von ihrem Smartphone löschen würden – ohne geht es für mich leider nicht.

Die Empfangs- und Sprachqualität hängt ja von der Hardware ab, weswegen ich hier nur kurz drauf eingehen möchte. Es ist ja durchaus ein Unterschied, ob ich einen ZTE 99 Euro Androiden oder ein Google Pixel benutze… Nur soviel: die Gesprächsqualität beim iPhone ist erstaunlich gut, gerade auch wenn man den Lautsprecher benutzt – dagegen klingen alle anderen blechern. Die Empfangseigenschaften empfand ich dann eher als unterdurchschnittlich, gerade wenn man den Bahnhof Brühl (Rheinland) als Referenz nimmt.

Noch schlechter ist aber die Telefonie App des iPhone… Hallo Apple – wir haben 2017… Es stört schon immens, dass ich beim Dialer nicht einfach 0228 eintippen kann und mir die zuletzt gewählten Kontakte aus Bonn vorgeschlagen werden. Standard bei Windows mobile und bei Android. Letztere sind beide auf der Höhe der Zeit und wirken recht ähnlich.

Auch eine Katastrophe bei Apple: Die Kontaktverwaltung. Aus historischen Gründen speichere ich meine Adressen teils in der Google, teils in der Microsoft Cloud. Kein Problem bei Android und Windows mobile, die beides schön zusammenführen und verknüpfen. Bei iOS habe ich viele der Kontakte mehrfach.

Was die Telefonie anbelangt geht der Punkt insgesamt an Android und Windows Phone, Apple liegt hier klar hinten (abgesehen von der Gesprächsqualität, um die es in diesem Vergleich ja aber eigentlich gar nicht geht).

Messaging

Als nächstes geht es in die Kategorie Messaging, wobei ich hier in erster Linie den facebook Messenger und WhatsApp nutze. Beide Apps gibt es auf allen drei Plattformen.

WhatsApp ist auf allen dreien sehr gut umgesetzt, wobei mir die Windows Variante am besten gefällt, die auf dem iPhone mit Abstand am wenigsten.

Anders sieht es es beim Messenger aus: der ist auf Windows langsam, clumsy und mit eingeschränktem Funktionsumfang, auf iOS schick und schnell. Bei Android auch, hier ist er aber ein ziemlicher Resssourcenfresser.

Was beim Messaging auch noch wichtig ist sind Notifications und die virtuelle Tastatur.

Das Benachrichtigungssystem ist bei Windows für meinen Geschmack wieder am besten gelöst, gefolgt von iOS. Bei Android wirkt es recht unübersichtlich, dazu später mehr.

Das Killer Feature von Windows ist aber die virtuelle Tastatur. Ob mit Tippen oder Wischen – nirgends bin ich schneller. Und auch nach Monaten konnte ich mich an das iPhone Keyboard nicht gewöhnen – auch nicht an SwiftKey. Und auch die originale Android Tastatur sowie diverse Drittanbieter Keyboards konnten mich nicht überzeugen – wobei ich hier zugeben muss, dass ich bei Android vielleicht auch einige Monate hätte testen sollen.

Unterm Strich fällt es schwer, hier einen Sieger zu küren. Wäre die facebook Messenger App unter Windows ordentlich gelöst, wäre die Sache klar. So geht der Punkt angesichts der wirklich hässlichen WhatsApp Umsetzung auf iOS insgesamt aber knapp an Google.

HotSpot

Das ist inzwischen fast die wichtigste Funktion für – das Smartphone als HotSpot. Klarer Punkt an Windows und Android. Hotspot mit einem Wisch und einem Klick aktivieren. Beim iPhone ist das etwas umständlicher und braucht oft mehrere Versuche, bis er erkannt wird.

E-Mail, Terminverwaltung, Wunderlist

Dieser Punkt ist schnell abgehakt: Auf allen drei Systemen habe ich Microsofts Outlook App für Termine und Kalender genutzt, die auch auf allen recht ordentlich umgesetzt ist.  Gleiches gilt für Wunderlist, das ja zu Microsoft gehört.

Eigentlich Gleichstand, doch dank besserer Notifications und der Tastatur vergebe ich den Punkt an Microsoft.

Webbrowser

Hier liegen iOS (Safari) und Google (Chrome) vorne, was das Rendering angeht. Klar, alle optimieren ihre Seiten auf den Marktführer. Als langjähriger Nutzer des mobilen Internet Explorer (und dann Edge) habe ich mich gewundert, wie gut mobiles Surfen aussehen kann… Vorteil beim Edge: die Adressleiste ist unten auf dem Screen; das war’s dann aber auch schon…

Alles in allem bietet Safari aber das schönere Surferlebnis und daher ist der Sieger diesmal Apple.

Social Media Apps – twitter und Facebook

Derzeit nutze ich in der Tat nur diese beiden sozialen Netze. An Instagram (gibt es für alle Plattformen) habe ich irgendwann die Lust verloren, SnapChat (nur Android und iOS) ist für Jugendliche oder für solche, die sich mit dem Erwachsenwerden nicht abfinden können.

Das Bild ist hier ähnlich wie bei den Messengern. twitter liefert auf allen drei Plattformen eine ordentlich App, Facebook ist auf Windows schlecht umgesetzt und bietet nicht alle Funktionen. Bei Android gibt es diese Nachteile nicht, dafür ist es ein Batteriefresser. Unter iOS ist das Facebook Erlebnis perfekt.

Da hier die gute Windows Tastatur nicht so wichtig ist wie bei den Messengern geht die Wertung klar an das iPhone, gefolgt von Android und dann Windows.

Fitbit Alta Synchronisation und Verwaltung

Bekanntlich bin ich begeisterter Nutzer eines Fitbit Alta Trackers. Und auch hier gibt es auf allen drei Plattformen die passende App.

Große Überraschung aber: die iOS Version ist den Windows und Android Pendants dann doch weit voraus, die beide nicht so elegant und gut umgesetzt sind.

Und da Windows (derzeit) auch keine Benachrichtigungen des Smartphones auf dem Tracker unterstützt, haben wir hier aus meiner Sicht die gleiche Reihenfolge wie in der vorigen Kategorie: iPhone top, gefolgt mit einigem Abstand von Android und dann Windows.

Kamera

Im Rahmen eines Betriebssystemvergleichs kann man zur Kamera nicht so viel sagen.

Nur soviel: beim iPhone sind Hardware und Software perfekt aufeinander abgestimmt – die Kamera ist wirklich gut und macht schöne Bilder; die Benutzeroberfläche ist freilich etwas altbacken.

Noch bessere Bilder macht das Lumia 950XL, jedenfalls, wenn man sich mehr Zeit nimmt; die App startet deutlich langsamer und auch das Fokussieren dauert länger. Dafür ist die Benutzeroberfläche der App moderner und bietet mehr Möglichkeiten.

Das Sony lag dann irgendwo dazwischen.

Da die eigentliche Kameraperformance aber von der Hardware abhängig ist und es für alle drei Plattformen auch noch eine große Auswahl an weiteren Fotografie-Apps gibt, ist hier Gleichstand.

Mediennutzung: Netflix, Groove Music, Youtube

Was Medien angeht nutze ich im wesentlichen zwei Dienste: Groove Music und Netflix, gelegentlich YouTube.

Die Groove App ist auf Windows am besten, stammt sie doch auch von Microsoft. Die iOS und Android Varianten werden laufend weiter entwickelt, sind aber noch nicht ganz auf dem Stand. Sehr schön gelöst sind bei Windows auch einige kleine Details rund um die Lautstärke- und Musiksteuerung allgemein.

Auch von Netflix gibt es originäre Apps für alle drei Plattformen, wobei unter Windows noch kein offline Video unterstützt wird.

Ganz anders sieht es dann bei YouTube aus. Da Google hier keine offizielle Windows App anbietet und alles tut, um Drittanbietern das Leben schwer zu machen, ist YouTube unter Windows mobile doch eine recht traurige Veranstaltung. Die iOS und Android Umsetzungen sind jedoch hervorragend.

Unterm Strich sind hier objektiv iOS und Android vorne. Da bei mir die offline Funktion von Netflix und Youtube an sich nicht ganz so wichtig sind, ist für mich hier Windows die beste Wahl. Die meisten anderen werden diesen Punkt aber anders sehen.

Gaming

Der Punkt geht klar ans iPhone. Unter Windows gibt es viele Spiele erst gar nicht (Pokemon Go…) oder erst viel später. Und unter Windows und auch unter Android sind diese oft nicht so gut umgesetzt wie auf dem iPhone. Im Play Store gibt es zudem viel Schrott und Fake-Versionen.

Der Gesamteindruck

Fangen wir bei iOS an. Die größte Stärke hier ist das wirklich gute Zusammenspiel zwischen Hardware und Betriebssystem, alles wirkt wie aus einem Guss. Überragend ist auch die Qualität der meisten Apps, die viel besser umgesetzt sind, als bei Android oder Windows. Der größte Schwachpunkt ist für mich der Dialer, der wirklich nicht auf der Höhe der Zeit ist. Dass der Hotspot nicht immer sofort funktioniert ist ärgerlich.  Der Startscreen mit seiner Icon Wüste ist auch nicht mehr wirklich zeitgemäß. Die Qualität der Apps reißt aber vieles heraus.

Anders Android. Mit den Widgets und mehr Freiheiten bei der Anordnung der Icons wirkt es deutlich moderner. Durch zahlreiche Launcher kann sich jeder sein System so einrichten, wie er will. Doch dieses “wie aus einem Guss Gefühl” wie bei iOS kommt dadurch nicht auf. Das Benachrichtigungssystem ist unübersichtlich. Und auch die  Qualität der Apps ist durchwachsen. Zudem ist es das unsicherste Smartphone OS. Irgendwie ist es wie das Windows der 1990er Jahre.

Mit seinen Live Tiles ist Windows 10 mobile das innovativste der drei Systeme. An die Tastatur kommt keine der originären und alternativen Tastaturen unter iOS und Android heran. Das Betriebsystem selbst reagiert schnell und zuverlässig. Das Hauptroblem sind die Apps – viele gibt es erst gar nicht, andere sind schlecht umgesetzt und langsam. Dass es auch anders geht, zeigen z.B. WhatsApp oder twitter.

Mein persönliches Fazit

Man hat es sicher gemerkt – Windows 10 mobile gefällt mir an sich am besten – trotz der mangelnden und schlecht umgesetzten Apps. Es wäre das System meiner Wahl. Das Problem: es gibt derzeit kein aktuelles High-End Windows Smartphone mit einer guten Kamera.

Android ist mir zu zusammengewürfelt, die Qualität der Apps schwankt recht stark. Außerdem muss ja nicht alles Google sein…

Und das ist der Grund, warum ich derzeit beim iPhone gelandet bin. Nicht aus Überzeugung, aber es ist derzeit die für mich beste Lösung.

Die Nokia 3310 Neuauflage, die ich mir gewünscht hätte

Der Star des MWC…

Smartphones sind langweilig geworden. Und so wundert man sich kaum, dass die gesamte Presse von der auf dem MWC in Barcelona vorgestellten Neuauflage des guten alten Nokia 3310 begeistert war.

Nur Patrick Beuth in “Die Zeit” schreibt, dass das Handy in dieser Form ein eher überflüssiges Telefon ist. Eine Kamera, die nichts taugt, nur 2G Konnektivität und nur eingeschränkte Messaging Fähigkeiten. Nokia, ähm, HDM Global, liefert hier magere Kost für 49 Euro ab. Da kann man gleich schon fast zum Original greifen. Andere Feature Phones liefern oft mehr und sind günstiger.

…der wirklich gut hätte werden können

Dabei hätte das Nokia 3310 ein richtig geiles Teil werden können, hätte man vier Dinge anders gemacht.

  1. Das Design hätte ich so gelassen; es lehnt sich ans Original an und wirkt trotzdem ein bisschen wie aus der Zukunft. Dafür hätte ich es besonders robust und wasserdicht fertigen lassen – eben ein Stück Technik, das man tatsächlich auch zum Rafting mitnimmt. Gorilla Glas 5 inklusive.
  2. Dann hätte ich ihm LTE verpasst. Warum? In erster Linie, damit man es als Hotspot nutzen kann um unterwegs seinen Notebook, sein Tablet oder andere Gadgets mit Internet zu versorgen.
  3. Dann hätte ich ihm ein Android (oder Windows mobile, aber ich glaube, darauf hat bei Nokia/HDM derzeit keiner Lust…) mit eigenem App-Store verpasst, in dem einige ausgewählte Anwendungen für das kleine Display angepasst bezogen werden können: Ich denke da an spezielle Versionen der beliebtesten Messenger und diverse Musik-Streaming Apps…
  4. Eine gute Kamera ist heutzutage unverzichtbar.

Klar, für 49 Euro wäre das nicht zu machen, aber für einen 100er mehr ganz sicher. Für den Alltagsgebrauch das ideale mobile Gerät: Telefonieren, Messaging, Basis-Internet, Musik Hören und ein Kameraersatz. Für so ein Handy gäbe es einen Markt.

Die perfekte Handykamera

Und denken wir es weiter: Da das Nokia 3310 schön dick ist, könnte man darin richtig gute Kameraoptik unterbringen. Warum nicht eine Neuauflage der PureView Kamera? Das – um es Apple like zu bennenen – Nokia 3310plus könnte das ultimative Kameraphone sein…

Ein ganzes Ökosystem

Besonders spannend hätte alles in Verbindung mit weiterem Zubehör werden können: z.B. eine SmartWatch, eine Spectacles-Style Brille zum Filmen oder ein superdünnes 6″ Phablet mit langer Akku-Lebensdauer – und alle beziehen die Internet-Konnektivität über das 3310…

HDM/Nokia hätte mit der Neuauflage des Nokia 3310 mit entsprechenden Specs den Smartphone Markt neu definieren können.

Vielleicht erleben wir das noch.

Anmerkung: Einen ziemlich ähnlichen Gedanken hatte ich schon ziemlich genau vier Jahre vorher: Feature-Phones als Smartphone Companions. Und auch in meinem Artikel über die Post-Smartphone-Zeit habe ich das Konzept angerissen. 

Bild: (c) Nokia

Wie man seine Telefonnummer aus iMessage löscht

iPhone Nutzer, die zu Android, Windows Mobile, Windows Phone, Blackberry oder wieder zu einem Featute-Phone wechseln, können ein Problem haben: Ihre Handynummer bleibt bei iMessage registriert. Dies kann dann zur Folge haben, dass SMS und MMS Nachrichten einen auf dem neuen Betriebssystem nicht erreichen, da sie nach wie vor beim iMessage System landen.

Es gibt jedoch eine einfache Lösung, wie man sich aus der iMessage Falle befreien kann – denn Apple hat ein online-Deregistrierungstool online gestellt:

  1. Gehen Sie auf http://selfsolve.apple.com/deregister-imessage
  2. Dann zum Bereich “No longer have your iPhone?”
  3. Wählen Sie den richtigen Vorwahlbereich, geben Ihre Mobilfunknummer ein und klicken Sie auf “SEND CODE”.
  4. Geben Sie den Code ein, der auf Ihrem neuen Smartphone ankommt.
  5. Warten Sie auf die Bestätigung, dass iMessage für diese Nummer deaktiviert wurde.

Fortan gibt es keine Probleme mehr mit der Zustellung von SMS und MMS auf dem neuen Handy.

Meine Erfahrungen mit dem Fitbit Alta – der Tracker für den Alltag

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10.000 Schritte am Tag – Tracker helfen

Die meisten von uns bewegen sich viel zu wenig. Insbesondere die 10.000 Schritte am Tag, die man laut zahlreicher Empfehlungen täglich gehen sollte, schaffen die wenigsten von uns. Die beste Methode, dieses Ziel zu messen – und sich zu, motivieren es zu erreichen – ist ein Fitnesstracker, von denen es inzwischen ja dutzenden wenn nicht 100e, Modelle gibt.

Heute möchte ich kurz über meine Erfahrungen mit dem Fitbit Alta berichten, den ich nun seit etwas über einem halben Jahr im Dauereinsatz habe und der meinen Fitbit Charge abgelöst hat.

Der Fitbit Alta Tracker – Fitnessaufzeichnung mit Stil

Der Alta ist kein Nachfolger des Charge sondern ein ganz neues Modell, das eine andere Zielgruppe anspricht: den modebewussten Nutzer, dem es wichtig ist, in Bewegung zu bleiben und bewusster zu leben.

Deutlich wird das schon am Design: der Charge sieht mit seinem in silbernem Metall (chirurgischer Edelstahl) “Technik-Modul”, dem großen nachtschwarzen OLED Display und den wechselbaren Armbändern einfach gut aus. Ich habe mich für die Version mit dem dunkelblauen original-Armband von Fitbit entschieden. Die Grundvariante ist auch noch in schwarz, pflaume, türkis und lila; alle Varianten sind in zwei Größen (S und L) erhältlich. Für Frauen dürfte in der Regel die kleinere Variante passen, für Männer die größere.

Wer etwas anderes als den Standard will, kann aus zahlreichen Armbändern von Fitbit selbst und auch Drittherstellern wählen, die es in vielen Farben und Materialien gibt, so auch in Leder und auch Metall. So kann man den Look des Trackers auch an sein jeweiliges Outfit anpassen. Für alle, die es ganz besonders edel mögen: es gibt auch noch eine Special Edition, bei der das Hauptteil mit echtem Gold vergoldet ist.

Doch schon in der Standardversion macht das Armband eine gute Figur zu Anzug, Kostüm, Alltagskleidung und natürlich Sportoutfit.

Nicht nur die Optik überzeugt, auch Verarbeitung und Haptik sind hervorragend gelungen. Der Alta ist deutlich besser gebaut als die ersten Fitbit Modelle. Er trägt sich angenehm, im sechsmonatigen Alltagseinsatz hat er sich nicht gelöst und sogar der Kontakt der Glasfront mit einer Backsteinwand blieb ohne Kratzer.

Der Alta ist damit ganz klar ein Gadget, das jeden Tag rund um die Uhr getragen werden will und getragen werden kann.

Alle Basisfunktionen an Bord

Ihn rund um die Uhr zu tragen ist auch empfehlenswert, zählt der Alta doch nicht nur die Schritte sondern erkennt auch Aktivitäten wie z.B. Joggen oder auch Radfahren und zeichnet aufgrund der Bewegungsdaten die Schlafqualität auf. Dazu zeigt er einem auch die Uhrzeit an und signalisiert einem auf Wunsch Anrufe, SMS und Termine. Dem kommt entgegen, dass der Akku in der Praxis rund 5 Tage durchhält und in weniger als zwei Stunden wieder aufgeladen ist.

Komfortable Installation

Aufgeladen wird mit einem proprietären Ladekabel (bei fast jedem Fitbit Modell leider ein anderes), währenddessen man mit der Erstinstallation beginnen kann. Dabei richtet man sich nicht nur einen Fitbit Account an, sondern auch die entsprechenden Apps, die es u.a. für Web, Windows Desktop, Windows Phone, Windows 10 UWP, iOS, Android und Mac OS X gibt. Besonders den Support mobiler Windows Versionen möchte ich hervorheben, da der nicht immer selbstverständlich ist. Bestehende Accounts kann man natürlich übernehmen, so ist z.B. der Wechsel von der Charge zur Alta ohne Datenverluste möglich.

Die Qualität der Fitbit Apps ist sehr gut, wobei die Android und die Windows Version etwas hinter iOS zurückbleiben, aber das kennt man ja. Unter Windows sind auch die Anleitungen zu Workouts noch nicht verfügbar, sollen aber in Zukunft kommen.

Während der Installation gibt man u.a. seine Schrittlänge an, damit nicht nur die gelaufenen Schritte sondern auch die entsprechenden Entfernungen gemessen werden können. Ebenso auch Geschlecht, Gewicht und Körpergröße, damit die Berechnung der verbrannten Kalorien möglich wird.

Ist alles eingerichtet, kann man direkt loslaufen – die Synchronisation der Daten läuft dann entweder laufend über das Smartphone (iOS, Windows, Android) oder über den stationären Rechner, für den ein spezielles USB Bluetooth Dongle mitgeliefert wird. Das ist einerseits praktisch, wenn der PC/Mac kein Bluetooth hat, andererseits ärgerlich, wenn es an sich an Bord wäre – man belegt einen der USB Ports. Es kursieren im Netz zwar diverse Anleitungen, wie man auch ohne dieses Dongle mit dem PC synchronisieren kann, diese sind aber teilweise etwas frickelig. Das ist aber auch schon einer der wenigen Kritikpunkte. Synchronisieren muss man übrigens nur alle sieben Tage –  die Zahl der Schritte wird solange im Tracker gespeichert.

Die Messung der erstiegenen Treppen ist bei der Alta anders als bei der Charge nicht vorgesehen, was ich am Anfang schade fand. Da die gelaufenen Treppenstufen aber als Schritte gezählt werden, kann man auf diese Funktion letztlich auch verzichten.

Das Alta Armband in der Praxis

Das Display ist im Alltagseinsatz übrigens dunkel; hebt man den Arm an oder tippt drauf, wird einem die Uhrzeit angezeigt, wobei man hier über die App verschiedene Layouts wählen kann. Wenn man damit leben kann, dass die Zeit nicht permanent angezeigt wird, braucht mithin auch keine normale Uhr mehr. Alledings ist bei starkem Sonnenlicht das OLED Display nicht ganz so gut ablesbar, hier muss man ggf. den richtigen Blickwinkel finden. Bei normalen Sichtverhältnissen bietet es aber ein sehr klares Bild.

Natürlich kann der Tracker noch mehr, mit jedem weiteren Tippen aufs Display werden dann weitere Informationen angezeigt:

  • Zahl der gelaufenen Schritte
  • zurückgelegte Strecke
  • Verbrannte kcal
  • Aktive Minuten
  • ggf. eingestellte Wecker

Die Schrittmessung funktioniert wie bei Fitbit gewohnt sehr zuverlässig. Klar es kann immer mal vorkommen, dass beim heftigen gestikulieren ein Schritt zu viel gezählt wird, aber das hält sich sehr im Rahmen. Unterm Strich hat man ein sehr zuverlässiges Ergebnis. Tipp in den Einstellungen kann man wählen, wie empfindlich die Erkennung sein soll und welches der “aktive” Arm ist – besonders für Linkshänder ist das relevant.

An sich verrichtet die Fitbit ihren Dienst im Hintergrund also zuverlässig und unauffällig, kann aber auch anders: Man kann Bewegungserinnerungen aktivieren. Ziel dabei ist es, jede Stunde mindestens 250 Schritte zu gehen, wobei man den Zeitraum, in dem diese erfolgen sollen, wählen kann. Ich habe mich für 8h bis 20h entschieden. Hat man die 250 Schritte in einer Stunde dann nicht erreicht, meldet sich die Fitbit mit einer entsprechenden Erinnerung, dass man doch nun einige Schritte machen sollte. Wahlweise kann man im Display bei der Uhrzeitanzeige auch anzeigen lassen, wieviel man von diesem Schrittziel schon erreicht hat – z.B. in Form einer wachsenden Pflanze. Die Bewegungserinnerungen sind ein besonders sinnvolles Feature, besonders für den typischen Büromenschen.

Daneben kann man ein Schrittziel vorgeben werden, wobei der Standard auf die empfohlenen 10.000 Schritte am Tag eingestellt ist. Hat man das Ziel erreicht, gratuliert der Tracker einem.

Besonders aktive Zeiten werden vom Alta automatisch erkannt. Beim Joggen, zügigen Wandern, Fußballspielen, Tennis und typischen Workouts funktioniert das sehr gut, beim Fahrradfahren dauert es manchmal ein bisschen, bis die Aktivität erkannt wird. Anders als beim Charge gibt es keinen Knopf, mit dem man den Beginn einer Aktivität starten kann.

Duschen ist übrigens mit dem Alta möglich, wobei ich ihn dabei persönlich ablege. Fürs schwimmen ist er nicht geeignet, hier kann man z.B. auf den Fitbit Flex 2 zurückgreifen.

Eine Übersicht aller Aktivitäten findet sich dann in den Apps; dort sieht man dann auch das Schlaf-Tracking, bei dem einem angezeigt wird, wann man z.B. aufgewacht oder ruhelos war. Immer noch muss ich leider feststellen, dass ich viel zu wenig schlafe… Die Apps bieten ohnehin noch viel mehr rund um die Gesundheit, z.B. kann man aufzeichnen, ob man genug trinkt, was man isst oder sich Fitnesstips geben lassen. Fitbit will damit die Zentrale rund um Fitness, Gesundheit und Abnehmen sein. Die Bewegungsdaten lassen sich aber auch an andere Fitness-Apps übergeben.

In den Apps findet man noch weitere Einstellungen. So z.B. das Stellen des Weckers. Das Armband meldet sich dann zur vorgegeben Zeit mit optischem Signal und einer Vibration, von der ich zumindest sehr gut wach werde. Andere kriegen davon nichts oder nur wenig mit. Schade: die Weckfunktion ist nicht smart und erkennt daher nicht, ob gerade ein günstiges Aufstehzeitfenster ist, wie dies einige andere Bänder können. Diese Funktion ließe sich vielleicht per Update nachreichen.

Skeptisch war ich bei Benachrichtigungen von Anrufen, SMS und Terminen auf dem Tracker. Inzwischen möchte ich diese inzwischen aber nicht mehr. Leider funktioniert das derzeit nur mit iOS und Android, Windows unterstützt den benötigten Bluetooth Stack noch nicht.

Mein Fazit – für wen passt der Fitbit Alta?

Wie schon bei meinem alten Charge Armband gilt: ich möchte den Alta nicht mehr missen. Er ersetzt einerseits meine Uhr und motiviert mich andererseits, mich endlich mehr zu bewegen. Ambitioniertere Sportler werden die Herzfrequenzmessung vermissen, die aber für mich persönlich nicht so wichtig ist.

Der Alta Tracker richtet sich damit an Nutzer, die sich einfach mehr bewegen wollen, die gelegentlich Sport treiben und denen das Design ihres Trackers nicht egal ist.

Wo kaufen? Und ein wichtiges Zubehör

Den Fitbit Alta gibt es z.B. hier bei Amazon, dort findet man auch die zusätzlichen Armbänder.

Ich empfehle übrigens den Kauf eines zweiten Ladekabels, so dass man im Zweifel eines für Büro und zuhause hat – da hier ein proprietärer Anschluss zum Einsatz kommt, kann man nicht einfach ein anderes USB oder Fitbit Kabel anschließen.

 

10 Smartphones abseits des Mainstream im Dezember 2016

Vor einem Jahr hatte ich hier schon 10 ungewöhnliche Smartphones vorgestellt. Inzwischen sind neue Modelle auf dem Markt und so folgen hier 10 weitere ausgefallene Smartphones, die nicht jeder hat.

1. Xiaomi Mi Mix

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Das Xiaomi Mi Mix sieht so aus, wie viele Flaggschiff-Smartphones ab 2017 aussehen werden: es hat ein fast randloses Display. An sich nur für den chinesischen Markt vorgesehen, kann man es auch über entsprechende China-Shops in Deutschland kaufen. Kleine Einschränkung: es beherrscht nicht alle hierzulande gebräuchlichen LTE Frequenzen unterstützt werden – LTE Band 20 fehlt, was dann zum Problem werden kann, wenn man auf dem Land lebt.

Tipp: Viele Shops bieten beim Bestellen die Möglichkeit, alternative ROMs zu wählen. Entscheiden Sie sich für eines, das deutsch unterstützt und den Google Play Store dabei hat.

2. HP Elite X3

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Auch Hewlett Packard stellt Smartphones her – das HP Elite X3 setzt auf Windows 10 mobile und ist besonders auf Continuum ausgerichtet. Damit ist es perfekt für alle, die mit dem Handy auch gleich den PC ersetzen wollen. So gibt es umfangreiches Zubehör wie Docking-Stations oder eine Erweiterung, die das X3 zum Notebook macht. Aber auch sonst ist das Elite X3 ein spannendes High-End Smartphone für Windows 10 Fans.

Das HP Smartphone gibt es ganz offiziell in Deutschland, z.B. bei Amazon.

3. LeEco Le 2

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Full HD Display, Fingerabdrucksensor, 32 GB – wer meint, für solche Leistungsdaten müsse man tief in die Tasche greifen, wird durch das LeEco LE2 eines besseren belehrt. Das Android-Smartphone gibt es bei vielen China-Importeuren schon für weniger als 180 Euro!

4. Lumia 650

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Es ist das letzte Lumia, das auf den Markt gekommen ist und gilt als das schönste: das Microsoft Lumia 650. Für derzeit schon weniger als 130 Euro (z.B. hier) bekommt man LTE, solide Leistung und hervorragende Verarbeitung. Wer nicht unbedingt die neuesten Apps braucht – das Handy läuft mit Windows 10 mobile – macht hier nichts falsch.

Allenfalls die Kamera genügt nicht höchsten Ansprüchen. Wer darauf Wert legt, sieht sich den nächsten Tipp an:

5. Lumia 950

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Wer ein Highend Windows 10 Smartphone zum günstigen Preis sucht, sollte beim Lumia 950 zuschlagen. Es hat eine hervorragende Kamera und ist schon für weniger als 330 Euro zu haben. Da es gerade ausläuft, sollte man schnell zuschlagen.

Mit den Mozo Covers kann man es sehr gut individualisieren.

6. Kodak Ektra

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Wie auf dem Bild zu erkennen ist – und wie auch der Name schon verrät – handelt es sich beim Kodak Ektra um ein Kameraphone, auf dem Android läuft. Dazu gibt es schönes klassisch aussehendes Zubehör.

Erhältlich hierzulande z.B. bei Amazon.

7. LG H410 WineSmart Clamshell

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Eigentlich wollen Sie ein klassisches Handy, aber hin und wieder auf WhatsApp, Facebook und twitter Apps nicht verzichten? Dann ist das LG H410 die richtige Wahl für Sie. Es kommt als Klapphandy daher, hat aber Android an Bord. Mehr Infos gibt es direkt hier bei LG.

Ist bei diversen Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar.

8. Posh Micro X S240

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Das Posh Micro X S240 hat ein 2,4″ Display und ist etwa so groß wie eine Kreditkarte. Dennoch läuft Android drauf.

In Deutschland ist es nicht direkt verfügbar, kann aber aus den USA importiert werden. Mehr Infos gibt es beim Hersteller.

9. Panasonic FZ-E1 / FZ-X1

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Dieses Smartphone aus der Toughbook Reihe von Panasonic hält einiges aus und ist für den professionellen Einsatz vor Ort konzipiert, so ist z.B. ein Barcode Scanner gleich an Bord.

Erhältlich mit Windows 8.1 Embedded (FZ X1, siehe Bild) oder Android (FZ E1).

10. BlackBerry PRIV STV100-4

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Ihnen ist eine physikalische Tastatur wichtig? Dann ist das BlackBerry PRIV STV100-4 das Handy der Wahl. Hier setzt Blackberry auf Android, so dass Sie sich um Apps keine Gedanken machen müssen.

Kann auch bei Amazon geordert werden.

Bildnachweise:

  • Xiaomi Mi Mox: GSMarena.com
  • HP Elite X3: Hewlett Packard
  • LeEco Le 2: LeEco
  • Lumia Smartphones: Microsoft
  • Kodak Ektra: Kodak
  • Posh Micro X: Posh
  • LG Klappsmartphone: LG Electronics
  • Panasonic: Panasonic
  • Blackberry Priv: Blackberry

Google Fuchsia – der OneCore aus Mountain View?

Google – oder solle man lieber sagen: Alphabet – scheint ein neues open Source Betriebssystem in der Pipeline zu haben: Fuchsia. Zumindest findet man das entsprechende Projekt auf googlesource.com.

Der Kernel heißt Magenta und scheint auf dem LK (Little Kernel) zu basieren, einem Linux Kernel, der in erster Linie im embedded und IoT Bereich zum Einsatz kommt. Magenta geht ausweislich der Dokumentation aber darüber hinaus:

Magenta targets modern phones and modern personal computers with fast processors, non-trivial amounts of ram with arbitrary peripherals doing open ended computation.

Also ein Betriebssystem, das sowohl für Smartphones als auch PCs geeignet sein soll.

Bahnt sich hier Alphabets “OneCore” an? Also ein einheitliches Betriebssystem für PCs, Smartphones und andere Formfaktoren? So wie Microsoft es mit Windows 10 in der Mache hat? Also die Zusammenführung von ChromeOS und Android? Ein ganz neues OS, das die beiden ablösen wird? Oder nur ein experimentelles Projekt?

Spekuliert wird schon eifrig, aber konkrete Informationen gibt es noch keine. Ich bin jedenfalls gespannt, was kommt.

 

Wie geht es weiter mit Windows auf Smartphones? Und lohnt es sich derzeit, eins zu kaufen?

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Hinweis: 12. September 2016 – ich habe einen neuen etwas kompakteren Artikel erstellt, der sich damit befasst, ob man beim Lumia Ausverkauf zuschlagen sollte. Diesen finden Sie hier.

Die Abgesänge auf Windows Phone

In den Medien häufen sich die Abgesänge auf Windows Phone. Viele langjährige Nutzer springen von der Plattform ab und wandern zu iOS oder Android. Und so fragen sich viele auch treue Fans, ob es sich noch lohnt, ein “Windows Phone” zu kaufen und wie es z.B. mit den Lumia Geräten weitergeht.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen, einen kurzen Blick auf den aktuellen Smartphone Markt zu werfen, den Status Quo des mobilen Windows darzustellen, ein bisschen über die Zukunft spekulieren und ganz am Ende eine konkrete Empfehlung abzugeben. Wem der Hauptteil zu theoretisch ist: einfach ganz nach unten scrollen.

Was ist los auf dem Smartphone Markt?

Zunächst kurz zum Stand bei den Smartphone Betriebssystemen.

Am bekanntesten ist sicher immer noch iOS, das auf den diversen iPhone Modellen von Apple läuft – und sonst nirgends. Diese haben alle eines gemeinsam: sie sind vergleichsweise hochpreisig für das, was Sie bieten. Ansonsten ist iOS ein sicheres Betriebssystem mit sehr guter App-Versorgung und Qualität, das allerdings in einigen Bereichen ein bisschen altmodisch wirkt. Das iPhone war einst das marktbeherrschende Smartphone, doch ist inzwischen in fast allen Märkten mit meist sehr deutlichem Abstand auf den zweiten Platz abgerutscht.

Marktbeherrschend ist jetzt Googles Android. Vornehmlich durch Billiggeräte um die 100 Euro getrieben – aber auch durch die Flaggschiffe von Samsung, LG, HTC und vermehrt Geräten chinesischer Hersteller wie Xiaomi, Huawei oder ZTE, die Oberklasse-Daten zum Mittelklasse-Preis bieten. Android hat eine sehr gute App-Versorgung, teils sehr gute Apps im Store aber auch viel Crapware und es kommt immer mal wieder zu Problemen mit der Sicherheit.

Dann folgt der Rest: die einst stolzen Blackberries spielen keine echte Rolle mehr, auch nicht in Unternehmen. Firefox OS? eingestellt. Tizen? Nichts neues ist geplant. Sailfish OS? Kämpft ums Überleben. Symbian? War da was?

Von den anderen mobilen Betriebssystemen konnte sich lediglich Windows Phone eine Nische erarbeiten. In einigen Märkten mit durchaus respektablen Marktanteilen, insbesondere auch in Deutschland. Allein: insbesondere in den USA blieb der Erfolg bescheiden. Dabei legte sich Microsoft richtig ins Zeug – bis hin zur Übernahme der Nokia Mobilfunksparte, als sich abzeichnete, dass der stärkste Windows Phone Partner sich im Einstiegsbereich auch Android zuwenden würde.

Inzwischen ist von Nokia bei Microsoft nicht mehr viel übrig. Die Feature-Phone Sparte: verkauft an Foxconn. Die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter: fast alle entlassen. Neue Lumia Smartphones: keine in Sicht. Darüber, ob die Nokia Übernahme ein Fehler war, darf trefflich diskutiert werden. So oder so – das Thema hat sich erledigt.

Und hieß es noch vor einigen Monaten, Microsoft werde mindestens drei Lumia Smartphones – Entry-Level, Midrange, High-End – im Jahr bringen, wurde auch das mehr oder weniger stillschweigend zurückgenommen. In diesem Jahr darf man kein neues Windows Smartphone aus dem Hause Microsoft erwarten.

Windows Phone ist tot, Windows 10 lebt

Ja, Windows Phone ist tot. Das ist aber auch keine Neuigkeit, wurde es doch Ende letzten Jahres durch Windows 10 abgelöst. Und mit dem Lumia 550, 650, 950 und 950 XL hat Microsoft auch vier Smartphones mit diesem Betriebssystem auf den Markt gebracht. Anzumerken ist, dass man den Fehler gemacht hat, mit einer noch nicht wirklich fertigen Version des Betriebssystems an die Öffentlichkeit zu gehen. Gerade dem Ruf der beiden 950er Geräte hat das nicht gut getan. Inzwischen ist Windows 10 mobile aber in einem Zustand, mit dem es sich gut leben lässt.

Andere Hersteller waren hier klüger und haben zunächst abgewartet: Acer hat das Jade Primo erst in diesem Frühjahr gebracht und HP wird sein Business-Flaggschiff erst dann in den Verkauf bringen, wenn das Anniversary Update von Windows auf dem Markt ist – vermutlich also im späten Sommer oder frühen Herbst. Daneben tummeln sich dann noch etliche nicht so bekannte Marken mit preisgünstigen Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten.

Freilich: dadurch dass es keine neuen Lumia Geräte und kein auffälliges Marketing mehr gibt, fallen die Marktanteile von Windows auf dem Smartphone auch in den Ländern, in denen man bisher recht gut da stand ins Bodenlose.

Dass es aber keine mobiles Windows geben wird, ist nicht zu befürchten: Es gibt ja nur noch ein Windows 10, das mehr und mehr zusammenwächst: auf klassischen Desktop PCs, Notebooks, Netbooks, Convertibles, Tablets, der XBox One, Hololens und anderen AR und VR Geräten, dem Surface Hub und eben Computern mit kleinem Display, die auch über eine Telefonie-Funktion verfügen. Letztere werden übrigens Smartphones genannt. Immer mit dem gleichen Kern, dem vertrauten User Interface, Cortana und einem einheitlichen Store, aus dem man die Universal Apps bezieht, die auf allen diesen unterschiedlichen Gerätekategorien laufen.

Microsoft ist kein Smartphone Hersteller mehr – und das ist auch gut so

Ähnlich wie mit dem Surface Pro – mit dem man eine ganz neue Geräteklasse begründet hat – wird es auch im Smartphone Bereich von Microsoft in Zukunft wahrscheinlich nur noch ein Flagship Device geben, das den anderen Herstellern zeigt, was machbar ist. Dazu will man sich auf wenige kaufkraftstarke Märkte konzentrieren. Ob das dann Surface Phone (vielleicht), Lumia (unwahrscheinlich) oder ganz anders heißen wird (sehr wahrscheinlich) sei einmal dahingestellt. Anfang 2017 wissen wir wahrscheinlich mehr.

Microsoft hat erkannt, dass es eben kein Smartphone Hersteller im Massenmarkt ist. Und das ist auch gut so. Lumia war (und ist) ein Synonym für Telefone mit Windows; auf über 95% der Windows Smartphones prangt das Nokia oder Microsoft Logo. Andere Anbieter konnten in dieser Nische kaum überleben.

Microsofts Hoffnung ist also, dass verstärkt andere Hersteller auf den Windows Zug aufspringen und die Lücke ausfüllen, die Microsoft hinterlässt. Und selbst wenn vorerst nicht, ist das für das Microsoft Ökosystem nicht so schlimm. OneDrive, Office, Outlook, Wunderlist und wie die Microsoft Apps und Dienste alle heißen gibt es auch auf iOS und Android.

Smartphones von heute sind die Feature-Phones von morgen – ein Blick in die Zukunft

Wie aber wird es weitergehen mit Windows 10 auf dem Smartphone? Microsoft hat inzwischen nicht nur erkannt, dass man kein Massenhersteller ist, sondern dass man mit einem “me too” OS keine Chance mehr gegen Android und iOS hat. Microsoft muss also weiterdenken, was nach dem Smartphone kommt.

Und erste Schritte in diese Richtung hat man schon getan.

Zum einen sind hier die Universal Apps an sich zu nennen. Eine Anwendung, die auf allen Geräten und sich den jeweiligen Gegebenheiten – Display Größe und Eingabemöglichkeiten – anpasst. Hier sind Google und Apple noch lange nicht so weit.

Zum anderen Continuum. Das Smartphone lässt sich mit einem großen Screen sowie Tastatur und Maus verbinden und verwandelt sich dann ein bisschen in einen PC. Entsprechende Universal Apps lassen sich dann nahezu wie auf dem Desktop bedienen. Sehr gut funktioniert das z.B. schon mit den Office Anwendungen. In der Tat sehe ich für Continuum eine Marktlücke. Für einige Nutzertypen und Märkte wird es sehr interessant sein, mit einem Stück Hardware zwei bis drei bisherige Gerätekategorien – Smartphone, Notebook, ggf. Tablet – zu ersetzen. Mehr dazu habe ich hier geschrieben.

Und tatsächlich wird diese Idee auch aufgegriffen. So ist das HP Elite X3 ein High-End Smartphone, das rund um Continuum gebaut wurde, wie das Video zeigt:

Und auch andere Hersteller springen auf den Continuum auf. Die meisten Windows Smartphones, die in letzter Zeit vorgestellt wurden, sind mindestens Midrange und unterstützen damit dieses Feature.

Die Smartphones von heute sind damit gleichsam die Feature Phones von morgen: Telefonieren, Messaging, Foto/Video, ein paar Apps und Spiele – das reicht den meisten Nutzern ohnehin aus.

Echte Smartphones werden mehr und mehr Produktivitätswerkzeuge werden. Wir werden einiges sehen: Stifteingabe, Tastaturen, Docking-Einheiten, faltbare Geräte und Convertibles, mit denen man auch telefonieren kann. Natürlich nicht nur mit Windows sondern auch mit Android und iOS – wobei Microsoft hier aufgrund der Universal App Plattform besonders gute Voraussetzungen hat.

Folgende Annahme für die Zukunft:

  • das Lumia 650 wird das letzte Lumia gewesen sein
  • Microsoft überlässt Low-End, Mittelklasse und klassisches High-End-Segment seinen Partnern
  • das Surface Phone (wenn es denn so heißt) wird kein klassisches Phone werden
  • Windows war im Smartphone Bereich bisher Low-Range getrieben. Continuum wird dafür sorgen, dass das Wachstum durch Mid-Range Smartphones erfolgt.

In zwei Jahren mache ich hier den Faktencheck…

Soll ich mir also noch ein Smartphone mit Windows kaufen?

Vielleicht nutzen Sie schon Windows Phone und denken über ein Nachfolgerät nach? Oder sie wollen mal was anderes als Android oder iOS ausprobieren? Wegen der Diskussionen und “Windows Phone ist tot” Schlagzeilen sind Sie aber verunsichert?

Die Frage, ob man sich jetzt ein Windows 10 mobile Smartphone kaufen soll, kann nicht pauschal beantwortet werden.

Sie wollen immer alle aktuellen Apps haben, über die jeder spricht? Ein Mainstream Flaggschiff-Smartphone, das jeder bewundert, ist Ihnen am liebsten? Dann war die Antwort auf die Frage nach “Windows Phone” schon immer nein und ich rate Ihnen auch jetzt nicht dazu.

Wenn Sie aber mit der Einschränkung hinsichtlich mancher Apps wie z.B. Snapchat leben können, spricht nichts dagegen, sich ein Windows 10 mobile Smartphone zu kaufen.

Sie wollen einfach nur telefonieren, Messenger und soziale Netzwerke nutzen, mal ein bisschen spielen oder Musik hören? Mit dem Lumia 650 machen Sie nichts falsch. Wenn es etwas günstiger sein soll, können Sie auch guten Gewissens zum Lumia 550 greifen. Wenn Sie auf eine richtig gute Kamera Wert legen, sind das Lumia 950 oder das 950 XL etwas für Sie.

Continuum ist Ihnen wichtig? Das Phone soll High-End Spezifikationen haben? Greifen Sie zum Acer Jade Primo. Einzige Einschränkung: die Kamera ist hier ein kleiner Schwachpunkt. Wenn Sie hier mehr Ansprüche haben, wären wir wieder bei den beiden Microsoft Lumias der 9er Reihe.

Im Handel und natürlich als Gebrauchtgeräte finden sich noch Smartphones, die mit Windows 8.1 ausgeliefert werden. Zu einem solchen würde ich im Regelfall nur noch greifen, wenn das Windows 10 Update offiziell dafür angeboten wird. Das ist z.B. beim Lumia 1520, Lumia 930, Lumia 830, Lumia 735, Lumia 730, Lumia 640 XL und Lumia 640 der Fall, auf denen Windows 10 auch gut läuft. Ebenfalls offiziell verfügbar ist es für das Lumia 635 (1 GByte RAM), Lumia 540, Lumia 535, Lumia 532, Lumia 435 sowie Lumia 430, doch sehe ich bei diesen Geräten langfristig Probleme mit der Performance.
(Update 12. September – lesen Sie diesen Artikel mit konkreten Kaufempfehlungen)

Andere Windows 8.1 Handys würde ich nur kaufen, wenn Sie keine Probleme damit haben, dass es bei einigen Apps in Zukunft keine Updates mehr geben wird. Ich gehe durchaus davon aus, dass der ein oder Anbieter Entwickler seine Apps bald nur noch für Windows 10 veröffentlichen wird.

Gibt es Blackmarket für Windows Phone?

Gibt es etwas ähnliches wie Blackmarket für Windows Phone, Windows 10 oder Windows 10 mobile?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, weswegen ich sie hier kurz beantworten möchte.

Zuerst für die, die nicht wissen, was “Black Market” ist: das ist eine Möglichkeit, kostenpflichtige Apps aus dem Google Playstore kostenlos herunterzuladen und ist bei Android ziemlich verbreitet. Blackmarket heißt übrigens “Schwarzmarkt”.

Etwas vergleichbares gibt es bei Windows Phone und Windows 10 mobile derzeit nicht.

Und das ist auch gut so. Zum einen ist es ein großes Sicherheitsrisko. Zum anderen ist es aber auch illegal und unfair den Entwicklern gegenüber, die viel Zeit und Mühe in die Entwicklung der Apps stecken und oft auf das Geld angewiesen sind.

Warum ich Snapchat nicht nutze

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Warum ich Snapchat nicht nutze? Ganz einfach – mein “daily driver” Smartphone ist ein Microsoft Lumia 950XL und für dieses ist Snapchat nicht verfügbar. Schon von Anfang an weigert sich Snapchat beharrlich, die App für Microsofts mobile Betriebssysteme (Windows Phone und jetzt Windows 10 mobile) herauszugeben. Und nicht nur das – auch Drittanbieter Clients werden bekämpft, wo es nur geht. Die Frage, ob es Snapchat für Windows Phones kommt, wird in den einschlägigen Foren und Blogs auch immer intensiv diskutiert.

Nun ist es nicht so, dass ich nicht über den Tellerrand schaue – ich habe mir Snapchat durchaus auf Android und iOS angesehen. Den Hype, der in Teilen der Internetszene um Snapchat gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Es mag für manche Marken wichtig sein, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Und auch Eltern von sollten sich mit dem System auseinandersetzen, um zu verstehen, was ihre Kinder da machen.

Sonst sehe ich derzeit aber keinen großen Grund, die App zu nutzen. Es sei denn, man ist in der Midlife Chrisis und möchte sich jünger fühlen oder ist aus anderen Gründen berufsjugendlich.

Ich war mal androidified

severin-androidified

Durch Zufall bin ich auf dieses alte Foto gestoßen – und es erinnert mich daran, dass ich tatsächlich mal intensiver Android User war, bevor ich ins Windows Phone Lager gewechselt bin… (jetzt Windows 10 mobile).

Androidify war ein netter Service von Google, bei dem man sich selbst in einen Android Roboter verwandeln konnte. Der Dienst wurde – wie so viele Google Dienste – zwischenzeitlich eingestellt. Die Domain ist androidify.com ist aktuell zwar noch von Google registriert, zeigt aber keine Inhalte mehr an.

Das Foto stammt übrigens vom 19. Februar 2011, ist also genau 5 Jahre alt. Mann, sah ich damals noch jung aus…