Meinung: Eine kurze Anmerkung zum #IchBinRaus Text von Jan Fleischhauer

Anfang Januar 2022 sorgt ein Text des Kolumnisten und Autors Jan Fleischhauer auf twitter und co für Furore: Unter dem Titel „Ich bin raus! Das war der Moment, in dem mich das RKI und die Corona-Experten verloren“ schreibt er im Focus, warum er sich nicht mehr von Worst Case Schaubildern und Modellen sowie immer neuen Warnungen vorn Experten vor der neuen Welle verrückt machen lässt.

Die Querdenker und Maßnahmen-Skeptiker – Grünpunkte – jubeln und Stephan Homburg schreibt schon:

Willkommen, lieber @janfleischhauer ! Auch wenn Sie mich damals hart attackierten, als Sie noch zur „Pandemie“-Fraktion gehörten. Schwamm drüber. #Ichbinraus

Auf der Gegenseite schimpfen die Rotpunkte, also die Maßnahmenbefürworter über ihn.

Zugegen, mit einem tweet, mit dem er den Artikel angeteasert hat, hat Fleischhauer durchaus den Eindruck erweckt, er wäre ins Lager der Querdenker übergelaufen.

Ich habe 2 Jahre alles mitgemacht. Ich bin geimpft und geboostert. Von mir aus kann die nächste Welle nicht nur eine Wand, sondern ein Gebirgsmassiv sein: Ich bin raus. Ich werde mein Leben nicht mehr an Modellen ausrichten, die das Schlimmste annehmen.

Liest man dann aber den ganzen Artikel, erhält man einen anderen Eindruck – er hat einfach keine Lust mehr, sich nur noch mit Worst Case Modellen und überhaupt Zahlenstreitigkeiten auseinanderzusetzen. Die entscheidenden Sätze sind:

Ich werde nicht plötzlich unvorsichtig sein. Ich werde mich weiter an die Regeln halten. Ich werde nur nicht mehr mein ganzes Leben an den Schaubildern ausrichten, die das Schlimmste annehmen.

Und so wird es vielen gehen, die von den täglichen Prognosen geschockt sind: Man lebt sein Leben weiter, leugnet Corona nicht, hält sich an die Maßnahmen, zieht sich aber aus den Diskussionen zurück, zu denen man als Laien sowieso nichts zielführendes beitragen kann.

Fleischhauer damit als Corona-Leugner oder (Maßnahmen-) Skeptiker zu bezeichnen, geht fehl, er macht nichts anderes als die große schweigende Mehrheit, die irgendwo im weiten Feld zwischen Grün- und Rotpunkten einzuordnen ist – so wie ich mich z.B. auch einordne.

Was man Fleischhauer aber durchaus vorwerfen kann: Dass er durch den provokativen Titel für den oberflächlichen Leser durchaus den Eindruck erweckt hat, er würde jetzt zu den Querdenkern gehören. Und das sollte er korrigieren.

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