Lange bevor es Computer gab, ließen Schriftsteller Maschinen denken, sprechen und lieben. Sie bauten künstliche Menschen aus Holz und Leder, aus Uhrwerken und Elektromagneten. Und stellten dabei Fragen, die uns im Zeitalter der künstlichen Intelligenz erstaunlich vertraut vorkommen.
Für mein Buch „Das Zwinkern des Automaten“ habe ich elf solcher Geschichten zusammengestellt. Sie umspannen mehr als sechzehn Jahrhunderte, stammen von fünf Kontinenten und wurden in fünf Sprachen geschrieben. Mit dabei sind Jean Paul, E. T. A. Hoffmann, Herman Melville und Ambrose Bierce, aber auch Autoren, deren Maschinenmenschen heute kaum noch jemand kennt.
Im alten China zwinkert ein künstlicher Sänger den Hofdamen zu und bringt damit seinen Erbauer in Lebensgefahr. Ein russischer Diplomat verdankt seine überragenden Fähigkeiten einer Denkmaschine im Kopf. In Buenos Aires behauptet ein Erfinder, längst Tausende unerkennbare Androiden unter die Menschen gemischt zu haben. Und eine Automatendame findet auf jede Frage die passende Antwort – weshalb sie in der Londoner Gesellschaft niemandem auffällt.
Ist eine Maschine, die richtig antwortet, deshalb schon klug? Was unterscheidet einen künstlichen Menschen von seinem Vorbild? Wer trägt die Verantwortung, wenn eine Maschine tötet? Und was geschieht, wenn unsere Geschöpfe uns eines Tages überholen?
Die fremdsprachigen Texte wurden für diese Ausgabe vollständig und frei in heutiges Deutsch übertragen, die Geschichten von Jean Paul und Hoffmann behutsam modernisiert. Kurze Nachworte erläutern ihre Entstehung und ihre Bedeutung. Historische Ansichten und Zumutungen bleiben erhalten.
Die Neuübersetzungen stammen von Claude Opus 5.5, einem Sprachmodell von Anthropic. Eine Maschine, die Antworten gibt, hilft damit, Geschichten über antwortende Maschinen wiederzuentdecken. Was deren Verfasser davon gehalten hätten, mag sich jeder selbst ausmalen.
„Das Zwinkern des Automaten“ ist der zweite Band meiner Reihe „Künftige Dinge“: elf kluge, witzige und manchmal unheimliche Versuche, den Menschen zu verstehen, indem man ihn nachbaut.
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