Meinung: Warum Ferda Ataman keine gute Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes wäre

Ferda Ataman soll „Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung“ werden – diesen Beschluss des Bundeskabinetts hat das BMFSFJ am 15 Juni auf twitter mitgeteilt. Der Bundestag muss dem noch zustimmen.

Doch wer ist sie, was macht sie? Ataman wurde als Tochter türkischer Eltern 1979 in Stuttgart geboren, sie wuchs in Nürnberg auf, studierte zunächst dort Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Moderner vorderer Orient und Migration“ und schloss 2005 ihr Studium mit dem Diplom ab. Ins Berufsleben startete sie als Redenschreiberin für den damaligen NRW-Integrationsminister Armin Laschet – der ihr jetzt auch sehr zu ihrer Nominierung gratulierte – bevor sie 2007 eine Ausbildung an der Berliner Journalisten-Schule begann. Sie schrieb zunächst für Spiegel Online und den Tagesspiegel, leitete das Referat Öffentlichkeitsarbeit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Mediendienst Integration, schrieb wieder regelmäßig verschiedene Kolumnen und startete im Mai 2022 zusammen mit Konstantina Vassiliou-Enz das Beratungsunternehmen „Diversity Kartell“. Weitere Stichworte Ihrer Vita: Gründungsmitglied beim Verein „Neue deutsche Medienmacher*innen“, Sprecherin des Vereins „Neue Deutsche Organisationen“, stellvertretendes Mitglied des Beirats der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Vorsitzende des Beirats des Bildungsprojekts „weitklick“ der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter. Wer es ganz genau wissen will, schaut bei Wikipedia vorbei.

Auf den ersten Blick ist sie mit dieser Karriere die erste, ja die natürliche, Wahl für den Posten der „unabhängige Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung“.

Doch schaut man sich genauer an, was sie so geschrieben und gesagt hat, mag man daran Zweifel gewinnen:

Sie vertritt in erster Linie die Interessen einer bestimmten Klientel: weiblich, jung, muslimisch, teils woke und links, in Glaubensfragen aber eher konservativ.

So sind Deutsche für sie Almans oder Kartoffeln, sie kritisiert „Muslime, die sich unter Nichtmuslimen über Muslime aufregen“, äußert sich zustimmend zum islamisch-konservativen-türkischen DITIB, teilt Positionen der antisemitischen migrantifa oder wertet den Begriff „Heimat“ als Blut und Boden Ideologie ab. Dass Sie im Zuge ihrer Nominierung tausende ihrer alten Tweets gelöscht hat – der sehr offensichtliche Versuch, sich glatt zu schleifen – spricht in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht für sie.

Denn von Diskriminierung sind – potentiell und tatsächlich – viele verschiedene Gruppen betroffen. Doch ob man sich als deutscher Jude, armenischer Christ oder iranischer Atheist von ihr dann wirklich vertreten fühlen kann, ist mehr als fraglich. Sie hat hier in der Vergangenheit außer ihrer bei ihrer bisherigen Klientel viel Porzellan zerschlagen und müsste hier erst viel Vertraten aufbauen.

Auch wenn man ihr den Vertrauensvorschuss gibt, dass sie sich nun auch für die von ihr bislang nicht vertretenen, ja sogar teilweise von ihr kritisierten oder angegriffenen Gruppen einsetzen wollte, wäre ihr Amt von Anfang an belastet. Die Reaktionen auf twitter – „Den Bock zum Gärtner machen“, „Rassistin“ – geben einen Vorgeschmack.

Und daher sollte das Kabinett eine unbelastete Kandidatin oder einen unbelasteten Kandidaten ins Rennen schicken, der sich mit aller Energie um das kümmern kann, was seine Aufgabe ist:

Kampf gegen Diskriminierung. Und zwar für alle Gruppen.

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