Kurzkritik: Die wunderliche Wanderung der Elli Schmitt

Rezension von U. Funk zu Tania Konnerth, “Die wunderliche Wanderung der Elli Schmitt”

Wer kein Buch in die Hand nehmen würde, in dem sich Bäume mit uns unterhalten und wir von Schmetterlingen eine der wichtigen Lebensfragen gestellt bekommen, sollte um dieses Buch einen großen Bogen machen. Oder vielleicht gerade deswegen auch nicht! Denn genau diejenigen unter uns, die eher vernunft- und kalendergetrieben durch den Alltag rasen, sollten sich unbedingt die Zeit nehmen, sich in die wunderschön geschriebene Geschichte von Tania Konnerth hineinzulesen und hineinzufühlen.

Der Autorin vollzieht die Gratwanderung, ein Märchen zu erzählen, das eigentlich auch eine Reportage sein könnte. Es gelingt ihr, ernste, tiefgehende Fragen des Lebens anzusprechen und sie zugleich in wundervoll leichte und nachvollziehbare Bilder einzubauen. Dabei verzichtet Tania Konnerth bewusst auf esoterische Floskeln und eine aufdringliche Ratgeberattitüde. Sie vermag es aber dennoch, ihre Leser zu inspirieren, über den eigenen Horizont hinaus zu schauen, den bisher kaum wahrgenommen Stimmen auf dem Weg zuzuhören und sich die richtigen Fragen zum eigenen Ich zu stellen.

Fragen, auf die jeder seine eigenen Antworten finden muss – Antworten, die Konsequenzen für unseren weiteren Weg haben sollten. Alles in allem ein kleines aber überaus inspirierendes Buch. Schnell durchgelesen, aber mit bleibender Wirkung – wenn man bereit ist, sein Herz für die Botschaft des Buches zu öffnen. Alles in allem: Daumen hoch!

Die wunderliche Wanderung der Elli Schmitt

Auerbach Verlag, 2019

ISBN: 978-3-948537-00-5

Erhältlich im Buchhandel und im Webshop: auszeit-webshop.de

Pressemitteilung: Citiworks sieht Bewegung bei PPA

Gerne veröffentlichen wir diese Pressemitteilung von ENTEGA/CITIWORKS

30.01.2020
Citiworks sieht Bewegung bei PPA

Eine gelungene Energiewende benötigt den weiteren erheblichen Ausbau von erneuerbaren Energien in Deutschland. Darüber sind sich Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einig. Mit der Frage, wie für diesen Ausbau verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden können, beschäftigen sich jetzt die citiworks AG und eine europäische Großbank in einem gemeinsamen Projekt.
Dass die Erzeuger von Erneuerbaren Energien sich in Zukunft nicht mehr im gleichen Umfang wie in der Vergangenheit auf garantierte Einspeiseerlöse verlassen können, ist für die citiworks AG klar. Christian Stewens, Vorstand Handel bei citiworks AG, hat bezüglich der Folgen eine klare Meinung: „Das stellt die Finanzierung neuer Projekte im Bereich Erneuerbare Energien vor eine Vielzahl neuer Herausforderungen, denn bisher haben sie mit weitgehender finanzieller Sicherheit bezüglich der Erlöse rechnen können. Die Unsicherheit entsteht nicht nur aus der Frage, in welche Richtung sich der Strompreis an der Börse grundsätzlich entwickelt. Es geht auch um Zusammenhänge zwischen Last, Preis und Erzeugung in einzelnen Stunden im deutschen und europäischen Strommarkt“.
Nach seiner Auffassung lösen aber nicht nur der Markt, sondern auch mögliche politische Entwicklungen erhebliche Unsicherheit bezüglich der Preisentwicklung aus. Bisher sei beispielsweise in weiten Teilen der Energiewirtschaft große Übereinstimmung zu finden, dass spätestens ab Mitte dieses Jahrzehnts in Deutschland über einen wie auch immer gearteten Kapazitätsmechanismus gesprochen werden muss. Diese Überzeugung entsteht aus dem Verständnis, dass wegen des Kernenergie- und Kohleausstiegs für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit dringend neue gesicherte – also überwiegend konventionelle – Kraftwerkskapazität erforderlich sein wird. Die erwartete Knappheit von Kapazität könnte zwar auch dazu beitragen, ausreichend hohe Preise in genügend Stunden eines Jahres für die Refinanzierung von Kraftwerksneubauprojekten auszulösen. Citiworks bezweifelt aber, dass viele Investoren das Risiko von nicht ausreichend stark steigenden Preisen über Zeiträume von 20 und mehr Jahren tragen würden. Ohne Kapazitätsmarkt wird es gegen Ende dieses Jahrzehnts deshalb schwierig, das bisher gewohnte Niveau der Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten.
Mit dieser Einschätzung weicht citiworks allerdings deutlich von dem vom Bundeswirtschaftsministerium unlängst veröffentlichten Versorgungssicherheitsbericht ab. In dem Bericht wird die Bedeutung von ausreichender nationaler Kapazitätsbereitstellung für die Versorgungssicherheit deutlicher als bisher relativiert. Bisher wurden Versorgungsunterbrechungen nahezu ausnahmslos durch Netzstörungen ausgelöst. Zur Bestimmung der erforderlichen Kraftwerkskapazität wurde in dem Bericht ein Rechenmodell, das den europäischen Energiemarkt und die Netztopologie abbildet, zugrunde gelegt. In diesem Modell wird toleriert, dass in Extremsituationen (in 0,06 %) auch trotz Imports zu wenige Kraftwerke für die Deckung des deutschen Bedarfs vorhanden sind. Zudem wird zugelassen, dass mit bis zu 20.000 MW fast ein Viertel des maximalen deutschen Strombedarfs aus dem Ausland importiert wird. Diese Importe entstehen dann zum Teil nicht etwa marktpreisgetrieben, also weil die Erzeugungskosten im Ausland günstiger wären, sondern weil in Deutschland schlicht keine Kapazitäten mehr verfügbar wären.
Der Bericht kommt mit diesen Hypothesen zu dem Schluss, dass zur Bereitstellung ausreichender Kapazität keine zusätzlichen Kraftwerke in Deutschland erforderlich sind. Weder Marktpreisentwicklung noch Regulierung in Deutschland werden zu einem Neubau von Kraftwerken als Ersatz für wegfallende Kraftwerke führen. Die Marktpreise werden basierend auf diesen Annahmen bis 2030 so niedrig bleiben, dass sich auf Basis der Preise ein Kraftwerksneubau nicht lohnt.
Die Ergebnisse des Berichts führen jedoch nicht nur zu einer erheblichen Verunsicherung bezüglich der zu erwarteten zukünftigen Kraftwerksrenditen, sie haben auch Folgen für die Refinanzierung Erneuerbarer Energien.
Denn Strompreise bleiben danach relativ niedrig, es kommt aber gelegentlich zu stärkeren Preisspitzen, da Knappheitssituationen zunehmen werden. Diese Preisspitzen treten vorrangig dann auf, wenn wenig Wind weht und die Sonne wenig scheint. Von diesen Preisspitzen werden die Renditen der Erneuerbaren Energien also weniger profitieren als diejenigen konventioneller Kraftwerke.
Die Konsequenz ist, dass der Marktwertfaktor, also das Verhältnis des Marktwertes von fluktuierender Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zum Marktwert eines Grundlastbandes, dann voraussichtlich gegenüber heute sinken wird. Ob die Hypothesen im Bericht aber stimmen, ob die Toleranz bezüglich der Versorgungsunterbrechungen wirklich steigt, das wird erst die Zukunft zeigen.
Bereits heute müssen allerdings Antworten gefunden werden, auf welcher Basis sich für fluktuierende Erzeugung über einen langen Zeitraum in der Zukunft ein aktueller Marktpreis bilden kann. Sind beispielsweise Industriekunden bereit, im Gegenzug für günstige Beschaffungskosten einen Teil des Preisrisikos zu tragen?
Citiworks sieht hier langsam wachsendes Interesse auf Seiten der Industrie. Die Betreiber der EEG-Anlagen stehen ohnehin bereit und warten nur darauf, dass sich die Kunden in der Industrie für diese Qualität und die damit verbundene fluktuierende Erzeugung öffnen.
Eine spannende Frage, die citiworks jetzt intensiv bearbeitet, lautet: Gibt es Raum für eine Instanz außerhalb der klassischen Lieferkette, die bereit ist, in Risiken einzutreten und welche Rolle können und wollen Banken dabei spielen?

Über citiworks:
Die citiworks AG ist ein Energiehandels- und Energiedienstleistungsunternehmen. Seit 20 Jahren unterstützt citiworks Kunden aus dem Umfeld der Energieversorger, Stadtwerke und Netzbetreiber mit Ihrem umfassenden Dienstleistungsspektrum.
Profitieren Sie von der langjährigen Erfahrung der citiworks. Wir schaffen flexibel und verlässlich kundenindividuelle Lösungen in einer hohen Prozess- und Abwicklungsqualität, welche Ihre Ressourcen ideal ergänzen.
Das Dienstleistungsangebot der citiworks umfasst den Zugang zu den Energiebörsen und zum OTC Markt, um lang-, mittel- und kurzfristige Produkte zu handeln, den automatisierten Kurzfristhandel zur Minimierung des Ausgleichsenergierisikos, Unterstützung oder Übernahme des Bilanzkreis- und 24/7 Fahrplanmanagements, Last- und Einspeiseprognose, Portfoliomanagement für Beschaffung und Erzeugung, wöchentliche Marktinformationen, sowie die Direktvermarktung Ihrer EEG-Anlagen.
Besuchen Sie uns auf der E-World 2020 vom 11.02. bis 13.02.2020 in Halle 3, Stand 3-356. Für einen persönlichen Austausch zu Ihren Anforderungen und unseren Lösungsmöglichkeiten, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Vereinbaren Sie direkt einen Termin unter 06151 701 3103 oder vertrieb@citiworks.de

Mit freundlichen Grüßen
ENTEGA AG
Unternehmenskommunikation und Public Affairs
Frankfurter Str. 110
64293 Darmstadt
Pressekontakt:
Michael Ortmanns (Unternehmenssprecher)
Telefon: 06151 701-2000
Telefax: 06151 701-1169
E-Mail: presse@entega.ag

ENTEGA AG, Sitz der Gesellschaft: Darmstadt
Reg.-Gericht Darmstadt HRB 5151, Ust.Idnr. / St.-Nr. DE811215048 / 007 225 46604
Vorstand: Dr. Marie-Luise Wolff (Vorsitzende), Dipl.-Kfm. Albrecht Förster, Andreas Niedermaier
Aufsichtsratsvorsitzender: Oberbürgermeister Jochen Partsch
Die ENTEGA AG erfüllt die gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. Weitere Informationen zu der Verarbeitung Ihrer Daten erhalten Sie unter www.entega.ag/datenschutz.
© 2019 ENTEGA AG

Meinung: Carline Mohr, die ICH-AG der SPD

Was war das für eine Nachricht im April 2019:

Die Social-Media-Expertin Carline Mohr (@mohrenpost) übernimmt den Newsroom der SPD im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Davor leitete sie die Plattform Strategie bei der Content-Marketing-Agentur Looping Group, war anderthalb Jahre bei Spiegel Online verantwortlich für Audience Development und vorher bei Bild.de “Head Of Social Media und New Platforms”.

So jemand müsste der SPD doch den dringend benötigten Schub bei den Umfrage- und (wichtiger noch) Wahlergebnissen bringen können. So jedenfalls die Hoffnung der Parteispitze. Nun, bei den Umfragen tut sich bisher nicht viel, da ist noch Luft nach oben, aber abgerechnet wird ja zum Schluss.

Skeptisch bleibe ich, denn mit Caroline Mohr hat man sich jemanden ins Haus geholt, dem es weniger um das Wohl der Sozialdemokratie als viel mehr um die Eigenvermarktung geht, wie auch dieser tweet wieder beweist:

ICE. Dude im 4er fragt, was ich da so fleißig arbeite.
„Sozialdemokratie“, sage ich. Er, väterlich: „Soll ich Ihnen mal verraten, was das Problem der SPD ist?“

„Lieber esse ich das Parteiprogramm auf, tätowiere mir eine Rose ins Gesicht und date Thilo Sarrazin.“

„Also nein?!“

Sie schiebt dann nach erster Kritik noch nach, dass ihr das “eventuell schon mal jemand erklären” wollte, was ich mir lebhaft vorstellen kann.

Aber auch wenn einem jemand zum 1.000 mal etwas erklären will, dann tut man zumindest so, als würde man höflich interessiert zuhören. Bestenfalls – und so würde ich es machen – hört man sogar wirklich zu. Und wenn es das 10.000 mal ist.

Die Antwort auf die Frage, was das Problem der SPD ist, hat Caroline Mohr mit ihrem tweet eigentlich selbst gegeben.

Denn wenn man so im Umfragetief steckt wie die SPD, sollte man sich eins nicht erlauben: Arroganz.

Dokumentiert: Offener Brief an General Wundrak

Gerne dokumentieren wir diesen offenen Brief von Peter Recker (Oberstleutnant a.D. (Luftwaffe)) an General Wundrak.

Sehr geehrter Herr General Wundrak,

durch die Lektüre des von Brigadegenaral a.D. Dr. Wittmann an Sie gerichteten offenen Briefs habe ich mit etwas Zeitverzug erfahren, dass Sie Parteimitglied der AfD geworden sind, und das klammheimlich während Ihrer Dienstjahre. Erst als der Große Zapfenstreich verklungen und Ihre Uniform eingemottet war, ließen Sie die Katze aus dem Sack.

Mit Eintritt in die AfD wäre es konsequent gewesen, gegenüber Kameraden und Dienstherrn Farbe zu bekennen und den Uniformrock auszuziehen statt das Parteibuch der Populisten hineinzustecken. Tartüfferie im Dienst, Courage Fehlanzeige.

Haltung fehlte auch im Interview mit der NZZ. Auf die Frage zur Position Höckes in der AfD weichen Sie aus: “Ich kenne Herrn Höcke persönlich nicht, deshalb möchte ich mir kein Urteil anmaßen.” Muss man Höcke persönlich kennen, um zu wissen, dass er gerichtsfest als Faschist gilt?

Gauland und Merkel kennen Sie auch nicht persönlich, halten es gleichwohl für angebracht, Gaulands Bewertung des Nationalsozialismus als “Vogelschiss” zu exkulpieren und die Kanzlerin zu denunzieren, sie sei “antideutsch”, sie “untergrabe das Fundament Deutschlands”, sie “schleife” das Staatsvolk, das Staatsgebiet und die Rechtsordnung und was dergleichen mehr der völkische AfD-Sprech hergibt.

Die Kanzlerin spreche nicht von “Volk”, sondern von “Bevölkerung”. Recht hat sie (und mit ihr der Bundespräsident), denn sie amtiert nicht für das AfD-definierte genetische Deutschvolk, sondern für “die Menschen in unserem Lande”, wie Altkanzler Kohl zu sagen pflegte. – Zu fragen wäre an dieser Stelle: wem haben Sie eigenlich gedient? Von welcher Gesellschaft haben Sie sich besolden lassen, von wessen Steuergeld lassen Sie sich bis zum Ende Ihrer Tage versorgen? Dürfen “Kulturfremde” dazu beisteuern?

Ihre Partei banalisiert historisch kontaminierte Begriffe, will sie hoffähig machen. Noch sind es nur Worte, aber man droht mit Taten. Gauland will die Kanzlerin “jagen”, Nicolaus Fest will sie “erlegen”, die Integrationsbeauftragte Özoguz wünscht man “entsorgt”. Höcke bedroht unverhohlen die Pressefreiheit, er sieht Deutschland “im letzten Degenartionsstadium” und will uns als “Zuchtmeister mit starker Hand” von “brandigen Volksteilen befreien”. Thorben Schwarz will Widersacher nach der Methode Pinochet aus dem Hubschrauber werfen, “so muss das” sagt er, und Beatrix von Storch wünscht den Schießbefehl gegen Flüchtlinge, auch Kinder….etc.etc. – Sie entschieden sich für die AfD, als die Partei eine Website unterhielt, auf der der AfD-affine Mob ganze vier Jahre lang seine Tötungsphantasien gegen den Regierungspräsidenten Dr. Lübcke ausleben durfte. Bis ein AfD-Freund nicht mehr phantasierte, sondern Dr. Lübcke ermordete. Die Seite wurde gelöscht.

Diensteid und besondere Treuepflicht gegenüber der Verfassung lassen Sie hinter sich und werden (erfolgloser) Wahlkandidat der AfD. Formal Partei, de facto aber eine Gemeinschaft aus Hassern und Hetzern, Neonazis und Rassisten, völkischen Nationalisten und Verhöhnern des “Schuldkults”. Sie sollten sich angesprochen fühlen, wenn Bundespräsident Steinmeier im Rückblick auf das, was Sie “Vogelschiss” nennen, sagt: “Es sind nicht dieselben Täter. Aber es ist dasselbe Böse.”

Peter Recker
Oberstleutnant a.D. (Luftwaffe)
Auribeau / Frankreich