Was steckt hinter dem Trend digitaler Sammlerstücke und NFTs?

Sammler gab es schon immer in der menschlichen Geschichte – zu jeder Zeit. Wir sprechen an dieser Stelle keineswegs von den Jägern und Sammlern aus den Urzeiten, obschon man durchaus klassische Sammler durchaus als solche betiteln möchte. Sie jagen förmlich Objekte, die sie ihrer Sammlung hinzufügen können.

In der modernen Zeit hat der Hang zum Sammeln eine kleine Veränderung durchgemacht. Früher wurden ganze Regale mit Sammelobjekten bestückt oder gar extra für die Sammelobjekte angeschaffte Glasvitrinen. Dies galt natürlich weniger für große Kunstobjekte. Heute werden digitale Objekte gesammelt, die man eigentlich kaum zur Schau stellen kann und nicht einmal anfassen kann. Interessanterweise scheint hinter dem Drang zu sammeln ein ähnlicher psychologischer Effekt zu stehen, der dem Besuch eines Online Live Casino ähnelt.

Geschichte digitaler Sammlerstücke

Es mag den Anschein erwecken, dass digitale Sammlerstücke eine komplett neue Erscheinung sind. Tatsächlich sind sie bereits in den 1990er Jahren entstanden, auf eine ungeahnte Art und Weise.

Der Bedarf entstand, Objekte digital zu erfassen und auf eine einfache Art und Weise jederzeit Zugang zu erhalten. Beispielsweise wurden Bilder immer häufiger digital erfasst und auf Medien gesichert, wie beispielsweise Familienfotos auf einer CD-Rom. Wann immer man sich diese Fotos ansehen wollte, brauchte man nur die CD einlegen. Auf ähnliche Art und Weise wurden andere Daten erfasst, vor allem in Arbeitsumfeldern.

Aus der anfänglichen Notwendigkeit heraus, sich der Digitalisierung anzupassen, entstand eine Art Freizeitbeschäftigung und somit begann die digitale Form des Sammelns. Entsprechend kann man ‘Sammeln’ in zwei Unterbereiche aufteilen:

  • Archivierung zur Vereinfachung von Arbeitsschritten
  • Sammeln bestimmter digitaler Inhalte zur Freude als Freizeitbeschäftigung

Digitales Sammeln und NFTs als Evolution

Lange bevor es digitale Sammlerstücke und NFTs gab, gab es die klassischen Sammler, wie eingangs erwähnt. Trotz Aufkommen und steigenden Marktanteils von NFTs bleiben sie in der Mehrzahl. Sie können unterschiedliche Dinge sammeln, was vorrangig von ihrem finanziellen sowie räumlichen Möglichkeiten bestimmt wird:

  • Sammelfiguren
  • Bestimmte Bücher oder auch ganze Buchbände
  • Briefmarken
  • Münzen
  • Kunstgegenstände wie Gemälde oder Vasen
  • Uhren
  • Schuhe
  • Gitarren
  • Puppen
  • Autos

Die Liste möglicher Sammlerstücke könnte man beinahe ins Unendliche fortsetzen. Es finden sich immer wieder Sammler, die Objekte sammeln, die zuvor niemand als ‘sammelnswert’ betrachtet hat.

Sammler von Kunstgegenständen geben ihr Eigentum häufig an Dritte ab, da sie gar nicht den Raum haben, sie alle gleichzeitig in ihrem eigenen Haus auszustellen. Dafür gibt es speziell eingerichtete Lagerhäuser, beispielsweise in Luxemburg. Der Sammler selbst bleibt Eigentümer seiner Kunstgegenstände, der Eigentümer eines solchen Lagerhauses wird lediglich temporärer Besitzer. Dies widerspricht im Grunde dem Prinzip des Sammelns, da Sammler ihre Objekte in der Regel zumindest für sich selbst zu Hause ausstellen, wo sie jederzeit von ihnen bewundert werden können. Dieser Schritt ist dennoch als eine Evolution zu betrachten, da digitale Sammlerstücke nicht im direkten Besitz eines Sammlers sind. Sie werden an einem anderen Ort aufbewahrt, eben digital. Ein Sammler kann sich sein Eigentumszertifikat dafür zu Hause an die Wand hängen, wenn er es wünscht.

NFTs rücken ins Licht

Doch was ist eigentlich ein NFT und was hat es mit digitalen Sammlerstücken zu tun? Ein NFT hat alles mit einem digitalen Sammlerstück zu tun.

Abgekürzt steht NFT für ‘Non Fungible Token’. Ein Token ist ein Teil einer Blockchain und ‘non fungible’ ist nicht austauschbar. Beispielsweise kann man einen 10-Euro-Schein gegen zwei 5-Euro-Scheine austauschen, ohne den Wert zu mindern, oder eben einen Goldbarren gegen einen anderen derselben Größe. Dies ist bei einem NFT nicht möglich und stellt quasi die Einzigartigkeit dar. Es ist wie ein Zertifikat als Nachweis des Eigentumsrechtes zu betrachten, mit dem man jedoch nicht automatisch Urheberrechte erhält.

Die Motivation hinter digitalen Sammlerstücken

Etwas digital zu sammeln unterliegt derselben Motivation physische Gegenstände zu sammeln:

  • Persönliche Wertschätzung
  • Identifizierung der eigenen Persönlichkeit
  • Ausschüttung von Glückshormomen

Persönliche Wertschätzung

Nicht alle Sammlerobjekte haben einen hohen Wert, sodass der Wert vornehmlich vom Sammler selbst festgelegt wird. Wer beispielsweise Gemälde sammelt, der betrachtet sie gern, was natürlich ebenfalls für Sammelfiguren oder gar Briefmarken gilt.

Allein mit der Beschaffung einzelner Gegenstände kann ein bestimmtes Erlebnis oder auch eine Geschichte verbunden sein, die den Wert eines Sammlergegenstands unterstreicht.

Identifizierung der eigenen Persönlichkeit

Insbesondere Sammler physischer Gegenstände sammeln, um ihre eigene Persönlichkeit zu identifizieren. Besonders sichtbar ist dies bei Sammlern bestimmter Sammelfiguren, die beispielsweise in einer Serie oder einer Filmreihe entstanden sind. Sie identifizieren sich selbst mit der Geschichte und ‘benötigen’ die Sammlergegenstände, um sich selbst zu beschreiben sowie vielleicht auch wahrzunehmen.

Ausschüttung von Glückshormonen

Der wohl wichtigste Motivationspunkt zum Sammeln ist die Ausschüttung von Glückshormonen, die den meisten Sammlern weniger bewusst ist. Man kann es mit einem Spiel in einem Casino um einen guten Gewinn vergleichen, wobei bereits die Phase des Spiels um den Gewinn eine Art Rausch auslöst. Sobald sie den Preis erhalten haben oder das Sammlerobjekt, aktiviert sich das Belohnungszentrum im Gehirn und schüttet Glückshormone aus.

Bild: Midjourney AI

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