Ein bißchen was zu meiner derzeitigen Social Media Nutzung

Über den grundsätzlichen Sinn oder Unsinn sozialer Netze wie facebook, WhatsApp und Co kann man sicher trefflich streiten: Datenschutz im allgemeinen und besonderen, Zeitverschwendung –  und muss wirklich jeder wissen, wo ich gerade bin, was ich gerade mache und was ich zu einem bestimmten Thema meine? Auf die Frage will ich hier gar nicht weiter eingehen.

Denn ohne geht es aber für mich nicht: da ich zu gerne kommuniziere, da ich sie beruflich nutzen muss und da ich Kinder habe, die selber mit verschiedenen Apps unterwegs sind. Grundsätzlich rate ich übrigens allen Eltern, sich mit den Apps auseinanderzusetzen, die ihre Kinder nutzen.

Hier eine kleine Bestandsaufnahme, welche sozialen Netze ich gerade nutze und wie und warum.

WhatsApp

Klar, in erster Linie ist WhatsApp ein Messenger – und inzwischen für mich beruflich wie privat das wichtigste direkte digitale Kommunikationsmedium.

Aufgrund der neuen Status Funktion hat es sich aber auch ein bisschen in Richtung soziales Netzwerk entwickelt. Aktiv genutzt wird dieses Feature allerdings nur von recht wenigen Nutzern. Passiv dafür um so mehr – viele meiner Statusupdates hier erreichen bis zu 100 Ansichten. In Hinblick auf die sehr unterschiedlichen Kontakte die ich hier habe – von Familie und Freunden über geschäftlich bis hin zu Behörden – muss ich aber etwas genauer drauf achten, was ich hier als Status veröffentliche (wobei mir das manchmal dann aber auch egal ist…).

Jedenfalls gilt: Wenn ich von allen Diensten nur noch einen nutzen dürfte, wäre es sicher WhatsApp.

twitter

twitter ist an sich eine meiner liebsten Social Media Plattformen, da man hier aus vielen Quellen Informationen aus einer Hand erhält. Außerdem ist es immer wieder eine Herausforderung ist, in 140 Zeichen was sinnvolles zu schreiben. Zugegeben hatte ich mich in den letzten Monaten darum nicht mehr sonderlich bemüht, sondern twitter eher als Link-Schleuder für meinen Blog oder zum Retweeten aus meiner Sicht interessanter tweets genutzt. Besonders letzteres hat aber Überhand genommen und dementsprechend einige meiner Follower zu Recht gestört. So habe ich beschlossen, dass ich mich wieder mehr um eigene originäre tweets kümmern werde. Manchmal ist weniger eben mehr.

twitter ist jedenfalls für mich das spannendste soziale Netzwerk und besonders als Informationsquelle unverzichtbar.

facebook

Facebook ist die Plattform, auf der ich zusammen mit WhatsApp öffentlich am meisten Menschen erreiche, die ich auch im echten Leben kenne. Also gibt es hier auch ein paar Urlaubsfotos und andere private Dinge. Da ich hier besser steuern kann, wer was sieht, gibt es auch mehr privates als bei WA. Einzelne facebook Gruppen nutze ich zudem, um Traffic für meinen Blog zu generieren, was auch recht gut funktioniert. Und last but not least bin ich bei einigen Seiten Admin. Ohne facebook geht es also nicht.

Allerdings bin ich was Facebook angeht, etwas lustloser geworden und immer hin und hergerissen, die Nutzung entweder wirklich nur auf engere Kontakte zu beschränken oder schnellstmöglich die 5.000 Freunde voll zu machen. Die Entscheidung darüber habe ich erst mal aufgeschoben.

Und auch wenn es mich manchmal nervt, auf facebook kann und will ich derzeit nicht verzichten.

Instagram

Nachdem ich mich 2012 bei Instagram angemeldet hatte, nutzte ich es bis Mitte 2015 recht rege und gerne. Warum es dann eingeschlafen ist, weiß ich eigentlich gar nicht mehr, jedenfalls hatte ich im gesamten Jahr 2016 nur ein Bild gepostet. Das nächste sollte dann auch erst wieder gut 14 Monate später (Juli 2017) aus einer Laune heraus folgen. Seitdem bin ich wieder aktiver dabei und versuche, wieder ein Gefühl für die Plattform zu kriegen, die sich in den letzten Jahren doch sehr verändert hat – besonders die Stories finde ich interessant. Die Ansichten und Interaktionen hier bleiben aber noch deutlich hinter WhatsApp zurück.

Meine Tochter Lilly (14) meint übrigens, Filter seien so was von 2015. Und ich glaube, das stimmt.

Mal sehen, was ich aus Instagram in Zukunft mache, derzeit finde ich es aber recht spannend und werde wohl eher mehr machen.

Pinterest

An sich sollte ich mich permanent selbst auf den Kopf hauen – denn täglich habe ich um die 4.400 Aufrufe auf Pinterest und es ist nach Google der zweitwichtigste Traffic-Lieferant für meinen Blog. Und ich weiß genau, welche Pins funktionieren. Nur, dass ich höchstens einmal alle sechs Wochen so einen erstelle.

Das muss besser werden, könnte ich damit hier doch viel mehr Traffic generieren.

…und der ganze Rest

Ja, ich bin noch bei Google plus, mein Snapchat Konto habe ich gerade wieder aktiviert (und Lilly [s.o.] hat mich direkt geblockt…), manchmal schaue ich bei LinkedIn und Xing vorbei. Dass diese Plattformen aber für mich in absehbarer Zeit relevant sein werden, ist derzeit nicht abzusehen. Bei Telegram und gefühlt einem halben Dutzend anderer Messenger bin ich angemeldet, habe aber nicht mal mehr die Apps installiert.

Übersicht – meine sozialen Netze

Wer mir jetzt irgendwo folgen will – hier eine Liste der wichtigsten Netze, bei denen man mich findet.

Aktiv

Nicht so aktiv

  • ello (muss mal meine Login-Daten wieder raussuchen)
  • Gab
  • Google plus
  • LinkedIn
  • Snapchat (siehe Code unten)
  • Xing

Das DoppelEinhorn und die Meinungsfreiheit

Der Kampf gegen Hatespeech

Der Kampf gegen Hatespeech in sozialen Netzen ist eines der großen Anliegen der Bundesregierung. Dagegen ist ja grundsätzlich auch nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil.

Leider wird dabei immer wieder übers Ziel hinausgeschossen. Verwiesen sei z.B. auf das unausgegorene Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Doch wenn man denkt, es könne nicht mehr schlimmer werden, kommt das Doppeleinhorn:

Fragwürdiges Verständnis von Meinungsfreiheit

Ruft man den twitter Account des DoppelEinhorn auf, begegnet einem im Header der schöne Spruch:

Es heißt Grundrecht auf Meinungsfreiheit und nicht Grundrecht auf Scheißelabern.

“Das DoppelEinhorn und die Meinungsfreiheit” weiterlesen

Liste: Status von Webdiensten und Servern

Hier entsteht eine Liste mit Websites, auf denen man überprüfen kann, ob wichtige Dienste, Server oder Websites gerade down sind.

1&1

status.1und1.de/

Apple

www.apple.com/de/support/systemstatus/

Beinhaltet unter anderem App Store, Apple Music, Apple Online Store, Apple School Manager, Apple TV, Apple-ID, Beats 1, Diktieren, Dokumente in der Cloud, FaceTime, Foto‑Druckprodukte, Fotos, Game Center, iBooks Store, iChat, iCloud Drive, iCloud Erinnerungen, iCloud Kalender, iCloud Kontakte, iCloud Mail, iCloud Notizen, iCloud‑Account und Anmeldung, iCloud‑Backup, iCloud‑Lesezeichen und ‑Tabs, iCloud‑Schlüsselbund, iCloud‑Speicherplatz‑Upgrades, iCloud‑Web‑Apps (iCloud.com), iMessage, iMovie Theater, iOS-Geräteaktivierung, iPhone-Anrufe auf dem iPad und Mac, iTunes in der Cloud, iTunes Match, iTunes Store, iTunes U, iWork für iCloud, Karten – Ansicht, Karten – Streckenführung und Navigation, Karten – Suchen, Karten – Verkehr, Mac App Store, macOS-Softwareaktualisierung, Mail Drop, Mein iPhone suchen, Meine Freunde suchen, Radio, Siri, Spotlight-Vorschläge, Volume Purchase Program, Weiterleitung von SMS, Zurück zu meinem Mac

AWS (Amazon Web Services)

status.aws.amazon.com/

Azure

azure.microsoft.com/de-de/status/

Facebook

developers.facebook.com/status/

Google Dienste

www.google.com/appsstatus
Beinhaltet den Status zu Gmail, Google Kalender, Google Talk, Google Drive, Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen, Google Sites, Google Groups, Admin-Konsole, Google Hangouts, Google Vault, Google+, Google Formulare, Google Cloud Search, Google Notizen, Google Analytics, Google Maps, Google Voice, Blogger, Google Sync Mobile, Classroom, Google Realtime API

Office 365 (Business)

status.office365.com/

OneDrive

portal.office.com/servicestatus

Outlook.com

portal.office.com/servicestatus

Playstation Netzwerk

status.playstation.com/de-de/

Steam

WhatsApp

@wa_status (wird seit 2014 nicht mehr aktualisiert)

WordPress.com

  • downforeveryoneorjustme.com/wordpress.com
    Wenn Sie Probleme haben, WordPress.com Blogs zu erreichen.
  • status.automattic.com/
    Status auch für weitere Automattic Dienste wie Akismet API, Cloudup, Gravatar, IntenseDebate, Jetpack API, Jetpack Stats, Polldaddy, Simperium API, VaultPress, VIP Go, WordPress.com REST API

Xbox

support.xbox.com/de-DE/xbox-live-status

Yammer

portal.office.com/servicestatus

Letzte Aktualisierung: 3. Mai 2016

mastodon.social – kann man sich anmelden, muss man aber nicht

Versuche, twitter oder facebook etwas entgegenzusetzen, gab es immer wieder. Wirkliche Bedeutung erlangten – zumindest hier im westlichen Nutzerraum – app.net und ello.

app.net ist tot und ello dümpelt irgendwo so vor sich hin. Dass ich mich das letzte mal eingeloggt habe, ist schon ewig her.

Jetzt probiert es mastodon.social, das sich an twitter ausrichtet. Den Dienst gibt es schon einige Monate, konnte aber bis vor wenigen Tagen erst 24.000 Nutzer gewinnen. Einen größeren Schub gab es jetzt, nachdem twitter sein neues Reply System eingeführt hat. Dieses hat vielen Nutzern der ersten Stunde nicht so gefallen und Mastodon ist halt gerade die mögliche Alternative, die da ist…

Wesentliche Unterschiede, die von den Machern hervorgehoben werden:

  • Dezentrale Serverstruktur
  • streng chronologische Timeline
  • 500 Zeichen je tweet
  • Privatsphäre Einstellungen je Posting
  • umfangreiche Blocking Tools
  • offene API
  • keine Anzeigen, kein Tracking

Apps für iOS und Android gibt es dank der API von unabhängigen Entwicklern, es läuft aber auch alles über den Browser. In der Praxis sieht das dann etwa so aus:

Wie man sieht habe ich mich auch hier für den Nutzernamen stagerbn entschieden… Übrigens, ist der gewünschte Nutzername bei mastodon auf einer Instanz, also einem Server, nicht verfügbar, kann man sich auf einer anderen Instanz anmelden.

Da mastodon ähnlich funktioniert wie twitter und mehr oder weniger selbsterklärend ist, will ich zu den Funktionen nichts schreiben. Wer es ausprobieren will, geht einfach auf mastodon.social und kann sich dort ganz einfach anmelden. Wenn dieser Server gerade keine Anwendungen annimmt, meldet man sich eben auf einem anderen an – ich bin auf octodon.social ausgewichen. Auf welchem mastodon Server man sich anmeldet, ist an sich egal – man kann mit den Usern auf den anderen Servern interagieren. Eine Liste mit aktuellen mastodon Servern gibt es hier. Eugen Rochko, der Progammierer von mastodon, empfiehlt ansonsten icosahedron.website und social.tchncs.de, da er die Betreiber dieser Instanzen kennt.

Ein tweet heißt hier übrigens “Toot” (dt. “Trööt”) – eine Reminiszenz an das Maskottchen, ein Mastodon (ausgestorbene Mammut-Art), benannt ist der Dienst aber nach einer Band. Noch am Rande interessant: Besonders viele Nutzer und Fans scheint Mastodon in Frankreich zu haben.

Ich bin mir sicher, dass auch mastodon.social in dieser Form keinen großen Erfolg haben wird. Ähnlich wie bei app.net oder ello wird es jetzt seine kleine Zielgruppe finden, die es abfeiern wird, für den Durchbruch in der Masse sehe ich aber keine Chance. Gerade wegen der dezentralen Struktur sowie wegen der fehlenden Monetarisierungsmöglichkeiten. Ja, der Betrieb einer breit angelegten Social Media Plattform ist aus vielen Gründen sehr teuer – auch wenn man mit einer dezentralen Serverstruktur arbeitet.

Sie können sich ja mal anmelden um sich auf einem der Server den Nutzernamen der Wahl zu sichern, wenn es wider Erwarten doch etwas geben sollte oder um als Soschähl Miedia Berater mastodon Know-How aufzubauen, aber zwingend ist das derzeit nicht.

Wer mehr Hintergründe möchte – die gibt es bei The Verge. oder bei den mobilegeeks.

Und zum Abschluss:

Repariert die Diskussionskultur

social-media-filterblasen-fakten-entspannen

Radikalisierung der Diskussionen

Bewegt man sich derzeit im politischen Bereich auf twitter und Facebook, erlebt man eine zunehmende Radikalisierung der Diskussionskultur. Es wird sich beschimpft, zu Werbeboykotts aufgerufen, geblockt und gedroht, was das Zeug hält. Der Ton ist in den letzten Monaten, gerade aber in den letzten Wochen, rauh geworden.

Ich sehe diese Entwicklung bedenklich – sie hat etwas von den Bierhausschlägereien zwischen Nazis und Kommunisten in der Spätzeit der Weimarer Republik, bei denen die bürgerliche Mitte schweigend wegschaute. Wohin das führte, wissen wir.

Nun ist die Situation sicherlich nicht so dramatisch, wie sie es damals war, doch ist eine Frontenbildung zu beobachten, von der man nicht weiß, wohin sie führen wird. Und das ist bedenklich.

Hier vier Tipps, wie man Social Media für sich wieder reparieren kann.

1. Raus aus den Filterblasen

Das ist die Grundlage: Kommt raus aus den Filterblasen. Folgt nicht nur denen, die twitter Euch vorschlägt. Befreundet Euch nicht nur denen, die Eurer Meinung sind, reagiert nicht nur auf Beiträge, die Eure volle Zustimmung finden, blockt nicht User, die einer anderen politischen Meinung sind.

Mit zwei kurzen Beispielen will ich das verdeutlichen.

Baut Euch ein abwechslungsreiches Umfeld auf

Im Herbst 2016 machte der österreichische Journalist Florian Klenk den Vorschlag, bestimmte ORF Sendungen mit türkischen Untertiteln zu versehen, woraufhin jemand auf Facebook schrieb: “Kann den wer anzünden bitte?”. Klenk setzte sich mit dem Mann namens Boris in Verbindung und traf sich mit ihm. Der Artikel dazu ist immer noch lesenswert. Noch interessanter ist aber, dass Boris seine Meinung dazu überdacht hat.

Ich nutze nach wie vor Facebook, Youtube und andere Medien im Internet. Ich habe jedoch ganz bewusst versucht, Filterblasen und Echokammern nicht nur zu vermeiden, sondern bestehende aktiv zu durchbrechen und das ist einfacher als man denkt. Ich habe viele meiner “Gefällt mir” und Abonnements auf Facebook entfernt und statt dessen versucht eine ausgewogenere Infrastruktur an News-Quellen zu aufzubauen.

Seine komplette Aussage kann man hier nachlesen.

Und genau das versuche ich. Ich folge Politikern (fast) aller Parteien, durch meine Timeline kommen Ralf Steger, Peter Altmeier, der Regierungssprecher, Beatrix von Storch, Christopher Lauer und Markus Söder. Ich beziehe News von der TAZ, von der FAZ, vom Spiegel, vom Stern und auch Tichys Einblick. Eben das ganze Spektrum. Mal twittern die einen kluge Dinge, mal die anderen. Zum Nachdenken kommt man auf jeden Fall.

In dem Zusammenhang noch kurz angemerkt: ich bin gegen Werbeboykottaufrufe, wie man sie unter dem Hashtag #keinGeldfürRechts erlebt. Dazu habe ich selber schon was geschrieben, lesenswert dazu auch Stefan Winterbauer. Bei dieser Problematik kann man mit guten Gründen auch anderer Meinung sein, aber für mich gehört zur Meinungsfreiheit dazu, diese auch unbeeinträchtigt finanzieren zu können – auch wenn mir einzelne Meinungen nicht passen. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich kann jedenfalls jedem nur raten, sich einen bunten Strauß an Meinungen in sozialen Netzen aufzubauen und sich selbst Gedanken zu machen.

Dabei gilt für mich: RT, Follow oder eine andere Reaktion heißt nicht zwingend Zustimmung. Das ist für viele freilich leider nicht zu verstehen und hat mich schon den ein oder anderen Follower und Facebook-Freund gekostet.

Auch geblockt wurde ich schon…

Blockt nicht so viel

Der Berliner SPD Politiker Christopher Lauer kritisierte den Polizeieinsatz in der Neujahrsnacht 2017 in Köln. Neben Zuspruch gab es viel Kritik, besonders nachdem Lauer einen Sparkassen Mitarbeiter, der ihm per E-Mail mitteilte, künftig AFD zu wählen, an den Twitter-Pranger stellte.

Lauer tweetet mehrfach an seine Kritiker, dass diese nicht in der Mehrheit seien.

lauer-kritiker-mehrheit

Kein Wunder, hat er doch die meisten geblockt und kann die Kritik daher gar nicht sehen:

christopher-lauer-blockt

Auch so verstärkt man seine Filterblase. Also, nicht direkt blocken, entfrienden oder entfolgen, wenn einem mal was nicht passt.

Bleibt entspannt

Auf der anderen Seite kann ich Lauer aber auch verstehen. Denn neben sachlicher Kritik musste er sicher viele harte Kommentare einstecken (wobei man über Lauers andauernde “Geht Kacken” tweets auch diskutieren kann…). Dass einem das zu viel werden kann, ist also nachvollziehbar. Wären alle etwas entspannter und würden bessere Manieren an den Tag legen, wäre das aber alles wohl gar nicht notwendig.

Generell sollte man Diskussionen gerade in sozialen Netzen möglichst entspannt führen. Nicht jeder, der die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin hinterfragt ist ein Nazi oder eine braune Kackwurst. Und ebenso wenig ist jemand, der die Flüchtlingspolitik befürwortet ein “linksversiffter Gutmensch”, dem es “die Bereicherer mal ordentlich besorgen” sollten.

Denkt Euch einfach, Ihr würdet mit dem Gegenüber persönlich sprechen. Würdet Ihr dann sowas sagen? Eben.

Ein entspannter Diskussionsstil entschärft jedenfalls vieles.

Ach ja, und noch was. Wenn einer was unliebsames sagt ist das in erster Linie Grundlage für eine direkte Diskussion. Wenn es strafrechtlich relevant ist ggf. auch für die Staatsanwaltschaft. Aber im Regelfall nichts für öffentliches Anschwärzen, z.B. beim Arbeitgeber.

Haltet Euch an die Fakten

Oh, ein weites Feld. Ich will jetzt an dieser Stelle gar nicht groß in die Fakenews Debatte, postfaktisches Zeitalter etc. einsteigen. Dazu schreiben klügere Köpfe als ich. Nur wieder ein kleines Beispiel.

Am 10. Januar hat der Europäische Gerichtshof für Menschrechte entschieden, dass eine muslimische Schülerin aus der Schweiz am gemischten  Schwimmunterricht teilnehmen muss. Auf twitter fiel mir in dem Zusammenhang ein tweet auf, der in etwa lautete “Warum müssen Muslime zum Schwimmunterricht. Für andere Befreiung kein Problem, z.B. strenggläubige Christen”. Hat mich gewundert, kenne ich aus eigener Erfahrung anders, hat mich interessiert. Ich frage nach “Wo ist das, kenne ich anders.” Antwort “Bei uns ist das so.” Ich “Hier in Bonn an vier Schulen anders erlebt. Was für eine Schule ist das”. Ich schaue in die einschlägigen Regelungen, kann es mir immer weniger vorstellen. Eine Antwort erhalte ich freilich nicht mehr, vielmehr wurde ich von der Person geblockt. Immerhin: die tweets mit den falschen Aussagen wurden gelöscht.

Daher: Schreibt keine Lügen. Erfindet keine Vergewaltigungen durch Flüchtlinge. Erfindet nicht einfach Fakten. Kehrt Euch unangenehme Tatsachen oder News nicht einfach unter den Tisch, nur weil das nicht in Euer Weltbild passt.

Produziert keine Fakenews und teilt möglichst nichts, was nicht den Fakten entspricht – auch wenn es nicht immer einfach ist, das zu beurteilen.

Dann brauchen wir auch keine Behörde, die beurteilt was wahr ist und was nicht. Das wäre mir nämlich zu viel Orwell.

Problematisch ist in dem Zusammenhang aber auch, dass viele Medien mehr und mehr versuchen, erzieherisch tätig zu werden und an sich sachlichen Meldungen einen (Meinungs-)Spin zu geben. Schön zu beobachten beim Spiegel, wo es in die eher linke Ecke geht und andererseits beim Focus, wo der Ball nach rechts gespielt wird. Eine deutlichere Unterscheidung zwischen Meldung und Meinung wäre hier wünschenswert.

Nehmt Euch nicht so wichtig

Zuletzt: Ich bin nicht der Mittelpunkt der Welt. Auch nicht der Mittelpunkt auf twitter oder facebook. Du übrigens auch nicht.

Denk mal drüber nach.

Und nicht nur darüber.

Augen auf bei Freundschaftsanfragen auf facebook

vorsicht-bei-facebook-freundschaftsanfragen

Sie bekommen bei Facebook eine Freundschaftsanfrage? Es lohnt sich, genau hinzuschauen, denn es gibt hier immer wieder Betrugsversuche.

Folgende Fälle treten besonders häufig auf:

Anfragen von bestehenden Kontakten

Sie bekommen eine Freundschaftsanfrage von jemanden erhalten, mit dem Sie eigentlich schon befreundet sind?

Dann Vorsicht, denn es ist wieder einmal so weit: auf Facebook werden immer wieder massenhaft reale Profile kopiert, die dann mit den Kontakten des echten Profils in Kontakt treten. Als erstes kommt die Freundschaftsanfrage, als nächstes kommt eine private Nachricht. Im besten Fall werden Daten abgefragt, im schlimmsten wird man gebeten, aufgrund eines angeblichen Notfalls Geld zu überweisen oder per PayPal zu versenden.

Überprüfen Sie zuerst über die Suche, ob Sie die betroffene Person nicht doch noch unter Ihren Kontakten haben. Wenn ja – schauen Sie sich das anfragende Profil genauer an. Ein hartes Indiz für einen Fake sind nur wenige Kontakte und Rechtschreibfehler.

Sie sollten den echten Kontakt sofort darüber informieren, dass es hier einen Social Hacking Versuch gibt und das Profil bei Facebook gibt. Schreiben Sie auch öffentlich auf Facebook, dass es offensichtlich eine gefakte Freundschaftsanfrage von einem Kontakt gibt – nicht jeder schaut genau hin.

Anfragen von hübschen jungen Damen

Hier sind besonders Männer Opfer: auffallend hübsche junge Damen, vorzugsweise aus dem gleichen Ort, wollen mit einem befreundet sein.

Anfangs sehen die Profile meist noch ganz harmlos aus, posten aber nach kurzer Zeit Werbung für ziemlich explizite Sex Seiten oder Dating Apps.  Besonders peinlich wird es, wenn diese Köderprofile Sexlinks auf Ihrer Pinwand posten.

Warum ich mich heute über die Süddeutsche Zeitung geärgert habe – mit Updates

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Updates am Ende des Artikels

Ein großes Thema derzeit ist ja der Umsatz mit Fakenews und Hatespeech in sozialen Netzen. Besonders Facebook steht hier in der Kritik, nicht schnell genug, falsch oder nach undurchsichtigen Kriterien vorzugehen.

Das Süddeutsche Zeitung Magazin macht jetzt mit einer großen “exklusiven” Story über facebooks Löschteam in Berlin auf. Ja, gut dass das Thema behandelt wird – aber exklusiv ist hier nichts, jedenfalls nichts mit Relevanz. Und es ist auch nicht das erste mal, dass ein Mitarbeiter aus dem – übrigens von Bertelsmann Tochter Arvato – gestellten Löschteam “auspackt”.

Das war nämlich schon einige Wochen vorher bei den Mobilegeeks der Fall. Carsten Drees hat dort nämlich einen sehr guten und umfassenden Artikel zum Thema geschrieben. Jedenfalls umfassender und nicht so reißerisch wie bei den Kollegen aus München.

Besonders ärgert mich aber, dass der Beitrag bei den Mobilegeeks den SZ Autoren schon vorher bekannt gewesen sein muss. Zum einen deuten Tweets von Till Krause darauf hin, zum anderen ist es unmöglich, zu dem Thema zu recherchieren ohne auf den Mobilegeeks Beitrag zu stoßen.

Soviel also zum Thema Qualitätsjournalismus.

Eine direkte Stellungnahme gibt es übrigens von MG Gründer Sascha Pallenberg. Und weil die viel ausführlicher ist und Sascha viel besser schreiben kann als ich, empfehle ich diese zur Lektüre. Besonders hinweisen möchte ich auf den Vorschlag, den Hashtag #insidefacebook zu kapern, um auf die mangelnde Exklusivität hinzuweisen.

Ach – noch ein kleiner Nachtrag, wer sich für Facebook Löschkriterien aus US-Sicht interessiert, sollte diesen Inside Facebook Beitrag lesen.

Update 1 – ich ärgere mich weiter

Warum ich mich weiter über die SZ ärgere – die Story wird mir jetzt zu reißerisch und voyeuristisch angepriesen. Wie dieser tweet von Hannes Grassegger zeigt:

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Ja sind wir hier bei der SZ oder bei heftig.co?

 

Was ich als Scholz & Friends zu #KeinGeldfuerRechts geschrieben hätte

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Inzwischen hat Scholz & Friends reagiert. Eine schnelle Einschätzung dazu von mir findet sich auf Facebook, wird aber auch hier im Blog folgen. Kurz gesagt: Stefan Wegners Stellungnahme wird die Diskussion wohl kaum befrieden.

#KeinGeldfürRechts und die Stellungnahme von Scholz & Friends

Die meisten werden es mitbekommen haben: Gerald Hensel, Werber bei Scholz & Friends, hat auf seinem Blog eine Initiative unter dem Hashtag #KeinGeldfuerRechts gestartet, mit dem er rechten Medien den Geldhahn zudrehen will. Agenturen sollten bei rechten Seiten keine Werbung schalten und diese auf die Blacklists setzen, was Retargeting und andere automatisierte Einblendungen angehe. So weit so gut – oder auch nicht. Ich persönlich halte diese Kampagne für falsch, insbesondere weil Hensel bei der Auswahl der zu boykottierenden Seiten deutlich übers Ziel hinausgeschossen ist. Nicht alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, ist böse. Genau so fände ich übrigens eine #KeinGeldfuerLinks Aktion falsch, ausführlicher hier.

Jedenfalls hat auf der FaceBookseite seines Arbeitgebers eine regelrechte Bewertungsschlacht begonnen. Kritiker des Aufrufs bewerten die Agentur mit einem Stern, Befürworter kontern mit der vollen Punktzahl. Auch darüber mag man trefflich streiten; Hensel und Scholz&Friends sind an dieser Entwicklung aber nicht ganz unschuldig, hatte sich doch Hensel auf die Rückendeckung seines Arbeitgebers berufen und andererseits die Agentur am 8. Dezember folgendes auf ihrer Facebookseite veröffentlicht:

Liebe Facebook-Community,

ganz schön was los bei uns in den letzten Stunden. Wir möchten zunächst mal kurz darauf hinweisen, dass die Aktion #keingeldfürrechts die private Initiative unseres Mitarbeiters Gerald Hensel ist. Also seid Ihr hier an der falschen Adresse. Und wer glaubt, dass er indirekt bei uns Druck aufbauen kann, damit wir diesen dann an einen Friend weitergeben, kennt unsere Agentur nicht. Zu #keingeldfürrechts kann man unterschiedliche Meinungen haben. Aber wir überlassen das jeder Privatperson und auch jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter bei uns, sich diese selbst zu bilden.

Was wir grundsätzlich toll finden: Friends, die sich engagieren und die Meinung und Haltung mitbringen. Und gerne darüber streiten. Dann sind sie richtig bei Scholz & Friends. Das gilt für Gerald und zum Glück auch für ganz viele andere Friends.

Euer Team von Scholz & Friends

Den Link zum Original-Post habe ich hier, einen Screenshot gibt es unten. Ich halte dieses Posting für ungeschickt und bin mir sicher, dass es wesentlich dazu beigetragen hat, den Kampf um die Bewertungshoheit zu verschärfen.

Was hätte man anders schreiben können?

Kritisieren ist gut, besser oder zumindest anders machen aber etwas ganz – öhm – anderes. Was hätte ich also geschrieben.

Liebe Facebook-Community,

es ist hier ja ganz schön was los in den letzten Stunden.

Wir möchten zunächst mal kurz darauf hinweisen, dass die Aktion #keingeldfürrechts die private Initiative unseres Mitarbeiters Gerald Hensel ist.

Wir als Agentur treten für eine breite, bunte und vielfältige Medienlandschaft ein. Verschiedene Meinungen und eine lebendige Diskussionskultur machen eine Demokratie aus, ja ohne diese wäre sie wohl gar nicht möglich.

Daher finden wir #keingeldfürrechts nicht gut. Eine Aktion #keingeldfürlinks fänden wir übrigens genauso schlecht.

Wichtig ist aber auch, dass jeder Mensch offen an der politischen Diskussion teilnehmen kann, ohne Angst vor Repressalien haben zu müssen, besonders auch nicht von seinem Arbeitgeber.

Wer daher glaubt, dass er indirekt bei uns Druck aufbauen kann, damit wir diesen dann an einen Kollegen weitergeben, ist hier an der falschen Adresse – denn Meinungsfreiheit ist für uns kein hohles Wort.

Euer Team von Scholz & Friends

Ich bin kein Werber oder Texter, insoweit ist dieser Text nicht perfekt, aber ich glaube, es wird deutlich was ich damit sagen will: so eine Aktion, die andere Medien mundtot machen will, ist nicht akzeptabel. Aber wegen eines einmaligen Ausrutschers direkt einen Mitarbeiter zu entlassen, ist auch überzogen.

Ein #henselgate für Scholz & Friends?

Fragen wirft der weitere Umgang von S&F mit Hensels Aktion auf, die sich für die Agentur zusehends zum #henselgate entwickelt.

Die Einsternebewertungen nehmen zu, die positiven stagnieren. Es gibt Beschimpfungen deutlich unterhalb der Gürtellinie und Kunden von S&F werden aufgefordert, die Verträge mit der Agentur zu kündigen, ansonsten werde man die Unternehmen boykottieren.

Nicht schön. Und die Reaktion von Scholz & Friends dazu? Schweigen.

So gibt es seit dem zitierten Facebook Post keine weitere öffentliche Stellungnahme, die Adventskalender Aktion auf Facebook wird nicht fortgeführt, auf tweets wird nicht mehr reagiert, eine ziemlich verunglückte Mail an Broder von achgut.com. Stattdessen ist die Pressemitteilung, mit der Hensels Verpflichtung kommuniziert wurde, nicht mehr erreichbar. Die ursprünglich witzige 404 Seite mit dem confused Vincent Vega Meme ist seriös geworden.

Man mag fast den Eindruck gewinnen, dass eine Deutschlands renommiertester Agenturen einen Kommunikationsberater braucht.

Anhang – der Screenshot

henselgate-stellungnahme-scholz-friends-facebook

Screenshot 14.12.2016 ca. 7:30h.

Öffentlich einsehbares Facebook-Profil von Hussein Khavari aus Freiburg

Screenshot des öffentlich einsehbaren Facebook-Profils von Hussein Khavari aus Freiburg, des mutmaßlichen Mörders von Maria L.

hussein-khavari-freiburg

Die Post-Smartphone-Ära fängt gerade an

Die Überschrift ist natürlich Clickbait…

Daher vorab: ich fand es schon immer eigenartig, von der Post-PC-Ära zu sprechen. Der PC ist immer noch da und wird auch noch lange bleiben. Ich fand daher den Begriff der “Not-Only-PC-Era” auch passender.

Aber: wir werden bald auch von der Post-Smartphone-Ära sprechen.

der wahre Kern

Unbestritten ist derzeit aber das Smartphone das zentrale digitale Gerät für die meisten Menschen. Zwei aktuelle Gadgets und eine weitere Beobachtung deuten aber an, dass es diese zentrale Position nicht auf Dauer innehaben wird.

Zunächst einmal zu den beiden Gadgets, die mich auf diesen Gedanken bringen.

Zum einen ist dies Snap Spectactles, eine Kamera in einer Brille, mit der man kurze Videos für Snapchat aufnehmen kann, zum anderen Amazon Echo, das stellvertretend für die anderen intelligenten Lautsprecher ist, die bald auf den Markt kommen werden.

(Wem das jetzt alles zu lang wird: ganz unten gibt es ein tl;dr.) “Die Post-Smartphone-Ära fängt gerade an” weiterlesen