Sascha Lobo und die Gewinnung von Followern – aus der Sicht von ganz unten

@saschalobo hat einen sehr interessanten Artikel geschrieben, wie man mehr Follower auf twitter erhält:

Wie zu twittern sei

Nun sieht er twitter a) mit einem großen Erfahrungsschatz eines twitter-Veteranen und b) vom hohen Ross eines der deutschen Top-100-twitterer. Einerseits ist dies erhellend, andererseits ist da, wo Licht ist auch Schatten – und spätestens seit Brecht wissen wir, dass man die im Schatten nicht sieht.

Aus dem Blickwinkel eines Schattenmenschen (ca. 60 Follower meines Accounts @stagerbn gegen mehr als 60.000 bei @saschalobo) werfe ich einen kurzen Blick auf seine Empfehlungen.

Die Grundvoraussetzung für mehr Follower: Interessantheit und Relevanz

Mit einem liegt Lobo zunächst unwidersprochen richtig: Grundvoraussetzung ist “eine Mischung aus Interessantheit und Relevanz in den tweets” – und das ist tatsächlich “weder neu noch überraschend” (man beachte hier die Anführungsstrichlein, die auf Originalzitate hinweisen).

Kurzum heißt das aber auch: Wenn Sie nichts interessantes zu twittern haben, halten Sie einfach den Mund. Oder Sie überlegen sich was interessantes. Wobei man sich die Frage stellen könnte, was in den heutigen Zeiten tatsächlich interessant ist. Die Ansprüche scheinen ja so hoch nicht zu sein, wenn man sich die Einschaltquoten von DSDS ansieht.

Suchen Sie sich also Ihre Nischen, in denen Sie meinen etwas zu sagen zu haben.

Die Zahl der Follower als Erfolgsfaktor

Hier beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz – Lobo vergleicht die Zahl der Follower mit den TV-Einschaltquoten. Sie sind also keine Qualitätsmaßstab (siehe das DSDS Beispiel eben).

Allerdings ist eine hohe Anzahl an Followern ein Indiz für Relevanz (sic!). Und wer mehr Follower hat, wird wahrscheinlich auch mehr retweetet (wenn er denn was zu sagen hat).

Das Fazit: Freuen Sie sich über jeden echten Follower, denn er führt zu mehr Followern.

Die Retweets

Lobos tweets werden im Schnitt 50 mal retweetet. Meine gefühlte 0,05 mal. Was kein Wunder ist. Schließlich hat Sascha auch 1.000 mal mehr Follower als ich.

Doch Retweets sind – und auch hier hat Lobo recht – das zentrale Element der twitter-Community.

Wenn Sie selber retweeten, zeigen Sie, dass Sie einen tweet für relevant halten und machen diesen Ihren Followern zugänglich. Was dazu führen kann, dass der retweetete mehr Follower bekommt und sich über den Retweet so freut, dass er Ihren nächsten tweet auch retweetet, was dazu führt… ok, Sie haben es schon begriffen…. (aber vergessen Sie bei dem gesamten Spiel die Interessantheit nicht).

Favs

Favs (Favorites) sind so ein bisschen der facebooksche “Gefällt mir Button” auf twitter. Die meisten User nutzen diese Funktion nur wenig. Ich als twitter-Neuling noch gar nicht. Lobo schreibt, dass es wohl eine kleine Gruppe der Favsüchtigen gibt. So werde ich diese Droge einmal ausprobieren und zu gegebener Zeit über meine Erfahrungen berichten.

Denn für eines scheinen die Favoriten wichtig zu sein:

Die top-tweets

Die top-tweets werden von twitter auf der Startseite präsentiert.

Wie die Berechnung der Toptweets genau zustande kommt, gibt Twitter nicht bekannt – aber es lässt sich beobachten, dass folgende Faktoren eine Rolle spielen: die Zahl der Favs und die Zahl der Retweets innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach Veröffentlichung des Tweets, die Zahl der eigenen Follower, die allgemeine Aktivität auf Twitter. Und warum ist das jetzt irgendwie interessant? Weil ein auf der Startseite von Twitter präsentierter Tweet zwischen zwanzig und mehreren hundert neuen Followern geben kann, je nach Umständen und Dauer.
(Quelle, “Wie zu twittern sei“, @saschalobo)

Damit wird aber auch klar – wir im Schatten können nur mit einem gar genialen tweet möglicherweise in den Genuss dieser Follower-Quelle kommen.

Vorerst müssen wir unsere Hausaufgaben machen.

Welche Links werden angeklickt

Ein kleiner Exkurs von Lobo wie oft Links in tweets angeklickt werden. Wenig überraschende Antwort: solche die retweetet werden häufiger als andere….

tweet-Häufigkeit

Die ideale tweet-Häufigkeit gibt es laut Lobo nicht. Mit drei tweets pro Woche wird man übersehen, mit mehr als 10 geht man vielleicht anderen auf die nerven meint der Meister.

Tatsächlich sollte hier jeder versuchen, sich langsam an seine ideale tweet-Häufigkeit herantasten. Wer viel interessantes mitzuteilen hat, darf auch öfter twittern.

In erster Linie wird man wohl merken, dass man zu viele Belanglosigkeiten twittert, wenn ernstzunehmende Follower einen bald wieder verlassen.

Der direkte Dialog auf twitter

Sehr interessant ist dieser Punkt: Wie wichtig ist der direkte Dialog mit seinen Followern auf twitter? Lobo weist darauf hin, dass drei der vier follower-stärksten Accounts auf twitter nicht direkt mit ihrer Anhängerschaft kommunizieren (was mit der Ansprache z.B. @stagerbn möglich wäre). Ganz klar, würden diese User in einen direkten Dialog einsteigen, könnten Sie wahrscheinlich den ganzen Tag nichts anderes mehr machen als zu diskutieren.

Für twitter-Neulinge die (noch) nicht über eine solche Prominenz verfügen, kann der direkte Dialog helfen, Follower zu finden und zu binden.

Aktualität

Ganz klar, es ist sinnvoll, sich zu aktuellen Themen zu äußern. twitter ist ein Echzeitkommunikationsmedium und gerade hier gilt: nichts ist so alt wie die Nachrichten von gestern. Wenn Sie also auf der Suche nach vielen Followern sind, sollten Sie zunächst auf eine aktuelle Themenauswahl achten.

Hashtags

Mit den Hashtags verschlagwortet man Themen beim Microblogging-Dienst. Und mit einem # gekennzeichnete Schlagworte lassen sich anklicken und man findet tweets mit dem gleichen Schlagwort. So wie #twitteldidings.

Gerade für Einsteiger ist dies ein wichtiger Weg, “entdeckt” zu werden.

Und jetzt? Ein kurzes Fazit

Sascha Lobo hat mal wieder ein sprachliches Glanzlicht mit vielen Hinweisen zur Generierung von mehr Followern abgeliefert. Betonung liegt auf MEHR, denn einige seiner Einschätzungen gelten nur für User, denen schon eine große Schar folgt.

So bleibt also auch für mich noch was zu schreiben…

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