10 Fakten über Allerheiligen

Allerheiligen

Allerheiligen ist ein christliches Hochfest am 1. November, an dem aller Heiligen gedacht wird – hier sind 10 Fakten über Allerheiligen, von der Geschichte des Feiertags bis zu Brauchtum und Sturmfluten.

  1. Datum und Name: Allerheiligen (lateinisch Sollemnitas Omnium Sanctorum, auch festum omnium sanctorum) wird in der Westkirche jedes Jahr am 1. November begangen.
  2. Bedeutung: Es ist ein christliches Hochfest, an dem aller Heiligen gedacht wird, der bekannten wie der unbekannten – also auch derer, die keinen eigenen Gedenktag haben.
  3. Konfessionen: In der römisch-katholischen Kirche ist Allerheiligen ein Hochfest und in nahezu allen Diözesen gebotener Feiertag. In der anglikanischen Kirche hat es den Rang eines Principal Feast. Die lutherischen Kirchen können es als Gedenktag der Heiligen begehen, ähnlich weitere protestantische Kirchen. Die orthodoxen Kirchen feiern Allerheiligen am ersten Sonntag nach Pfingsten.
  4. Halloween: Halloween und Allerheiligen sind miteinander verbunden: Das Wort Halloween leitet sich von „All Hallows Eve“ ab, dem liturgischen Vorabend von Allerheiligen. In englischsprachigen Regionen werden Halloween, Allerheiligen und Allerseelen auch gemeinsam als Allhallowtide begangen.
  5. Geschichte: Papst Bonifatius IV. weihte am 13. Mai 609 oder 610 das zuvor allen Göttern Roms geweihte Pantheon der Jungfrau Maria und allen Märtyrern (Sancta Maria ad Martyres) und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Bereits um 800 ist ein Feiertag aller Heiligen am 1. November in Irland und Northumbrien belegt. Im Jahr 835 erklärte Kaiser Ludwig der Fromme den 1. November zum gebotenen Feiertag im Frankenreich, und Papst Gregor IV. legte Allerheiligen im selben Jahr für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest.
  6. Feiertag in Deutschland: In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist Allerheiligen gesetzlicher Feiertag. Dort ist es ein sogenannter stiller Feiertag, an dem öffentliche Tanzveranstaltungen im Prinzip nicht erlaubt und laute Musik verboten ist. In Bayern dürfen Halloween-Partys längstens bis 2 Uhr am 1. November dauern. Unsere Vermutung: In diesen fünf Ländern lebt mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland. Eine Übersicht bietet unsere Karte: Reformationstag, Allerheiligen oder gar nichts.
  7. Feiertag in anderen Ländern: Gesetzlicher Feiertag ist Allerheiligen auch in den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz, in Österreich und Liechtenstein sowie in Belgien, Andorra, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Litauen, Monaco, Osttimor, Polen, Portugal, San Marino, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn, Peru, der Vatikanstadt und auf den Philippinen. In Schweden und Finnland fällt der Feiertag auf den Samstag zwischen dem 31. Oktober und dem 6. November. In den Niederlanden wurde Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag 1960 abgeschafft.
  8. Allerseelen und Friedhofsbesuch: Am 2. November folgt Allerseelen, der Gedenktag aller Verstorbenen, der seit dem Ende des 10. Jahrhunderts ausgehend von der Abtei Cluny begangen wird. Vielerorts findet die Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen statt, oft verbunden mit dem Schmücken der Gräber mit Lichtern. Für den Weg zu den Friedhöfen bieten Verkehrsbetriebe in größeren Städten am 1. November sogenannte Allerheiligenlinien an, also Verstärkerlinien, die nur einmal im Jahr fahren – etwa in Wien zum Zentralfriedhof.
  9. Brauchtum: Im süddeutschen Sprachraum verschenken Tauf- oder Firmpaten ihren Patenkindern den Allerheiligenstriezel, einen geflochtenen Zopf aus Hefeteig mit Hagelzucker oder Streuseln. Den Brauch gibt es vom Burgenland über das Inn- und Hausruckviertel bis zum Chiem- und Rupertigau. Im Altmühltal gibt es auf Spitzlmärkten das „Spitzl“, ein rautenförmiges Lebkuchengebäck. Außerdem finden Allerheiligenmärkte statt.
  10. Allerheiligen weltweit und an der Küste: In Mexiko fällt Allerheiligen in die Zeit des Tags der Toten (Día de Muertos), der vom 31. Oktober bis zum 2. November gefeiert wird. An der Nordsee ist der Name mit mehreren schweren Sturmfluten verbunden, etwa der Allerheiligenflut 1570 – mehr dazu in unserer Liste der Allerheiligenfluten.

Stand: 1. November 2026

Quellen

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