10 Fakten über den Dreikönigstag

  1. Der umgangssprachlich Dreikönig, Dreikönigstag oder “Heilige Drei Könige” genannte Feiertag ist am 6. Januar. Im Mittelpunkt der Wahrnehmung stehen dementsprechend die heiligen drei Könige: die Krippe wird um die entsprechenden Figuren ergänzt (Bild) und die Sternsinger ziehen aus.
  2. Aus kirchlicher Sicht ist heute “Erscheinung des Herrn”, auch Epiphanias oder Epiphanie.
  3. Weitere Bezeichnungen für den Tag sind auch Großneujahr, Hoh-Neujahr oder Weihnachtszwölfter und sind regional auch noch üblich.
  4. Der Tag hat eine alte Tradition als Feiertag: in Ägypten wurde die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore gefeiert, die Römer begingen ihn als Erscheinungstag des Herrschers als lebender Gott.
  5. Zum Brauchtum zählt auch der Dreikönigskuchen, ein Hefegebäck, in das eine Bohne eingebacken ist – wer sie erwischt, hat Glück im Jahr. In einigen Regionen trinkt man sich heute (vereinzelt auch am Vorabend) Stärke für das gesamte Jahr an, wofür Brauereien insbesondere in Süddeutschland spezielle Starkbiere brauen.
  6. Zum Brauchtum kann man inzwischen auch das alljährliche Dreikönigsspringen im Rahmen der Internationalen Vierschanzentournee zählen.
  7. Zudem ist die letzte der Rauhnächte, in der sich die Wilde Jagd zurückzieht und die Welt wieder sicher ist.
  8. Auch die alemannische Fasnacht beginnt heute.
  9. Viele Länder haben heute Feiertag, so z.B. Österreich, Liechtenstein, Spanien, Finnland, Italien, Polen und Griechenland. In Deutschland ist in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt heute arbeitsfrei, in der Schweiz in den Kantonen Schwyz, Tessin, Uri und Teilen Graubündens. In den anderen deutschen Bundesländern ist heute im Regelfall noch schulfrei (Weihnachtsferien).
  10. Rund um Dreikönig gibt es viele Wetterregeln, darunter: “Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Weinjahr.” oder “Ist bis Dreikönig kein Winter, folgt keiner dahinter.”

10 Fakten über die Rheinbrücke Emmerich

  1. Die Rheinbrücke Emmerich ist die nördlichste deutsche Rheinbrücke.
  2. Sie verbindet Emmerich und Kleve.
  3. Sie befindet sich zwischen Rheinkilometer 853 und 854 bei Rheinkilometer 853,2.
  4. Sie hat zwei Fahr- und Standspuren sowie zwei Gehwege und ist Teil der Bundesstraße 220.
  5. Es handelt sich um eine echte Hängebrücke.
  6. Sie ist mit 803 m die längste Hängebrücke Deutschlands und hat mit 500 m die größte Stützweite einer Brücke in Deutschland.
  7. Sie wurde von Hein, Lehmann und Co. (Düsseldorf), damals zur Stumm-Gruppe gehörend, gebaut.
  8. Der Architekturprofessor Heinrich Bartmann wirkte bei der Gestaltung der Brücke mit.
  9. Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Franz Meyers, legte am 2. Mai 1962 den Grundstein und bereits am 3. September 1965 wurde die Emmericher Rheinbrücke eröffnet.
  10. Im Januar 2019 begann eine Sanierung der Brücke, die vier Jahre dauern und Stand 2019 Kosten in Höhe von 28 Millionen Euro verursachen soll.

Bild: Bernd Börnsen (@Medienzigarre)

10 Fakten über den Thomastag

  1. Am 21. Dezember ist der traditionelle Thomastag, der immer noch begangen wird, auch wenn das Fest des heiligen Thomas durch die katholische Kirche 1970 auf den 3. Juli verlegt wurde.
  2. Es ist der Gedenktag des Apostels Thomas, der einer der zwölf Jünger Jesu war.
  3. Die Thomasnacht ist die erste Rauhnacht. Um den Tag gibt es daher viele Bräuche und Aberglauben, die oft in vorchristlicher Tradition verwurzelt sind, da der Thomastag oft mit der Wintersonnenwende zusammenfällt.
  4. In einigen Regionen und bei vielen Studentenverbindungen wird heute abend heftig gefeiert, worauf z.B. die Bezeichnung “Durchspinn-Nacht” hinweist. Im Schwarzwald wird der Morgen nach der Thomasnacht “Kotzmorgen” genannt.
  5. In Bayern gibt es den Aberglauben, dass sich eine ledige Frau vor ihrem Bett nackt auf einen Schemel stellen und den Spruch “Betschemel i tritt di, heiliger Thomas i bitt di, lassmi sehn den Herzallerliebsten mein, in dieser heiligen Nacht!” aufsagen soll, sie sehe dann ihren künftigen Ehemann.
  6. Oft schlachten die Bauern heute das Weihnachtsschwein (Mettensau, Weihnächter), das speziell für die Weihnachtstage gemästet wurde.
  7. Manche germanische Neuheiden und Hexen feiern heute das Julfest, das aber auch am 25. Dezember oder dem tatsächlichen Tag der Wintersonnenwende begangen werden kann. Das Julfest, das aus dem Norden kommt, ist der vorchristliche Vorläufer des Weihnachtsfests. Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne, da die Tage ab der Sonnenwende wieder länger werden. Es beginnt eine zwölftägige Friedenszeit, die Häuser werden mit immergrünen Zweigen geschmückt und auch Geschenke verteilt sowie Julfeuer angezündet. Leider wird das Fest in Deutschland oft von Rechtsextremen missbraucht, die sich damit dem “Germanentum” zuwenden wollen.
  8. In einigen westfriesischen und ostdeutschen Gemeinden beginnt am Thomastag ein zwölf Tage anhaltendes Glockengeläut, das ursprünglich die bösen Geister vertreiben sollte.
  9. In einigen Gemeinden in der Lüneburger Heide zogen Kinder und Jugendliche bis vor kurzem im “Thomsen” oder “Thomsen gehen” genannten Brauch musizierend und singend von Haus zu Haus und erhalten dafür Süßigkeiten. Dieser Brauch ist analog zum Martinssingen, dass in diesen Gemeinden nicht begangen wird. Das Thomsen ist in den letzten Jahren durch Halloween verdrängt worden und wird heute nur noch selten praktiziert.
  10. Rund un den Thomastag gibt es viele Bauernregeln wie “Wenn Sankt Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr.”, “Sankt Thomas bringt die längste Nacht, weil er den kürzesten Tag gebracht.” oder “Am Thomastag wächst der Tag nur einen Hahneschritt.”

10 Fakten zum Buß- und Bettag

  1. Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der auf Buß- und Bettage zu Notzeiten zurückgeht.
  2. So steht in der Bibel die Geschichte von Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird, um der Stadt ihren Untergang zu verkünden (Jona 3,4–10 LUT): „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, groß und klein, den Sack zur Buße an. … Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht.”
  3. Er fällt auf den Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, der der letzte Sonntag des Kirchenjahres ist. Merken kann man sich auch, dass er 11 Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November stattfindet.
  4. Der früheste mögliche Termin ist der 16. November, der späteste der 22. November.
  5. Früher gab es in Deutschland zahlreiche Termine für Buß- und Bettage: 1878 waren es in 28 deutschen Ländern insgesamt 47 Bußtage an 24 unterschiedlichen Tagen. In Preußen dann 1893 der einheitliche Buß- und Bettag eingeführt. Durch das “Reichsgesetz über die Feiertage” vom 27. Februar 1934 wurde der Buß- und Bettag dann gesetzlicher Feiertag im gesamten Deutschen Reich.
  6. Nach der Wiedervereinigung war der Buß- und Bettag ein bundesweiter Feiertag, 1994 wurde dann  beschlossen, ihn zur Finanzierung der Pflegeversicherung abzuschaffen. Seitdem ist nur noch in Sachsen arbeitsfrei.
  7. In Bayern ist jedoch für Schüler am Buß- und Bett schulfrei, ansonsten können sich in allen Bundesländern evangelische Schüler und Arbeitnehmer freistellen lassen.
  8. Einige Feiertagsgesetze der Bundesländer verbieten an diesem Tag auch Tanzveranstaltungen und Glücksspiel in Spielhallen.
  9. Der Tag wurde insbesondere früher, als er noch überall Feiertag war, scherzhaft als “Buß und Betttag”, derber auch als “Bumms- und Betttag” bezeichnet.
  10. In anderen Staaten gibt es den Buß- und Bettag nicht. Am nächsten kommt ihm “Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag”, der am dritten Sonntag im September begangen wird.

10 Fakten zum Volkstrauertag

  1. Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag.
  2. Er findet jeweils am Sonntag zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag statt, was 1952 festgelegt wurde.
  3. Es handelt sich um einen stillen Feiertag.
  4. Die Bezeichnung des Tages ist abhängig von den Feiertagsgesetzen der Bundesländer. So heißt er in Hessen, “Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten beider Weltkriege” oder in Hamburg “Tag des Jahres zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Gefallenen beider Weltkriege”. Die meisten Bundesländer definieren ihn aber nicht so weitgehend.
  5. Dementsprechend haben sich die Schwerpunkte im Lauf der Gesichte der Bundesrepublik verändert: Zunächst standen die Kriegsopfer der beiden Weltkriege im Vordergrund, dann die Opfer des Nationalsozialismus und inzwischen auch die Toten der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen.
  6. Der Volkstrauertag wird mit einer zentralen Gedenkstunde im Deutschen Bundestag begangen. Dabei ist eine Rede und ein Wort des Bundespräsidenten in Anwesenheit des Bundeskanzlers, des Kabinetts und des Diplomatischen Corps üblich. Klassischerweise werden die Nationalhymne und das Lied “Der gute Kamerad” gespielt.
  7. Daneben finden in allen Bundesländern und in zahlreichen Städten und Gemeinden Gedenkstunden mit Kranzniederlegungen statt.
  8. Bundespräsident Gauck sagte 2016 zum Totengedenken:
    Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
    Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
    Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
    Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
    Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
    Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
    Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
    Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,
    und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.
  9. Vorläufer des Volkstrauertags war ein entsprechender Gedenktag der Weimarer Republik, der im Dritten Reich zum Heldengedenktag wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Notwendigkeit eines Gedenktags für die Toten und die Opfer des Regimes gesehen. Auch die DDR kannte den „Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg”, der jährlich am zweiten Sonntag im September begangen wurde.
  10. Entsprechende Gedenktage gibt es in zahlreichen Ländern: In Großbritannien den “Remembrance Day” (11. November), in Russland und einigen anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion am 22. Juni, Memorial Day in den USA (letzter Montag im Mai), in den Niederlanden der 4. Mai (Nationale Dodenherdenking) und in Österreich am 1. November.

Bild: Kranzniederlegung am 14. November 1964 in Bonn. Quelle: Bundesarchiv.

10 Fakten über die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)

  1. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) wurde am 28. November 1964 gegründet.
  2. Schon bei der Bundestagswahl 1965 erreichte die Partei 2% und 1966 gelang ihr der Einzug in die Landtage von Hessen und Bayern. 1967 zog sie zudem in die Landtage von Bremen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein.
  3. Ihr bestes Ergebnis erreichte die NPD bei der baden-württembergischen Landtagswahl am 28. April 1968, wo sie 9,8% erreichte. Bei der Bundestagswahl 1969 scheiterte sie mit 4,3% knapp an der 5% Hürde.
  4. Danach begann ein Abstieg der Partei. Bei der Bundestagswahl 1972 erreichte sie nur noch 0,6% der Stimmen und war fortan auch in keinem Landesparlament mehr vertreten.
  5. Erfolge erzielte die NPD wieder in den frühen 2000ern. Bei der Landtagswahl im Saarland am 5. September 2004 erreichte die NPD 4%, bei der Landtagswahl in Sachsen am 19. September 2004 konnte die NPD schließlich zum ersten Mal seit 1968 wieder in ein Landesparlament einziehen – sie erreichte 9,2% der Stimmen. Bis 2016 war die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Seitdem ist sie nur noch kommunalpolitisch erfolgreich.
  6. Die NPD ist programmatisch durchaus an der NSDAP ausgerichtet. Das Bundesverfassungsgericht stellt fest, sie wolle “die bestehende Verfassungsordnung durch einen an der ethnisch definierten ‚Volksgemeinschaft‘ ausgerichteten autoritären Nationalstaat ersetzen”.
  7. Auf dem Bundesparteitag von 1996 wurde das “Drei-Säulen-Konzept” beschlossen, beschlossen, das den “Kampf um die Straße”, den “Kampf um die Parlamente” und den “Kampf um die Köpfe” umfasst. So ist die NPD insbesondere in den östlichen Bundesländern außerparlarmentarisch sehr aktiv.
  8. 2001 wurden von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat Verbotsanträge beim Bundesverfassungsgericht gestellt, die im März 2003 aus Verfahrensgründen eingestellt wurden, nachdem bekannt wurde, dass in den Reihen der NPD V-Leute des Verfassungsschutzes tätig waren.
    Ein zweites 2015 eingeleitetes Verbotsverfahren wurde 2017 vom Bundesverfassungsgericht zurückgewiesen, da die Partei zwar verfassungswidrig sei, ihr aber die Potenzialität fehle, die Verfassung zu beseitigen. Dieses Urteil kann man durchaus kritisch sehen.
  9. Die NPD hat – insbesondere aufgrund von Unregelmäßigkeiten und daraus nicht gezahlter Parteifinanzierung – immer wieder finanzielle Probleme.
  10. Mehr über die NPD erfahren Sie unter npd.de.

10 Fakten über Schneewittchen

  1. Schneewittchen ist ein Märchen der Brüder Grimm (ATU 709). In der Erstausgabe von 1812 ist als Titel zusätzlich noch die Übersetzung “Schneeweißchen” angegeben
  2. Eine Königin sitzt an einem Fenster, näht und sticht sich mit der Nähnadel in den Finger, worauf drei Blutstropfen in den Schnee fallen. Sie wünscht sich ein Kind “so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen”. Sie bekommt eine Tochter, die Schneewittchen genannt wird, weil sie helle Haut, rote Wangen und schwarze Haare hat. Die Königin stirbt, ihr Mann heiratet eine sehr schöne, aber eitle und böse Frau, die einen Zauberspiegel hat. Als dieser ihr sagt, dass Schneewittchen schöner sei als sie, beauftragt sie einen Jäger, Schneewittchen zu töten, was dieser nicht ausführt. Schneewittchen findet bei sieben Zwergen hinter sieben Bergen Unterschlupf. Durch den Zauberspiegel erfährt dies die Königin und versucht Schneewittchen zu töten, was beim dritten Versuch mit einem giftigen Apfel gelingt. Die Zwerge legen Schneewittchen in einen Glassarg, wo es ein Königssohn sieht und nach Absprache mit den Zwergen mitnimmt, wobei der der Sarg hinfällt und dabei das giftige Apfelstück aus Schneewittchens Hals rutscht – Schneewittchen erwacht. Der Prinz heiratet sie und auch die Stiefmutter kommt zur Hochzeit, wo sie in rotglühenden Eisenpantoffeln tanzen muss, bis sie stirbt.
  3. Das Märchen gibt es in Varianten schon lange in verschiedenen Versionen in ganz Europa, was auch für die Universalität der Botschaften des Märchens spricht.
  4. Schneewittchen gehört zu den bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm, was auch mit der Verfilmung durch Disney (Snowhite) erklärt werden kann.
  5. Überhaupt entwickelte sich Schneewittchen zur Kulturikone und wurde oftmals verfilmt, neu erzählt und besungen. Zitate und Bilder aus dem Märchen gehören zum Allgemeingebrauch.
  6. Zunächst ist in dem Märchen symbolisch die Zahl drei besonders, was durch die drei Blutstropfen und die damit korrespondierenden drei Tötungsversuche seitens der König deutlich wird, bei der sie Schneewittchen die drei Symbole der Venus überreicht.
  7. Eine besondere Bedeutung spielt zudem die Zahl Sieben – Schneewittchen findet bei sieben Zwergen hinter den sieben Bergen Zuflucht. Die Sieben ist generell eine besondere Zahl. Oft wird interpretiert, sie stehe hier sowohl bei den Zwergen als auch bei den Bergen für etwas Raum- und Zeitübergreifendes, was die Allgemeingültigkeit der Botschaft des Märchens oder seine Zeitlosigkeit unterstreichen soll. Die sieben Zwerge werden teilweise auch als Verkörperungen von Sonne, Mond und die die in der Antike bekannten fünf Planeten oder die Wochentage gesehen, die jeweils auch für Raum und Zeit stehen. Nach hier vertretener Ansicht dürfte es sich hierbei um eine Überinterpretation handeln und der Hintergrund viel einfacher sein: Die sieben gilt in europäischen Kulturen und im Christentum als durchaus positiv besetzt, dadurch es sieben Zwerge sind, soll unterstrichen werden, dass es sich hier um positive hilfreiche Kobolde handelt, anders als z.B. beim alleine und eigennützig agierenden Rumpelstilzchen.
  8. Grundsätzlich ist die Botschaft des Märchens, dass Eitelkeit übel endet und sich das Gute – wie immer – durchsetzt.
  9. Als Schneewittchen bezeichnet man eine schöne Frau mit heller Haut. Beim Bundesverfassungsgericht spricht man scherzhaft von einem Schneewittchensenat, wenn dieser sieben Richter und eine Richterin umfasst. Einige Produkte mit großen Glasflächen werden als Schneewittchensarg bezeichnet, z.B. der Volvo P1800 ES.
  10. Mehrere Städte und Regionen behaupten, Heimat von Schneewittchen zu sein, darunter Kassel und Lohr am Rhein.

10 Fakten über das Rumpelstilzchen

  1. Bekannt wurde das Rumpelstilzchen durch das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm (ATU 500).
  2. In diesem Märchen behauptet ein Müller, dass seine Tochter Stroh zu Gold spinnen könne. Der König stellt ihr die Aufgabe, über Nacht eine Kammer voll Stroh zu Gold zu spinnen, ansonsten müsse sie sterben. Ein Männchen erscheint, das ihr gegen ihr Halsband Hilfe anbietet und die Aufgabe erledigt. In der zweiten Nacht fordert es einen Ring, dann das erste  Kind aus der Ehe mit dem König. Als der Zwerg später das Kind fordert, bietet ihm die Müllerstochter Reichtümer an, was der Zwerg ablehnt; er gibt ihr aber drei Tage Zeit, um seinen Namen zu erraten. Liege sie richtig, dürfe sie das Kind behalten. Als die Königin den Namen durch glückliche Fügung erfährt, zerreißt sich das Rumpelstilzchen vor Wut und ruft dabei “Das hat dir der Teufel gesagt!”
  3. Von dem Märchen gibt es wie übliche mehrere Versionen, in der ersten von den Gebrüdern Grimm 1812 veröffentlichten läuft das Rumpelstilzchen nur weg und zerreisst sich nicht.
  4. Ursprünge des Märchens gab es mündlich überliefert im deutschsprachigen Raum, ein ähnliches schriftlich festgehaltenes französisches Märchen bereits im frühen 18. Jahrhundert. Das Bild der Gold spinnenden Jungfrau sowie die Notwendigkeit, einen Namen zu erraten, um ein Unheil zu verhindern, gibt es zudem in anderen alten Sagen.
  5. Ansätze an den Namen Rumpelstilzchen tauchen erstmals im 16. Jahrhundert in einer Auflistung von Kinderspielen auf: “Rumpele stilt, oder der Poppart” (Fischarts Geschichtsklitterung, Kapitel 25). Das Buch war den Gebrüdern Grimm bekannt und sie bezogen sich beim Namen wohl auch darauf. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um ein Spiel mit einer klopfenden Holzpuppe o.ä. Ein Rumpelstilzchen könnte in der Folge eine Art Kobold bezeichnet haben, der an Möbeln, z.B. Tischbeinen poltert und rumpelt.
  6. Eine ähnliche Erklärung könnte auch in “Schrumpelstelzchen” liegen, was einen Zwerg mit kurzen Beinen bezeichnet.
  7. Weitgehende Einigkeit herrscht in der Märchenforschung, dass es sich bei dem Geschäft “Goldspinnen” gegen Kind um einen typischen Teufelspakt handelt, das Rumpelstilzchen also ein Gehilfe oder Verbündeter des Teufels ist. Darauf deuten insbesondere seine letzten Worte “das hat Dir der Teufel gesagt” hin, denn nur der Teufel konnte also seinen echten Namen kennen. Auch das Einräumen einer eigentlich unmöglich zu erfüllenden Aufgabe als Ausweg ist typisch für einen Teufelspakt. So oder so – das Rumpelstilzchen handelt zu jedem Zeitpunkt keinesfalls uneigennützig, sondern ist immer auf seinen Vorteil bedacht. Insbesondere hätte es nicht das Kind fordern müssen und hätte sich auch nicht selbst töten müssen. Es gehört damit keinesfalls zu den positiven Zwergen und Kobolden, wie z.B. die Heinzelmännchen.
  8. Andere Deutungen sehen in der Figur des Rumpelstilzchens auch antisemitische Motive, die an Ritualmordlegenden anknüpfen. Auch in der Psychoanalyse wird es behandelt und dort als eine Ausprägung des Unterbewussten gesehen.
  9. Als Rumpelstilzchen bezeichnet man heute, insbesondere im süddeutschen Sprachraum, einen jähzornigen, tobenden Menschen.
  10. Auch in der Popkultur hat sich das Rumpelstilzchen fest etabliert und kommt in Songs, Filmen und Computerspielen vor.

10 Fakten über Lunar Orbiter 1

  1. Lunar Orbiter 1 ist eine Mondsonde der NASA.
  2. Sie wurde am 10. August 1966 um 19:31 UTC gestartet.
  3. Das Gewicht der Sonde betrug rund 388kg und sie wurde von Boeing hergestellt.
  4. Ziel der Mission war die Kartographierung der Mondoberfläche, um geeignete Plätze für Landesonden und die bemannte Mondmission zu finden.
  5. Die Sonder erreichte den Mond am 14. August 1966 und begann am 18. August 1966 mit der Übermittlung der ersten Bilder.
  6. Am 23. August 1966 sendete sie das erste Foto eines Erdaufgangs aus Mondperspektive überhaupt (siehe oben).
  7. Insgesamt übermittelte die Sonde 229 Bilder.
  8. Neben der Kamera hatte die Sonde weitere Instrumente an Bord, die u.a. Mikrometeoriten aufspüren sollten.
  9. Am 29. Oktober 1966 endete die Mission, Lunar Orbiter 1 zerschellte geplant während der 577. Umkreisung auf dem Mond.
  10. Auch wenn nicht alle geplanten Bereiche fotografiert wurden, gilt die Mission als voller Erfolg.

10 Fakten über Mariä Himmelfahrt

  1. Mariä Himmelfahrt, auch Mariä Aufnahme in den Himmel, ist ein kirchlicher Feiertag am 15. August. Es ist ein Hochfest der katholischen Kirche und wird auch von anderen christlichen Kirchen begangen.
  2. Gefeiert wird die Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel.
  3. Andere und volkstümliche Bezeichnungen sind “Assumptio Beatae Mariae Virginis”, “Aufnahme der seligen Jungfrau Maria”, Dormitio, “Hoher Frauentag”, “Maria Würzweih” oder Büschelfrauentag.
  4. In den Ostkirchen ist die Bezeichnung “Hochfest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin” oder “Entschlafung der hochheiligen Meisterin unser, der Gottesgebärerin” (Syrisch Orthodox). In den orthodoxen Kirchen findet vorher das zweiwöchige Marienfasten statt, in dem auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und in der Regel auch auf Wein und Öl verzichtet werden soll und in der Armenisch Apostolischen Kirche werden danach traditionell die Weintrauben gesegnet.
  5. Eingeführt wurde der Tag im 5. Jahrhundert von Bischof Kyrill von Alexandrien.
  6. Der 15. August wurde gewählt, da er im römischen Reich schon eine Tradition als Feiertag hatte. So waren es die “Feriae Augusti”, Feiertage des Augustus, an denen Ader römische Kaiser Augustus Mitte August drei Tage lang seine Siege über Marcus Antonius und Kleopatra bei Actium und Alexandria feierte; später beschränkte sich dies auf den 15. August. Möglicherweise wurde am 15. August auch die Himmelfahrt der mythischen Gottheit Astraea gefeiert. Weitere Bezüge bestehen zu der iranischen Gottheit Anahita und der altarmenischen Muttergottheit Anahit.
  7. Gerade in Süddeutschland und Österreich wird das Fest groß gefeiert, oft auch mit Prozessionen. Bekannt ist z.B. die Lindauer Schiffsprozession.
  8. Zum Brauchtum gehört auch, dass an dem Tag Kräuter gesegnet werden, womit sich z.B. der Name “Maria Würzweih” erklärt.
  9. In Deutschland ist Mariä Himmelfahrt im Saarland und in Gemeinden Bayerns mit überwiegend katholischer Bevölkerung Feiertag. In einigen Bundesländern wie z.B. Sachsen ist es zwar kein gesetzlicher Feiertag, es gelten aber bestimmte Schutzvorschriften, so dass z.B. das Rasenmähen an Maria Himmelfahrt zu den Gottesdienstzeiten untersagt ist.
  10. In Österreich ist Mariä Himmelfahrt bundesweit gesetzlicher Feiertag, im Bundesland Tirol wurde das Fest Mariä Himmelfahrt im Jahr 1959 zudem zum Gedenken an die Befreiung Tirols im Jahr 1809 zum Landesfeiertag mit der Bezeichnung “Hoher Frauentag” erklärt. In Liechtenstein ist Maria Himmelfahrt gleichzeitig der Staatsfeiertag, in der Schweiz ist er in einigen Kantonen geschützt. In vielen katholisch geprägten Staaten wie Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Slowenien und Spanien ist heute Feiertag, ebenso in den überwiegend orthodoxen Staaten Griechenland, Georgien, Rumänien und Zypern.

Bild: Pinturicchio (und Gehilfen) Entstehung: 15./16. Jahrhundert