10 Fakten über Wasserstoff

  1. Das chemische Element Wasserstoff hat das Symbol H – von Hydrogenium – und im Periodensystem der Elemente die Ordnungszahl 1.
  2. Wasserstoff gehört zur Kategorie der Nichtmetalle und ist bei Zimmertemperatur ein farbloses Gas.
  3. Der Schmelzpunkt liegt bei −259,14 °C, der Siedepunkt bei -252°C.
  4. Die Atommasse beträgt 1,008 u.
  5. Der Name kommt daher, als dass Wasserstoff zusammen mit Sauerstoff der Bestandteil von Wasser ist.
  6. Entdeckt wurde Wasserstoff vom englischen Chemiker und Physiker Henry Cavendish im Jahre 1766.
  7. Wasserstoff ist das wahrscheinlich häufigste Element im Universum. Auf der Erde macht er allerdings nur 0,3% der Gesamtmasse aus, der Anteil an der Erdhülle ca. 0,15%.
  8. Wasserstoff ist nicht giftig und schadet nicht der Umwelt.
  9. Wasserstoff wird vielfältig genutzt, unter anderem als Energieträger, in der chemischen Industrie und als Lebensmittelzusatzstoff.
  10. Ein Kilogramm Wasserstoff kostet als Treibstoff an der Tankstelle ca. 9,50 Euro.

Werte, insbesondere Preise, Stand Juni 2020.

10 Fakten über den Zauberwürfel

  1. Der Zauberwürfel besteht aus 9 Farbfeldern aus 6 Farben je Seite, die gedreht werden können. Ziel des Puzzles ist es, dass auf einer der Seiten alle Farbfelder gleich sind.
  2. Der Zauberwürfel wurde 1974 von dem ungarischen Bauingenieur und Architekten Ernő Rubik erfunden. Ab 1977 ist er als Spielzeug dort erhältlich.
  3. Im Jahr 1980 setzt er seine Siegeszug durch den Westen an. Am 2. Juni 1980 kommt der Zauberwürfel in der Bundesrepublik Deutschland in den Verkauf.
  4. Besonders populär war der Zauberwürfel bis in die frühen 1980er Jahre – aber auch jetzt ist er ein beliebtes Spielzeug.
  5. Es gibt 43.252.003.274.489.856.000 mögliche Kombinationen der Farbfelder.
  6. Rein theoretisch kann der Zauberwürfel mit 20 Zügen in den richtigen Zustand gedreht we rden.
  7. Es gibt zahlreiche Wettbewerbe rund um den Zauberwürfel. Am beliebtesten ist Speed-Cubing, bei dem man den Würfel schnellstmöglich in die richtige Form bringen muss.
  8. Am 19. Mai 2014 – zu seinem 40 Geburtstag – feiert ihn Google mit einem eigenen Google Doodle.
  9. Auch sonst ist der Zauberwürfel on der Popkultur nach wie vor beliebt – so kommt er mehrfach bei den Simpsons vor.  Reminiszenzen an ihn findet man auch in der Serie Big Bang Theorie oder in Musikvideos wie z.B. in “Viva Forever” der Spice Girls. In der PopArt ist er ein Symbol für die 1980er Jahre.
  10. Neben dem originalen Zauberwürfel gibt es inzwischen viele Abwandlungen – u.a. Miniaturmodelle, welche mit mehr Feldern oder auch andere geometrische Formen.

10 Fakten zum Freitag den Dreizehnten

  1. Der Freitag der 13. gilt traditionell als Unglückstag.
  2. Ursprünge für diesen Aberglauben können darin liegen, dass die 13 als das Dutzend des Teufels und der Freitag wegen Karfreitag im Christentum als Symbole des Unglücks gelten. In anderen Religionen und Kulturen ist dies jedoch anders, so z.B. in Japan.
  3. Verbreitet als Unglückstag ist der “Freitag der Dreizehnte aber erst seit Beginn des 20. Jahrunderts, bis 1907 tritt er als solcher nicht in Erscheinung, lediglich die Verhaftung und folgende Ermordung der Tempelritter am 13. Oktober 1307 sticht hervor. Seit 1907 ein Börsenroman mit dem Titel “Freitag, der 13.” veröffentlicht wurde und 1916 der erste gleichnamige Film Angst vor dem Datum machte, ändert sich dies. Ein einzelnes singuläres Ereignis für die  Entwicklung gibt es jedenfalls nicht.
  4. Der Börsenkrach am 13. Mai 1927 in Deutschland ließ den Aktienindex des Statistischen Reichsamtes innerhalb eines Tages um 31,9% einbrechen, dies war einer der ersten schwarzen Freitage an der Börse. Auch dies ist eine der Ursachen für den Mythos als Unglückstag.
  5. Jedenfalls hat sich seitdem der Freitag der 13. in den meisten westlichen Ländern zum kulturellen Phänomen entwickelt. So gibt es zahlreiche Lieder, Filme und Bücher, die sich damit auseinandersetzen und ihn als Aufhänger nehmen.
  6. Umstritten ist, ob an einem Freitag den 13. tatsächlich mehr Unglücke geschehen. Einige Studien belegen z.B. weniger Unfälle, da die Menschen an diesem Tag wahrscheinlich besonders Vorsichtig sind. Andere sehen eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit für Unglücke, wahrscheinlich, da es sich dann um selbsterfüllende Prophezeiungen handelt.
  7. In jedem Kalenderjahr gibt es mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf einen 13. fallen.
  8. In einem Zyklus unseres Gregorianischen Kalenders fallen übrigens die meisten 13. auf einen Freitag (688), während es z.B. nur 684 Samstage sind.
  9. Die Angst vor dem Freitag den 13. nennt man auch Paraskavedekatriaphobie.
  10. Mehr zum Freitag finden als Wochentag finden Sie hier.

10 Fakten über die Fleher Brücke

  1. Die Fleher Rheinbrücke befindet verbindet Düsseldorf-Flehe und Neuss-Grimlinghausen/Uedesheim.
  2. Sie befindet sich zwischen Rheinkilometer 732 und 733 bei Rheinkilometer 732,5.
  3. Über sie führt die Bundesautobahn A 46 sowie parallel zu den Fahrstreifen Wege für Fußgänger und Radfahrer.
  4. Es handelt sich um eine Schrägseilbrücke.
  5. Die Fleher Brücke hat mit 72m Höhe höchsten Brückenpylon in Deutschland und die größte Spannweite aller Schrägseilbrücken in Deutschland.
  6. Sie 1166 m lang.
  7. Die Gesamtkonzeption stammte von Gerd Lohmer, die Vorlandbrücke auf der Neusser Rheinseite wurde von Fritz Leonhardt geplant.
  8. Baubeginn der Brücke war 1976, Vorarbeiten begannen aber bereits 1973.
  9. Die Brücke wurde am 3. November 1979 für den Verkehr freigegeben.
  10. Aktuell wird der Pylon saniert, die Arbeiten sollen 2024 abgeschlossen sein.

Bild: Bernd Börnsen (@Medienzigarre)

10 Fakten über “Darstellung des Herrn”, auch als “Maria Lichtmess” bekannt

  1. Am 2. Februar ist das christliche Fest “Darstellung des Herrn”, früher auch “Maria Lichtmess” genannt.
  2. Andere alte Bezeichnungen sind “Unser Lieben Frauen Lichtweihe” und “Hypapante”.
  3. Erinnert wird darin, dass nach alter jüdischer Tradition die Mutter 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes im Tempel ein Tieropfer übergab und ihr Kind als Eigentum Gottes übergab, ihm also das Kind vor- oder darstellte, und es dann mit einem Geldopfer wieder auslöste.  Bei Marias und Jesu’ Opfergang zum Tempel seien ihnen Menschen mit Lichtern entgegengekommen, um so ihren neuen König zu begrüßen – daher der klassische Name.
  4. “Lichtmess” gilt in vielen Regionen traditionell als das Ende der Weihnachtszeit und Weihnachtsbaum und Krippe werden erst am heutigen Tage abgebaut und es finden Lichtergottesdienste statt.
  5. In Bayern war Lichtmess bis 1912 gesetzlicher Feiertag.
  6. Zu Lichtmess gibt es viele Bauernregeln und Bräuche, da früher am heutigen Tag das bäuerliche Arbeitsjahr wieder begann und die Dienstverhältnisse mit Bediensteten neu begründet wurden. An Lichtmess sind zudem die Tage wieder merklich länger – so sagt man in der Pfalz “Mariä Lichtmess, bei Dag ze Nacht gess.”, da man das Abendessen wieder im hellen einnehmen kann.
  7. In Luxemburg gehen Kinder heute mit Laternen durch die Straßen und bitten an den Haustüren um Süßes oder eine Geldspende.
  8. In zahlreichen Gemeinden, in denen die schwäbisch-alemannische Fastnacht gefeiert wird, gilt Lichtmess als Beginn der Session.
  9. Eng verwandt mit den Bauernregeln zu Lichtmess ist der in einigen Orten der USA und Kanadas begangene Groundhog Day (“Murmeltier Tag”). Dabei wird ein Murmeltier aus seinem Winterschlaf geweckt. Kann es seinen Schatten sehen, wenn es aus dem Bau kommt (sprich: die Sonne scheint), wird es noch ein langer kalter Winter. Groundhog Day wird mit einem großen Volksfest gefeiert und die “Vorhersagen” der Murmeltiere werden im Fernsehen übertragen. Das berühmteste Murmeltier ist wohl “Punxsutawney Phil”, der durch den Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” den Brauch weltweit bekannt machte. Ursprünglich kommt der “Murmeltiertag” aber aus Deutschland: “Wenn der Dachs zu Maria Lichtmessen, mittags zwischen 11 und 12 Uhr seinen Schatten sieht, so muss er noch vier Wochen in seinem Baue bleiben.” In Serbien werden am heutigen Tag Bären zur Wintervorhersage hinzugezogen.
  10. Die Candlemasinseln (Lichtmessinseln) im Südatlantik wurden nach dem Tag ihrer Entdeckung, dem 2. Februar 1775, benannt.

10 Fakten über den Dreikönigstag

  1. Der umgangssprachlich Dreikönig, Dreikönigstag oder “Heilige Drei Könige” genannte Feiertag ist am 6. Januar. Im Mittelpunkt der Wahrnehmung stehen dementsprechend die heiligen drei Könige: die Krippe wird um die entsprechenden Figuren ergänzt (Bild) und die Sternsinger ziehen aus.
  2. Aus kirchlicher Sicht ist heute “Erscheinung des Herrn”, auch Epiphanias oder Epiphanie.
  3. Weitere Bezeichnungen für den Tag sind auch Großneujahr, Hoh-Neujahr oder Weihnachtszwölfter und sind regional auch noch üblich.
  4. Der Tag hat eine alte Tradition als Feiertag: in Ägypten wurde die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore gefeiert, die Römer begingen ihn als Erscheinungstag des Herrschers als lebender Gott.
  5. Zum Brauchtum zählt auch der Dreikönigskuchen, ein Hefegebäck, in das eine Bohne eingebacken ist – wer sie erwischt, hat Glück im Jahr. In einigen Regionen trinkt man sich heute (vereinzelt auch am Vorabend) Stärke für das gesamte Jahr an, wofür Brauereien insbesondere in Süddeutschland spezielle Starkbiere brauen.
  6. Zum Brauchtum kann man inzwischen auch das alljährliche Dreikönigsspringen im Rahmen der Internationalen Vierschanzentournee zählen.
  7. Zudem ist die letzte der Rauhnächte, in der sich die Wilde Jagd zurückzieht und die Welt wieder sicher ist.
  8. Auch die alemannische Fasnacht beginnt heute.
  9. Viele Länder haben heute Feiertag, so z.B. Österreich, Liechtenstein, Spanien, Finnland, Italien, Polen und Griechenland. In Deutschland ist in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt heute arbeitsfrei, in der Schweiz in den Kantonen Schwyz, Tessin, Uri und Teilen Graubündens. In den anderen deutschen Bundesländern ist heute im Regelfall noch schulfrei (Weihnachtsferien).
  10. Rund um Dreikönig gibt es viele Wetterregeln, darunter: “Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Weinjahr.” oder “Ist bis Dreikönig kein Winter, folgt keiner dahinter.”

10 Fakten über die Rheinbrücke Emmerich

  1. Die Rheinbrücke Emmerich ist die nördlichste deutsche Rheinbrücke.
  2. Sie verbindet Emmerich und Kleve.
  3. Sie befindet sich zwischen Rheinkilometer 853 und 854 bei Rheinkilometer 853,2.
  4. Sie hat zwei Fahr- und Standspuren sowie zwei Gehwege und ist Teil der Bundesstraße 220.
  5. Es handelt sich um eine echte Hängebrücke.
  6. Sie ist mit 803 m die längste Hängebrücke Deutschlands und hat mit 500 m die größte Stützweite einer Brücke in Deutschland.
  7. Sie wurde von Hein, Lehmann und Co. (Düsseldorf), damals zur Stumm-Gruppe gehörend, gebaut.
  8. Der Architekturprofessor Heinrich Bartmann wirkte bei der Gestaltung der Brücke mit.
  9. Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Franz Meyers, legte am 2. Mai 1962 den Grundstein und bereits am 3. September 1965 wurde die Emmericher Rheinbrücke eröffnet.
  10. Im Januar 2019 begann eine Sanierung der Brücke, die vier Jahre dauern und Stand 2019 Kosten in Höhe von 28 Millionen Euro verursachen soll.

Bild: Bernd Börnsen (@Medienzigarre)

10 Fakten über den Thomastag

  1. Am 21. Dezember ist der traditionelle Thomastag, der immer noch begangen wird, auch wenn das Fest des heiligen Thomas durch die katholische Kirche 1970 auf den 3. Juli verlegt wurde.
  2. Es ist der Gedenktag des Apostels Thomas, der einer der zwölf Jünger Jesu war.
  3. Die Thomasnacht ist die erste Rauhnacht. Um den Tag gibt es daher viele Bräuche und Aberglauben, die oft in vorchristlicher Tradition verwurzelt sind, da der Thomastag oft mit der Wintersonnenwende zusammenfällt.
  4. In einigen Regionen und bei vielen Studentenverbindungen wird heute abend heftig gefeiert, worauf z.B. die Bezeichnung “Durchspinn-Nacht” hinweist. Im Schwarzwald wird der Morgen nach der Thomasnacht “Kotzmorgen” genannt.
  5. In Bayern gibt es den Aberglauben, dass sich eine ledige Frau vor ihrem Bett nackt auf einen Schemel stellen und den Spruch “Betschemel i tritt di, heiliger Thomas i bitt di, lassmi sehn den Herzallerliebsten mein, in dieser heiligen Nacht!” aufsagen soll, sie sehe dann ihren künftigen Ehemann.
  6. Oft schlachten die Bauern heute das Weihnachtsschwein (Mettensau, Weihnächter), das speziell für die Weihnachtstage gemästet wurde.
  7. Manche germanische Neuheiden und Hexen feiern heute das Julfest, das aber auch am 25. Dezember oder dem tatsächlichen Tag der Wintersonnenwende begangen werden kann. Das Julfest, das aus dem Norden kommt, ist der vorchristliche Vorläufer des Weihnachtsfests. Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne, da die Tage ab der Sonnenwende wieder länger werden. Es beginnt eine zwölftägige Friedenszeit, die Häuser werden mit immergrünen Zweigen geschmückt und auch Geschenke verteilt sowie Julfeuer angezündet. Leider wird das Fest in Deutschland oft von Rechtsextremen missbraucht, die sich damit dem “Germanentum” zuwenden wollen.
  8. In einigen westfriesischen und ostdeutschen Gemeinden beginnt am Thomastag ein zwölf Tage anhaltendes Glockengeläut, das ursprünglich die bösen Geister vertreiben sollte.
  9. In einigen Gemeinden in der Lüneburger Heide zogen Kinder und Jugendliche bis vor kurzem im “Thomsen” oder “Thomsen gehen” genannten Brauch musizierend und singend von Haus zu Haus und erhalten dafür Süßigkeiten. Dieser Brauch ist analog zum Martinssingen, dass in diesen Gemeinden nicht begangen wird. Das Thomsen ist in den letzten Jahren durch Halloween verdrängt worden und wird heute nur noch selten praktiziert.
  10. Rund un den Thomastag gibt es viele Bauernregeln wie “Wenn Sankt Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr.”, “Sankt Thomas bringt die längste Nacht, weil er den kürzesten Tag gebracht.” oder “Am Thomastag wächst der Tag nur einen Hahneschritt.”

10 Fakten zum Buß- und Bettag

  1. Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der auf Buß- und Bettage zu Notzeiten zurückgeht.
  2. So steht in der Bibel die Geschichte von Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird, um der Stadt ihren Untergang zu verkünden (Jona 3,4–10 LUT): „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, groß und klein, den Sack zur Buße an. … Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht.”
  3. Er fällt auf den Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, der der letzte Sonntag des Kirchenjahres ist. Merken kann man sich auch, dass er 11 Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November stattfindet.
  4. Der früheste mögliche Termin ist der 16. November, der späteste der 22. November.
  5. Früher gab es in Deutschland zahlreiche Termine für Buß- und Bettage: 1878 waren es in 28 deutschen Ländern insgesamt 47 Bußtage an 24 unterschiedlichen Tagen. In Preußen dann 1893 der einheitliche Buß- und Bettag eingeführt. Durch das “Reichsgesetz über die Feiertage” vom 27. Februar 1934 wurde der Buß- und Bettag dann gesetzlicher Feiertag im gesamten Deutschen Reich.
  6. Nach der Wiedervereinigung war der Buß- und Bettag ein bundesweiter Feiertag, 1994 wurde dann  beschlossen, ihn zur Finanzierung der Pflegeversicherung abzuschaffen. Seitdem ist nur noch in Sachsen arbeitsfrei.
  7. In Bayern ist jedoch für Schüler am Buß- und Bett schulfrei, ansonsten können sich in allen Bundesländern evangelische Schüler und Arbeitnehmer freistellen lassen.
  8. Einige Feiertagsgesetze der Bundesländer verbieten an diesem Tag auch Tanzveranstaltungen und Glücksspiel in Spielhallen.
  9. Der Tag wurde insbesondere früher, als er noch überall Feiertag war, scherzhaft als “Buß und Betttag”, derber auch als “Bumms- und Betttag” bezeichnet.
  10. In anderen Staaten gibt es den Buß- und Bettag nicht. Am nächsten kommt ihm “Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag”, der am dritten Sonntag im September begangen wird.

10 Fakten zum Volkstrauertag

  1. Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag.
  2. Er findet jeweils am Sonntag zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag statt, was 1952 festgelegt wurde.
  3. Es handelt sich um einen stillen Feiertag.
  4. Die Bezeichnung des Tages ist abhängig von den Feiertagsgesetzen der Bundesländer. So heißt er in Hessen, “Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten beider Weltkriege” oder in Hamburg “Tag des Jahres zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Gefallenen beider Weltkriege”. Die meisten Bundesländer definieren ihn aber nicht so weitgehend.
  5. Dementsprechend haben sich die Schwerpunkte im Lauf der Gesichte der Bundesrepublik verändert: Zunächst standen die Kriegsopfer der beiden Weltkriege im Vordergrund, dann die Opfer des Nationalsozialismus und inzwischen auch die Toten der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen.
  6. Der Volkstrauertag wird mit einer zentralen Gedenkstunde im Deutschen Bundestag begangen. Dabei ist eine Rede und ein Wort des Bundespräsidenten in Anwesenheit des Bundeskanzlers, des Kabinetts und des Diplomatischen Corps üblich. Klassischerweise werden die Nationalhymne und das Lied “Der gute Kamerad” gespielt.
  7. Daneben finden in allen Bundesländern und in zahlreichen Städten und Gemeinden Gedenkstunden mit Kranzniederlegungen statt.
  8. Bundespräsident Gauck sagte 2016 zum Totengedenken:
    Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
    Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
    Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
    Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
    Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
    Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
    Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
    Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,
    und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.
  9. Vorläufer des Volkstrauertags war ein entsprechender Gedenktag der Weimarer Republik, der im Dritten Reich zum Heldengedenktag wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Notwendigkeit eines Gedenktags für die Toten und die Opfer des Regimes gesehen. Auch die DDR kannte den „Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg”, der jährlich am zweiten Sonntag im September begangen wurde.
  10. Entsprechende Gedenktage gibt es in zahlreichen Ländern: In Großbritannien den “Remembrance Day” (11. November), in Russland und einigen anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion am 22. Juni, Memorial Day in den USA (letzter Montag im Mai), in den Niederlanden der 4. Mai (Nationale Dodenherdenking) und in Österreich am 1. November.

Bild: Kranzniederlegung am 14. November 1964 in Bonn. Quelle: Bundesarchiv.