10 Gründe, warum ich derzeit nicht bei Mastodon aktiv werde

Einen Mastodon Account habe ich mir bereits 2017 eingerichtet, diesen aber nicht intensiv genutzt. Und auch daran wird sich Stand der Dinge auch jetzt nichts ändern, auch wenn gerade viele Nutzer von twitter aufgrund der Übernahme durch Elon Musk zu Mastodon wechseln.

Hier sind 10 Gründe, warum ich mich bis auf weiteres nicht bei Mastodon engagieren werde:

  1. Grundsätzlich muss man zum Betreiber der Instanz, für die man sich entscheidet, Vertrauen haben. Allein schon, da dieser rein theoretisch als Inhaber der Root Rechte auf seinem Server z.B. die Möglichkeit hat, Direktnachrichten zu lesen, die man mit anderen Nutzern austauscht. Aber nicht nur deswegen…
  2. Jeder Moderator einer Instanz kann einen Benutzer seiner oder einer anderen Instanz auf seiner Instanz stummschalten oder ganz sperren und sogar die Kommunikation mit einer andere Instanz als Ganzes sperren. Hat man sich also z.B. auf einer Instanz angemeldet, von der andere Moderatoren annehmen, sie sei schlecht moderiert, ist man ggf. mehr oder weniger willkürlich in seiner Kommunikation und Reichweite beschränkt.  Damit eine Instanz von anderen geblockt wird, reicht es oft schon aus, dass sich diese über Werbung finanziert.
  3. Statt einheitlicher mehr oder weniger klarer Regeln, die man im Konfliktfall sogar einklagen kann, ist man bei Mastodon der weitgehenden Willkür der einzelnen Betreiber der Instanzen unterworfen. Aufgrund der Mitgliederzahlen sind viele Mastodon-Instanzen übrigens häufig auch nicht vom Netzwerkdurchsetzungsgesetz betroffen, was für viele Nutzer – mich eingeschlossen – allerdings grundsätzlich ein Vorteil sein dürfte. Der Nachteil der Rechtsunsicherheit wiegt aber mE deutlich schwerer.
  4. Die Performance ist teilweise sehr schlecht – es dauert also z.B. zeitweise sehr lange, bis sich Inhalte aufbauen, Benachrichtigungen erfolgen etc. Gerade aktuell ist Mastodon auf vielen Instanzen fast schon unbenutzbar.
  5. Es gibt keine gute die Instanzen übergreifende Suchfunktion.
  6. Es gibt keinen guten offiziellen mobilen Client für Android oder iOS.
  7. Man kann sich nicht sicher sein, ob ein Nutzer, die sich als eine Person oder Institution ausgibt, auch tatsächlich diese Person ist, da es gar keinen Verifizierungsprozess etc. gibt. Klar, auch bei twitter ist bei neuangemeldeten Accounts ggf. eine gewisse Skepsis angebracht, aber aufgrund der zentralen Kontrolle ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Account auch der ist, der er vorgibt zu sein, viel höher.
  8. Auch wenn ein Posting auf Mastodon offiziell nicht mehr so heißt, verwenden es noch viele: Tröt“ und „tröten“ hört sich einfach nur infantil an – wie mich auch der Name Mastodon eher abschreckt.
  9. Mastodon wird von vielen bewusst als wokes Anti-Twitter angesehen. Ich bin aber weder woke noch destruktiv und laufe auch nicht jedem Trend hinterher.
  10. Das Mastodon Fediverse ist alles in allem keine Alternative zu einem zentralen sozialen Netzwerk wie twitter und will es auch gar nicht sein. Derzeit erfüllt twitter die Anforderungen, die ich an eine Plattform stelle, auf der ich mich informieren und austauschen will, am besten und Mastodon löst kein Problem, das ich habe. Insoweit sehe ich also aktuell auch keinen Grund, mich dort zu engagieren. Ganz im Gegenteil. die Nachteile, die Mastodon hat, sind für mich so gravieren, dass ich auch keine Grund sehe, dort aktiv zu werden, selbst wenn es twitter nicht mehr gäbe.

Wenn Sie sich trotzdem auf twitter unwohl fühlen und nach Alternativen suchen, ist hier eine kleine Liste.

Und wenn Sie mir jetzt dennoch oder gerade auf twitter folgen wollen: Sie finden mich unter @stagebn.

Die Illustration oben wurde mit Midjourney AI erstellt.

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