10 Fakten über Saljut 3

  1. Saljut 3 war eine sowjetische Raumstation, die am 25. Juni 1974 gestartet wurde.
  2. Es handelte sich bei Saljut 3 um die fünfte sowjetische Raumstation, die gestartet wurde, aber erst die zweite, die eine Besatzung aufnahm. International war es die sechste gestartete Raumstation.
  3. Saljut 3 war eine eigentlich eine militärische Mission der Almas Serie (Almas 2), wurde jedoch aus Gründen der Geheimhaltung Saljut genannt, die Bezeichnung für die zivilen DOS Missionen. Westliche Beobachter waren sich über die militärische Nutzung aber recht schnell sicher, da ein für Spionage optimaler niedriger konstanter Orbit gewählt, militärische Funkfrequenzen genutzt und eine entsprechend ausgebildete Crews eingesetzt wurden.
  4. Es ist auch die einzige Raumstation, von der man sicher – wenn auch nur inoffiziell – weiß, dass sie bewaffnet war. Sie war mit einer Nudelman-Richter NR-23 Maschinenkanone ausgestattet, von der minderstens bei einer der Missionen gefeuert wurde, um die Wirkung des Rückstoß zu testen. Angeblich wurde bei den Tests ein Satellit zerstört.
  5. Die Gesamtlänge der Stationen betrug ca. 14,5 Meter, das Gewicht ca. 18,9 Tonnen und der Durchmesser an der breitesten Stelle ca. 4,15m.
  6. Die erste Mannschaft dockte mit Sojus 14 am 4. Juli 1974 an und blieb für 15 Tage an Bord. Eine der Hauptaufgaben war das Erstellen von Spionage-Bildern.
  7. Die Mannschaft der am 24. August 1974 gestarteten Sojus 11 sollte ebenfalls an Salhut 3 andocken, was aber aus technischen Gründen misslang. Die TASS sprach in der Folge von einem reinen Andock-Test, um das Scheitern zu verschleiern.
  8. Daneben fanden etliche Tests statt, die von der Bodenstation aus gesteuert wurden. Angeblich wurden auch einige Schuss-Tests von dort aus ausgeführt
  9. Am 24. Januar 1975 trat die Raumstation planmäßig über dem Pazifik in die Erdatmosphäre ein und verglühte.
  10. Saljut 3 war insgesamt 283 im Orbit. Es war lediglich eine Mannschaft für 15 Tage an Bord.

10 Fakten über Kosmos 557

  1. Kosmos 557 war eine sowjetische Raumstation der Saljut Serie, die am 11. Mai 1973 gestartet wurde.
  2. Es handelte sich um die dritte zivile sowjetische Raumstation (DOS3) nach Saljut 1 (DOS1) und der gescheiterten Saljut 2A (DOS2).
  3. Insgesamt war es die vierte sowjetische Raumstation, wenn man die militärische Sojus 2 (Almas 1) berücksichtigt.
  4. Die Station war weitgehend baugleich mit den übrigen Saljut Stationen und wog ca. 19,4t.
  5. Die Station erreichte zwar eine Erdumlaufbahn, konnte aber nicht stabilisiert werden, da die Kommandoübertragung nicht korrekt funktionierte.
  6. Am 22. Mai 1973 trat die Raumstation unplanmäßig unweit von Bolivien in die Erdatmosphäre ein und verglühte.
  7. An sich sollte die Station eine Sojus Bezeichnung erhalten, da man den Rest der Welt nach dem Scheitern aber nachträglich im unklaren lassen wollte, nannte man die Mission dann Kosmos 557.
  8. Es dockte kein Raumschiff an Kosmos 557 an.
  9. Die Station absolvierte wahrscheinlich 175 Erdumrundungen.
  10. Kosmos 557 blieb lediglich 11 Tage im All.

10 Fakten über Saljut 2

  1. Saljut 2 war eine sowjetische Raumstation, die am 3. April 1973 gestartet wurde.
  2. An sich handelte es sich bei dieser Sojus 2 Mission um einen Prototyp der streng geheimen militärischen Almas-Station. Um dies zu verschleiern, wurde ebenfalls eine Sojus Bezeichnung gewählt.
  3. Die eigentliche – ursprüngliche – Saljut 2 startete am 2. Juli 1972, die Trägerrakete explodierte aber kurz nach dem Start. Diese ebenfalls nicht erfolgreiche Mission wird als Saljut 2A bezeichnet.
  4. 13 Tage nach dem Start kam es zu einem Druckabbau in der Station.
  5. Ab dem 25. April wurden keine Telemetriedaten mehr von der Station übertragen.
  6. Am 28. Mai 1973 trat die Raumstation unplanmäßig unweit von Australien in die Erdatmosphäre ein und verglühte.
  7. Am gleichen Tag gab die sowjetische Nachrichtenagentur TASS bekannt, dass die Mission beendet sei, es wurde aber kein Erfolg vermerkt.
  8. Es dockte kein Raumschiff an Saljut 2 an.
  9. Saljut 2 blieb 54 Tage im All.
  10. Als vermutliche Ursache für das Scheitern dieser Mission gilt, dass es zu einer Explosion in der letzten Stufe der Trägerrakete kam, wodurch die Station beschädigt wurde.

10 Fakten über Saljut 1

  1. Saljut 1 war eine sowjetische Raumstation, die am 19. April 1972 gestartet wurde.
  2. Es handelte sich mit Saljut 1 um die erste Raumstation der Welt.
  3. Die Gesamtlänge der Stationen betrug rund 16 Meter, das Gewicht ca. 18,9 Tonnen.
  4. Das erste Kopplungsmanöver mit Sojus 10 am 24. April 1972 scheiterte, da keine funktionierende Verbindung zwischen Raumschiff und Raumstation hergestellt werden konnte.
  5. Am 7. Juni 1972 gelang schließlich die erfolgreiche Kopplung von Sojus 11. Die dreiköpfige Mannschaft bliebt bis zum 29. Juni 1972. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre kamen die Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow wegen eines defekten Ventils ums Leben.
  6. Nach Sojus 11 war an sich noch mindestens eine weitere Mission zu Saljut 1 geplant, aufgrund des Unglücks konnte diese jedoch nicht stattfinden.
  7. Saljut 1 absolvierte insgesamt 2.929 Erdumkreisungen und legte dabei 118.602.524 km zurück.
  8. Es war lediglich eine Mannschaft für 23 Tage an Bord.
  9. Auch wenn nicht alle Ziele erreicht werden konnten, lieferte die Station wichtige Erkenntnisse für weitere Raumstationen und Langzeitaufenthalte im All.
  10. Am 11. Oktober trat die Raumstation planmäßig über dem Pazifik in die Erdatmosphäre ein und verglühte. Die Lebensdauer der Station war ohnehin nur auf drei Monate angelegt.

10 Fakten über das Asylrecht in Deutschland – Art. 16a GG

  1. Das Grundgesetz kennt von Anfang an ein individuelles Grundrecht auf Asyl, das bis 1993 in Artikel 16 Abs. 2 Satz 2 Grundgesetz normiert war:Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

    Im Rahmen der Entstehung des Grundgesetzes wurde die Formulierung kontrovers diskutiert. So wurde zeitweise ein Asylrecht nur für Deutsche in Erwägung gezogen. Ein anderer Vorschlag lautete “Ausländer, welche wegen ihres Eintretens für Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Weltfrieden politisch verfolgt werden, genießen im Bundesgebiet Asylrecht”. Schließlich setzten sich aber Hermann von Mangoldt (CDU) und Carlo Schmid (SPD) durch, die für ein weit gefasstes Asylrecht eintraten, das von der Rechtspraxis mit Leben gefüllt werden sollte. Dass das Asylrecht in dieser Form aufgrund der Erfahrungen der NS Zeit ins Grundgesetz aufgenommen wurde, ist jedoch ein Mythos.

  2. Seit 1993 findet sich das Grundrecht in Artikel 16a GG wieder, der lautet:(1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
    (2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. Die Staaten außerhalb der Europäischen Gemeinschaften, auf die die Voraussetzungen des Satzes 1 zutreffen, werden durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmt. In den Fällen des Satzes 1 können aufenthaltsbeendende Maßnahmen unabhängig von einem hiergegen eingelegten Rechtsbehelf vollzogen werden.
    (3) Durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, können Staaten bestimmt werden, bei denen auf Grund der Rechtslage, der Rechtsanwendung und der allgemeinen politischen Verhältnisse gewährleistet erscheint, daß dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet. Es wird vermutet, daß ein Ausländer aus einem solchen Staat nicht verfolgt wird, solange er nicht Tatsachen vorträgt, die die Annahme begründen, daß er entgegen dieser Vermutung politisch verfolgt wird.
    (4) Die Vollziehung aufenthaltsbeendender Maßnahmen wird in den Fällen des Absatzes 3 und in anderen Fällen, die offensichtlich unbegründet sind oder als offensichtlich unbegründet gelten, durch das Gericht nur ausgesetzt, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Maßnahme bestehen; der Prüfungsumfang kann eingeschränkt werden und verspätetes Vorbringen unberücksichtigt bleiben. Das Nähere ist durch Gesetz zu bestimmen.
    (5) Die Absätze 1 bis 4 stehen völkerrechtlichen Verträgen von Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften untereinander und mit dritten Staaten nicht entgegen, die unter Beachtung der Verpflichtungen aus dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, deren Anwendung in den Vertragsstaaten sichergestellt sein muß, Zuständigkeitsregelungen für die Prüfung von Asylbegehren einschließlich der gegenseitigen Anerkennung von Asylentscheidungen treffen.

    Grund für die Änderung war ein starkes Ansteigen der Asylbewerberzahlen in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren. SPD und FDP stimmten der von der Union vorangetriebenen Grundgesetzänderung nach kontroverser Debatte schließlich zu.
  3. Details regelt das Asylgesetz (AsylG), das Sie z.B. hier einsehen können.
  4. Im Jahr 1992 – also vor der Änderung des Asylrechts – wurden über 438.000 Asylanträge in Deutschland gestellt. Die Zahl sank nach der Änderung, um in Folge im Jahr 2008 mit 28.018 Anträgen einen Tiefststand zu erreichen. 2016 wurden 745.545 Anträge gestellt, was ursächlich für die aktuelle Diskussion ist.
  5. Anders als die meisten anderen Staaten räumt Deutschland ein individuelles Grundrecht auf Asyl ein. In der völkerrechtlichen Tradition ist das Asylrecht hingegen lediglich das Recht eines Staates gegenüber anderen Staaten, politisch Verfolgten Staatsangehörigen dieser anderen Staaten ein Bleiberecht auf seinem Gebiet einzuräumen; ein individualrechtlicher Anspruch besteht nach diesem Verständnis damit nicht. Es wurde immer wieder diskutiert, ob Deutschland von diesem individuellen Asylrecht Abstand nehmen solle; viele Staatsrechtler sehen dies aber kritisch, da dies mit der Wesensgehaltsgarantie aus Art. 19 Abs. 2 GG – “In keinem Fall darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.” – möglicherweise nicht vereinbar ist.
  6. Entscheidungen, die das Grundrecht auf Asyl verletzen können auch im Wege der Verfassungsbeschwerde angegriffen werden. Diese darf aber, wie auch sonst, nicht als normale juristische Instanz missverstanden werden.
  7. Das Asylrecht ist eines der Grundrechte, die nach Art. 18 GG verwirkt werden können, wenn es “zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung” mißbraucht wird. Dies hat nur geringe praktische Bedeutung, da “die Verwirkung und ihr Ausmaß … durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen” werden. Der Gedanke aus Art. 18 GG kann jedoch bei der Auslegung bestehender und bei der Fassung zukünftiger Gesetze berücksichtigt werden.
  8. Nicht verwechselt werden darf das Grundrecht auf Asyl dem Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder z.B. auch der Feststellung von zielstaatsbezogenen Abschiebungsverboten für subsidiär Schutzberechtigte. In der öffentlichen Debatte ist dies aber häufig der Fall.
  9. Voraussetzung für Asyl ist, dass individuelle politische – auch unmittelbar drohende – staatliche Verfolgung vorliegt; insoweit korrespondiert diese Anforderung auch mit dem individualrechtlichen Charakter des Grundrechts. Bürgerkrieg oder eine schlechte wirtschaftliche Lage können mithin regelmäßig keinen Asylanspruch begründen. Auch dürfen keine innerstaatlichen Fluchtmöglichkeiten bestehen. Angesichts dieser Voraussetzungen wird auch klar, warum die Anerkennungsquoten so niedrig sind.
  10. Das Grundrecht auf Asyl umfasst zunächst ein Einreiserecht – auf verfassungsrechtlicher Ebene freilich beschränkt durch Art. 16a Abs. 2 GG -, ein Recht auf ein rechtsstaatliches Asylverfahren und bei Vorliegen der Voraussetzungen ein Bleiberecht, das dann natürlich auch vor Ausweisung, Abschiebung und Auslieferung schützt.

10 Fakten zum Hubertustag

  1. Der Hubertustag ist der 3. November. Er erinnert an den heiligen Hubertus von Lüttich (Hubert de Liège).
  2. Hubertus wurde um 655 in Toulouse geboren. Er lebte als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris und später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen. Später soll er Bischof in Maastricht und später Lüttich geworden sein. Gestorben ist er am 30. Mai 727 in Tervuren nahe Brüssel
  3. Kern der Heiligenverehrung ist die Hubertuslegende. Hubertus soll ein wilder und grausamer Jäger gewesen sein, in den Ardennen wurde zu seinen Lebzeiten noch Diana, die Göttin der Jagd, verehrt. Bei einer seiner Jagden erschien ihm ein Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih, worauf hin er sich dem Christentum zuwandte. Einige Quellen berichten, er habe die Jagd ganz aufgegeben, andere, dass er zum verantwortungsvollen Jäger wurde. Jäger nehmen sich daher die Hubertuslegende als Vorbild für die waidgerechte Jagd.
    Eine Legende vergleichbaren Inhalts gibt es aus dem Jahr 270 v. Chr. in Ceylon, in der ein König zum Buddhisten bekehrt wurde. Diese wurde später dem heiligen Eustachius zugeschrieben, der in Österreich immer noch der Schutzpatron der Jagd ist. Erst um 1450 wird sie in Verbindung mit Hubertus gebracht – der wahrscheinlich aber gar kein Jäger war.
  4. In erster Linie ist Hubertus aufgrund der Legende also der Schutzpatron der Jagd. Er gilt aber auch der Patron der Hunde und als Helfer gegen Tollwut. Außerdem ist er der Heilige der Schützen, Schützenbruderschaften, Kürschner, Metzger, Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker, Mathematiker und Hersteller von mathematischen Geräten.
  5. Der Gedenktag wurde anlässlich der Erhebung der Reliquien im Jahr 743 gewählt. Diese wurden 825 nach Andagium in den Ardennen, dem heutigen Saint-Hubert, gebracht, das zum Wallfahrtsort wurde. In den Wirren der französischen Revolution gingen die Reliquien verloren. Teilweise wird auch der Todestag des Heiligen am der 30. Mai begangen.
  6. Im evangelischen Heiligenkalender wird Hubertus nicht geführt, aufgrund der großen Bedeutung im Volksglauben und für die Jägerei werden aber oft evangelische und natürlich ökumenische Gottesdienste zu seinen Ehren abgehalten.
  7. Am Hubertustag finden oft Gottesdienste im Wald oder in entsprechend geschmückten Kirche statt. Außerdem werden Salz, Brot und Wasser gesegnet, das gegen Hundebisse schützen soll. Hunde sollen durch das gesegnete Wasser vor Tollwut geschützt sein. Bis ins frühe 19. Jahrhundert wurden Tollwutbisswunden mit dem sog. Hubertusschlüssel ausgebrannt.
    Auch Hubertusjagden sind heute noch üblich.
  8. Es gibt zahlreiche Hubertuskirchen, in Bonn z.B. die Hubertuskapelle in Ückesdorf. Im Kottenforst gibt es wie in vielen anderen Wäldern ein Hubertuskreuz. Auch Brunnen sind häufig nach Hubertus benannt, ebenso Schlösser, Burgen und andere Gebäude.
  9. Der Hubertustag wird scherzhaft auch “Allerhasen” genannt, so dass sich vom 1. bis zum 3. November die Feiertagsreihenfolge Allerheiligen, Allerseelen, Allerhasen ergibt.
  10. Die Bauernregel zu diesem Tag lautet: “Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt’s den ganzen November weiß.”

Bild: Fenster der Venantiuskapelle in Bonn Röttgen, die Venantius und Hubertus geweiht ist.

10 Fakten über Allerseelen

  1. Allerseelen – in commemoratione omnium fidelium defunctorum – findet jedes Jahr am 2. November statt.
  2. Es ist ein katholisches Fest zum Gedächtnis aller Vestorbenen im Fegefeuer.
  3. Auch in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche kann der “Gedenktag der Entschlafenen” ebenfalls am 2. November gottesdienstlich begangen werden, ansonsten wird der Verstorbenen in den evangelischen Kirchen aber am Ewigkeitssonntag gedacht.
  4. Allerseelen geht auf ein Dekret des Abts Odilo von Cluny aus dem Jahr 998 zurück, in dem er diesen Tag für die von Cluny abhängigen Klöster anordnete. Aus den Klöstern heraus verbreitete und verfestigte sich der Brauch.
  5. Besonders Ablässe für die Sünden der Verstorbenen waren beliebt. Auch jetzt noch kann durch Gebete der Allerseelenablass für die Sünden erreicht werden.
  6. Allerseelen ist kein gesetzlicher Feiertag. In Österreich allerdings findet an öffentlichen Schulen kein Unterricht statt und an einigen Universitäten ist der Tag vorlesungsfrei.
  7. In Mexiko ist an Allerseelen der dritte und letzte Tag des Totenfestes “Día de los muertos”, das auch Elemente von Allerseelen und Allerheiligen mit indigenen Traditionen vermischt.
  8. An sich zündet man an Allerseelen den Toten auf den Friedhöfen Kerzen an. Da dieser Tag aber kein gesetzlicher Feiertag ist, hat sich dieser Brauch weitgehend auf das am Vortag stattfindende Allerheiligen verlegt. Auch die Gräbersegnung, die eigentlich Allerseelen stattfinden sollte, wird oft am Nachmittag an Allerheiligen durchgeführt.
  9. Im Raum Mainz gibt es spezielle traditionelle Kerzen für die Gräber, Newweling genannt.
  10. Besonders im Alpenraum gibt es zu Allerseelen spezielles Gebäck wie Allerseelenzöpfe, die auch den Seelen an speziellen Orten, meist den Gräbern, hinterlegt werden.

10 Fakten über Allerheiligen

  1. Allerheiligen – Festum Omnium Sanctorum – findet jedes Jahr am 1. November statt.
  2. Es ist ein christlicher Feiertag, an dem aller Heiligen gedacht wird. Auch derer, um deren Heiligkeit nur Gott weiß und die daher keinen eigenen Gedenktag haben.
  3. Der Feiertag wird hauptsächlich von den Katholiken begangen. Es ist ein Principal Feast der anglikanischen Kirche. Die lutherischen Kirchen feiern es als Gedenktag der Heiligen, ebenso weitere protestantische Kirchen. Die orthodoxen Kirchen begehen Allerheiligen am ersten Sonntag nach Pfingsten.
  4. Halloween und Allerheiligen sind miteinander verbunden: Das Wort Halloween kommt von “All Hallows Eve”, also dem Vorabend von Allerheiligen,
  5. Ein Gedenktag für alle Heiligen hat in der Kirche eine lange Tradition: Papst Bonifatius IV. weihte am 13. Mai 609 oder 610 das zuvor allen Göttern Roms geweihte Pantheon der Jungfrau Maria und allen Märtyrern (Sancta Maria ad Martyres) und ordnete für den Freitag nach Ostern einen Feiertag für alle Heiligen an. 835 wurde in der Westkirche dann der 1. November festgelegt.
  6. In den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist heute gesetzlicher Feiertag -damit haben an diesem Tag mit rund 45 Millionen Menschen mehr als die Hälfte der Deutschen frei. Allerheiligen ist dabei ein sog. stiller Feiertag, Tanzveranstaltungen sind demnach verboten. Die Feiertagsgesetze in den anderen Bundesländern regeln, dass Arbeitnehmer und Schüler Gottesdienste besuchen können.
  7. Außerdem ist es Feiertag in den katholischen Kantonen der Schweiz, in Österreich und in Andorra, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Litauen, Monaco, den Philippinen, Polen, Portugal, San Marino, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn und natürlich Vatikanstadt. In Schweden und Finnland wird Allerheiligen am Samstag zwischen dem 31. Oktober und dem 6. November begangen. In den Niederlanden wurde Allerheiligen 1960 abgeschafft.
  8. Eng verknüpft mit Allerheiligen ist Allerseelen, das am 2. November begangen wird und an dem auch der Toten gedacht wird. Da Allerseelen allerdings kein gesetzlicher Feiertag ist, ist es Brauch, dass man bereits zu Allerheiligen den Friedhof besucht. Daher gibt es in einigen Städten sog. “Allerheiligenlinien” – dies sind Verstärkungsfahrten der Busse und Bahnen zu den Friedhöfen.
  9. Zum weiteren Brauchtum gehören mancherorts spezielle Allerheiligenmärkte sowie regionale Gebäckspezialitäten wie z.B. den Allerheiligenstriezel, den Tauf- oder Firmpaten an ihre Patenkinder verschenken.
  10. Weltweit gibt es viel weiteres Brauchtum zu Allerheiligen. Zu den bekanntesten gehört der zweite Tag des Fests der Toten in Mexiko.

10 Fakten über den Reformationstag

  1. Der Reformationstag wird am 31. Oktober begangen.
  2. Er erinnert an die Reformation der Kirche durch Martin Luther.
  3. Das Datum wurde gewählt, da Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben soll. Dies ist jedoch historisch umstritten. Dass es die 95 Thesen jedoch gab, ist hingegen sicher.
  4. Der Gottesdienst zum Reformationstag findet meist am Abend des 31. Oktober statt, insbesondere in den Gebieten, in denen der Tag kein gesetzlicher Feiertag ist. Thema des Gottesdiensts ist meist die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben. Diese war für Luther Auslöser und Kern der Reformationsbewegung. Die Epistellesung des Tages ist Röm 3,21–31 LUT, Evangelium Mt 5,2–10 LUT, das Lied des Tages ist “Nun freut euch, lieben Christen g’mein” (EG 341) oder “Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich” von Paul Gerhardt (EG 351). In der Regel endet der Reformationstaggottesdienst mit Luthers “Ein feste Burg ist unser Gott” (EG 362). Die liturgische Farbe ist Rot, die Farbe des Heiligen Geistes und der Kirche.
  5. Der Gedenktag wurde schon im 16. Jahrhundert begangen und verfestigte sich im Lauf der Zeit. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte ab 1667 den 31. Oktober als Gedächtnistermin für alle Protestanten einheitlich fest.
  6. Der Tag ist gesetzlicher Feiertag in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und seit 2018 auch in Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Im Reformationsjahr 2017 war ausnahmsweise in ganz Deutschland gesetzlicher Feiertag.
  7. In Baden-Württemberg ist schulfrei und in den meisten anderen Bundesländern ist der Feiertag zumindest in den Gemeinden, in denen es eine starke evangelische Bevölkerung gibt, geschützt. So regelt § 8 Abs. 2 des Gesetzes über Sonn- und Feiertage in NRW:
    An kirchlichen Feiertagen haben die Arbeitgeber den in einem Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis stehenden Angehörigen der betreffenden Kirche oder Religionsgemeinschaft Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes zu geben, sofern nicht unaufschiebbare oder im allgemeinen Interesse vordringliche Aufgaben zu erledigen sind. Weitere Nachteile als ein etwaiger Lohnausfall für die versäumte Arbeitszeit dürfen den Arbeitnehmern aus ihrem Fernbleiben nicht erwachsen.
  8. In der Schweiz wird der Reformationstag am ersten Sonntag im November begangen. In Österreich ist der Reformationstag kein Feiertag, evangelische Christen können aber die Gottesdienste besuchen und Schüler können sich vom Unterricht freistellen lassen.
  9. In Slowenien und Chile ist heute ebenfalls gesetzlicher Feiertag.
  10. Traditionell isst man in einigen Gegenden heute ein “Reformationsbrötchen”. Das ist ein süßes Hefegebäck, das von der Form her an die Lutherrose erinnern soll.

10 Fakten über Gartenzwerge

  1. Gartenzwerge gibt es seit der Barockzeit. Es handelte sich früher um Gnomen- und Zwergenfiguren meist aus Sandstein oder aus Ton, die vornehmlich in den Gärten von Adeligen aufgestellt wurden. Sie wurden oft als eine Art Schutzgeister aufgestellt oder sollten an die Hofzwerge erinnern.
  2. Im Zuge der Aufklärung wurden Gartenzwerge unpopulär und verschwanden. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten sie wieder auf – vornehmlich in England und Deutschland. So wurden 1872 in Gräfenroda in Thüringen zwei Unternehmen gegründet, August Heissner und Philipp Griebel, die sich der Produktion von Gartenzwergen widmeten. Gerade in Thüringen gibt es viele Sagen rund um Zwerge, die in Bergwerken arbeiten – so könnte zu erklären sein, warum viele der traditionellen Zwergenfiguren als Bergarbeiter dargestellt werden: Sie haben eine Lederschürze, Werkzeug und tragen in der Regel eine rote Zipfelmütze.
  3. Zwischenzeitlich – ab den späten 1960er Jahren –  galten Gartenzwerge in Deutschland als besonders spießig und kleingeistig.
  4. Ab den 1990er Jahren erlebten Gartenzwerge in Deutschland einen neuen Boom, dies vornehmlich durch eine Abkehr von den traditionellen Figuren. Beliebt sind Zwerge in den Trikots von Fußballvereinen oder mit den Gesichtern von berühmten Personen, besonders aber sog. “Frustzwerge”, die obszöne Gesten zeigen, z.B. den Stinkefinger oder heruntergelassene Hosen.
  5. Laut eines Urteils des AG Grünstadt (Urteil vom 11.02.1994- 2a C 334/93) muss ein Gartenbesitzer obszöne Gartenzwerge entfernen, wenn diese mit dem Ziel aufgestellt wurden, einen Nachbarn zu beleidigen.
  6. Ansonsten bedarf das Aufstellen eines Gartenzwerges im Regelfall keiner besonderen Genehmigung. Sogar für ein gemeinschaftlich genutztes Grundstück hat das AG München am AG 28.02.2018 (481 C 793/17 WEG) entschieden, dass die anderen Eigentümer nicht zustimmen müssen, wenn ein 1860er Gartenwerg aufgestellt werden soll – womit wir wieder bei den Fußballgartenzwergen wären.
  7. In Basel hat eine im Jahr 1981 gegründete Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge ihren Sitz, die definiert hat, wie ein korrekter Gartenzwerg auszusehen hat: Maximal 69 Zentimeter groß, Zipfelmütze, Bart, männlich.
  8. Inzwischen gibt es auch weibliche Gartenzwerginnen, was unter Puristen – siehe vor – aber für Unmut sorgt. Die erste Gartenzwergin soll “Gräfin Roda” des Herstellers Philipp Griebel (so.) gewesen sein.
  9. Die größte Sammlung an Gartenzwergen haben mit 4443 Zwergen wahrscheinlich Helga Eidenhammer und ihr Mann aus Pfaffstätt, Oberösterreich.
  10. Inzwischen gibt es Abwandlung des Gartenzwegs – z.B. den Bürozwerg, der oft als Halter für Brieföffner herhalten muss – mit Messer im Rücken.