Aus erster Hand: Konkrete Inklusionsprobleme an einer Hauptschule

Immer wieder hört man, wie schwierig die Inklusion an Schulen ist. Hier ist ein konkretes Beispiel. Die Quelle ist mir bekannt. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes bleiben jedoch alle Namen anonym.

Schulform : Hauptschule, Ruhrgebiet
Klasse : 9
Schüler : Deutscher

Jegliche Kommunikation mit den Eltern wird seitens dieser verweigert, alle Versuche der Kontaktaufnahme sowohl telefonisch als auch schriftlich sind gescheitert.

Der Schüler wurde bereits an einer anderen Schule auffällig, Förderbedarf wurde festgestellt, er kam zur Förderschule. Dort stellte ein Gutachter fest, dass kein weiterer Förderbedarf vorliegt.

Das Schulamt teilte ihn unserer Schule zu. Eine Ablehnung des Schülers durch die Schule ist nicht möglich.

Der Schüler leidet an ESE, ist also Emotional und Sozial gestört. Auf Kritik bzw Ablehnung reagiert er mit Gewalt, was sich auch schnell im Schulalltag zeigte. So verprügelte er eine Mitschülerin, nachdem ihm diese einen Korb gegeben hatte.

Der erste Angriff auf eine Lehrkraft erfolgte während einer Klassenarbeit, als er sein Handy zur Hilfe nahm und die Lehrerin es konfiszieren wollte. Eine Lehrerin griff er diesmal nach einem Vokabeltest an, welcher wegen völlig unleserlicher Antworten mit ungenügend bewertet wurde. Im Unterricht sind auch schon Bücher und Hefte geflogen seine, wenn er seine Wut nicht in den Griff bekam.

Er müsste regelmässig Medikamente nehmen und eine Therapie besuchen. Offenbar macht er das nicht, so ist zumindest unser Eindruck aus dem Kollegium. Gespräch mit den Eltern darüber sind wie gesagt bisher nicht möglich.

Grundsätzlich ist normaler Unterricht mit einem derartig agressiven Schüler in der Klasse nicht möglich.

Unser Fazit daher: Unbeschulbar.

Er wurde daher nun zunächst vom Unterricht suspendiert, ein Sozialarbeiter will die Eltern für ein letztes Gesprächsangebot aufsuchen.

Inklusion ist zwar richtig für Schüler mit körperlichen Einschränkungen, aber ungeeignet für derart sozial Auffällige. Dafür sind wir nicht ausgelegt an der Schule.

Der einzige Sonderpädagoge, den die Schule hat muss sich um soviele Schüler kümmern, dass er auf diesen nicht eingehen kann, wie es eigentlich notwendig wäre.

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