10 Fakten über Mariä Himmelfahrt

  1. Mariä Himmelfahrt, auch Mariä Aufnahme in den Himmel, ist ein kirchlicher Feiertag am 15. August. Es ist ein Hochfest der katholischen Kirche und wird auch von anderen christlichen Kirchen begangen.
  2. Gefeiert wird die Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel.
  3. Andere und volkstümliche Bezeichnungen sind “Assumptio Beatae Mariae Virginis”, “Aufnahme der seligen Jungfrau Maria”, Dormitio, “Hoher Frauentag”, “Maria Würzweih” oder Büschelfrauentag.
  4. In den Ostkirchen ist die Bezeichnung “Hochfest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin” oder “Entschlafung der hochheiligen Meisterin unser, der Gottesgebärerin” (Syrisch Orthodox). In den orthodoxen Kirchen findet vorher das zweiwöchige Marienfasten statt, in dem auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und in der Regel auch auf Wein und Öl verzichtet werden soll und in der Armenisch Apostolischen Kirche werden danach traditionell die Weintrauben gesegnet.
  5. Eingeführt wurde der Tag im 5. Jahrhundert von Bischof Kyrill von Alexandrien.
  6. Der 15. August wurde gewählt, da er im römischen Reich schon eine Tradition als Feiertag hatte. So waren es die “Feriae Augusti”, Feiertage des Augustus, an denen Ader römische Kaiser Augustus Mitte August drei Tage lang seine Siege über Marcus Antonius und Kleopatra bei Actium und Alexandria feierte; später beschränkte sich dies auf den 15. August. Möglicherweise wurde am 15. August auch die Himmelfahrt der mythischen Gottheit Astraea gefeiert. Weitere Bezüge bestehen zu der iranischen Gottheit Anahita und der altarmenischen Muttergottheit Anahit.
  7. Gerade in Süddeutschland und Österreich wird das Fest groß gefeiert, oft auch mit Prozessionen. Bekannt ist z.B. die Lindauer Schiffsprozession.
  8. Zum Brauchtum gehört auch, dass an dem Tag Kräuter gesegnet werden, womit sich z.B. der Name “Maria Würzweih” erklärt.
  9. In Deutschland ist Mariä Himmelfahrt im Saarland und in Gemeinden Bayerns mit überwiegend katholischer Bevölkerung Feiertag. In einigen Bundesländern wie z.B. Sachsen ist es zwar kein gesetzlicher Feiertag, es gelten aber bestimmte Schutzvorschriften, so dass z.B. das Rasenmähen an Maria Himmelfahrt zu den Gottesdienstzeiten untersagt ist.
  10. In Österreich ist Mariä Himmelfahrt bundesweit gesetzlicher Feiertag, im Bundesland Tirol wurde das Fest Mariä Himmelfahrt im Jahr 1959 zudem zum Gedenken an die Befreiung Tirols im Jahr 1809 zum Landesfeiertag mit der Bezeichnung “Hoher Frauentag” erklärt. In Liechtenstein ist Maria Himmelfahrt gleichzeitig der Staatsfeiertag, in der Schweiz ist er in einigen Kantonen geschützt. In vielen katholisch geprägten Staaten wie Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Slowenien und Spanien ist heute Feiertag, ebenso in den überwiegend orthodoxen Staaten Griechenland, Georgien, Rumänien und Zypern.

Bild: Pinturicchio (und Gehilfen) Entstehung: 15./16. Jahrhundert

 

10 Fakten über den Intel 80286

  1. Der Intel 80286, auch einfach 286 oder 286er genannt, ist ein 16 Bit Prozessor von Intel.
  2. Er wurde von 1981 bis 1991 hergestellt.
  3. Der 80286 verfügt über 134.000 Transistoren.
  4. Die Fertigung des 80286 erfolgte in 1,5 µm Technik.
  5. Er beherrscht den x86-16 Befehlssatz und hat zudem MMU Unterstützung.
  6. Den 80286 gibt es mit Taktfrequenzen zwischen 4MHz und 25 MHz.
  7. Der 80286 kann leistet je nach Variante bis zu 2,66 MIPS.
  8. Es gibt – teilweise verbesserte – in Lizenz gefertigte Varianten, u.a. von IBM, AMD, Harris (Intersil), Siemens und Fujitsu.
  9. Der 80286 war der erste Intel Prozessor, der den Protected Mode und damit auch die Adressierung von mehr Speicher erlaubte, was anfangs von den meisten Betriebssystemen nicht oder nur unzureichend unterstützt wurde.
  10. Für eine große Verarbeitung sorgte der IBM PC AT (Advanced Technology), der 1984 vorgestellt wurde.

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10 Fakten über den Intel 8086

  1. Der Intel 8086 ist ein 16 Bit Prozessor von Intel.
  2. Er wurde von 1978 bis 1998 hergestellt.
  3. Der 8086 verfügt über 29.000 Transistoren.
  4. Die Fertigung des 8086 erfolgte in 3 µm Technik.
  5. Er beherrscht den x86-16 Befehlssatz.
  6. Den 8086 gibt es mit Taktfrequenzen zwischen 5 MHz und 10 MHz.
  7. Der 8086 kann rund 750.000 Instruktionen je Sekunde verarbeiten.
  8. Es gibt – teilweise verbesserte – in Lizenz gefertigte Varianten, u.a. von AMD, NEC, Fujitsu, Harris (Intersil), OKI, Siemens, Texas Instruments, Mitsubishi, Panasonic (Matsushita). Daneben gibt es weitere Varianten von Intel für spezielle Anwendungsbereiche.
  9. Der erste kommerzielle Computer mit dem 8086 Prozessor war der Mycron 2000, der 1980 auf den Markt kam. Aber auch noch 1987 eingeführte PS/2 Systeme von IBM setzten auf den Prozessor. Die NASA setzte spezielle Versionen des 8086 bis zum Ende für die Space Shuttles ein. Erfolgreicher war übrigens der Intel 8088, der kleinere Bruder, der im ersten IBM PC zum Einsatz kam.
  10. Am 5. Juni 2018 veröffentlichte Intel eine Jubiläumsedition des 8086, genannt Intel Core i7-8086K.

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10 Fakten über den Intel 8088

  1. Der Intel 8088 ist ein 16/8 Bit Prozessor von Intel.
  2. Intern arbeitet er mit 16 Bit, hat allerdings nur einen 8 Bit Datenbus. Er ist damit die abgespeckte Variante des Intel 8086 Prozessors.
  3. Er wurde von 1979 bis 1998 hergestellt.
  4. Der 8088 verfügt über 29.000 Transistoren.
  5. Die Fertigung des 8088 erfolgte in 3 µm Technik.
  6. Er beherrscht den x86-16 Befehlssatz.
  7. Anfänglich wurde er mit 4,77 MHz getaktet. Spätere Versionen liefen mit bis zu 10 MHz.
  8. Der 8088 kann zwischen 0,33 bis zu 1 Million Instruktionen je Sekunde verarbeiten.
  9. Es gibt – teilweise verbesserte – in Lizenz gefertigte Varianten, u.a. von AMD, NEC, Siemens und Mitsubishi.
  10. IBM entschied sich 1981 für den 8088 als Prozessor für den ersten IBM PC. Dies begründete den Erfolg der x86 Prozessor Familie, die bis heute den PC Markt beherrscht.

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10 Fakten über Schwarz-Rot-Gold

  1. Erstmals verwendet wurden die Farben wohl bei der Krönung von König Barbarossa 1152, ohne allerdings eine nationale Bedeutung zu haben. Auch während der Bauernaufstände 1525 wurden sie möglicherweise verwendet.
  2. Breitere Verwendung fanden die Farben dann während der Freiheitskriege 1813, insbesondere als Farben des Lützowschen Freikorps. Von dort ausgehend wurde Schwarz-Rot-Gold zu den Farben vieler liberaler Burschenschaften. Schwarz-Rot-Gold waren zudem die Farben der Fürstentümer Reuß-Greiz, Reuß-Gera und Waldeck-Pyrmont.
  3. Verwendung fanden die Farben dann 1817 auf dem Wartburgfest als Farben der Einheit und der Freiheit. Die Farben wurden auch in einer – konstruierten – Tradition des alten Kaiserreichs gesehen. Wirklich populär wurde Schwarz-Rot-Gold – von den Burschenschaften kommend – durch das Hambacher Fest 1832 und spätestens dadurch zu den Farben der Demokratie und der Freiheit.
  4. Folgerichtig waren es auch die Farben der Paulskirchenversammlung 1848 die eine für ihre Zeit verblüffend moderne und liberale Verfassung erarbeitete. Auch nach deren Scheitern blieben die Farben das Symbol der republikanisch-revolutionären und antimonarchischen Bewegung in Deutschland.
  5. In dieser Tradition wurde Schwarz-Rot-Gold, getragen von Sozialdemokraten, Katholiken und Linksliberalen, bekämpft durch monarchistische und nationalistische Kräfte, zu den Farben der Weimarer Republik.
  6. Die Nazis bekämpften und verhöhnten die Farben u.a. als “Schwarz-Rot-Senf” oder “Schwarz-Rot-Mostricht” und führten nach der Machtergreifung wieder Schwarz-Weiß-Rot ein. Die Widerstandskämpfer des 20. Juli entschieden sich übrigens auch für Schwarz-Rot-Gold in der Form der sog. Wirmer Flagge.
  7. Gemäß Artikel 22 Absatz 2 Grundgesetz ist die Bundesflagge der Bundesrepublik Deutschland Schwarz-Rot-Gold. Ludwig Bergsträsser, Abgesandter der Sozialdemokraten, begründete das so: “Die Tradition von Schwarz-Rot-Gold ist Einheit und Freiheit. Diese Flagge soll uns als Symbol gelten, daß die Freiheitsidee, die Idee der persönlichen Freiheit, eine der Grundlagen unseres zukünftigen Staates sein soll.”
  8. Auch die DDR entschied sich für Schwarz-Rot-Gold. In einem einstimmig angenommenen Antrag Friedrich Ebert jrs. hieß es dazu: “bin der Meinung, daß es kein besseres, in der deutschen Geschichte tiefer begründetes Zeichen der deutschen Einheit gibt, als die alten Reichsfarben Schwarz-Rot-Gold. Um dieses Banner scharten sich zu allen Zeiten die Kämpfer für Deutschlands Einheit, für eine glückliche Zukunft des Landes und des Volkes. Ihr Tuch deckte die Leiber jener, die im Kampf gegen die feudale despotische Monarchie Preußens für Deutschlands Einheit und Freiheit ihr Leben gaben. Diese Stunde gebietet, die große Tradition der deutschen Geschichte wieder aufzunehmen und das Banner der deutschen Einheit über dem ganzen Land zu entrollen. Damit vollstrecken wir auch das revolutionäre Ergebnis der Kämpfe vom Jahre 1848.”
  9. So war auch klar, dass Schwarz-Rot-Gold die Farben des wiedervereinigten Deutschlands sein sollten, insbesondere auch, da sich die Demonstranten der friedlichen Revolution unter diesen Farben versammeln sollten.
  10. Rechte radikale Kräfte verwenden bevorzugt Schwarz-Weiß-Rot und die Farben Schwarz-Rot-Gold nur selten und wenn meist nur “auf dem Kopf” als Zeichen der Ablehnung der Demokratie oder in Verkennung der Geschichte in Form der Wimmer-Flagge.
    Bundespräsident Steinmeier führte gegen die vereinzelte Vereinnahmung durch demokratiefeindliche Kräfte am 9. November 2018 aus:
    Es war insbesondere die Flagge der Republik, auf die es ihre Feinde abgesehen hatten und die sie immer wieder in den Schmutz zogen: Schwarz-Rot-Gold, die Farben der deutschen Freiheitsbewegung seit dem Hambacher Fest von 1832. Das allein ist Grund genug, den 9. November 1918 aus dem geschichtspolitischen Abseits zu holen! Wer heute Menschenrechte und Demokratie verächtlich macht, wer alten nationalistischen Hass wieder anfacht, der hat gewiss kein historisches Recht auf Schwarz-Rot-Gold. Den Verächtern der Freiheit dürfen wir diese Farben niemals überlassen! Sondern lassen Sie uns stolz sein auf die Traditionslinien, für die sie stehen: Schwarz-Rot-Gold, das sind Demokratie und Recht und Freiheit!

10 Fakten über Dayton

  1. Dayton ist eine Stadt im Montgomery County in Ohio (USA).
  2. Die Stadt wurde 1796 gegründet und ist nach einem Captain des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges benannt.
  3. Der Spitzname der Stadt ist “Gem City”.
  4. Im Jahre 2016 hatte Dayton rund 140.000 Einwohner.
  5. Die Fläche liegt beträgt rund 147 km², es liegt auf 225 m Höhe.
  6. Die Vorwahl ist 937, der ZIP Code ist 45402.
  7. Die Wirtschaft ist eher schwach entwickelt. Eine gewisse Berühmtheit erlangte die Stadt durch das Daytoner Abkommen.
  8. Die Stadt ist kein typisches Touristenziel.
  9. Zu den bekannten Söhnen und Töchtern der Stadt gehören die beiden Flugpioniere Gebrüder Wright.
  10. Mehr Informationen gibt es unter der offiziellen Website daytonohio.gov.

10 Fakten über El-Paso

  1. El Paso ist eine Stadt im gleichnamigen County in Texas (USA).
  2. Die Stadt wurde 1659 von den Spaniern als “El Paso del Norte” (Pass des Nordens) gegründet.
  3. Der Rio Grande fließt an El-Paso vorbei und bildet die Grenze zu Mexiko. Auf der mexikanischen Seite liegt die Schwesterstadt Ciudad Juárez.
  4. Im Jahre 2018 hatte El Paso rund 680.000 Einwohner.
  5. Die Fläche liegt beträgt 648,8 km², es liegt auf beachtlichen 1.140 m Höhe.
  6. Die Vorwahl ist 915, die ZIP Codes reichen von 79901 bis 79938.
  7. El Paso hat eine stark entwickelte Wirtschaft, die insbesondere von dem großen Militärstützpunkt Fort Bliss, dem Biggs Army Airfield und dem Grenzverkehr mit Mexiko profitiert.
  8. Die Stadt ist kein typisches Touristenziel, verfügt aber über zahlreiche Museen, Festivals und Theater.
  9. Zu den bekannten Söhnen und Töchtern der Stadt gehört Gene Roddenberry, der Schöpfer von Star Trek.
  10. Mehr Informationen gibt es unter der offiziellen Website www.elpasotexas.gov.

10 Fakten über die Apollo 15 Mission

  1. Bei der Apollo 15 Mission handelt es sich um die fünfte bemannte Mondlandemission der NASA und die vierte geglückte Landung auf dem Mond. Eigentlich handelt es sich dabei um die Apollo 16 Mission, da aber die
  2. Die Mission startete am 26. Juli 1971, 13:34:00 UTC mit einer Saturn V Rakete, die das Kommandomodul Endeavour und die Mondlandefähre Falcon an Bord hatte.
  3. Die drei Astronauten waren James Irwin Collins, David Scott und Alfred Worden.
  4. Am 29. Juli 1971 erreichen Endeavour und Falcon die Mondumlaufbahn und am 30. Juli 1971 landet Falcon mit Dave Randolph Scott und Jim Irwin an Bord auf dem Mond.
  5. Das erste mal wurde von Menschen ein Auto auf einem fremden Himmelskörper gefahren, das LRV – Lunar Roving Vehicle. Es ermöglichte den Astronauten, deutlich weitere Strecken auf dem Mond zurückzulegen.
  6. Diese Mondmission legte den Schwerpunkt deutlich stärker auf wissenschaftliche Ergebnisse, als die vorigen Missionen. So wurden die Astronauten auch viel besser wissenschaftlich, insbesondere geologisch, geschult. Sie absolvierten auf dem Mond insgesamt drei umfangreiche Außeneinsätze.
  7. Während des letzten Außeneinsatzes wurde das Kunstwerk “Fallen Astronaut” des belgischen Künstlers Paul Van Hoeydonck auf dem Mond aufgestellt. Die 8,4 Zentimeter große Statuette stellt einen verunglückten Astronauten dar. Auf einer zugehörigen Aluminiumplakette sind die Namen von acht US-Astronauten und sechs sowjetischen Kosmonauten verzeichnet, von denen sieben Opfer von Raumfahrtunfällen, sechs von anderen Unfällen und einer einer Erkrankung waren.
  8. Nach drei Tagen, am 2. August 1971, startet Falcon wieder und koppelt mit der Endeavour, die sich dann auf den Weg zur Erde macht. Übrigens: in der Mondladefähre durften die Astronauten erstmals in Unterwäsche schlafen; vorher mussten Sie immer ihre Raumanzüge anbehalten
  9. Auf dem Rückflug verlässt Alfred Worden die Kommandokapsel Endeavour für einen Außeneinsatz. Es ist der erste Weltraumausstieg überhaupt außerhalb einer Erdumlaufbahn.
  10. Am 7. August 1971 um 20:45:53 UTC wassert die Kapsel im Pazifik.

10 Fakten über die Abschaffung der Todesstrafe – Art. 102 Grundgesetz

  1. Artikel 102 GG lautet:
    Die Todesstrafe ist abgeschafft.
  2. Der Artikel befindet sich 1949 im Grundgesetz und wurde seitdem auch nicht mehr geändert.
  3. In der deutschen Verfassungstradition hat das Verbot der Todesstrafe nur in der Paulskirchenverfassung von 1849 ein Vorbild, in der es in § 139 hieß:
    Die Todesstrafe, ausgenommen wo das Kriegsrecht sie vorschreibt, oder das Seerecht im Fall von Meutereien sie zuläßt, so wie die Strafen des Prangers, der Brandmarkung und der körperlichen Züchtigung, sind abgeschafft.
  4. Ob die Todesstrafe abgeschafft werden soll, wurde vom Verfassungsgeber kontrovers diskutiert. Der derzeitige Artikel geht in erster Linie auf einen Vorschlag der rechten DP zurück, die damit verhindert wollte, dass Kriegsverbrecher hingerichtet werden.
  5. Die Todesstrafe iSd Art. 102 ist die nach einer richterlichen Entscheidung verhängte Strafe. Diskutiert wird aber, ob andere Maßnahmen wie z.B. der finale Rettungsschuss unter Artikel 102 fallen, was aber zu verneinen ist.Gemeint ist auch der tatsächliche Tod und nicht ein konstruierter “sozialer Tod” o.ä. Damit kann ein Verbot der lebenslangen Freiheitsstrafe nicht aus Art. 102 hergeleitet werden, was verschiedentlich versucht wird.
  6. Diskutiert wird immer wieder, ob Artikel 102 abgeschafft werden, also die Todesstrafe wieder eingeführt werden könnte. Nach hier vertretener Ansicht wäre das auf jeden Fall grundsätzlich in einer ganz neuen Verfassung nach Artikel 146 GG möglich, völkerrechtliche Bedenken einmal außen vorgelassen (s.u.). Die herrschende Meinung lehnt die Einführung der Todesstrafe in diesem Grundgesetz ab. Dem ist zunächst zu entgegnen, dass sich der Verfassungsgeber gezielt dagegen entschieden hat, die Abschaffung der Todesstrafe in Artikel 2 GG aufzunehmen, so ist die Abschaffung an sich der Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 nicht unterworfen. Die Frage ist weiter, ob Artikel 102 nur eine Klarstellung und Erweiterung von Artikel 1 und 2 GG ist und damit das Verbot der Todesstrafe schon aus den dort normierten Grundrechten herzuleiten ist, was kontrovers diskutiert werden kann. Letztlich dürfte aber aufgrund der Verfassungsentwicklung und -praxis eine Wiedereinführung der Todesstrafe im Rahmen dieses Grundgesetzes inzwischen nach der herrschenden Meinung ausgeschlossen sein.
  7. Unabhängig von Art. 102 GG hat sich Deutschland durch das 2. Fakultativprotokoll zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR) vom 15. Dezember 1989 sowie durch die Protokolle zur EMRK Nr. 6 vom 28. April 1983 sowie Nr. 13 vom 3. Mai 2002 zur Abschaffung der Todesstrafe völkerrechtlich verpflichtet.
  8. Verfassungsrechtlich fraglich ist, ob Artikel 102 es dem deutschen Staat untersagt, der Verhängung und Vollstreckung der Todesstrafe durch einen anderen Staat z.B. durch Auslieferung oder Abschiebung beizutragen. Dies ist zu verneinen, wenngleich die wohl herrschende Meinung dies anders sieht. Ob sich solch ein Verbot aus Artikel 1 GG ergibt – was nach hier vertretener Auffassung ebenfalls verneint wird, kann dahinstehen, da dieses Verbot inzwischen einfachgesetzlich geregelt ist.
  9. Mehr Hintergründe über die Entwicklung der Todesstrafe im Nachkriegsdeutschland finden Sie hier.
  10. Eine Änderung von Art. 102 GG wird derzeit nicht ernsthaft diskutiert, die Regelung ist auch hinreichend klar, so dass kein Handlungsbedarf besteht.

10 Fakten über die Todesstrafe in Deutschland nach 1945

  1. Nach Artikel 102 Grundgesetz, das 1949 in Westdeutschland in Kraft trat, ist die Todesstrafe in der Bundesrepublik abgeschafft. Die Vorschrift geht auf einen Vorschlag der rechten DP zurück, die damit Nazi-Verbrecher vor dem Tode bewahren wollte. Mehr zu Artikel 102 finden Sie hier.
  2. Die Landesverfassung des Saarlands enthielt bis 1956 eine Vorschrift über die Todesstrafe, diese wurde aber vor dem Beitritt des Saarlands gestrichen. Die Bayerische Verfassung enthielt die Todesstrafe bis 1998, die Hessische sogar bis 2018. Auch in anderen Bundesländern ist die Todesstrafe vorgesehen, so z.B. auch in Rheinland Pfalz, das sogar noch 1949 eine Guillotine angeschafft hat. Wegen des Vorrangs des Grundgesetzes waren all diese Bestimmungen freilich bedeutungslos.
  3. Im Strafgesetzbuch (StGB) war die Todesstrafe z.B. für Mord bis 1953 vorgesehen und wurde dann durch lebenslange Zuchthausstrafe ersetzt.
  4. Das letzte durch westdeutsche Behörden vollstreckte Todesurteil auf im späteren Geltungsbereich des Grundgesetzes traf am 18. Februar 1949 in Tübingen den 28-jährigen Mörder Richard Schuh.
  5. Das letzte durch ein deutsches Gericht ausgesprochene Todesurteil im Bereich der späteren Bundesrepublik Deutschland wurde am 7. Mai 1949 in Köln gegen Irmgard Swinka wegen fünf Morden verhängt, aber wegen des Inkrafttreten des Grundgesetzes wenige Tage später nicht mehr vollstreckt.
  6. Die Alliierten vollstreckten in Westdeutschland allerdings auch nach 1949 noch Todesurteile, die letzten am 7. Juni 1951, als sieben deutsche Kriegsverbrecher gehängt wurden.
  7. Einen Sonderstatus hatte auch Westberlin, da dort bis 1990 das Grundgesetz nicht galt. Dort wurde zuletzt am 11. Mai 1949 der 24-jährige Raubmörder Berthold Wehmeyer durch das Fallbeil hingerichtet. Am 20. Januar 1951 trat in West-Berlin dann das “Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe” in Kraft. Das Besatzungsstatut sah diese allerdings auch danach als Höchststrafe für “strafbare Handlungen gegen die Interessen der Besatzungsmächte” vor – allerdings wurde sie deswegen nie verhängt. Erst durch Anordnung vom 15. März 1989 hob die Alliierte Kommandantur die Todesstrafe mit sofortiger Wirkung auf.
  8. In der DDR wurde die Todesstrafe erst 1987 abgeschafft. Der letzte Zivilist wurde am 15. September 1972, der letzte Staatsdiener am 26. Juni 1981 hingerichtet.
  9. Diskussionen über die Wiedereinführung gab es bereits in den früher 1950er Jahren, sogar Adenauer sprach sich dafür aus. Zuletzt flammte die Debatte zu Zeiten der RAF wieder auf. So wurde 1977 u.a. “Modell 6” diskutiert: “Der Bundestag ändert unverzüglich Artikel 102 des Grundgesetzes. Stattdessen können nach Grundgesetzänderung solche Personen erschossen werden, die von Terroristen in menschenerpresserischer Geiselnahme befreit werden sollen. Durch höchstrichterlichen Beschluss wird das Todesurteil gefällt. Keine Rechtsmittel möglich.” Derzeit sind die breite politische und öffentliche Meinung gegen die Todesstrafe.
  10. Das “Gesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen” schreibt in § 8 vor, dass die Bundesrepublik Auslieferungsgesuche anderer Staaten nur dann bewilligen darf, wenn der Empfängerstaat zusichert, den ausgelieferten Täter nicht zum Tod zu verurteilen oder ein Todesurteil nicht zu vollstrecken.Bild: Hinrichtung in Landsberg.