Liste: Allerheiligenfluten

Allerheiligenfluten an der Nordsee

Allerheiligenfluten sind schwere Sturmfluten an der Nordsee, die um Allerheiligen (1. November) die Küsten von Flandern bis Jütland trafen – von der Allerheiligenflut 1170 bis zur Allerheiligenflut 2006. Diese Liste nennt jede Flut mit Datum, betroffenen Küsten und Folgen.

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Karte: Reformationstag, Allerheiligen oder gar nichts

Auf dieser Karte bekommen Sie einen schnellen Überblick, in welchen Bundesländern Allerheiligen, Reformationstag oder keiner der beiden Tage ein Feiertag ist.

Reformationstag:

Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein

Allerheiligen:

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Kein Feiertag:

Hessen, Berlin

Hintergrund: Warum ist das so ein Flickenteppich?

Die Karte ist im Grunde ein Stück Konfessionsgeschichte. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 überließ die Glaubensfrage der jeweiligen Obrigkeit: Ein Fürst, Graf oder Stadtrat entschied, ob sein Gebiet katholisch oder lutherisch war. Später fasste man das in die Merkformel „cuius regio, eius religio“ – auf gut Deutsch: „wo ich leb, so ich bet“. Wer nicht mitziehen wollte, durfte auswandern.

Diese Logik steckt bis heute in den Feiertagen. Als die DDR-Regierung im Mai 1990 Reformationstag und Allerheiligen wieder einführte, stand es ganz offen in der Verordnung: der Reformationstag für Gebiete mit überwiegend evangelischer Bevölkerung, Allerheiligen für Gebiete mit überwiegend katholischer.

Wieder eingeführt deshalb, weil die DDR den Reformationstag 1967 gestrichen hatte – als Ausgleich für den neuen arbeitsfreien Samstag. Seit der Einheit 1990 ist er in den ostdeutschen Ländern außer Berlin wieder frei: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zum 500. Reformationsjubiläum 2017 war der 31. Oktober dann einmalig bundesweit Feiertag, darauf hatten sich die Ministerpräsidenten schon 2012 verständigt.

Danach kam der Norden auf den Geschmack: 2018 machten Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen den Reformationstag nach einem untereinander abgestimmten Plan dauerhaft zum Feiertag. Ein Argument war das Feiertagsgefälle, denn die Nordländer hatten deutlich weniger freie Tage als der Süden. Übrig blieben Hessen und Berlin.

Und früher? Kaiserreich, NS-Zeit und alte Bundesrepublik

Falls Sie glauben, der Flickenteppich sei eine Erfindung der Bundesrepublik: Weit gefehlt. Schon im Kaiserreich legte die Gewerbeordnung von 1890 fest, dass die Landesregierungen bestimmen, welche Tage Festtage sind. In Preußen feierte man das Reformationsfest übrigens meist gar nicht am 31. Oktober, sondern am Sonntag danach.

Die Nationalsozialisten machten 1934 ein Reichsgesetz daraus. Das Reformationsfest war danach nur in Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung Feiertag, in katholisch geprägten Gemeinden dafür Fronleichnam, jeweils „entsprechend dem bisherigen Brauch“. Die Liste war abschließend, eigene Feiertage durften die Länder nicht mehr behalten oder einführen. Allerheiligen stand nicht darauf.

Mit dem Grundgesetz von 1949 wurde das Reichsgesetz zu Landesrecht, und die Länder ersetzten es nach und nach durch eigene Feiertagsgesetze. Seitdem entscheidet wieder jedes Land selbst, und genau daher kommt das bunte Bild, das Sie oben auf der Karte sehen.

Und warum gehen Hessen und Berlin leer aus?

Hessen sitzt sozusagen zwischen den Stühlen. Das hessische Innenministerium erklärte 2023 auf Anfrage der FAZ, 2017 seien nur rund 35 Prozent der Menschen in Hessen evangelisch gewesen, das Land also nicht überwiegend protestantisch geprägt. Deshalb habe sich die Landesregierung gegen den Reformationstag als Feiertag entschieden. Schon 2018, als der Norden nachzog, hatte die Staatskanzlei abgewunken, und auch die Kirchen hatten nicht darauf gedrängt. Und Allerheiligen? Das galt bis 1952 in einigen katholisch geprägten Gemeinden Hessens als Feiertag. Damit alle Hessen gleich behandelt werden, wurde es abgeschafft.

Berlin hat sich bewusst anders entschieden. Einen Antrag der AfD, den Reformationstag zum Feiertag zu machen, lehnten im Abgeordnetenhaus alle anderen Fraktionen ab. Der damalige Regierende Bürgermeister Michael Müller wollte zwar einen zusätzlichen freien Tag, das müsse aber nicht unbedingt der Reformationstag sein. Am 24. Januar 2019 beschloss das Abgeordnetenhaus dann den Frauentag am 8. März, nach den Worten der Initiatorinnen ein Feiertag für alle Berlinerinnen und Berliner, unabhängig von Religion und Herkunft.

Halloween und Sonderregeln

Halloween kann übrigens natürlich überall gefeiert werden.

In Baden-Württemberg haben alle Schülerinnen und Schüler am Reformationstag schulfrei, obwohl er dort kein gesetzlicher Feiertag ist. In Niedersachsen bekommen katholische Schülerinnen und Schüler an Allerheiligen Gelegenheit, den Gottesdienst zu besuchen.

Übrigens: In Baden-Württemberg dürfen Beschäftigte am Reformationstag zum Gottesdienst ihres Bekenntnisses der Arbeit fernbleiben, soweit keine betrieblichen Notwendigkeiten entgegenstehen.

Stand: 31. Oktober 2026

Weitere Infos rund um den 1. November

Hier finden Sie in kürze alle Beiträge mit Fakten, Infos und Wissenswertem rund um den 1. November hier im Blog.

Der 1. November ist der 305. Tag des Jahres in Normaljahren und der 306. Tag des Jahres in Schaltjahren.

Das wichtigste, was Sie historisch und sonst zu diesem Tag wissen müssen, finden Sie bei den 10 Fakten zum Tage.

Geburtstage

Weitere wichtige Beiträge zum Tag

Sonstige Beiträge und Ereignisse an diesem Tag

10 Fakten über Allerheiligen

Allerheiligen

Allerheiligen ist ein christliches Hochfest am 1. November, an dem aller Heiligen gedacht wird – hier sind 10 Fakten über Allerheiligen, von der Geschichte des Feiertags bis zu Brauchtum und Sturmfluten.

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10 Fakten zum 1. November

  1. Mit dem  November beginnt heute ein neuer Monat.
    Die Katholiken feiern Allerheiligen. Gedacht wird dabei aller Heiligen, also auch der nicht heilig-gesprochenen, um deren Heiligkeit nur Gott weiß. In den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist heute gesetzlicher Feiertag. Auch in Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und den katholischen Kantonen der Schweiz wird heute nicht gearbeitet. Auch die evangelischen Christen begehen heute den Gedenktag der Heiligen – die Heiligenverehrung ist hier aber deutlich schwächer ausgeprägt. Mexiko feiert dafür umso mehr: den zweiten Tag der Toten. Nachdem am Vortag die Seelen der „Angelitos“, der gestorbenen Kinder, empfangen wurden, kommen heute die Seelen der toten Erwachsenen nach Hause und werden dort bewirtet.
    Galicien beginnt heute mit „Magosto“, einem traditionellem Volksfest, das bis zum 11. November dauert. In den Straßen werden traditionell gerötete Kastanien verkauft, es erden Feuer angezündet, Wein getrunken und Chorizo gegessen.
    Und in Algerien ist heute Nationalfeiertag. Anlass ist der Beginn des Kampfes der algerischen Befreiungsfront gegen die Kolonialmacht Frankreich im Jahre 1954. Auch Antigua und Barbuda feiert seine Unabhängigkeit von Großbritannien.
    Und last but not least ist heute Weltveganertag.
    Außerdem hat Arthur heute Namenstag.
  2. Im Jahr 996 wird in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto III. an den Freisinger Bischof Österreich unter dem Namen „Ostarrichi“ erstmals erwähnt.
  3. Tag der Fluten: 1304 zerstört eine Allerheiligenflut die Landverbindung zwischen der Halbinsel Mönchgut auf Rügen und dem Ruden vor Usedom, zwei Dörfer gehen dabei unter 1436 geht durch eine Allerheiligenflut an der Nordseeküste u.a. der Ort Tetenbüll unter, allein dort sterben 180 Menschen. 1570 überschwemmt eine Sturmflut die Nordseeküste von Flandern bis nach Nordwestdeutschland, wobei geschätzt 20.000 Menschen sterben. 1755 vernichten ein Erdbeben, ein folgender Tsunami und ein von ihnen ausgelöster Brand Lissabon, mindestens 60.000 Menschen sterben.
  4. 1849 wird mit dem „Schwarzen Einser“ die erste deutsche Briefmarke herausgegeben.
  5. Auf dem Eniwetok-Atoll zünden die USA 1952 die erste Wasserstoffbombe Ivy Mike (Bild). Bei der ersten thermonuklearen Explosion auf diesem Planeten werden die Elemente Fermium und Einsteinium entdeckt.
  6. In Deutschland wird 1961 das weltweit erste flächendeckende Postleitzahlensystem eingeführt.
  7. 1963 wird das Arecibo-Observatorium auf Puerto Rico eingeweiht. Das Radioteleskop dient auch der Suche nach außerirdischen Intelligenzen.
  8. Der Vertrag von Maastricht tritt 1993 in Kraft. Er ist die Grundlage der EU in ihrer heutigen Form.
  9. Alfred Wegener wird 1880 geboren.
  10. Ilse Aichinger kommt 1921 auf die Welt.

Hier sind mehr Infos rund um den 1. November.

10 Fakten zum Monat November

10 Fakten zum Monat November

Der November ist der elfte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender. Er hat 30 Tage, sein Name stammt vom lateinischen novem (neun), und er gilt im deutschen Sprachraum als Monat des Nebels und des Gedenkens. Hier finden Sie 10 Fakten zum Monat November.

  1. Elfter Monat mit 30 Tagen: Der November ist der 11. Monat des Jahres und hat 30 Tage. Im englischsprachigen Raum wird er auch als vorletzter Monat des Jahres bezeichnet. Im ICAO-Alphabet, das im Funkverkehr der Luftfahrt verwendet wird, steht „November“ für den Buchstaben N.
  2. Ursprünglich der neunte Monat: Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat, was man noch an seinem Namen (lateinisch novem = neun) erkennt. Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn um zwei Monate vorverlegt. Seitdem passen Name und Stellung im Kalender nicht mehr zusammen – dasselbe gilt für September, Oktober und Dezember.
  3. Feste Wochentage: Der November beginnt immer mit dem gleichen Wochentag wie der März und außer in Schaltjahren auch wie der Februar. Er endet immer am gleichen Wochentag wie der August: Zwischen dem 31. August und dem 30. November liegen genau 91 Tage, also 13 volle Wochen.
  4. Alte deutsche Namen: Andere alte deutsche Namen für den November sind Nebelung, Nebelmond, Windmond, Windmonat, Wintermonat, Schlachtmond, Trauermonat und „Dritter Herbstmond“. Karl der Große führte im 8. Jahrhundert die althochdeutsche Bezeichnung herbistmānōth (Herbstmonat) ein; im Mittelhochdeutschen ist auch wolfmānōt (Wolfmonat) belegt. Der Name Schlachtmond kommt unter anderem aus den Niederlanden (slachtmaand), weil im November traditionell die Schweine geschlachtet wurden. Der Name Trauermonat erklärt sich durch die vielen Totengedenktage im November.
  5. Die Südhalbkugel ist umgekehrt: Klimatisch entspricht der Mai auf der Südhalbkugel dem November auf der Nordhalbkugel. Während bei uns der späte Herbst beginnt, herrscht etwa in Australien, Neuseeland oder Argentinien im November später Frühling.
  6. Nebel, Kälte und Rekorde: Der November gilt als der Monat des Nebels und ist ein Übergang zwischen Herbst und Winter. Hier finden Sie 10 Bauernregeln zum November. Der kälteste November in Deutschland war laut Wikipedia der von 1858 mit einer Mitteltemperatur von −0,8 °C; die tiefste in Deutschland gemessene Novembertemperatur betrug −25,9 °C am 28. November 1915 auf der Zugspitze. Der November 2015 war mit durchschnittlich +7,5 °C der bis dahin wärmste in Deutschland. Weltweit war nach Daten des Copernicus-Klimadienstes der November 2023 mit 14,22 °C Oberflächenlufttemperatur der wärmste seit Beginn der Messungen.
  7. Monat der Besinnung und des Gedenkens: Im Kirchenjahr ist der November der Monat der Besinnung und des Gedenkens, insbesondere an die Toten und die Heiligen. Am 1. November feiert die katholische Kirche Allerheiligen, am 2. November folgt Allerseelen. Am 11. November ist Martinstag, zugleich beginnt um 11:11 Uhr die neue Karnevalssession. Zwei Sonntage vor dem 1. Advent wird der Volkstrauertag begangen, am Mittwoch danach der evangelische Buß- und Bettag, eine Woche vor dem 1. Advent der Totensonntag. Weitere Heiligenfeste mit Brauchtum sind der Hubertustag (3. November) und der Leonhardstag (6. November). Der 1. Advent fällt in vier von sieben Fällen noch in den November.
  8. Skorpion und Schütze: Die Tierkreiszeichen des Monats sind Skorpion (bis 22.11.) und Schütze (ab 23.11.). Bei den genauen Daten gehen die Angaben allerdings auseinander: Die deutsche Wikipedia nennt für den Skorpion den 24.10. bis 22.11., die englische Wikipedia gibt für den tropischen Tierkreis im Durchschnitt den 23. Oktober bis 21. November an. Der Grund: Der Zeitpunkt, an dem die Sonne in ein neues Zeichen wechselt, verschiebt sich von Jahr zu Jahr leicht.
  9. Aktions- und Gedenkmonat: Der November ist international unter anderem Monat zur Aufklärung über Bauchspeicheldrüsenkrebs und über Lungenkrebs sowie Monat der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). In den USA ist er zudem der Monat des indianischen Erbes (Native American Heritage Month), Alzheimer-Monat und Diabetes-Monat. Daneben gibt es den National Novel Writing Month (Monat des Roman-Schreibens), den Monat der wohnsitzlosen Jugendlichen (National Homeless Youth Month) und den nationalen Granatapfel-Monat. Dass der November auch internationaler Trommel-Monat und Monat für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist, konnten wir in unseren heutigen Quellen nicht bestätigen. Unsere Vermutung: Diese Aktionsmonate werden nur von einzelnen Verbänden ausgerufen und sind deshalb nicht in den gängigen Listen zu finden.
  10. Movember – der Schnurrbart-Monat: In Australien, Neuseeland und vielen anderen Ländern ist der November der „Movember“. Das Wort setzt sich aus moustache (Kurzform „Mo“, Schnurrbart) und November zusammen. Männer lassen sich einen Monat lang einen Schnurrbart wachsen und sammeln Spenden für Männergesundheit, vor allem für die Erforschung und Vorbeugung von Prostata- und Hodenkrebs sowie für psychische Gesundheit. Zum Ursprung gibt es unterschiedliche Angaben: Laut deutscher Wikipedia wurde Movember 2003 von jungen Männern in Adelaide eingeführt. Die englische Wikipedia berichtet von einem Fernsehbeitrag aus dem Jahr 1999 über eine Gruppe in Adelaide und nennt eine davon unabhängige Aktion in Melbourne im Jahr 2004; heute hat die Movember-Stiftung ihren Sitz in Melbourne. In Teilen der USA ist zudem der „No-Shave November“ (auch „Noshember“) verbreitet, bei dem Männer sich gar nicht rasieren. Unsere Vermutung: Diese Variante hat sich als lockerere Form von Movember entwickelt. In beiden Fällen soll meist auf soziale Anliegen aufmerksam gemacht werden.

Fazit

Der November ist weit mehr als ein grauer Übergangsmonat: Sein Name erinnert an den alten römischen Kalender, seine Gedenktage prägen das Kirchenjahr, und mit Movember ist er weltweit zum Aktionsmonat für Männergesundheit geworden. Stand: 2. November 2026

Quellen: Wikipedia: November, Wikipedia (englisch): November, Wikipedia: Movember, Wikipedia (englisch): Movember, Wikipedia (englisch): Scorpio (astrology)

10 Bauernregeln zum November

  1. November hell und klar, ist nicht so übel für das nächste Jahr.
  2. Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter lange sein.
  3. Je mehr Schnee im November fällt, umso fruchtbringender wird das Feld.
  4. Bringt der November Morgenrot, der Aussaat dann viel Schaden droht.
  5. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
  6. Wenn der November blitzt und kracht, im nächsten Jahr der Bauer lacht.
  7. Gefriert im November schon das Wasser, wird der Januar umso nasser.
  8. Donnert’s im November gar, so folgt ein gesegnetes Jahr.
  9. Blühn im November die Bäume auf’s Neu‘, dann währet der Winter bis zum Mai.
  10. Sitzt im November das Laub fest an den Ästen, kommt bald der Winter mit strengen Frösten.