Leasingraten der Ministerautos: Vier Ministerien legen Zahlen offen, neun nicht

Mit welchen Autos fahren Ministerinnen, Minister und Staatssekretäre, und was kostet das Leasing? Das wollte eine Kleine Anfrage (Drucksache 18/13421) vom 24. August 2017 mit sechs kurzen Fragen wissen. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 18/13562) kam mit Schreiben des Bundesinnenministeriums vom 11. September 2017.

Worum es ging

Die Fragesteller wollten wissen, welche Leitungsfahrzeuge geleast sind, welche Modelle es sind, welche Raten gezahlt werden, ob diese marktüblich sind und ob Elektroautos dabei sind oder geplant werden.

Was geleast wird

Die Antwort listet die Fahrzeuge Ressort für Ressort auf. Dominiert wird die Liste von Oberklasse-Limousinen: Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse tauchen in fast jedem Ministerium auf. Daneben gibt es einige kleinere Modelle wie VW Passat GTE oder Mercedes E 350 e. Das Innen- und das Verteidigungsministerium sowie die Kulturstaatsministerin haben laut Antwort keine geleasten Leitungsfahrzeuge.

Die Raten

Nur vier Ministerien nennen konkrete Monatsraten inklusive Mehrwertsteuer:

  • Justizministerium: von 233,50 Euro (Audi A7 Sportback) bis 393,78 Euro (Mercedes S 300 h)
  • Familienministerium: 593,81 Euro für einen BMW 730 Ld und 273,70 Euro für einen VW Passat GTE
  • Gesundheitsministerium: vier Raten zwischen 253,16 und 391,62 Euro
  • Umweltministerium: sechs Raten zwischen 299,04 und 394,98 Euro

Die übrigen neun Stellen in der Tabelle, darunter Auswärtiges Amt, Finanz-, Wirtschafts- und Verkehrsministerium, machen keine Angaben, „weil zur Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer Vertraulichkeit vereinbart ist“.

Ob die Raten marktüblich sind, lässt sich laut Bundesregierung nicht generell sagen. Erkenntnisse lägen nicht lückenlos vor, die Raten hingen von der vereinbarten Laufleistung ab, und die Vertraulichkeit verhindere Vergleiche. Behördenrabatte würden genutzt, soweit es sie gibt.

Wie elektrisch die Flotte ist

Unter den geleasten Leitungsfahrzeugen sind viele Plug-in-Hybride, etwa beim Auswärtigen Amt, im Verkehrs- und im Umweltministerium. Ein reines Elektroauto taucht nur beim Bundespresseamt auf. Arbeits-, Landwirtschafts-, Forschungs- und Entwicklungsministerium verzichten bei den geleasten Wagen auf Elektroantrieb, vor allem wegen „mangelnder Langstreckentauglichkeit“. Das Arbeitsministerium nennt zusätzlich Sicherheitsgründe wie Allradantrieb für den Winter.

Zu den Plänen äußern sich die Ressorts unterschiedlich:

  • Das Auswärtige Amt wollte seinen Fuhrpark ohne Nutzfahrzeuge bis Ende 2017 komplett auf Plug-in-Hybride umstellen.
  • Im Umweltministerium waren 78 Prozent der Fahrzeuge elektrisch oder Plug-in-Hybride, im Verkehrsministerium entsprachen 73,5 Prozent den Kriterien des Elektromobilitätsgesetzes.
  • Das Finanzministerium hatte elf Plug-in-Hybride und zwei E-Autos, plante aber wegen der Reichweite keine weiteren E-Autos.
  • Verteidigungsministerium und Bundeswehr nutzten 141 angemietete Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge, nach dem Ausbau der Ladeinfrastruktur sollten es 200 werden.
  • Das Landwirtschaftsministerium hatte noch kein Elektro- oder Hybridfahrzeug, das erste Hybridfahrzeug sollte ab Oktober 2017 kommen.

Einordnung

Die Antwort zeigt, dass die Ressorts Leasingkosten sehr unterschiedlich offenlegen: Die Mehrheit beruft sich auf Vertraulichkeitsklauseln. Einen breiteren Überblick über alle Dienstwagen des Bundes gibt unser Beitrag zu den Fuhrparks der Bundesregierung. Hintergrund zum Thema bei Wikipedia.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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