Alte Pfändungen nach der Restschuldbefreiung

Ein nicht ganz seltenes Problem in Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung:

Gläubiger haben vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Kontopfändung durchgesetzt. Das Konto wird als P-Konto (Pfändungsschutzkonto) geführt. Die Forderungen der Gläubiger gehören zur Insolvenzmasse. Der Insolvenzverwalter oder Treuhänder versäumt es, gegen die Pfändungen vorzugehen.

Nach Ablauf des Insolvenzverfahrens und Erteilung der Restschuldbefreiung ist das Konto daher aufgrund der Pfändungen nach wie vor eingeschränkt. Die Forderungen  der Gläubiger sind zwar nicht mehr durchsetzbar, dies berührt aber die Wirksamkeit der Pfändungen nicht, obwohl sich diese nur auf Beträge beziehen können, die vor Eröffnung des Verfahrens auf dem Konto waren.

Die Lösung: Die meisten Banken halten es so, dass sie die Gläubiger kontaktieren, damit diese die Pfändungen aufheben. Im Regelfall stimmen diese zu.

Sollten sich Bank und/oder Gläubiger nicht kooperativ verhalten, sollte man mit dem zuständigen Vollstreckungsgericht Rücksprache halten, ob man gegen die Pfändung mit Erinnerung gegen die Art und Weise der Zwangsvollstreckung oder über eine Klage vorgeht – einzelne Gerichte handhaben dies durchaus unterschiedlich. Das Gericht wird die Pfändungen dann aufheben, soweit sie sich auf Guthaben beziehen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahren entstanden sind.

Ratsam ist es generell, schon während des laufenden Verfahrens gegen Pfändungen vorzugehen.

Achten sollten Sie dabei darauf ob nicht die Rückschlagsperre für die Einzelzwangsvollstreckung greift: Gemäß § 88 InsO sind im Falle einer Insolvenzeröffnung die Sicherungen unwirksam, die ein Insolvenzgläubiger (§ 38 InsO) einen Monat vor Antragstellung durch Vollstreckungsmaßnahmen erworben hat – in Verbraucherinsolvenzverfahren sind es sogar drei Monate.

indieserminute.de – die Geschichte eines kleinen Webprojekts

indieserminute

Update am 4. August 2019 – Das Projekt indieserminute.de ist auf diese Seite hier umgezogen und unter dem Menüpunkt “jetzt” zu finden.

Am 23.04.2011 – meinem Geburtstag – schaute ich zufällig um 23:04 h auf die Uhr und fragte mich, was wohl in dieser Minute schon einmal passiert sein könnte. Es sollte dann aber bis zum 12. Juli 2011 dauern, dass ich die Domain indieserminute.de registrierte und dann auch mit der Realisierung des Gedankens begann:

Eine Website, die für jede Minute des Tages ein passendes Ereignis auflistet.

Fast fünf Jahre später, am 17. März 2016, war es geschafft. Für jede der 1.400 Minuten des Tages wurde ein mehr oder weniger passender Inhalt gefunden. Atomunfall in Fukushima? Steve Jobs’ Geburtsminute? Twin Towers am 11. September 2001? Eisenbahnunglücke? Irgendetwas ist in einer der Minuten des Tages schon einmal passiert.

Und wenn Sie die Seite aufrufen, wird Ihnen der zu der aktuellen Minute passende Inhalt automatisch angezeigt. Alternativ können Sie nachschauen, was in der Minute Ihrer Wahl passiert ist.

indieserminute.de ist gleichzeitig das wohl unsinnigste und spannendste Webprojekt, dem ich mich je gewidmet habe. Und einige male in den letzten Jahren dachte ich daran, es einfach sein zu lassen. Zu groß war aber der Ehrgeiz, die 1.400 Minuten voll zu kriegen. Und so gab es neben Wochen, in denen ich gar nichts an der Seite gemacht habe, auch durchrecherchierte Nächte. Eben ein Auf und Ab.

Quellen der Seite sind natürlich die deutsche und die englische Wikipedia, Protokolle des Bundestags und anderer Parlamente, Archive von Tageszeitungen und Magazinen, Polizeiberichte, Google und Facebook sowie twitter. Noch nicht sicher bin ich mir, ob ich die Seite so lassen soll, wie sie jetzt ist oder ob ich in Zukunft Ergänzungen vornehmen soll – das wird die Zeit zeigen.

Aber so oder so: Ob Sie wissen wollen, was in der Minute Ihrer Geburt (oder der Ihrer Kinder) passiert ist oder einfach nur neugierig sind – indieserminute.de soll nicht nur informieren, sondern in erster Linie Anstöße zum Nachdenken geben.

10 Fakten zum 18. März

  1. Heute ist der vorwiegend von linken Gruppierungen begangene “Bundesweite Aktionstag für die Freiheit der politischen Gefangenen und gegen Repression”. Mit Aktionen wird auf das Schicksal politischer Gefangener in aller Welt aufmerksam gemacht.
    Aruba feiert heute seinen Nationalfeiertag.
    Die Türkei gedenkt heute ihrer Gefallenen.
    Eduard hat heute Namenstag.
  2. Blaise Pascal gründet 1662 in Paris das Pferdedroschkenunternehmen “Les carrosses à cinq sols” – ein Meilenweit für den Beginn des organisierten Personennahverkehrs weltweit.
  3. 1793 erklärt der am Vortag zusammengetretene demokratisch gewählte “Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent” die “Mainzer Republik” für unabhängig. Es ist die erste Republik auf deutschem Boden.
  4. 1895 ist ein weiterer Meilenstein für den Personenverkehr: Die Netphener Omnibusgesellschaft, nimmt zwischen Deuz und Siegen ihren Betrieb mit dem ersten benzingetriebenen Omnibus auf. Dieser wurde von Carl Benz gebaut.
  5. Der Kosmonaut Alexei Archipowitsch Leonow unternimmt 1965 als erster Mensch einen Weltraumausflug.
  6. 1990 ist an diesem Tag die erste und einzige freie Volkskammerwahl in der DDR. Joachim Gauck wird für das Bündnis 90 in die Volkskammer gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 93,4% erreichen:
    CDU: 40,8%
    SPD: 21,9%
    PDS: 16,4%
    DSU: 6,3%
    BFD: 5,3%
    Bündnis 90: 2,9%
    DBD: 2,2%
    Grüne/UFV: 2,0%
    DA: 0,9%
    NDPD: 0,4%
    DFD: 0,3%
    AVL: 0,2%
  7. 22 Jahre nach dieser Wahl wird Joachim Gauck im Jahr 2012 von der Bundesversammlung in Berlin zum Bundespräsidenten gewählt.
  8. Im Jahr 2016 sterben an diesem Tag Guido Westerwelle und Lothar Späth.
  9. Friedrich Hebbel wird 1813 geboren.
  10. Gustav Peichl kommt 1928 auf die Welt. Er ist Autor, Karikaturist und Architekt. So hat er die Bundeskunsthalle in Bonn gestaltet.