Was ist TI BASIC?

TI BASIC ist die Programmiersprache, die Texas Instruments fest in seine Heimcomputer TI-99/4 und TI-99/4A eingebaut hat: ein BASIC-Interpreter, der direkt nach dem Einschalten bereitsteht und mit dem viele Besitzer dieser Rechner ihre ersten Programme geschrieben haben. Finden Sie mehr rund ums Programmieren auf unserer Schwerpunktseite Programmiersprachen.

Ein BASIC im ROM

TI BASIC ist ein ANSI-konformer BASIC-Interpreter. Er steckt im ROM der Konsole, ein Programmiermodul braucht man dafür nicht. Texas Instruments orientierte sich dabei am Standard ANSI Minimal BASIC und ergänzte ihn um eigene Erweiterungen für Farbe, Ton und Grafik.

Geschichte und Varianten

Texas Instruments brachte den Heimcomputer TI-99/4 im Oktober 1979 heraus, mit TI BASIC an Bord. Der TI-99/4 gilt als erster 16-Bit-Heimcomputer, er arbeitete mit TIs eigenem Prozessor TMS9900. Am 31. Mai 1981 stellte TI auf der Consumer Electronics Show in Chicago den verbesserten TI-99/4A vor. Er hatte eine bessere Tastatur und den Videochip TMS9918A, und auch er brachte TI BASIC mit. Gebaut wurde der TI-99/4A bis März 1984.

Wem das eingebaute BASIC nicht reichte, der konnte bei Texas Instruments ein Steckmodul mit Extended BASIC kaufen, einer leistungsfähigeren Variante. TI BASIC selbst kommt nur an die 16 KB Arbeitsspeicher der Konsole heran. Extended BASIC kann dagegen zusätzlich die 32-KB-Speichererweiterung nutzen.

Mit dem Namen TI-BASIC bezeichnet Texas Instruments außerdem die Programmiersprachen seiner Grafikrechner. Mit TI BASIC für den TI-99/4A haben sie wenig zu tun. Die Sprache der Rechnerreihe TI-83 und TI-84 Plus, TI-BASIC 83, ist ein interpretiertes BASIC mit eigenem Code-Editor direkt auf dem Rechner. Mehr dazu in unseren Beiträgen TI-Basic und TI-BASIC 83.

Merkmale

Neben den Befehlen von Minimal BASIC bietet TI BASIC einige Erweiterungen. Bis zu 16 Farben lassen sich steuern, und Zeichen kann man selbst definieren, zum Beispiel mit CALL CHAR. Für den Ton gibt es drei unabhängige Stimmen und dazu Rauschen. Außerdem fragt TI BASIC Joysticks ab, liest die Tastatur auf besondere Weise aus, kennt Felder mit bis zu drei Dimensionen und hat einen eingebauten Zeileneditor mit automatischer Zeilennummerierung. Solche Funktionen des Rechners ruft man mit der CALL-Anweisung auf, etwa CALL SCREEN für die Bildschirmfarbe. Auf vielen anderen Heimcomputern musste man dafür mit POKE direkt in bestimmte Speicheradressen schreiben.

Hello World

Das TI-99/4A BASIC Reference Manual zeigt im Abschnitt zum Befehl BYE (Listing 4-8) ein kurzes Programm, das HELLO ausgibt:

100 PRINT "HELLO"
110 END

Nach RUN erscheint HELLO auf dem Bildschirm, mit BYE verlässt man BASIC und kommt zurück zum Titelbild.

Einordnung

Wegen der Nähe zum ANSI-Standard und der CALL-Befehle anstelle von PEEK und POKE nennt das Referenzhandbuch TI BASIC für Programmieranfänger den meisten BASIC-Varianten anderer Heimcomputer überlegen. Für große Programme stößt die Sprache wegen der Grenze von 16 KB allerdings schnell an ihre Grenzen, dafür war Extended BASIC gedacht. Weitere Sprachen, die mit T beginnen, finden Sie in unserer Liste: Programmiersprachen, die mit T beginnen, darunter auch Tiny BASIC.

Quellen

Stand: 15.10.2026

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