INTERCAL, kurz für „Compiler Language With No Pronounceable Acronym“, gilt als erste esoterische Programmiersprache überhaupt. Finden Sie mehr rund ums Programmieren auf unserer Schwerpunktseite Programmiersprachen.
Geschichte
Donald R. Woods und James M. Lyon entwarfen INTERCAL im Mai 1972. Ihr Ziel war eine Sprache ohne jede Ähnlichkeit zu bestehenden Programmiersprachen – was laut Esolang-Wiki weitgehend gelang, abgesehen von der Zuweisung. Die erste Implementierung lief auf einem IBM 360 in SPITBOL. 1990 wurde die Sprache mit dem Compiler C-INTERCAL wiederbelebt; Quellcode und Handbücher bietet Eric S. Raymonds „INTERCAL Resources Page“.
Funktionsweise
Ein INTERCAL-Programm ist eine Liste von Anweisungen. Jede beginnt mit DO, PLEASE oder PLEASE DO; die Höflichkeit wird geprüft, denn zwischen einem Drittel und einem Fünftel der Anweisungen müssen höflich sein. Mit DON’T oder PLEASE DO NOT eingeleitete Anweisungen haben keine Wirkung, bis sie wieder aktiviert werden; PLEASE NOTE ist daher ein üblicher Weg, einen Kommentar zu beginnen. Die Sprache hat eigene Operatoren wie Mingle und Select, und Zeichen tragen eigene Namen: Der Punkt heißt „spot“, der Doppelpunkt „two-spot“. Neuere Compiler kennen die Anweisung COME FROM, eine Art umgekehrtes GOTO.
Einordnung
Schon INTERCAL-72 ist turingvollständig. Mit Malbolge teilt die Sprache das Ziel, möglichst ungewöhnlich und schwer benutzbar zu sein. Ein Hello-World-Programm nennt die verwendete Quelle nicht. Weitere Sprachen finden Sie in unserer Liste: Esoterische Programmiersprachen.
Quellen
Stand: 15.10.2026
