PC-Branche im Aufwind: Kehrt der Desktoprechner zurück?

Mit dieser Entwicklung haben nur wenige Branchenkenner gerechnet: Im Jahr 2021 wurden weltweit 30 Millionen PCs mehr verkauft als im Vorjahr. Der Negativtrend der vergangenen Jahre scheint sich nun umzukehren. Wo liegen die Gründe – und kehrt der totgesagte Desktoprechner zurück?

Negativtrend scheint gebrochen

In den Jahren 2012 bis 2018 sah es für die erfolgsverwöhnte PC-Branche nicht gut aus. Die Verkaufszahlen gingen von 365 Millionen Rechnern (2011) auf 259 Millionen (2018) zurück. Die Computerindustrie wurde von einigen Analysten bereits abgeschrieben. Dass eine Erholung stattfinden würde, hätten wohl nur die wenigsten Branchenkenner erwartet. Doch im Jahr 2020 war es so weit: Die Verkäufe stiegen von 262 Millionen auf 309 Millionen an (Quelle: Statista).

Dass es im vergangenen Jahr erneut einen Anstieg bei den Verkaufszahlen gab, lässt vermuten, dass der Negativtrend der vergangenen Jahre gebrochen ist. Doch wo liegen die Gründe? Eine mögliche Erklärung könnte die Corona-Krise sein. Da in vielen Ländern das Ausgehen reglementiert oder sogar verboten war, feierte der gute alte PC ein unerwartetes Comeback. In den eigenen vier Wänden besteht keine Notwendigkeit, einen kleinen Bildschirm zu nutzen, wenn ein größerer zur Verfügung steht.

In der ungewollten Isolation merkten viele Nutzer, dass ein PC zum Arbeiten besser geeignet ist als ein Smartphone mit begrenzten Rechenkapazitäten. Dies trifft vor allem auf die Grafikbearbeitung zu, die traditionell eine der wichtigsten Computeranwendungen ist. Auf dem PC erstellte Bilder können an Ort und Stelle in andere Dateiformate umgewandelt werden. Den Nutzern stehen heute zahlreiche Tools zur Verfügung, mit denen sie zum Beispiel ihr JPG-Format ändern und eine PDF-Datei kreieren können.

Computerriesen müssen ihre Geschäftsmodelle erneut überdenken

Computerriesen wie Hewlett-Packard und Dell haben angesichts des unverhofften Aufwindes begonnen, ihre überarbeiteten Geschäftsmodelle erneut zu überdenken. Noch vor wenigen Jahren schien klar, dass sich das traditionelle PC-Geschäft überlebt hatte. Die Chipentwickler hatten mit hohen Investitionskosten zu kämpfen und lieferten keine echten Innovationen mehr. Wirkliche Neuerungen waren deshalb über Jahre hinweg kaum zu sehen.

Die Corona-Krise hat auch in diesem Bereich vieles verändert. Innovationen werden heute eher in der Smartphone-Branche erwartet. Die PCs haben eine Arbeitsgeschwindigkeit erreicht, von denen man in früheren Zeiten nur träumen konnte. Eine 3-TB-Festplatte kostet im Fachhandel kaum 70 Euro. So bekommt der Nutzer für sein Geld einen hohen Gegenwert und erhält jede Menge Speicherplatz, der zum Ablegen der immer größer werdenden Dateiformate genutzt werden kann.

Neuer Trend: Computer mit Flüssigkristallen

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben jüngst ein Konzept vorgestellt, das Ähnlichkeiten zu Quantencomputern aufweist. Statt Silizium sollen in Zukunft Flüssigkristalle für die Fertigung von Chips genutzt werden. Diese stecken heute in jedem Monitor, aber auch in Fernsehern und anderen Geräten. Die neue Technologie bietet nach Aussage der Forscher das Potenzial, komplexere Berechnungen schneller durchzuführen.

In herkömmlichen PCs werden Informationen als eine Reihe von Bits gespeichert. Die Zahlenfolgen bestehen aus Einsen und Nullen. In einem Computer, der auf Flüssigkristallen beruht, werden die Informationen in eine Reihe fehlerhafter Ausrichtungen übersetzt. Es werden nicht nur Nullen und Einsen verwendet, wodurch sich das Rechenpotenzial enorm erhöht.

Erste Experimente mit Flüssigkristallrechnern verliefen vielversprechend. Laut den Forschern konnten die Kristalle erfolgreich zu Mustern bewegt werden. Damit ist die Grundlage der Technologie, auf der die PCs der Zukunft basieren könnten, schon heute existent. Die Frage wird sein, ob die großen Chip- und Computerhersteller den Sprung in das neue Zeitalter wagen werden. Mit neuen Technologien sind stets immense Investitionskosten verbunden. Sollten sich die PC-Verkaufszahlen weiterhin auf einem stabilen Niveau bewegen, besteht eine gute Chance, dass in der Computerbranche schon innerhalb der nächsten Jahre ein neues Zeitalter beginnt.

Der PC als Gaming-Maschine

Gaming-PCs bilden eine eigene Sparte, die sich stark von herkömmlichen Bürocomputern abgrenzt. Abgesehen von optischen Unterschieden verfügen diese Rechner über deutlich leistungsfähigere Komponenten. Insbesondere die Grafikeinheit übertrifft die durchschnittlichen Werte bei Weitem. Dies ist auch notwendig, da heutige Spiele auf komplexen 3D-Animationen basieren, die den Rechner ein ums andere Mal an seine Grenzen bringen.

Anders als in der PC-Branche gab es in der Gaming-Branche zu keiner Zeit einen signifikanten Rückgang bei den Hardware-Verkaufszahlen. Im Gegenteil: Im Jahr 2021 wurden allein in Deutschland über 3,5 Milliarden Euro mit Gaming-Hardware umgesetzt, das ist der fünffache Umsatz im Vergleich zum Jahr 2016. Gegenüber dem Vorjahr betrugt das Umsatzplus mehr als 500 Millionen Euro.

In der Gaming-Hardwarebranche sind die Gewinnmargen deutlich höher als in der PC-Branche. Alleine für die Grafikkarte geben viele Gamer 250 bis 500 Euro aus – teilweise auch deutlich mehr. Komplettsysteme gehen für 2.000 bis 4.000 Euro über die Ladentheke. Spitzenmodelle von Marken wie Derbauer werden zum Preis eines Kleinwagens verkauft. Dies hält die Gamer nicht davon ab, ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Das Computerspielen war in der Pandemiezeit ein probates Mittel, um die staatlich verordnete Isolierung und die damit einhergehende Langeweile zu bekämpfen. Wer über das notwendige Geld verfügte, legte sich eine neue Grafikkarte zu oder bestellte einen aktuellen PC, der mit der rasanten Entwicklung im Spielebereich Schritt halten konnte. So kam es, dass die ohnehin lukrative Gaming-Branche durch die weltweite Gesundheitskrise noch erfolgreicher wurde.

Samsung DeX: Smartphone als PC-Ersatz

Die Leistungsfähigkeit von Smartphones hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Hersteller wie Samsung sind daher auf die Idee gekommen, Lösungen zu entwickeln, mit denen sich die Mini-Computer als PC-Ersatz nutzen lassen. Das Smartphone wird an einen größeren Bildschirm angeschlossen, um die Arbeitsfläche zu vergrößern. Werden dann noch Maus und Tastatur angeschlossen, ist ein klassischer Büro-PC verfügbar.

Ob sich solche Lösungen durchsetzen, scheint fraglich. Die Erfahrung zeigt, dass viele Nutzer nicht von ihrem lieb gewonnenen Notebook lassen wollen. Zudem sind Notebooks trotz der Preisanstiege günstig zu haben und bieten in der Regel eine akzeptable Leistung. Schon für 350 bis 400 Euro sind Modelle erhältlich, die eine eigene Grafikkarte besitzen und sogar dazu geeignet sind, das eine oder andere Spiel zu spielen.

Tablets sind eine mögliche Zwischenlösung, doch auch hier stellt sich das Problem des kleineren Bildschirms. Standardanwendungen wie Text- und Grafikverarbeitungen lassen sich selbst auf 10-Zoll-Geräten nicht so umsetzen, dass der gewohnte Arbeitsfluss erhalten bleibt.

Fazit

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen darf davon ausgegangen werden, dass die totgesagte PC-Branche eine Zukunft hat. Wie diese aussehen wird, ist noch offen. Viel wird davon abhängen, ob es echte Neuerungen wie die erwähnte Flüssigkeitskristall-Technologie geben wird. Auch in puncto Bedienung müssen neue Konzepte geschaffen werden. Sollten zukünftige PCs so bequem zu bedienen sein wie portable Geräte, würde dies einen echten Quantensprung bedeuten.

Meinung: Nein, Musks twitter Amnestie ist kein Dammbruch – sondern eine dringend erforderliche Maßnahme.

Nachdem Elon Musk in einer Umfrage auf twitter darüber entscheiden ließ, ob der Account von Donald Trump wieder freigeschaltet werden solle und sich eine knappe Mehrheit der abstimmenden User dafür entschied, war der Aufschrei in der deutschen Presse groß. Wie konnte er nur. Nun, der Account von Trump ist wieder da, Trump selbst aber nicht. Er treibt sich lieber weiter auf seinem eigenen sozialen Netzwerk Truth Social herum.

Nicht ganz so viel mediale Aufmerksamkeit erhielt im Vorfeld eine andere Umfrage Musks, ob bislang gesperrte Accounts wieder freigeschaltet werden sollten oder nicht. Diesmal sprachen sich 72,4% der 3.162.112 Nutzer, die an der Abstimmung teilgenommen hatten, dafür aus. Und so kündigte Musk jetzt an:

The people have spoken. Amnesty begins next week. Vox Populi, Vox Dei.

Der Aufschrei in einigen deutschen Bubbles ist wieder groß. Nicole Diekmann wittert schon den „Beginn eines Dammbruchs“  und ihre Follower sekundieren.

Bei aller wohlfeilen Empörung wird aber folgendes übersehen: Musk hatte die Amnestie vorher deutlich eingeschränkt, Voraussetzung ist:

that they have not broken the law or engaged in egregious spam.

Und auch die wieder freigeschalteten Accounts haben danach ja keine Narrenfreiheit sondern müssen sich an die twitter Regeln und die jeweils nationalen Gesetze halten. Der Dammbruch bleibt also aus.

Ganz im Gegenteil, die Amnestie, um mit Musk zu sprechen, war dringend überfällig, Denn die bisherige Sperrpraxis bei twitter war von viel Willkür geprägt, was übrigens rechte wie linke Accounts betraf.

Und so ist die Freischaltung der oft ohne belastbaren Grund gesperrten Nutzerkonten ein wichtiger Teil eines glaubwürdigen Teils der Plattform twitter.

Die Illustration wurde mit Midjourney AI erstellt,

 

 

 

Angela Merkel XLIII

Angela Merkel XLIII.

An einem der letzten Tage ihrer Amtszeit als geschäftsführende Bundeskanzlerin spricht sich Angela Merkel am 25. November 2021 während der Presskonferenz nach dem Treffen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki für deutlich strengere Corona Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen aus.

Karikatur mit Midjourney erstellt.