Sie sind irgendwo eingeladen? Sie haben Gäste? Der Gesprächsfluss ist gerade stockend? Nichts ist so anregend wie Bücher – besonders, wenn die hier folgenden im Regal stehen…
Schlagwort: joseph goebbels
Dokumentiert: Der Goebbels Vergleich tweet von Olaf Storbeck
Ich muss das leider so deutlich sagen: die #allesdichtmachen Kampagne, bei der u.a. @JanJosefLiefers, Volker Bruch und andere Schauspieler mitmachen, ist derartig zynisch, menschenverachtend und Argument-frei, dass sie mich vom Style her klar an einen erinnert.
twitterte der Journalist Olaf Storbeck zu #allesdichtmachen. Inzwischen hat er den tweet gelöscht und schreibt dazu:
Ich habe meinen Tweet von heute morgen gelöscht, weil ihn viele Leute anders verstanden haben, als er gemeint war. Ich vergleiche nicht die Schauspieler mit Goebbels, sondern sehe Parallelen in der von der #allesdichtmachen Kampagne angewendete Technik („Style“)
Liste: Spitznamen von Adolf Hitler und anderen Politikern im Dritten Reich
Hier entsteht eine Liste mit Spitznamen und Schmähnamen von Politikern im Dritten Reich:
Hinweis zur Quellenlage: Ein Teil der Namen stammt aus Gerüchten, Erinnerungsberichten oder Sammlungen in Internetforen. Eine verlässliche zeitgenössische Quelle ließ sich dafür nicht finden. Diese Namen sind mit (unsichere Überlieferung) gekennzeichnet und entsprechend vorsichtig zu lesen. Bei Personen, die keine NS-Politiker waren, steht kurz dabei, wer sie waren.
Ludolf von Alvensleben
SS-Führer
- Bubi (Kosename, etwa Kleiner) (unsichere Überlieferung)
Benno von Arent
Bühnenbildner, „Reichsbühnenbildner“
- Blechschmied des Dritten Reichs (Spott Albert Speers über die prunkvollen Uniformen, die Arent für den Auswärtigen Dienst entwarf) (unsichere Überlieferung)
Heinz Bär
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Pritzl (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Leo-Lothar Barann
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Methusalem (Rufname in der Luftwaffe, wohl für den Ältesten der Einheit) (unsichere Überlieferung)
Hans Beißwenger
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Beißer (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Werner von Blomberg
- Gummilöwe (Spott über den Reichskriegsminister, der als nachgiebig gegenüber Hitler galt; nur in Sammlungen ohne genaue Quelle genannt) (unsichere Überlieferung)
Martin Bormann
- Bohrmännchen, auch Bormännchen
- Die braune Eminenz
Eva Braun
Hitlers langjährige Geliebte, zuletzt seine Ehefrau; keine Politikerin
- Die blöde Kuh (angeblich abfällig in Hitlers engstem Umfeld) (unsichere Überlieferung)
Joachim Brendel
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Achim (Rufname in der Luftwaffe, Kurzform von Joachim) (unsichere Überlieferung)
Heinz Bretnütz
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Pietsch (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Wilhelm Brückner
Hitlers Chefadjutant
- Owambo (Bedeutung unklar) (unsichere Überlieferung)
Kurt Daluege
- Dummi-Dummi (angeblich in der Berliner SA verwendeter Spottname für den späteren Chef der Ordnungspolizei) (unsichere Überlieferung)
- Der Idiot (angeblich Heydrichs Bezeichnung für ihn) (unsichere Überlieferung)
Richard Walther Darré
- R-Punkt-Walter (angeblich im Reichsernährungsministerium gebräuchlich) (unsichere Überlieferung)
Sepp Dietrich
Kommandeur der Leibstandarte SS Adolf Hitler, später General der Waffen-SS
- Sepp (übliche Kurzform von Josef, unter der er allgemein bekannt war)
- Obersepp (Steigerung seines Rufnamens) (unsichere Überlieferung)
Anton Döbele
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Toni (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Engelbert Dollfuß
österreichischer Bundeskanzler 1932–1934, regierte autoritär, war aber ein Gegner der Nationalsozialisten und wurde 1934 von ihnen ermordet; kein NS-Politiker
- Millimetternich (Wortspiel aus Millimeter und Fürst Metternich, weil er klein von Statur und ehrgeizig war) (unsichere Überlieferung)
Georg Dörffel
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Orge (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Georg-Peter Eder
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Schorsch (Rufname in der Luftwaffe, Kurzform von Georg) (unsichere Überlieferung)
Theodor Eicke
Inspekteur der Konzentrationslager, später Kommandeur der SS-Division Totenkopf
- Papa Eicke (angeblich in der SS-Totenkopfverbände-Truppe gebräuchlich) (unsichere Überlieferung)
Franz Ritter von Epp
Reichsstatthalter in Bayern
- Der Muttergottes-General (Spott von SS-Männern über seine Frömmigkeit) (unsichere Überlieferung)
Karl Ernst
Berliner SA-Führer, 1934 ermordet
- Frau Röhrbein (Anspielung auf eine angebliche Beziehung zum Berliner SA-Führer Paul Röhrbein) (unsichere Überlieferung)
Hermann Fegelein
- Flegelein (Wortspiel mit Flegel, angeblich im Umfeld Hitlers gebräuchlich) (unsichere Überlieferung)
Wilhelm Fest
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Jonny (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Herbert Findeisen
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Mungo (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Heinz Frank
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Allan (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Adolf Galland
Jagdflieger, ab 1941 General der Jagdflieger
- Dolfo (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Wilhelm-Ferdinand Galland
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, Bruder von Adolf Galland
- Wutz (Rufname in der Luftwaffe, mundartlich für Schwein) (unsichere Überlieferung)
Adolf Glunz
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Addi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Joseph Goebbels
- Der Bock von Babelsberg (heute Heiko Maas)
- Der Doktor (in der Partei üblich, weil Goebbels 1921 in Heidelberg in Germanistik promoviert worden war und promovierte Akademiker in der frühen NSDAP selten waren)
- Der hinkende Teufel
- Lügenjoseph
- Lügenjupp
- Reichszuchtstier
- Schrumpfgermane (hier konkurrierte er mit Hitler)
- Wotans Mickey Mouse
- Der kleine Doktor (Anspielung auf seine Körpergröße und seinen Doktortitel) (unsichere Überlieferung)
- Die Ratte (Schimpfname, Herkunft nicht genauer belegt) (unsichere Überlieferung)
- Giftzwerg (Anspielung auf seine Statur und seine scharfe Propaganda) (unsichere Überlieferung)
- Mahatma Propagandhi (Wortspiel aus Mahatma Gandhi und Propaganda, als Flüsterwitz überliefert) (unsichere Überlieferung)
- Der intrigante Zwerg (angeblich von Gregor Strasser) (unsichere Überlieferung)
- Der verkrüppelte Lügner (Anspielung auf seinen Klumpfuß und seine Propaganda) (unsichere Überlieferung)
Hermann Göring
- Der dicke Hermann
- Hermann Meier (da er sagte, er wolle Meier heißen, wenn ein fremdes Flugzeug die Reichsgrenze überfliege).
- Lametta Heini
- Reichsjägermeister (genau genommen kein Spitzname: Reichsjägermeister war seit 1934 Görings offizielles Amt)
- Der Dicke (Anspielung auf seine Leibesfülle, verwandt mit dem bereits genannten Der dicke Hermann) (unsichere Überlieferung)
Emmy Göring
Schauspielerin, Ehefrau von Hermann Göring
- Görings Sau (angeblich von Ernst Röhm und Karl Ernst) (unsichere Überlieferung)
Karl-Heinz Greisert
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Heino (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Heinz Guderian
Panzergeneral, später Generalstabschef des Heeres
- Schneller Heinz (wegen seiner Panzertaktik, die auf Tempo setzte)
Anton Hackl
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Toni (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Hans Hahn
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Assi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Ernst Hanfstaengl
Kunstverleger und zeitweise Auslandspressechef der NSDAP, ging 1937 ins Exil
- Putzi (Kosename aus seiner Kindheit, unter dem er allgemein bekannt war)
- Hanfy (Kurzform des Nachnamens) (unsichere Überlieferung)
Erich Hartmann
erfolgreichster Jagdflieger der Luftwaffe
- Bubi (Rufname in der Luftwaffe, wegen seines jungen Aussehens) (unsichere Überlieferung)
- Der blonde Ritter (Beiname in der Nachkriegsliteratur) (unsichere Überlieferung)
- Der schwarze Teufel (angeblich auf sowjetischer Seite, nach der Bemalung seines Flugzeugs) (unsichere Überlieferung)
Paul Hausser
General der Waffen-SS
- Papa Hausser (angeblich bei seinen Soldaten) (unsichere Überlieferung)
Edmund Heines
- Die Bestie Heines (Name für den gewalttätigen SA-Führer in Schlesien, der 1934 beim sogenannten Röhm-Putsch ermordet wurde) (unsichere Überlieferung)
Gotthard Heinrici
Generaloberst der Wehrmacht
- Giftzwerg (bei Freunden anerkennend als zäher kleiner Kerl, bei Gegnern abwertend gemeint) (unsichere Überlieferung)
Rudolf Heß
- Der Ägypter
- Fräulein Anna (laut Berichten über die Aufzeichnungen von Ernst Hanfstaengl ein Spitzname, der auf Gerüchte über eine angebliche Homosexualität von Heß anspielte; belegt ist nur, dass das Gerücht kursierte) (unsichere Überlieferung)
- Schwarze Berta (angeblich ein Name, unter dem Heß in Homosexuellenkreisen verkehrt haben soll, nach anderer Lesart ein Spottname in der Partei wegen seiner dunklen Haare; auch dies bleibt Gerücht) (unsichere Überlieferung)
- Hesserl (angeblich Hitlers Kosename für ihn) (unsichere Überlieferung)
- Fräulein Heß (angeblich von Otto Strasser, wie die folgenden Namen eine Anspielung auf Gerüchte über eine angebliche Homosexualität) (unsichere Überlieferung)
- Fräulein Gusti (angeblich von Ernst Hanfstaengl) (unsichere Überlieferung)
- Schwarze Paula (angeblich von Ernst Röhm) (unsichere Überlieferung)
- Schwarze Grete (angeblich von der Journalistin Bella Fromm) (unsichere Überlieferung)
- Schwarze Emma (angeblich von dem Schriftsteller Erich Ebermayer) (unsichere Überlieferung)
Reinhard Heydrich
- Die blonde Bestie
- Der Schlächter von Prag
- Reini (Kurzform des Vornamens) (unsichere Überlieferung)
- Der blonde Siegfried (Anspielung auf sein Aussehen) (unsichere Überlieferung)
- Die Hebbe, auch Die Ziege oder Der Ziegenbock (angeblich wegen seiner hohen Stimme und seines meckernden Lachens) (unsichere Überlieferung)
- Die Himmelsziege (Volksname der Bekassine, ebenfalls eine Anspielung auf sein Lachen) (unsichere Überlieferung)
- Henker Heydrich (nach den Morden unter seiner Verantwortung) (unsichere Überlieferung)
- Oberverdachtsschöpfer (Anspielung auf sein Misstrauen) (unsichere Überlieferung)
- Moses Händel, Der blonde Moses, Der weiße Moses, Itzig Süß und Isi (antisemitische Spottnamen, die auf das falsche Gerücht einer jüdischen Abstammung anspielten, das Heydrich in seiner Jugend in Halle verfolgte; Händel ebenfalls aus Halle) (unsichere Überlieferung)
Heinrich Himmler
- Anhimmler
- Der schwarze Jesuit
- Der treue Heinrich
- Reichsheini
- Heini der Wimmler (angeblich in der ostdeutschen SA unter Walther Stennes) (unsichere Überlieferung)
- Schwache Nummer (angeblich von Franz Pfeffer von Salomon) (unsichere Überlieferung)
- Heini Himmler (angeblich in der SS) (unsichere Überlieferung)
- König Heinrich (wegen seiner Verehrung für Heinrich I.) (unsichere Überlieferung)
- Onkel Heini (angeblich hinter seinem Rücken in der SS) (unsichere Überlieferung)
- Mein Ignatius von Loyola (angeblich von Hitler, wegen der ordensähnlichen Rituale der SS) (unsichere Überlieferung)
Paul von Hindenburg
Reichspräsident 1925–1934, ernannte Hitler 1933 zum Reichskanzler; kein NS-Politiker
- Der Alte (angeblich hinter seinem Rücken bei den Nationalsozialisten) (unsichere Überlieferung)
Adolf Hitler
- Adolphe Legalite (mehr im Ausland gebräuchlich)
- Der böhmische Gefreite
- Der Trommler (so beschrieb Hitler seine Rolle in den frühen 1920er Jahren selbst: Er wolle nur der Trommler sein, der die nationale Bewegung zusammentrommelt; Gegner griffen das spöttisch auf)
- GröFaz
- Onkel Wolf (so durften ihn die Kinder von Winifred Wagner in Bayreuth nennen, mit der Hitler seit 1923 befreundet war; belegt unter anderem in der Neuen Deutschen Biographie)
- Schickl
- Schrumpfgermane (hier konkurrierte er mit Goebbels, oft wurde die gesamte NS Führungsriege Schrumpfgermanen genannt)
- Teppichfresser (der US-Korrespondent William L. Shirer hörte das Wort im September 1938 in Bad Godesberg im Flüsterton über Hitler; gemeint waren dessen Wutanfälle während der Sudetenkrise. Ob Hitler tatsächlich in den Teppich biss, ist nicht belegt, das Wort war eher eine Redensart für jemanden, der vor Wut tobt)
- Wolf, auch Herr Wolf (Deckname, den Hitler seit den frühen 1920er Jahren vor allem privat benutzte; abgeleitet von seinem Vornamen Adolf, althochdeutsch etwa edler Wolf. Daher stammen auch Namen von Führerhauptquartieren wie Wolfsschanze und Wolfsschlucht)
- Der schöne Adolf (ironischer Spottname, Herkunft nicht genauer belegt) (unsichere Überlieferung)
- Heil Schicklgruber (Spottgruß, der auf den ursprünglichen Familiennamen seines Vaters Alois anspielt; die Alliierten sollen ihn auf Flugblättern verwendet haben) (unsichere Überlieferung)
- Der Tribun (angeblich von Heß) (unsichere Überlieferung)
- Drei Liter (Bedeutung unklar) (unsichere Überlieferung)
- Gustav (Deckname in Briefen von Oswald Spengler, wohl nach dem Schwedenkönig Gustav Adolf) (unsichere Überlieferung)
Dietrich von Jagow
SA-Führer und später Gesandter in Ungarn
- Der Degen (Bedeutung unklar) (unsichere Überlieferung)
Josef Jennewein
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Pepi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Traudl Junge
Hitlers Sekretärin; keine Politikerin
- Junge Frau (Wortspiel Hitlers mit ihrem Nachnamen) (unsichere Überlieferung)
Wilhelm Keitel
- Lakaitel
- Nickesel (angeblich bei anderen Generälen, wegen seiner Unterwürfigkeit gegenüber Hitler) (unsichere Überlieferung)
- Ja-Keitel (Spott in derselben Richtung) (unsichere Überlieferung)
Albert Kesselring
Generalfeldmarschall der Luftwaffe
- Smiling Albert (angeblich wegen seines Dauerlächelns, vor allem bei den Alliierten) (unsichere Überlieferung)
Günther von Kluge
Generalfeldmarschall
- Der kluge Hans (Wortspiel mit seinem Namen Hans-Günther; auch als Der kluge Günther überliefert) (unsichere Überlieferung)
Paul Körner
Staatssekretär unter Göring
- Pilli (Bedeutung unklar) (unsichere Überlieferung)
Heinrich Krafft
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Gaudi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Hans-Joachim Kroschinski
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Kroschi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Walter Krüger
General der Waffen-SS
- Ohm Krüger (nach dem burischen Präsidenten Paul Krüger) (unsichere Überlieferung)
Walter Krupinski
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Graf Punski (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
- Krupi (Kurzform des Nachnamens) (unsichere Überlieferung)
August Kubizek
Hitlers Jugendfreund aus Linz; kein Politiker
- Gustl (Hitlers Name für seinen Jugendfreund, weil ihm der Vorname August nicht gefiel) (unsichere Überlieferung)
Richard Kunze
antisemitischer Politiker und Reichstagsabgeordneter
- Knüppel-Kunze (Bedeutung nicht sicher geklärt) (unsichere Überlieferung)
Emil Lang
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Bully (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Erich Leie
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Tiger Leie (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Robert Ley
- Immerblau
- Reichstrunkenbold
- Klein Bobbie (angeblich der Kosename seiner Frau Inga) (unsichere Überlieferung)
Günther Lützow
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Franzl (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Günther von Maltzahn
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Henri (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Hans-Joachim Marseille
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Stern von Afrika (Beiname in der NS-Propaganda für den erfolgreichen Jagdflieger in Nordafrika)
Emil Maurice
früher Gefolgsmann und Fahrer Hitlers
- Maurizl und Mosel (Kosenamen Hitlers für ihn) (unsichere Überlieferung)
Julius Meimberg
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Jule (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Josef Menapace
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Bazi (Rufname in der Luftwaffe, bairisch für Schlingel) (unsichere Überlieferung)
Kurt Meyer
General der Waffen-SS
- Panzermeyer (wegen seiner Führung von Panzer- und Aufklärungsverbänden; unter diesem Namen schrieb er später auch seine Erinnerungen)
Werner Mölders
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Vati (Rufname in der Luftwaffe, weil er sich um seine jungen Piloten kümmerte) (unsichere Überlieferung)
Friedrich-Karl Müller
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Tutti (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Leopold Münster
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Poldi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Benito Mussolini
italienischer Diktator
- Wollschaf (Deckname in Briefen von Oswald Spengler) (unsichere Überlieferung)
Walter Nowotny
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Nowi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Walter Oesau
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Gulle (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Franz von Papen
Reichskanzler 1932, danach Vizekanzler unter Hitler; kein NSDAP-Mitglied der ersten Stunde
- Ein Hut, kein Kopf (Spott Kurt von Schleichers) (unsichere Überlieferung)
- Fränzchen (angeblich der Kosename im Umfeld Hindenburgs) (unsichere Überlieferung)
Rudolf Pflanz
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Rudi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Hans Philipp
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Fips (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Johanna Pölzl
Hitlers Tante; keine Politikerin
- Hanitante (Name in der Familie) (unsichere Überlieferung)
August Wilhelm von Preußen
Sohn Kaiser Wilhelms II., SA-Führer
- Auwi (Zusammenziehung aus August Wilhelm) (unsichere Überlieferung)
Josef Priller
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Pips (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Stefanie Rabatsch
Linzerin, für die der junge Hitler schwärmte; keine Politikerin
- Benkieser (Deckname, den Hitler in Postkarten an Kubizek für seine heimliche Jugendschwärmerei benutzte) (unsichere Überlieferung)
Joachim von Ribbentrop
- Brick and drop
- Der Weinreisende
- Dreckiger kleiner Sektverkäufer (angeblich von Göring, Anspielung auf seine frühere Arbeit im Wein- und Sekthandel) (unsichere Überlieferung)
Ernst Röhm
- Maschinengewehrkönig (Anspielung auf seine Rolle bei der Waffenbeschaffung für Freikorps und Wehrverbände nach dem Ersten Weltkrieg) (unsichere Überlieferung)
- Der Hinterlader (angeblich von Hindenburg, eine homophobe Anspielung auf Röhms Homosexualität) (unsichere Überlieferung)
Beppo Römer
Freikorpsführer, später Kommunist und Widerstandskämpfer, 1944 hingerichtet; kein NS-Politiker
- Beppo (Kurzform von Josef, unter der er bekannt war)
Oskar Romm
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Ossi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Erwin Rommel
Generalfeldmarschall
- Wüstenfuchs (wegen seiner Kriegführung in Nordafrika, auch bei den Briten als Desert Fox bekannt)
Edmund Roßmann
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Paule (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Hjalmar Schacht
- Der Finanzzauberer
- Der Mann mit dem hohen Kragen
Hans Schemm
Gauleiter der Bayerischen Ostmark
- Der schöne Hans (Bedeutung naheliegend, Herkunft nicht belegt) (unsichere Überlieferung)
Baldur von Schirach
- Baldrian von Schmierach, auch Baldrian von Schmirach
- Die Pompadour von Wien
- Reichsjugendverführer
Siegfried Schnell
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Wumm (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Karl Schnörrer
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Quax (Rufname in der Luftwaffe, nach dem Film Quax, der Bruchpilot mit Heinz Rühmann) (unsichere Überlieferung)
Fritz von Scholz
General der Waffen-SS
- Papa (angeblich bei seinen Soldaten) (unsichere Überlieferung)
Walther Schultze
SA-Führer und Arzt
- Bubi (Kosename) (unsichere Überlieferung)
Hans Schwirblatt
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Der Schatten (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Reinhard Seiler
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Seppl (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Gustav Simon
Gauleiter von Koblenz-Trier und Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg
- Der Giftpilz von Hermeskeil (Anspielung auf seinen Geburtsort) (unsichere Überlieferung)
Gustav Sprick
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Micky (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Johannes Steinhoff
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Macky (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Heinrich Sterr
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Bazi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Hyacinth Graf Strachwitz
Panzeroffizier
- Der Panzergraf (wegen seiner Rolle als Panzerkommandeur)
Julius Streicher
- Frankenführer (ab Mitte der 1920er Jahre von seinen Anhängern verwendeter Beiname des Gauleiters und Herausgebers des antisemitischen Hetzblatts Der Stürmer; nach dem Historischen Lexikon Bayerns war der Name allein an seine Person gebunden und lehnte sich bewusst an Hitlers Titel Führer an)
Gustav Stresemann
Reichskanzler und Außenminister der Weimarer Republik, starb 1929; kein NS-Politiker
- Bierflaschen-Gustav (angeblich Spott von Goebbels; Stresemann hatte über die Flaschenbierindustrie promoviert) (unsichere Überlieferung)
Georg Stumme
General der Panzertruppe, starb 1942 bei El Alamein
- Kugelblitz (wegen seiner rundlichen Figur und seines lebhaften Wesens) (unsichere Überlieferung)
Viktor Emanuel III.
König von Italien
- König Nussknacker (angeblich Hitlers Spott über den kleinen italienischen König) (unsichere Überlieferung)
Walter Voigt
Offizier
- Panzer-Voigt (Bedeutung unklar) (unsichere Überlieferung)
Wilhelm Weber
nicht näher bekannt
- Der Zyklon (Bedeutung unklar) (unsichere Überlieferung)
Bernhard Weiß
Berliner Polizeivizepräsident in der Weimarer Republik und Gegner der Nationalsozialisten; kein NS-Politiker
- Isidor (antisemitischer Schmähname, mit dem Goebbels den jüdischen Berliner Polizeivizepräsidenten ab 1927 in seiner Zeitung Der Angriff verhöhnte; Weiß wehrte sich mit zahlreichen Klagen)
Robert Weiß
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Bazi (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Heinz Wernicke
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Piepl (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Wolf-Dietrich Wilcke
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Fürst (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Karl Willius
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Charlie (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Theodor Wisch
General der Waffen-SS
- Teddy (Kurzform von Theodor) (unsichere Überlieferung)
Josef Wurmheller
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Sepp (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Adolf Ziegler
Maler, Präsident der Reichskammer der bildenden Künste
- Reichsschamhaarmaler (Spott über die detailgenauen Aktbilder des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste)
Josef Zwernemann
Jagdflieger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
- Jupp (Rufname in der Luftwaffe) (unsichere Überlieferung)
Die meisten dieser Namen kursierten als Flüsterwitze, die man sich nur hinter vorgehaltener Hand erzählte. Wer dabei erwischt wurde, riskierte nach dem Heimtückegesetz von 1934 Haft; im Krieg konnte als Wehrkraftzersetzung sogar die Todesstrafe drohen. Andere Namen entstanden innerhalb der NS-Führung selbst oder im Ausland. Am Spott änderte das wenig: Die Männer hinter diesen Spitznamen waren für Krieg, Verfolgung und den Mord an Millionen Menschen verantwortlich.
Stand: 20.10.2026
Meinung: Grönemeyer und sein Humanismus oder: wenn der Faschismus wiederkehrt (und warum ich mich gerade so über Grönemeyer aufrege)
Zu Grönemeyers Worten bei seinem Konzert in Wien habe ich mich bereits heute hier geäußert. Darauf gab es viel Zustimmung, aber natürlich auch die ein oder andere Kritik, auf die ich kurz eingehen will.
Zugeben will ich zunächst, dass die Überschrift „Die Sportpalast-Rede von Herbert Grönemeyer“ durchaus provokant ist. Doch sich steigerndes Herumgebrülle vor großem, sich zunehmend enthemmenden Publikum und einfache – um nicht zu sagen – platte Botschaften erinnern nun einmal an Auftritte von Nazi-Größen.
Weiter wird mir vorgeworfen, dass ich unterschlagen würde, dass er sich doch bei seinem Wortbeitrag für eine offene und humanistische Gesellschaft einsetze.
Auch zugegeben, dass ich das nicht thematisiert habe. Zunächst einfach, da ich es vor lauter Gebrülle seitens des Vortragenden und des Publikums überhört habe.
Ernst nehmen kann ich diese Worte Grönemeyers in diesem Zusammenhang freilich nicht. Kern einer humanistischen Gesellschaft ist insbesondere, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben soll, seine Persönlichkeit zu entfalten. In einer Gesellschaft, in der – wie von Grönemeyer gefordert – missliebige Äußerungen keinen Platz haben sollen und in der die auf der vermeintlich „richtigen Seite“ Stehenden der Gesellschaft diktieren wollen, wie sie auszusehen hat, kann es eben keinen Humanismus geben. Ganz im Gegenteil, so wie Grönemeyer den Begriff des Humanismus verwendet und (miß)versteht, ist es eben kein Humanismus. Wahrscheinlich meint er wohl Humanität, pervertiert den Begriff aber in einer Art und Weise, wie es schon die DDR getan hat. Nach Art. 37 deren Verfassung sollte „die Jugend im Geiste des friedlichen und freundschaftlichen Zusammenlebens der Völker und einer echten Demokratie zu wahrer Humanität“ erzogen werden. Wie dies in der Praxis umgesetzt wurde und schließlich endete, ist hinlänglich bekannt. Grönemeyer setzt sich durch die Art und Weise der Verwendung des Begriffs „Humanismus“ damit in verrätischer Weise in eine Tradition mit diesem und anderen (mehr oder wenigen nationalen) sozialistischen Unrechtsstaaten. Dass eine Gesellschaft, die von der Meinungsfreiheit gedeckte Äußerungen, ausgrenzen will, nur weil sie nicht ins eigene Weltbild passen, nicht offen sein kann, versteht sich im übrigen wohl von selbst.
So sehr Bestrebungen und Äußerungen von rechts abzulehnen sind, die Freiheitsrechte des wirklich humanistischen Grundgesetzes abzuschaffen, so sehr sind es auch dergestalte Äußerungen von der linken Seite.
Das von François Bondy dokumentierte und Ignazio Silone zugeschriebene Zitat
Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Nein, er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus.“
ist somit wirklich prophetisch.
Nachtrag und persönliche Anmerkung:
Ich wurde – auch auf twitter – zu diesem Text gefragt:
Seit wann ist man gegen eine offene und humanistische Gesellschaft, weil man eine Meinung für falsch hält und sich gegen sie wendet? Gerade das gehört doch zum Meinungskampf. Genauso wie Rechte oft strikt gegen die „Antifa“ sind. Sind die dann auch Gegner der o&h Gesellschaft?
Durch diese Frage ist mir auch klar geworden, warum mich Grönemeyers Worte – neben Art und Weise des Vortrags – so empören:
Grönemeyer ist nicht gegen eine offene und humanistische Gesellschaft, nur weil er – rechte – Meinungen für falsch hält.
Er ist gegen diese, da er diesen ihm nicht genehmen Meinungen keinen Raum geben will, „keinen Millimeter“. Und schlimmer noch, er will diktieren, was in der Gesellschaft politisch vertreten werden soll.
Ich lehne viele Positionen von rechts – ob AfD oder Pegida – und links – ob linke oder extremer Antifa – persönlich ab. Solange sich diese Positionen und Äußerungen aber im Rahmen des Grundgesetzes bewegen (und meinetwegen sogar noch darüber hinaus) müssen diese Raum in unserer offenen und humanistischen Gesellschaft haben. Anders sind doch Diskussion und Diskurs doch gar nicht möglich.
Ganz im Sinne des angeblichen Voltaire-Zitats:
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.
Gerade diese Einstellung lehnt Grönemeyer ausweislich seiner Äußerungen ab. Und das ist es, was mich empört.
Meinung: Die Sportpalast Rede von Herbert Grönemeyer
Herbert Grönemeyer hat anlässlich seines Konzerts in Wien im September 2019 auch ein politisches Statement abgegeben, das gerade kontrovers diskutiert wird. Wer es noch nicht kennt – oben findet sich das entsprechende Video.
Hört man sich diese an, fühlt man sich in mehrfacher Weise an Reden aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnert, insbesondere an Goebbels Sportpalastrede. Dies sowohl hinsichtlich verwendeten Stils als auch der Reaktion des Publikums. Goebbels schrieb übrigens nach ’seiner‘ Sportpalast-Rede „Die Stimmung gleicht der einer wilden Raserei des Volkes… ich bringe die Versammlung in einen Zustand, der einer totalen geistigen Mobilmachung gleicht. Der Schluss der Versammlung geht in einem Tohuwabohu von rasender Stimmung unter.“ 76 Jahre später bei Grönemeyer ist die Reaktion des Publikums nicht anders.
Kritik am Stil von Grönemeyers Worten festzumachen greift aber zu kurz. Sofern die Botschaft stimmt, könnte man über diesen ja noch hinwegsehen.
Grönemeyers Worte sind aber in mehrfacher Hinsicht problematisch.
Am meisten stört mich dabei die Aussage „Wenn Politiker schwächeln … liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat.“
Anders als in den Zeiten der Weimarer Republik und der Nazi-Diktatur haben wir eine sehr gefestigte Demokratie, die sich in ihrer Breite durchaus eindeutig und massiv gegen Rechtsextremismus stellt. Die Situation in der heutigen Bundesrepublik des Grundgesetzes mit Weimar und dem Dritten Reich zu vergleichen, ist eine Missachtung ihrer Institutionen, die tatsächlich zur Schwächung dieser führt. Und den Anspruch „zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat“ haben Diktaturen und Gruppierungen, die die Demokratie und Meinungsfreiheit verachten.
Und in Zeiten, in denen von weiten Teilen der Medien denjenigen, die wie Christian Lindner die Einhaltung von geltendem Recht fordern, vorgeworfen wird, „rechts“ zu sein, halte ich eine generelle Aussage wie „kein Milimeter nach Rechts“ einfach problematisch. Wie ich überhaupt pauschale vereinfachende Aussagen ablehne.
Während nun die eine Seite Grönemeyer haltungsbesoffen unkritisch zujubelt, geht ihn die andere Seite mit teile drastischen Worten pauschal an und unterstellt ihm Dinge, die er nicht gesagt hat – z.B. dass er eine Diktatur errichten wolle.. Zwischentöne gehen wie üblich unter und die politische Mitte bleibt ratlos zurück.
Mit seinem einseitigen Auftritt treibt Grönemeyer das voran, was wir dringend vermeiden sollten: Eine Radikalisierung der politischen und gesellschaftlichen Diskussion, die die Spaltung der Gesellschaft verstärkt.
Levitsky und Ziblatt schreiben in ihrem Buch „Wie Demokratien sterben“:
Wenn die Zusammenbrüche von Demokratien … uns eines lehren, dann, dass extreme Polarisierung für Demokratien tödlich sein kann.
Eine Weimarisierung ist vielleicht doch nicht so fern.
Dieser Beitrag ist auf twitter auch kritisiert worden. Ich hätte übersehen, dass Grönemeyer doch eine offene und humanistische Gesellschaft verteidigen wolle. Dass er das gerade nicht macht – und mE auch nicht will – ist hier nachzulesen, in Teil 2 meiner Grönemeyer-Kritik.
Schwerpunktthema: Joseph Goebbels
Hier finden Sie eine Übersicht der Beiträge hier im Blog, in denen Joseph Goebbels vorkommt.
- Was ist um 23:30 Uhr passiert?
- Dokumentiert: Sportpalastrede
- Stilisierter schreiender Joseph Goebbels – auch als Ausmalbild geeignet
- 10 Fakten zum 18. Januar
- 10 Fakten zum 30. Januar
- 10 Fakten zum 18. Februar
- 10 Fakten zum 13. März
- 10 Fakten zum 1. Mai
- 10 Fakten zum 9. November
- Liedtext: Es lagen die alten Germanen (Heil Hitler Edition)
- Schwerpunktthema: Joseph Goebbels
- Meinung: Die Sportpalast Rede von Herbert Grönemeyer
- Meinung: Grönemeyer und sein Humanismus oder: wenn der Faschismus wiederkehrt (und warum ich mich gerade so über Grönemeyer aufrege)
- Liste: Spitznamen von Adolf Hitler und anderen Politikern im Dritten Reich
- Dokumentiert: Der Goebbels Vergleich tweet von Olaf Storbeck
- Liste: Provokante Bücher für den Bücherschrank, mit denen man sofort eine Diskussion anregt
Liedtext: Es lagen die alten Germanen (Heil Hitler Edition)
Es handelt sich hier um eine durchaus regimekritische Verballhornerung des Sauflieds „An Deutschlands hohen Schulen„, das in der NS Zeit beliebt war.
Es lagen die alten Germanen
zu beiden Ufern des Rheins,
Sie lagen auf Bärenhäuten
und soffen immer noch eins.
Da trat in ihre Mitte
ein Römer mit eitlem Gruß:
Heil Hitler, Ihr alten Germanen
ich bin der Tacitus.
Da hoben die alten Germanen
zum deutschen Gruß die Hand:
Heil Tacitus, Bruder der Achse,
Du bist uns artverwandt.
Nun trat in ihre Mitte
ein alter Araberscheich,
Der sprach zu den alten Germanen:
Wann kehren wir heim ins Reich?
Da rief der Schah von Persien:
Erst sind mal wir an der Reih,
Wir Indogermanen aus Asien,
Verwandte von Goebbels und Ley.
Da sagten die alten Germanen,
das machen wir doch gleich,
Ihr braucht nicht mehr lange zu warten,
Dann kommt Ihr ins Großdeutsche Reich.
Da trat in ihre Mitte
der Bock von Babelsberg,
Er hatte ne große Klappe
von Wuchs war er ein Zwerg.
Er sprach zu den alten Germanen
und grüßte mit „Sieg Heil“,
Da wurden die alten Germanen
mit einem Male so …lustig.
Es lagen die alten Germanen
zu beiden Ufern des Rheins,
Sie lagen auf Bärenhäuten
und soffen immer noch eins,
Sie soffen noch zwei, noch drei, noch vier,
Sie soffen unendlich viel Lagerbier,
Sie soffen noch fünf, noch sechs
noch sieben, noch acht:
Sie soffen die ganze Nacht.
„Der Bock von Babelsberg“ ist der Spitzname von Joseph Goebbels gewesen.
Die Illustration wurde mit der Midjourney AI erstellt.
10 Fakten zum 9. November
- Heute ist „Tag der Erfinder“. Gewählt wurde der Geburtstag von Hedy Lamar (geborene Hedwig Eva Maria Kiesler). Die 1914 geborene Wienerin machte zunächst als erfolgreiche Schauspielerin von sich reden und sorgte 1933 mit Nackt- und Erotikszenen für Aufsehen. Nach ihrer Flucht aus Wien galt sie in Hollywood als „schönste Frau der Welt“. Sie erfand und patentierte in den 1940er Jahren das Frequenzsprungverfahren, das z.B. bei der GSM Mobiltelefonie oder bei Bluetooth Verbindungen genutzt wird.
Die katholische Kirche feiert heute die Einweihung der Lateranbasilika, die die eigentliche Kathedrale des Papstes mit der Bezeichnung „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“ ist.
Der 9. November gilt zudem aufgrund der vielen für die deutsche Geschichte wichtigen Ereignisse und Wendepunkte als der „Schicksalstag der Deutschen“, wie die folgenden Ereignisse zeigen. - Am 9. November 1848 wird Robert Blum (Bild), liberaler Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, standrechtlich erschossen. Seine Hinrichtung gilt als der Anfang vom Ende der 1848er Revolution.
- Im Jahr 1918 ruft gegen 14 Uhr der SPD-Politiker Philipp Scheidemann mit den Worten „Das alte und morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen! Es lebe das Neue; es lebe die deutsche Republik!“ die Republik aus und begeistert damit die Massen. Damit sorgt er wohl dafür, dass Karl Liebknechts zwei Stunden späterer Aufruf zum „Kampf für die freie sozialistische Republik Deutschland und die Weltrevolution“ ohne Erfolg bleibt. Die Anhänger der demokratischen Republik obsiegen in den folgenden bürgerkriegsähnlichen Zuständen (Novemberrevolution).
- In München scheitert 1923 der Hitlerputsch. Am Vortag proklamierte er „Die Regierung der Novemberverbrecher in Berlin ist heute für abgesetzt erklärt worden. Eine provisorische deutsche Nationalregierung ist gebildet worden, diese besteht aus General Ludendorff, Adolf Hitler, General von Lossow, Oberst von Seißer.“ Nach ersten Erfolgen endet der Putsch in einer Schießerei vor der Münchener Feldherrenhalle.
- Obwohl als Putschist verurteilt, ist Hitler 1925 nach kurzer Festungshaft wieder frei und ordnet an diesem Tag auf dem NSDAP Parteitag an, dass das „Sturmkommando“ der Partei in Schutzstaffel umbenannt wird – die Geburtsstunde der SS.
- 1938 beginnt die Reichspogromnacht. An diesem Tag erliegt der deutsche Diplomat Ernst Eduard vom Rath seinen Schussverletzungen, die ihm in Paris zwei Tage vorher durch Herschel Grynszpan beigebracht wurden. Bereits am Abend des Vortags, als das Attentat in Deutschland bekannt wird, brennt die erste Synagoge in Bad Hersfeld aus „Rache“. Im Verlauf des 9. November kommt es zu mehr und mehr Übergriffen auf Synagogen, jüdische Geschäfte und Menschen, die schließlich von Goebbels weiter befeuert werden. Es kommt reichsweit zu Aufrufen wie diesem der SA-Stelle Nordsee: „Sämtliche jüdische Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uniform zu zerstören. Nach der Zerstörung hat eine SA-Wache aufzuziehen, die dafür zu sorgen hat, dass keinerlei Wertgegenstände entwendet werden können. … Die Presse ist heranzuziehen. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzustellen. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen. Es sind nur Wohnhäuser arischer Deutscher zu schützen, allerdings müssen die Juden raus, da Arier in den nächsten Tagen dort einziehen werden. … Der Führer wünscht, dass die Polizei nicht eingreift. Sämtliche Juden sind zu entwaffnen. Bei Widerstand sofort über den Haufen schießen. An den zerstörten jüdischen Geschäften, Synagogen usw. sind Schilder anzubringen, mit etwa folgendem Text: ‚Rache für Mord an vom Rath. Tod dem internationalen Judentum. Keine Verständigung mit Völkern, die judenhörig sind.‘ Dies kann auch erweitert werden auf die Freimaurerei.“
In der Nacht sterben wahrscheinlich über 400 Menschen, ca. 30.000 Juden werden deportiert. - 1967 enthüllen Studenten bei der Amtseinführung des neuen Rektors der Hamburger Universität ein Plakat mit der Aufschrift „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ und spielen damit auf die nicht verarbeitetet NS-Vergangenheit an den Universitäten an. Die Aktion ist einer der Höhepunkte der 67/68er „APO“ und der Spruch entwickelt sich zu einem wichtigen Motto der 68er Bewegung.
- 1989 verliest SED-Politbüro Mitglied Günther Schabowski in einer Pressekonferenz um 18:57h folgenden Text: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der VPKÄ – der Volkspolizeikreisämter – in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen.“ Auf die Frage eines Journalisten, ab wann das gelte, antwortet er „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Nachdem die Meldung verbreitet wird, versammeln sich Tausende Menschen an den Grenzübergängen, die schließlich geöffnet werden. Die Mauer ist gefallen.
Während des Wiedervereinigungsprozesses gab es wegen dieses Ereignisses den Gedanken, den 9. November zum deutschen Staatsfeiertag zu machen, was in Hinblick auf die Reichsprogromnacht dann doch unterblieben ist. - Viktor Brack wird 1904 geboren. Der SS-Offizier ist eine der treibenden Kräfte hinter den Euthanasie Programmen des NS-Regimes.
- Erika Mann kommt 1905 auf die Welt. Die Schauspielerin, Kabarettistin, Schriftstellerin, Lektorin und Kriegskorrespondentin engagierte sich stark gegen die Nazi-Herrschaft in Deutschland.
Hier sind weitere Infos rund um den 9. November.
10 Fakten zum 1. Mai
- Der heutige Feiertag „Tag der Arbeit“ wird in vielen Ländern der Erde begangen. Traditionell macht man hierzulande heutzutage Ausflüge ins Grüne – also ab in Wald, Wiesen, Felder und Biergarten – früher standen die Demonstrationen der Gewerkschaften im Vordergrund. Übrigens heißt der heutige Feiertag in Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In NRW z.B.: „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“.
In Bayern wird heute auch das Fest der Patrona Bavariae gefeiert – der Heiligen Maria als Schutzpatronin Bayerns.
Die Marshallinseln feiern heute den Unabhängigkeitstag.
Herzlichen Glückwunsch an alle Josefs – sie können heute Namenstag feiern. - In Großbritannien beginnt 1840 der Verkauf der von Rowland Hill entworfenen One Penny Black, der weltweit ersten Briefmarke. Gültigkeitsbeginn ist am 6. Mai.
- Der 1. Mai war ein beliebter Tag, um Weltausstellungen zu eröffnen. So 1851 in London, 1862 ebenda, 1873 in Wien, 1878 in Paris, 1883 in Amsterdam, 1893 in Chicago, 1901 in Buffalo und 2010 in Shanghai.
- 1883 wird auf der gerade eröffneten Weltausstellung in Amsterdam der erste Lippenstift vorgestellt.
- Der Film „Citizen Kane“ von Orson Welles hat 1941 in New York Premiere. Er wird von der Kritik zerrissen und ist zunächst ein Flop, gilt heute aber als einer der wichtigsten Filme der Kinogeschichte.
- 1945 ermorden Magda und Joseph Goebbels erst ihre Kinder – Helga Susanne, Hildegard Traudel, Helmut Christian, Holdine Kathrin, Hedwig Johanna, Heidrun Elisabeth – und richten sich dann selbst.
- Der Versuchszug InterCityExperimental der Deutschen Bundesbahn stellt 1988 mit 406,9 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf.
- Formel-1 Pilot Ayrton Senna verunglückt 1994 beim großen Preis von San Marino in Imola tödlich.
- Anna Marie Jarvis, die Begründerin des Muttertags, kommt 1864 auf die Welt.
- Walter Cramer, Beteiligter am Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944, wird 1886 geboren.
Mehr rund rund um den 1. Mai finden Sie hier.
Bild: RKO Radio Pictures, still photographer Alexander Kahle – International Photographer, Volume XII, Number 12, January 1941 (front cover), Public Domain, Link
10 Fakten zum 13. März

- Pauline hat heute Namenstag.
- Nachdem dem Kaufmann Hans Kohlhase (Bild) aus Cölln an der Spree im Jahr 1532 auf dem Weg zur Leipziger Herbstmesse vom Junker Günther von Zaschwitz zwei Pferde widerrechtlich beschlagnahmt wurden und ihm in einem Gerichtsverfahren kein Recht zugebilligt wurde, sendet er am heutigen Tag im Jahre 1534 an den Landvogt von Sachsen einen Fehdebrief und kündigt darin an nun „der Feind von Zaschwitz‘ und des ganzen Landes Sachsen zu sein“ und so lange zu kämpfen, bis er Recht erhalte. Am Ende wird Kohlhase hingerichtet werden. Heinrich von Kleist verarbeitet die Geschehnisse später in der Novelle Michael Kohlaas.
Kleiner Treppenwitz der Geschichte am Rande – am gleichen Tag im Jahr 1931 wird der Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller Wolfgang Kohlhaase geboren. - Der Planet Uranus wird von Wilhelm Herschel im Jahre 1781 an diesem Tag entdeckt. Und die schon am 18. Februar 1930 erfolgte Entdeckung des heute als Zwergplanet eingeordneten Pluto durch Clyde Tombaugh wird heute im Jahre 1930 zum Jahrestag der Uranus-Entdeckung bekanntgegeben.
- Der erste moderne öffentlich aufgeführte Striptease findet 1894 im Pariser Varieté „Divan Fayounau“ statt. Für die Tänzerinnen gibt es später Geldstrafen.
11 Jahre später tritt an diesem Tag Margareta Geertruida Zelle auf Einladung des Industriellen Émile Guimet in seinem Museum Guimet in Paris vor einem ausgesuchten Publikum erstmals als Tänzerin Mata Hari auf. Ihr Schleiertanz wird von Anfang ein großer Erfolg. - Wolfgang Kapp erklärt 1920 die demokratisch gewählte deutsche Reichsregierung unter Gustav Bauer für abgesetzt, die Nationalversammlung für aufgelöst und sich selbst nach der militärischen Besetzung des Berliner Regierungsviertels zum Reichskanzler. Erst vier Tage später bricht der danach so genannte Kapp-Putsch zusammen.
- 1932 findet die erste Runden der zweiten und gleichzeitig letzten direkten Wahl des Reichspräsidenten statt. Es erreichen bei einer Wahlbeteiligung von 86,2%:
Paul von Hindenburg (parteilos): 49,6%
Adolf Hitler (NSDAP): 30,2%
Ernst Thälmann (KPD): 13,2%
Theodor Duesterberg (Stahlhelm/DNVP): 6,8%
Gustav A. Winter (für die Inflationsgeschädigten): 0,3%
Da die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang erforderlich ist und von keinem der Kandidaten erreicht, wird ein zweiter Wahlgang erforderlich, der am 10. April durchgeführt wird. - Im Deutschen Reich wird 1933 das „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ gegründet. Minister wird Joseph Goebbels.
- Und 1954 erfolgt in Moskau die Gründung des berüchtigten KGB.
- Karl Friedrich Schinkel wird 1781 geboren.
- Lafayette Ronald Hubbard kommt 1911 auf die Welt.
Hier sind weitere Infos rund um den 13. März.







