gab.ai – noch ein twitter Konkurrent

Und noch eine twitter Alternative

Mit mastodon.social wurde vor kurzem eine neue Social Media Sau durchs Dorf getrieben, die eine twitter Alternative sein sollte. Dass mastodon außer in kleinen Nischen keine Relevanz entwickeln wird, sollte inzwischen jedem klar sein.

Aber schon ist der nächste twitter Konkurrent da – gab.ai – und während mastodon explizit gegen Hate Speech im sehr weiten Sinne ausspricht, vertritt gab.ai den gegenteiligen Ansatz: Free Speech.

Und so schaffen sich beide Netze ihre Filter Bubbles: mastodon eher mit linken Weltverbesserern oder Social Media Experten, gab.ai eher als Auffangbecken für die Alt-Rights in den USA. In Deutschland strömen inzwischen die – im übrigen meist zu Unrecht -gelöschten streng konservativen Accounts und deren Anhänger dorthin.

Ich habe sowohl bei mastodon als auch bei “gab” Accounts, nutze diese aber nicht wirklich. Filterblasen mag ich nicht, egal welcher politischer Ausrichtung.

Ein paar Fakten zu gab.ai

Nutzer werden “Gabber” genannt und ein Posting heißt “Gab”, das immerhin 300 Zeichen lang sein kann und damit zwischen twitter (140Zeichen) und mastodon (500 Zeichen) liegt. Ansonsten ist es grafisch recht gut aufgemacht – jedenfalls für mich schöner und intuitiver als mastodon. Gabs können hoch oder runter gevoted werden, was es zu einer Mischung aus twitter und reddit macht. Gegründet wurde es im August 2016 von Andrew Torba, Sitz der Firma ist in Austin. Die Mitgliedschaft ist frei, daneben gibt es eine Premium Mitgliedschaft für rund 6 Euro im Monat.

Und, was wird draus?

Ähnlich wie mastodon wird “gab” seine Nische finden – wahrscheinlich sogar eine größere. Eine echter twitter Konkurrent ist aber auch gab.ai nicht.

 

Südüberbauungsabrissbilder: Schweisser bei der Arbeit

Hier werden Metallteile an der ehemaligen Südüberbauung Bonn an der Front zum Bonner Hauptbahnhof entfernt.

Foto: 1. Juni 2017.

Was zu Kolja Bonke und dem Löschen auf twitter

Außerhalb einer Unterfilterblase der twitter Filterblase werden nur wenige von Kolja Bonke und der erneuten Sperrung seines twitter Accounts mitbekommen haben.

Wer Kolja nicht kennt: der ist ansonsten eher im Bereich Fitness & Co unterwegs, twittert aber Polizei- und andere Meldungen, die sich vornehmlich um Kriminalität von Flüchtlingen befassen. Diese kommentiert er teilweise überspitzt kritisch. Das kann einem gefallen oder nicht, justiziabel ist es jedenfalls nicht. Und selbst wenn es das Netzwerkdurchsetzungsgesetz schon gäbe, hätte es auf dieser Grundlage keine Beanstandungen geben dürfen. Sein Account wurde dennoch schon einmal gelöscht – ausgerechnet, als er Kritik an eben diesem NetzDG und Heiko Maas äußerte… Bonke legte sich dann einen neuen Account zu.

Mehr oder weniger überraschend ist nun auch dieser stillgelegt worden.

Auf twitter wurde und wird dies unter dem Hashtag #FreeKolja zum Teil heftig kritisiert. Auch ich habe mich an diesen Protesten beteiligt. Nicht weil ich ein Fan von Kolja Bonke bin oder hinter seinen tweets stehe. Nein, ich finde einfach, dass nichts gelöscht oder gesperrt werden sollte, was nicht gegen geltendes Recht verstößt.

So würde ich mich auch bei gesperrten Nutzern aus dem linken Spektrum echauffieren. Es geht mir um die Meinungsfreiheit, unabhängig von der politischen Richtung. Dazu stehe ich und werde weiter dazu stehen.

Und unter diesem Aspekt war die Löschung des Accounts durch twitter für mich nicht nachvollziehbar.

Der von mir sehr geschätzte Frank hat nun allerdings einen neuen Aspekt in die Causa Bonke eingebracht – die Löschung sei nicht aufgrund seiner üblichen tweets erfolgt. Vielmehr habe @BonkeKolja einen bereits gelöschten Tweet eines anderen Nutzers als Screenshot verbreitet, der sehr nachteilig für diesen war und einen Shitstorm gegen diesen hätte auslösen können. Trotz Aufforderung durch den anderen Nutzer hätte Bonke diesen Screenshot nicht entfernt.

Sollte es sich in der Tat so verhalten haben – und angesichts der Quelle zweifele ich daran nicht – erscheint der Fall in einem anderen Licht.

Ob twitter gleich hätte löschen müssen, steht auf einem anderen Blatt. Und ob der Vorfall nicht ein willkommener Anlass für die Sperre war, ist auch eine andere Frage. Und solange man nicht alle Details kennt, wird man hier nur Mutmaßungen anstellen sollen. twitters intransparente Löschpraxis macht es nicht einfacher.

Gleichwohl bleibe ich dabei: die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und wir müssen aufpassen, dass uns dieses Recht in den sozialen Netzen nicht verloren geht.

Und das vertrete ich für alle Meinungen – ob sie mir gefallen oder nicht.

tiefenfröhlich

Sie sind ein einfach (fast) immer grundlegend fröhlicher Mensch? Dann sind Sie tiefenfröhlich.

Hier sind weitere schöne deutsche Wörter.

Blogbericht 11

Und hier wieder wie jeden Monat der Bericht über die aktuellen Entwicklungen im Blogmagazin.

Im Mai sind so viele Artikel dazu gekommen wie noch nie: ich habe über jeden Wahlkreis bei der Bundestagswahl 2017 einen kurzen Beitrag erstellt, der derzeit jeweils die entsprechende Karte und die Auflistung der Städte und Gemeinden beinhaltet, die der Wahlkreis umfasst. Mit der Zeit – bis zur Bundestagswahl – werden mehr und mehr Infos zu einzelnen Wahlkreisen dazu kommen. Eine komplette Übersicht gibt es unter dem Tag wahlkreis btw17.

Was die Seitenabrufe angeht: das Ziel 30.000 habe ich erwartungsgemäß nicht erreicht, mit 28.526 war es aber dennoch der bisher beste Monat. Das Ziel 30.000 bleibt bestehen, ich schätze aber, dass ich das vor September nicht erreichen werden.

Wie immer dann noch die 10 beliebtesten Artikel im Mai:

  1. Wie fast immer: Die Liste der Horizon Fehlermeldungen (1.407 Abrufe).
  2. Pippa Middleton sei Dank hat es der Ernährungsplan für die ersten drei Tage der Sirtfood Diät auf Platz 2 geschafft (1.357).
  3. Auf der 3 dann die Liste der 20 wichtigsten Sirtfoods (1.111).
  4. Folgerichtig der Sirtfood Überblick auf der 4 (1.081)
  5. Wieder ein Klassiker: Wie kriegt man Schweißgeruch aus Sakko und Blazer (1.017).
  6. Die Liste der zugelassenen Parteien bei der Landtagswahl NRW 2017 (877).
  7. Wie man Bilder von Windows Phone aus überträgt wollten 870 Leser wissen.
  8. Und noch einmal Sirtfoods: 40 weitere Lebensmittel, die die Sirtuin Aktivität ankurbeln (815).
  9. Die 10 Tipps für Maastricht sind auf der 9 mit 549 Abrufen.
  10. Und genau 500 Leser wollten wissen, welches finnische Wort ich fast erfunden hätte.