Gedicht: Lützows wilde Jagd

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein,
Hör’s näher und näher brausen;
Es zieht sich herunter in düsteren Reih’n
Und gellende Hörner, sie schmettern drein,
Und erfüllen die Seele mit Graußen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:
Es ist Lützows wilde verwegene Jagd

Was streift dort rasch durch den finstern Wald,
Was jaget von Bergen zu Bergen.
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurrah jauchzet. Die Büchse knallt.
Es stürzen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:
Es ist Lützows wilde verwegene Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braußt der Rhein,
der … [Wütrich] geborgen sich meinte.
Was naht aber dort im Gewitterschein,
Und stürzt sich mit kräftigem Arm hinein,
Und springet ans Ufer der Feinde?
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt
Es ist Lützows wilde verwegene Jagd.

Was tobt dort im Thale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen!
Die schwarzen Kämpen schlagen die Schlacht
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht,
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Kämpen fragt:
Es ist Lützows wilde verwegene Jagd.

Was scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter tausend Feinde gebettet.
Es zuckt der Tod auf dem Angesicht,
Doch die muthigen Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn Ihr die schwarzen Gefallenen fragt:
Es ist Lützows wilde verwegene Jagd.

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd
auf … [Henkers]blut und Tyrannen.
Drum die Ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,
Wenn wir’s auch erst sterbend gewannen!
Und von Enkeln zu Enkeln sey’s nachgesagt:
Das war Lützows wilde verwegene Jagd.

Das Gedicht von Theodor Körner entstand am 24. April 1813.

Ein Blick auf die Apple Zahlen des 2. Quartals 2013

One Rotten Apple Amongst Other Green ApplesApple hat am 23. April 2013 seine Zahlen für das zweite Quartal seines Finanzjahres 2013 vorgestellt, das den Zeitraum Januar bis März 2013 umfasst. Die Ergebnisse im Detail gibt es hier direkt auf der Apple Website.

Hier nur das wichtigste in Kürze: Mit 9,5 Milliarden US$ ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um ca. 18% zurück. Der Umsatz hingegen legte um 11,2% auf 43,6 Milliarden US$ zu. Apple verkaufte im vergangenen Quartal 37,4 Millionen iPhones und 19,5 Millionen iPad-Tablets. Im Vorjahr waren es 35,1 Millionen iPhones und 11,8 Millionen iPads. Der Absatz von Macs fiel leicht unter den Vorjahreswert von vier Millionen Geräten, iPods brachen deutlich von 7,6 Millionen auf nur noch 5,6 Millionen Einheiten ein.

Dass der Markt für reine MP3 Player und eingeschränkte Geräte wie den iPod Touch rückläufig ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Aber auch beim Brot-und Butter Geschäft Apples – iPhone und iPad – sinken die Margen. Wachstumsbringer scheinen eher das iPad Mini und auch ältere iPhones zu sein, die zwar Stückzahlen bringen, aber nicht in jenem Maße zu Umsatz und Gewinn beisteuern können.

Ein Einbrechen der Aktie konnte Tim Cook dadurch verhindern, dass er massive Dividenden und Aktienrückkäufe ankündigte. So bleibt Apple für die Börse vorerst interessant.

Ansonsten ändert sich an meiner letzten Bestandsaufnahme zu Apples Zukunft wenig: Das Unternehmen ist am Scheideweg. Wird es gelingen, neue disruptive Produkte einzuführen, die den Markt verändern und Image, Umsätze und Gewinne zu alten Höhen führen? Die Hoffnungen wurden jedenfalls geschürt. Oder wird Apple ein Hersteller wie jeder andere, der sein Heil im Massenmarkt, z.B. mit einem billig-iPhone, suchen muss?

Übrigens führen die Zahlen auch die Aussage, dass Windows 8 Schuld am Niedergang des PC-Markts sei, ad adsurbum: Auch Apple musste bei den Macs einen Rückgang hinnehmen. Angesichts des ansonsten nach wie vor stark wachsenden Apple Ökosystems hätte man eher von einem Wachstum auch in diesem Bereich ausgehen dürfen.

So sind Apples Ergebnisse eben nicht nur symptomatisch für das Unternehmen selbst, sondern für die ganze Branche.

Bild: (c) Allposters