Meinung: Autofreie Innenstadt – Zieht es durch, Ihr Idealisten

In meinem wundervollen Nachbar-Stadtstaat Bremen wird aktuell viel über Neuerungen diskutiert. Was an sich ja nichts Besonderes ist, wenn man bedenkt wie verdammt progressiv die erste Rot-Grün-Tiefrote Koalition, im Westen Deutschlands, sein dürfte. Neben dem Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2023 und mehr Sozialwohnungen (na, zeichnet sich schon ein Trend ab?), steht auch die Durchsetzung der autofreien Innenstadt bis 2030 auf dem Plan.

Als Niedersächsisches Landei, das ich nun einmal bin, ging mein Hirn sofort zu reaktionärem Gejammer über: „Wie soll ich denn dann in die Stadt kommen? Wie soll die sowieso schon marode Deutsche Bahn das stemmen? Was bedeutet das Wegbleiben der Autofahrer für die finanzielle Situation der Geschäfte in der Innenstadt?“

Zum Glück übernahm dann sofort der nihilistische Zyniker das Steuer: „Was kümmert mich das?“ und noch viel Wichtiger: „Das wird lehrreich!“

Wenn es eines gibt, das mir in der politischen Landschaft gefällt, dann sind es abschreckende Negativbeispiele. Wer sich in Bremen auskennt, der weiß, dass die Stadt in den Letzten Jahren, in mehreren Bereichen gleichzeitig, stetig den Bach heruntergeht. Sei es die BAMF Affäre, der Zustand der öffentlichen Bildungsanstalten oder der sich täglich verschlechternde Sicherheitszustand in Bahnhofsnähe (wo 2016 zum ersten Mal wieder Ruhe eintrat, nachdem Immobilienunternehmer Werner Uhde, als Reaktion auf die vollkommene Überforderung der Polizei, begann, private Sicherheitsfirmen für die Gewährleistung der Sicherheit im Bahnhofsbereich zu engagieren ), überall ist Bremen ein gutes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte; Und dafür bin ich dankbar.

Daher von mir, auch bei der autofreien Innenstadt, der Rat: Zieht es durch! Tut es! Zeigt dem restlichen Land weiterhin, welche blöden Ideen man besser nicht durchsetzen sollte! Was habt ihr zu verlieren… mal abgesehen von der Wirtschaftskraft der Bremer Innenstadt. Das packt im Fall der Fälle, wie auch jetzt schon, der Länderfinanzausgleich.

Ich glaube, dass wir alle besser schlafen können, wenn wir das kleine Bremen nicht als Bundesland, sondern lieber als Versuchskaninchen für blöde Ideen begreifen. Schauen wir auf Bremen; Ziehen wir unsere Lehren; Schauen wir in die Zukunft.

Ich manövriere meinen „Stadtpanzer“ dann ab 2030 halt ins schöne Oldenburg.

Dies ist ein Gastbeitrag von Jo Voorhees. Auf twitter findet man ihn unter @TheKrachMensch.

Reductio ad Hitlerum

Die “Reductio ad Hitlerum” (Rückführung auf Hitler, Reduzierung auf Hitler) ist ein Mittel in Diskussionen, um Argumente in einfacher Weise zu diskreditieren.

  • Hitler hatte keinen Führerschein, Hitler war abgrundtief schlecht – alle Menschen ohne Führerschein sind abgrundtief schlecht.
  • Hitler war Vegetarier, Hitler war Nazi – alle Vegetarier sind Nazis

Der Begriff geht auf den Philosophen Leo Strauss zurück, der 1953 schrieb:

Unfortunately, it does not go without saying that in our examination we must avoid the fallacy that in the last decades has frequently been used as a substitute for the reductio ad absurdum: the reductio ad Hitlerum. A view is not refuted by the fact that it happens to have been shared by Hitler.

Leider ist es nicht selbstverständlich, dass wir bei unserer Prüfung den Irrtum vermeiden müssen, der in den letzten Jahrzehnten häufig als Ersatz für die “Reductio ad Absurdum” verwendet wurde: die “Reductio ad Hitlerum”. Eine Ansicht wird nicht dadurch widerlegt, dass sie auch von Hitler geteilt wurde.

Thomas Fleming griff dies im Jahr 2000 auf:

Leo Strauss called it the “Reductio ad Hitlerum”. If Hitler liked neoclassical art, that means that classicism in every form is Nazi; if Hitler wanted to strengthen the German family, that makes the traditional family (and its defenders) Nazi; if Hitler spoke of the “nation” or the “folk”, then any invocation of nationality, ethnicity, or even folkishness is Nazi.

Leo Strauss nannte es “Reductio ad Hitlerum”. Wenn Hitler klassizitische Kunst mochte, bedeutet das, dass der Klassizismus in jeder Form Nazi ist; wenn Hitler die deutsche Familie stärken wollte, macht das die traditionelle Familie (und ihre Verteidiger) zu Nazis; wenn Hitler von der “Nation” oder dem “Volk” sprach, dann ist jede Anrufung von Nationalität, Ethnizität oder gar Volksnähe Nazi.

Eine einfachere Bezeichnung für diese Argumentationsmethode ist weghitlern.