Warum ich Wunderlist liebe

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ziemlicher Chaot bin. Das mag auch daran liegen, dass ich bisher nicht das richtige Tool gefunden haben, um meine Aufgaben zu verwalten.

Das könnte sich jetzt gerade geändert haben – dank Wunderlist.

Wunderlist ist eine ganz schlanke, etwas unkonventionelle Aufgabenverwaltung, die die Daten in der Cloud ablegt und derzeit auf folgenden Plattformen/Geräten verfügbar ist:

  • Android
  • Windows Desktop
  • Windows Phone
  • iOS (iPhone und iPad)
  • OS X

Und natürlich gibt es einen Webzugriff, der mit jedem gängigen Browser funktioniert.

Die Registrierung ist kostenlos und schnell gemacht – E-Mail Adresse und Passwort hinterlegen und schon kann es losgehen. Und auch die weitere Nutzung wird nicht berechnet.

Vornehmlich nutze ich die Android App mit meinem HTC Desire HD und greife gelegentlich über den Browser auf meine Aufgabenlisten zu. Insoweit werde ich mich bei den folgenden Ausführungen auch auf die App konzentrieren.

Bei Wunderlist organisiert man seine Aufgaben in Listen, die sich ähnlich verhalten wie Ordner. So habe ich mir eine Liste für meine beruflichen Tasks, private Aufgaben und für meine Webprojekte erstellt.

Neue Aufgaben werden schnell erstellt, indem man diese einfach in ein überall präsentes Eingabefeld eintippt. Zu jeder Aufgabe kann man zudem eine Notiz hinterlegen, ein Fälligkeitsdatum festlegen, sich zu einem bestimmten Datum/Zeit per E-Mail erinnern lassen und sie priorisieren. Auch der Wechsel zwischen Listen ist ohne Probleme möglich – und natürlich das als “erledigt markieren” sowie das Löschen. Listen kann man auch mit anderen teilen, was ich aber noch nicht getestet habe.

Praktisch: neue Aufgaben können per E-Mail angelegt werden. Einfach von der Adresse aus, mit der man sich registriert hat, eine E-Mail an me@wunderlist.com schreiben und schon ist die neue Aufgabe eingetragen.

Das war es auch schon im wesentlichen.

Das besondere an Wunderlist ist für mich, dass es einfach schlank und smart daher kommt und ich von überall her Zugriff auf meine aktuellen Tasks habe. Ohne den ganzen Overload wie ihn viele andere Tools mit sich bringen.

Sicher, einige kleine Macken gibt es noch und auch die ein oder andere Funktionserweiterung wünsche ich mir, aber darüber kann ich angesichts der Vorteile durchaus hinwegsehen.

Hier der QR Code für die Android-App. Ansonsten gibt es alle Downloads und die Web-Version unter wunderlist.com.

wunderlist-android-qr

Wer weiß, vielleicht werde ich dank Wunderlist noch ein ordentlicher Mensch…

10 Günde, warum foursquare bald weg vom Fenster ist

Zunächst für den Fall, dass Sie foursquare nicht kennen – es handelt sich hierbei um einen Dienst, mittels dem Sie sich mit Ihrem Smartphone an “Orten” anmelden können. Wenn Sie also beispielsweise im Starbucks in Oer-Erkenschwick, Lüdenscheid oder Los-Angeles sitzen, checken Sie sich mittels der foursquare App dort ein und sehen, wer gerade sonst noch da ist oder wer letztens da war. Außerdem können Sie durch fleißiges Einchecken “Mayor” eines “Places” werden und bekommen dann z.B. Sojamilch umsonst zum Kaffee.

Neben foursquare gibt es viele weitere solche Check-In-Dienste. Unter anderem Gowalla oder friendticker. Und die reinen Vertreter dieses Geschäftsmodells werden alle bald mehr oder weniger tot sein, nachdem dieses Thema 2010 extrem hochgeschrieben wurden. Das Magazin Business-Punk sorgte damit sogar für die wahrscheinlich dämlichste Titelseite der vergangenen Jahre, wenn nicht gar der Geschichte: “Vergesst facebook, jetzt kommt foursquare” oder so ähnlich. Das ließ mich übrigens stark an der Kompetenz der Redaktion dort zweifeln, aber das gehört jetzt nicht hierher.

Übrigens werden die Check-In Dienste gerade fast überall totgeschrieben, so zum Beispiel im aktuellen T3N. Wer jetzt behauptet ich springe mit diesem Artikel hier billig auf einen Trend auf, hat also nicht ganz unrecht. Allerdings habe ich schon vor Monaten auf facebook geschrieben “foursquare is already dead. they just haven’t noticed yet.”

Aber nun zu den versprochenen 10 Gründen, die ich konkret auf foursquare beziehe, die aber mehr oder weniger auch auf die anderen Check-In-Dienste zutreffen.

  1. Noch eine App mehr… der homo web 2.0 ist idR heute bei zwei sozialen Diensten aktiv und hat die entsprechenden Apps installiert: twitter und facebook. Noch ein dritter Dienst (App), mit dem man sich herumschlagen soll? Wie sagt der Brite so schön? “Two is a company, three is a crowd”.
  2. Umständlich… foursquare ist einfach von der Bedienung her clumsy. Orte in der Nähe zu finden und sich einzuchecken ist deutlich umständlicher als es sein könnte.
  3. Kritische Masse 1 – die reinen Userzahlen… so ein Dienst funktioniert nur, wenn eine kritische Masse mitmacht. 7 Millionen User weltweit (Stand März 2011) nach gut zwei Jahren ist zu wenig. Und wenn man schauen würde, wie viele davon aktiv sind, werden es noch weniger sein.
  4. Kritische Masse 2 – die Check Ins… so ein Dienst funktioniert nur, wenn sich genug eingecheckt wird. Und das ist eben nicht der Fall. Die ersten Tage ist es noch witzig, sich auf jedem Bahnhofsklo einzuchecken, irgendwann nervt es nur noch.
  5. Kritische Masse 3 – zu wenige Vorteile… sich einchecken lohnt sich in erster Linie – von Ausnahmen abgesehen – nur dann, wenn ich auch einen Vorteil davon habe. Geschäftsinhaber werden diese aber nur vergeben, wenn sie damit auch eine kritische Masse ihrer Zielgruppe erreichen:  können Sie aber nicht.
  6. Check ins sind eine Statusmeldung unter vielen… das ist mE der zentrale Punkt: ein Check-In ist nur eine Statusmeldung unter vielen – neben einem “ich bin hier und mache das” ohne Check-in, allgemeinen Kommentaren, Links, Photos,Videos, Musik und darauf sozialer Interaktion. Doch warum soll ich für eine bestimmte Statusmeldung-Art einen eigenen Dienst und eine eigene App benutzen? Da habe ich doch lieber alles zentral an einem Ort. Und ja, ich weiß, dass man seine 4square Check Ins in facebook anzeigen lassen kann.
  7. Es gibt facebook places… facebook ist ein Platz für alle Statusmeldungen und soziale Interaktion. Es hat eine hinreichend kritische Nutzermasse, einen eigenen Check-In-Dienst und bietet umfassende Möglichkeiten für “Places”, sich darzustellen. facebook places wird es als Check-In-Dienst lange geben.
  8. Es gibt twitter… ich kann in meine tweets ebenso Geo-Informationen aufnehmen. Und ich wette, dass twitter da hinsichtlich Check-Ins noch einiges mehr machen wird…
  9. Selbstüberschätzung der Gründer… Wer wie Dennis Crowley 2010 behauptet, dass facebook keine Konkurrenz für sein foursquare sei, überschätzt sich selbst (und hat den Markt nicht verstanden).
  10. Google Latitude und Groupon auch die derzeitigen Schwächen dieser beiden Dienste retten foursquare nicht. (Diesen Punkt habe ich mir jetzt aus den Fingern gesogen, damit es 10 werden, aber letztlich stimmt es ja auch…).