Meinung: Ein paar Gedanken zur schwarzen Anne Boleyn

In der dreiteiligen Miniserie Anne Boleyn – produziert vom britischen Channel 5 und Sony Pictures – wird die zweite Frau von Henry VIII. von Jodie Turner-Smith gespielt, einer schwarzen Schauspielerin.

Hautfarbe halte ich für etwas, was letztlich total überbewertet wird, den Zeitgeist, dass historische Figuren jetzt woke neu interpretiert werden, halte ich aber doch für übertrieben.

Vielleicht ist es – nach Jahrhunderten des Blackfacing – an der Zeit, weiße Charaktere neu zu denken, doch mE wäre es spannender, noch nie oder fast nie erzählte und bisher zu wenig wahrgenommene schwarze historische Persönlichkeiten neu oder erstmalig zu erzählen und zu interpretieren. Oder ganz – wie bei Bridgerton – fiktive Geschichten ganz unverkrampft in den Kontext des Zeitgeists zu setzen.

So bleibt aber ein Gefühl des erzwungenen, verkrampften Wokeness um jeden Preis.

Ganz in diesem Sinne könnte man fragen, warum Anne Boleyn nicht ganz neu als schwules Einhorn interpretiert, das sich mit seiner Identität nicht abfinden kann. Um das zu bekämpfen, verzaubert es sich selbst in einen Transvestiten, der Henry VIII. verführt. Als der König feststellt, dass die vermeintliche Anne prächtig bestückt ist, lässt er das verwandelte Einhorn hinrichten, das sich dem Köpfen wieder in seine ursprüngliche Gestalt verwandelt. Der König ist erfreut und lässt den Kopf als Jagdtrophäe im Speisesaal des Schlosses aufhängen. Den Rest lässt er köstlich grillen und lädt alle Jungfrauen des Landes zum Feiern ein, damit er neu freien kann. Und damit er nicht blöd dasteht, lässt er vorher verbreiten, das Transeinhorn sei eine ganz normale weiße Frau gewesen…

Bald im Streamingdienst ihre Vertrauens.

Übrigens, Fakten über die echte Anne Bolyen finden Sie hier.

Kommentar verfassen