Köpfe: Manfred Nink

Manfred Nink wurde am 27.04.1950 in Trier-Kürenz geboren. Er machte eine Lehre als Kfz-Mechaniker, diente als Soldat auf Zeit und wurde staatlich geprüfter Techniker für Maschinenbau und Versorgungstechnik; danach arbeitete er im technischen Dienst der Bundeswehrverwaltung. Der SPD gehört er seit 1969 an, politisch aktiv wurde er aber erst ab 1989. In seiner Heimatgemeinde Kenn saß er im Ortsgemeinderat und war ab 1996 Ortsbürgermeister, außerdem führte er die SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Schweich und ab 2002 den SPD-Kreisverband Trier-Saarburg.

Ab 2001 gehörte Nink dem Landtag von Rheinland-Pfalz an, wo er verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion war; als Beruf vermerkte die Bundestagsverwaltung daher Mitglied des Landtages. Bei der Bundestagswahl 2009 kandidierte er im Wahlkreis Trier, unterlag dem CDU-Kandidaten Bernhard Kaster und rutschte über Platz sieben der Landesliste Rheinland-Pfalz doch noch ins Parlament: Erst am Morgen nach der Wahl stand fest, dass er als letzter SPD-Bewerber aus Rheinland-Pfalz den Einzug geschafft hatte. Am 27.10.2009 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die SPD, sein Landtagsmandat ging an eine Nachrückerin. Als Religion vermerkte die Bundestagsverwaltung ohne Angaben und als Familienstand verheiratet, 2 Kinder. Zur Bundestagswahl 2013 trat er nicht mehr an und schied am 22.10.2013 aus dem Bundestag aus.

Stand: 16.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Techniker mit Bodenhaftung; Trierischer Volksfreund; Datenhandbuch des Deutschen Bundestages (abgerufen 16.10.2026).

Köpfe: Ernst Paul (Württemberg)

Schriftsetzer, sudetendeutscher Sozialdemokrat, Redakteur in Prag, Exilant in Schweden, Chefredakteur in Stuttgart und Flüchtlingspolitiker im Europarat: Ernst Paul, geboren am 27.04.1897 in Steinsdorf in Böhmen, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1969 an. Er starb am 11.06.1978 in Esslingen.

Kurzprofil

  • Geboren: 27. April 1897 in Steinsdorf
  • Gestorben: 11. Juni 1978
  • Beruf: Journalist
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1949 bis 1969 (1. bis 5. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet

Prag

Paul lernte Schriftsetzer und gehörte laut Handbuch seit 1913 der deutschen Sozialdemokratie in Böhmen an, aus der die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei hervorging. Von 1919 bis 1926 führte er den Sozialistischen Jugendverband, von 1925 bis 1938 war er Redakteur des Sozialdemokrat in Prag. Die Republikanische Wehr leitete er erst als Geschäftsführer, ab 1936 als Vorsitzender; später wurde er Parteisekretär und Vorstandsmitglied.

Schweden

1939 war Paul in Schweden und kehrte nach dem deutschen Einmarsch in Prag nicht zurück. Er wurde ausgebürgert und leitete die sudetendeutsche sozialdemokratische Emigration, eng verbunden mit Wenzel Jaksch, der später ebenfalls im Bundestag saß. Von 1945 bis 1948 war er Schatzmeister des Hilfskomitees für sudetendeutsche Flüchtlinge.

Stuttgart

1948 kam Paul nach Deutschland. Von 1949 bis 1951 war er Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung in Stuttgart und Mannheim, danach freier Journalist; zeitweise führte er die Seliger-Gemeinde. Die Stammdaten führen ihn als Journalisten, verheiratet. Fünfmal, von 1949 bis 1969, wählte er in der Bundesversammlung mit.

Jugendschutz

Sein Mandat umfasste 1.122 Sitzungen; die Protokolle zählen 36 Reden mit 17.604 Wörtern und keinen Zwischenruf. In der ersten am 18. Oktober 1950 beantragte er namens der SPD, das Jugendschutzgesetz an den Ausschuss zurückzuverweisen. Jugendliche sollten nicht nur bei Dunkelheit geschützt werden, und das Herumtreiben dürfe man nicht so definieren, dass bei Kontrollen Missstände entstünden.

Europarat

Laut Handbuch leitete Paul von 1958 bis 1966 im Europarat den Ausschuss für Bevölkerung und Flüchtlinge und war von 1962 bis 1967 Sprecher der deutschen Delegation in der Westeuropäischen Union. Seine letzte Wortmeldung am 7. Mai 1969 war eine Frage nach einem Sozialabkommen mit Schweden, wo es viele Rentner beider Länder gebe; nachgefragt, was die Regierung unter bald verstehe.

Abstimmungen

Weil die Daten der ersten beiden Wahlperioden als unzuverlässig gelten, bleiben sie hier außen vor. In den 62 namentlichen Abstimmungen der dritten bis fünften Wahlperiode wich Paul kein einziges Mal von der SPD ab. 1977 erschienen seine Erinnerungen Gegen den Krieg, für die Demokratie. 1969 schied er mit 72 Jahren aus und starb mit 81 Jahren.

Mandate im Überblick

Paul zog von 1949 bis 1965 fünfmal über die Landesliste der SPD in Württemberg-Baden und Baden-Württemberg in den Bundestag ein:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Württemberg-Baden, SPD-Fraktion
  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Walter Kolbow

Verwaltungsjurist aus Unterfranken, Verteidigungsstaatssekretär und Koordinator der Hilfe in Mazedonien: Walter Kolbow, geboren am 27.04.1944 in Spittal an der Drau, gehörte dem Bundestag von 1980 bis 2009 für die SPD an. Er starb am 28.04.2024 in Ochsenfurt, einen Tag nach seinem 80. Geburtstag.

Kurzprofil

  • Geboren: 27. April 1944 in Spittal (Drau)
  • Gestorben: 28. April 2024
  • Beruf: Verwaltungsjurist, Parl. Staatssekretär a. D.
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1980 bis 2009 (9. bis 16. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder

Jurist

Nach der Volksschule in Ingolstadt und Ochsenfurt und dem Röntgen-Gymnasium Würzburg diente Kolbow von 1964 bis 1966 bei der Luftwaffe; er war Hauptmann der Reserve. Er studierte Recht in Würzburg, ergänzt durch ein Studium in Speyer, und legte 1970 und 1974 die Staatsexamen ab. 1975 wurde er Magistratsrat in Frankfurt am Main, von 1978 bis 1980 forschte er für die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Partei

1967 trat Kolbow der SPD bei. Von 1972 bis 1976 saß er im Stadtrat von Ochsenfurt, von 1978 bis 1981 in Würzburg. Bis 2008 führte er den SPD-Bezirk Unterfranken, danach war er dessen Ehrenvorsitzender.

Verteidigung

Von 1994 bis 1998 war Kolbow verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion. Am 27. Oktober 1998 berief ihn Gerhard Schröder zum Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Vom 6. April bis zum 31. Dezember 1999 koordinierte er als Beauftragter der Regierung die deutsche Hilfe in Mazedonien. Am 22. November 2005 schied er aus und wurde stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen-, Entwicklungs- und Verteidigungspolitik und Menschenrechte.

Reden

Die erste Rede am 25. März 1982 hielt er als Berichterstatter der Koalitionsfraktionen über eine monatelange Untersuchung. In der letzten am 2. Juli 2009, 1.594 Wörter lang, erklärte er, die SPD stimme dem Einsatz der AWACS-Flugzeuge der NATO über Afghanistan nach gründlicher Beratung mit großer Mehrheit zu. An 930 von 937 namentlichen Abstimmungen nahm er teil; 21-mal wich er ab, so bei der Vertrauensfrage am 1. Juli 2005 mit einer Enthaltung. Am 24. Januar 1986 genehmigte der Bundestag ein Strafverfahren gegen ihn.

Ehrungen

2009 trat Kolbow nicht mehr an. Er erhielt 1989 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2009 die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber und den Ehrenring der Stadt Würzburg, 2012 das Große Bundesverdienstkreuz. Er engagierte sich in der Deutsch-mazedonischen Gesellschaft und bei Bundeswehr hilft Kindern in der Dritten Welt. Sein Sohn Alexander Kolbow ist SPD-Stadtrat in Würzburg.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Verwaltungsjuristen und Parlamentarischen Staatssekretär a. D., evangelisch, verheiratet, zwei Kinder, und als Geburtsort Spittal / Drau; andere Quellen bezeichnen ihn zuletzt als verwitwet. Das Sterbedatum ist dort nachgetragen.

Mandate im Überblick

Kolbow zog achtmal über die Landesliste Bayern in den Bundestag ein; 1994 und 1998 kandidierte er auch im Wahlkreis Würzburg:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Willi Hoss

Kommunist, Schweißer bei Daimler-Benz, aus der IG Metall ausgeschlossener Betriebsrat, Mitgründer der Grünen und Fraktionssprecher: Willi Hoss, geboren am 27.04.1929 in Vaals in den Niederlanden, saß von 1983 bis 1985 und von 1987 bis 1990 für die Grünen im Bundestag. Er starb am 20.02.2003 in Stuttgart.

Kurzprofil

  • Geboren: 27. April 1929 in Vaals
  • Gestorben: 20. Februar 2003
  • Beruf: Hochdruckschweißer
  • Partei: DIE GRÜNEN/BÜNDNIS 90
  • Bundestag: 1983 bis 1990 (10. bis 11. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder

Herkunft

Hoss‘ Eltern, der Bäcker Wilhelm Lambert Hoss und die Niederländerin Katharina Emmen, waren 1928 in der Weltwirtschaftskrise nach Vaals gezogen und kehrten 1937 nach Oberhausen zurück. 1943 verließ Hoss die Volksschule, nach dem Krieg arbeitete er als Landarbeiter.

KPD und DKP

1945 trat Hoss der KPD bei und besuchte von 1949 bis 1951 die Parteihochschule Karl Marx in Kleinmachnow. Nach dem Verbot 1956 lernte er in einem Lehrgang Schweißen und betrieb verdeckte Parteiarbeit in Betrieben; nach zwei Entlassungen im Düsseldorfer Raum stellte ihn Daimler-Benz in Untertürkheim 1959 ein. Der 1968 gegründeten DKP trat er bei, schloss sich aber der Kritik am Ende des Prager Frühlings an und wurde 1970 ausgeschlossen.

Betriebsrat

Anfang der siebziger Jahre trat Hoss mit einer eigenen Liste, der Plakat-Gruppe, zur Betriebsratswahl an und erhielt 1972 mit seinem Kollegen Mühleisen 28 Prozent. Die IG Metall schloss ihn wegen gewerkschaftsschädigender Aktivitäten aus; Heinrich Böll und andere Schriftsteller protestierten dagegen. Ab 1979 saß er im verhandlungsführenden Betriebsausschuss.

Bundestag

1979 gehörte Hoss zu den Gründern der Grünen. 1983 zog er in den Bundestag ein, schied aber am 12.04.1985 nach dem Rotationsprinzip aus, das er abgelehnt, aber respektiert hatte, und kehrte zu Daimler-Benz zurück. 1987 wurde er wiedergewählt, ab dem 15.01.1990 war er einer der drei Sprecher der Fraktion. Für 1990 stellte ihn die Partei nicht mehr auf. Die Plenarprotokolle verzeichnen 76 Reden, 87 Zwischenrufe und 191 namentliche Abstimmungen.

Amazonien

Ab 1991 arbeitete Hoss für Indigene im brasilianischen Regenwald, gründete die Initiative Armut und Umwelt in Amazonien und 1994 den Verein POEMA Stuttgart, der 2008 den Stuttgarter Friedenspreis erhielt. Dabei arbeitete er mit Managern von Daimler zusammen. 2001 trat er mit seiner Frau wegen des Afghanistan-Einsatzes aus der Partei aus.

Familie

Hoss war zweimal verheiratet und hatte zwei Kinder. Die Schauspielerin Nina Hoss ist seine Tochter aus der Ehe mit der Schauspielerin und Intendantin Heidemarie Hoss-Rohweder. Er liegt auf dem Waldfriedhof Stuttgart.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Hoss Hochdruckschweißer, ohne Angaben zur Religion, verheiratet mit zwei Kindern, und verzeichnen Mandate vom 29.03.1983 bis zum 12.04.1985 und vom 18.02.1987 bis zum 20.12.1990. Seine Zeit in KPD und DKP führen sie nicht auf.

Mandate im Überblick

Hoss zog zweimal über die baden-württembergische Landesliste der Grünen in den Bundestag ein:

  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 12.04.1985): Landesliste Baden-Württemberg, Fraktion Die Grünen
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Baden-Württemberg, Fraktion Die Grünen, Fraktion Die Grünen/Bündnis 90

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: NoMBe

NoMBe, mit bürgerlichem Namen Noah McBeth, ist ein deutsch-amerikanischer Musiker, Multiinstrumentalist und Produzent. Er kam am 27. April 1991 in Heidelberg zur Welt und wuchs dort überwiegend bei seinen Großeltern auf; früh erhielt er klassischen Klavierunterricht.

Nach dem Abitur 2010 ging er zum Musikstudium nach New York und Miami und ließ sich später in Los Angeles nieder. Seinen Stil beschreibt er als „Electric Soul“, eine Mischung aus Indie, Chillwave und Soul. Er besitzt die deutsche und die amerikanische Staatsangehörigkeit.

Stand: 16.10.2026

Köpfe: Ryoko Murakami

Ryoko Murakami (japanisch 村上涼子(中村りかこ,黒木菜穂)) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Kanagawa. Sie wurde am 27. April 1976 geboren. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand fälschlich der 29. April 1977.

2003 debütierte sie, nach einer Pause von etwa einem Jahr startete sie 2005 als Rikako Nakamura neu.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 158 Zentimetern und Körbchengröße G, die Oberweite misst 88, die Taille 61 und die Hüfte 88 Zentimeter. Ihr Hobby ist Einkaufen.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Edvard I. Moser

Wie finden Sie sich in einer fremden Stadt zurecht, wie wissen Sie, wo Sie gerade stehen und in welche Richtung Sie gehen müssen? Das Gehirn erzeugt dafür eine Art innere Landkarte, ein Positionierungssystem, das manchmal als „GPS des Gehirns“ bezeichnet wird. Der norwegische Neurowissenschaftler Edvard I. Moser hat gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau May-Britt Moser einen zentralen Bestandteil dieses Systems entdeckt: die Gitterzellen. Für die Entdeckung von Zellen, die ein Positionierungssystem im Gehirn bilden, erhielten die beiden 2014 gemeinsam mit dem britisch-amerikanischen Forscher John O’Keefe den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Herkunft und Studium

Edvard Ingjald Moser wurde am 27. April 1962 in Ålesund an der norwegischen Westküste geboren. Seine Eltern stammten aus Deutschland und waren als Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft nach Norwegen gekommen. Bereits als Jugendlicher interessierte er sich für Naturwissenschaften und für die Frage, wie das Verhalten von Menschen und Tieren zustande kommt.

Moser studierte an der Universität Oslo Psychologie und daneben Mathematik, Statistik und Neurobiologie. An der Universität lernte er May-Britt kennen, die wie er aus der Region um Ålesund stammte. Die beiden beschlossen früh, gemeinsam zu erforschen, wie das Gehirn Verhalten hervorbringt. In Oslo arbeiteten sie bei dem Neurophysiologen Per Andersen, einem Experten für den Hippocampus, eine Hirnregion, die für Gedächtnis und Orientierung wichtig ist. Edvard Moser wurde 1995 in Neurophysiologie promoviert.

Lehrjahre und eigener Aufbruch

Nach der Promotion gingen die Mosers für Forschungsaufenthalte ins Ausland, unter anderem nach Edinburgh zu Richard Morris, der mit einem nach ihm benannten Wasserlabyrinth das räumliche Lernen bei Ratten untersuchte, und nach London in das Labor von John O’Keefe. O’Keefe hatte 1971 im Hippocampus von Ratten sogenannte Ortszellen entdeckt: Nervenzellen, die immer dann aktiv werden, wenn sich das Tier an einem bestimmten Ort befindet. Von ihm lernten die Mosers, die Aktivität einzelner Nervenzellen bei frei laufenden Tieren zu messen.

1996 erhielten beide Stellen an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) in Trondheim. Dort bauten sie mit bescheidenen Mitteln ein eigenes Labor auf. Aus diesen Anfängen entstanden später das Centre for Neural Computation und das Kavli-Institut für Systemneurowissenschaften, das Edvard Moser bis heute leitet.

Die Frage nach der Herkunft des Ortssignals

Ortszellen waren damals schon gut beschrieben, aber eine Frage blieb offen: Woher bekommt der Hippocampus seine Information über den Ort? Die Mosers vermuteten, dass das Signal nicht im Hippocampus selbst entsteht, sondern von einer vorgeschalteten Region geliefert wird. Ein naheliegender Kandidat war der entorhinale Kortex, eine Rindenregion, die eng mit dem Hippocampus verbunden ist.

Anfang der 2000er-Jahre begannen sie, mit dünnen Elektroden die Aktivität von Nervenzellen im entorhinalen Kortex zu messen, während Ratten in einer großen Box nach verstreuten Futterstückchen suchten. Dabei hielten sie fest, an welchen Stellen eine Zelle feuerte. Was sie fanden, war verblüffend: Eine einzelne Zelle reagierte nicht nur an einem Ort, sondern an vielen – und diese Orte waren regelmäßig angeordnet. Trug man die Punkte in eine Karte ein, ergab sich ein Muster aus gleichseitigen Dreiecken, das sich wie ein Gitter aus Sechsecken über die gesamte Fläche legte.

Gitterzellen – ein Koordinatensystem im Kopf

2005 veröffentlichten die Mosers und ihre Mitarbeitenden die Entdeckung in der Fachzeitschrift Nature und nannten die Zellen Gitterzellen. Verständlich ausgedrückt: Gitterzellen funktionieren ähnlich wie die Linien auf einem Stadtplan. Sie liefern ein regelmäßiges Bezugsraster, mit dessen Hilfe das Gehirn Entfernungen und Positionen bestimmen kann – unabhängig davon, wie die Umgebung aussieht. Auch im Dunkeln bleibt das Muster weitgehend erhalten, weil das Gehirn die eigene Bewegung, also Geschwindigkeit und Richtung, fortlaufend verrechnet.

Verschiedene Gitterzellen unterscheiden sich in der Maschenweite ihres Rasters und in dessen Ausrichtung und Verschiebung. Benachbarte Zellen decken leicht versetzte Punkte ab, sodass das Netz gemeinsam den gesamten Raum lückenlos erfasst. Von oben nach unten im entorhinalen Kortex wird das Gitter in Stufen gröber. Durch die Kombination mehrerer solcher Raster lässt sich ein Ort sehr genau bestimmen.

In den folgenden Jahren fand das Team in derselben Region weitere spezialisierte Zellen: Kopfrichtungszellen, die anzeigen, in welche Richtung das Tier blickt, Grenzzellen, die auf Wände und Kanten reagieren, und Geschwindigkeitszellen, die das Lauftempo kodieren. Zusammen mit den Ortszellen im Hippocampus ergibt sich ein Netzwerk, das Position, Richtung und Umgebung gemeinsam darstellt.

Der Nobelpreis 2014

Die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts würdigte 2014 die beiden Teile des Puzzles: O’Keefe für die Ortszellen, May-Britt und Edvard Moser für die Gitterzellen. Damit gehören die Mosers zu den wenigen Ehepaaren, die gemeinsam einen Nobelpreis erhielten. Edvard Moser erfuhr von der Ehrung auf einer Reise; er befand sich auf dem Weg zu einer Konferenz in München, als die Nachricht ihn erreichte.

Edvard und May-Britt Moser trennten sich 2016 als Paar, setzten aber ihre wissenschaftliche Zusammenarbeit am Kavli-Institut in Trondheim fort. Beide haben betont, dass ihre Forschung immer ein gemeinsames Projekt war.

Forschung nach dem Preis

Nach dem Nobelpreis hat Moser seine Arbeit stark ausgeweitet. Mit modernen Messsonden, die die Aktivität von Hunderten oder Tausenden Nervenzellen gleichzeitig erfassen, untersucht sein Team, wie die Zellen des Navigationssystems als Netzwerk zusammenwirken. Dabei zeigte sich, dass Gitterzellen ihre gemeinsame Aktivität auch im Schlaf beibehalten – ein Hinweis darauf, dass das Raster nicht nur auf Sinneseindrücken beruht, sondern im Netzwerk selbst verankert ist. Weitere Arbeiten befassen sich damit, wie das Gehirn Zeit kodiert und wie räumliche Erfahrungen zu Erinnerungen verknüpft werden.

Neben seiner Forschung engagiert sich Moser in der Wissenschaftsorganisation und hat sich für langfristige Grundlagenforschung ausgesprochen. Er hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Gitterzellen nicht durch gezielte Suche nach einer Anwendung gefunden wurden, sondern durch reine Neugier.

Wie man einer Ratte beim Denken zusieht

Die Methode hinter der Entdeckung klingt einfacher, als sie ist. Den Tieren werden unter Narkose hauchdünne Drähte in eine bestimmte Hirnregion eingesetzt. Nach der Erholung laufen die Ratten frei umher, während die Elektroden die elektrischen Entladungen einzelner Nervenzellen auffangen. Eine Kamera verfolgt gleichzeitig die Position des Tieres. Am Computer wird dann für jede Zelle ausgewertet, an welchen Stellen sie besonders häufig feuert. Entscheidend für die Entdeckung war, dass die Mosers ihre Boxen groß genug wählten: In kleinen Kammern hätte eine Zelle nur ein oder zwei Aktivitätsfelder gezeigt, und das regelmäßige Muster wäre verborgen geblieben. Erst in größeren Arenen wurde das Gitter erkennbar.

Wirkung

Die Entdeckung der Gitterzellen hat die Hirnforschung in mehrfacher Hinsicht geprägt. Zum einen ist sie eines der klarsten Beispiele dafür, wie das Gehirn abstrakte Information – hier ein mathematisch regelmäßiges Koordinatensystem – aus Nervenaktivität aufbaut. Damit gilt das Navigationssystem als Modell für das Verständnis höherer Hirnleistungen. Studien mit bildgebenden Verfahren und Messungen bei Patientinnen und Patienten mit implantierten Elektroden deuten darauf hin, dass auch Menschen gitterähnliche Aktivitätsmuster besitzen. Manche Forschende vermuten sogar, dass das Gehirn ähnliche Raster nutzt, um nicht nur den Raum, sondern auch Begriffe und Wissen zu ordnen.

Zum anderen besteht ein Bezug zur Medizin. Der entorhinale Kortex gehört zu den Regionen, die bei der Alzheimer-Krankheit besonders früh geschädigt werden. Dass sich Betroffene oft schon in frühen Stadien schlechter orientieren können und sich in vertrauter Umgebung verirren, passt zu diesem Befund. Forschende untersuchen deshalb, ob Tests der räumlichen Navigation helfen können, Alzheimer früher zu erkennen. Auch in der Informatik und der Entwicklung künstlicher Intelligenz dienen Gitterzellen als Inspiration für Navigationsverfahren.

Wenn Sie das nächste Mal ohne Karte den Weg zurück zu Ihrem Hotel finden, arbeitet in Ihrem Kopf vermutlich jenes Raster aus Sechsecken, das Edvard und May-Britt Moser in Trondheim sichtbar gemacht haben.

Die offizielle Würdigung finden Sie bei der Nobelstiftung.

Stand: 29.10.2026

Köpfe: Andrew Z. Fire

Manchmal liegt die Lösung eines Rätsels in einem Ergebnis, das niemand ernst genommen hat. Als Molekularbiologen in den 1990er-Jahren versuchten, Gene gezielt stummzuschalten, beobachteten sie immer wieder Merkwürdiges: Die vermeintlichen Kontrollexperimente wirkten oft ebenso gut wie die eigentlichen Versuche. Der US-Amerikaner Andrew Z. Fire nahm diese Ungereimtheit ernst und fand gemeinsam mit Craig Mello die Erklärung. Für die Entdeckung der RNA-Interferenz – des Stummschaltens von Genen durch doppelsträngige RNA – erhielten die beiden den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2006. Ihre Arbeit hat die Genforschung verändert und eine neue Klasse von Medikamenten hervorgebracht.

Frühe Jahre und Ausbildung

Andrew Zachary Fire wurde am 27. April 1959 in Palo Alto in Kalifornien geboren und wuchs in der Region um die Stanford University auf. Er galt früh als mathematisch begabt und begann bereits als Teenager an der University of California in Berkeley zu studieren. Dort schloss er mit 19 Jahren ein Mathematikstudium ab. Anschließend wechselte er zur Biologie und wurde 1983 am Massachusetts Institute of Technology promoviert, wo er bei dem späteren Nobelpreisträger Phillip A. Sharp über die Steuerung der Genablesung arbeitete.

Als Postdoktorand ging Fire nach Cambridge in England an das Laboratory of Molecular Biology des Medical Research Council. Dort kam er mit dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans in Berührung, einem rund einen Millimeter langen, durchsichtigen Tier, das Sydney Brenner als Modellorganismus etabliert hatte. Der Wurm eignet sich hervorragend für genetische Versuche: Er vermehrt sich rasch, ist leicht zu halten, und unter dem Mikroskop lässt sich jede seiner Zellen verfolgen. Fire entwickelte in dieser Zeit Methoden, um fremde Gene in den Wurm einzubringen und deren Aktivität sichtbar zu machen.

Am Carnegie-Institut in Baltimore

1986 begann Fire am Department of Embryology der Carnegie Institution for Science in Baltimore. Dort baute er eine eigene Arbeitsgruppe auf, die sich mit der Regulation von Genen im Wurm beschäftigte. Er entwickelte unter anderem eine Sammlung von Werkzeugen, sogenannte Vektoren, mit denen Forschende weltweit Gene in C. elegans einschleusen und untersuchen konnten. Diese Bausteine verschickte er großzügig an andere Labore – ein Stil offenen Austauschs, der in der Wurm-Gemeinschaft verbreitet war und den Fire bewusst pflegte.

Das Rätsel der Antisense-RNA

Um die Funktion eines Gens zu verstehen, möchte man es abschalten und schauen, was passiert. Eine damals beliebte Idee war die sogenannte Antisense-Technik. Gene werden in der Zelle zunächst in Boten-RNA umgeschrieben, die als Bauanleitung für Proteine dient. Bringt man ein Stück RNA in die Zelle, das genau spiegelbildlich zu dieser Botschaft gebaut ist, sollte es sich an die Boten-RNA anlagern und deren Ablesung blockieren. Als Kontrolle verwendete man oft die gleichsinnige, also „sense“-RNA, die eigentlich keine Wirkung haben dürfte.

Doch die Ergebnisse waren verwirrend. Auch die Kontroll-RNA schaltete Gene häufig ab. Manche Forschende hielten das für eine lästige Unsauberkeit der Methode. Fire und Mello, der an der University of Massachusetts arbeitete, vermuteten dagegen, dass sich hinter dem Effekt etwas Grundsätzliches verbarg. Ihr Verdacht: Die im Labor hergestellten RNA-Präparate waren nicht ganz rein, sondern enthielten kleine Mengen doppelsträngiger RNA, bei der sich sense- und antisense-Strang zu einem Doppelstrang zusammengelagert hatten.

Das entscheidende Experiment

Um das zu prüfen, stellten Fire, Mello und ihre Mitarbeitenden sorgfältig gereinigte Einzelstränge und gezielt gepaarte Doppelstränge her. Diese spritzten sie in Würmer und beobachteten ein Gen, das für ein Muskelprotein zuständig ist. Fällt es aus, zucken die Würmer auffällig. Das Ergebnis war eindeutig: Einzelsträngige RNA, ob sense oder antisense, hatte nur geringe Wirkung. Doppelsträngige RNA dagegen schaltete das Gen äußerst wirksam ab – und zwar schon in so geringen Mengen, dass auf jede Zelle nur wenige Moleküle kommen konnten.

Daraus folgten mehrere bemerkenswerte Befunde. Erstens wirkte die doppelsträngige RNA hochspezifisch: Sie schaltete nur das Gen ab, dessen Sequenz sie trug. Zweitens wurde die Boten-RNA des Zielgens abgebaut, die Information also gezielt vernichtet. Drittens breitete sich der Effekt im Wurm aus und konnte sogar an die Nachkommen weitergegeben werden. Weil wenige Moleküle eine so starke Wirkung entfalteten, musste es einen Mechanismus geben, der das Signal verstärkt oder katalytisch arbeitet. Fire und Mello nannten das Phänomen RNA-Interferenz. Die Arbeit erschien im Februar 1998 in der Fachzeitschrift Nature.

Was RNA-Interferenz ist

In verständlichen Worten: Zellen besitzen ein eingebautes System, das doppelsträngige RNA als Warnsignal erkennt. Ein Enzym mit dem Namen Dicer zerschneidet sie in kurze Stücke von gut zwanzig Bausteinen. Diese kleinen RNA-Schnipsel werden in einen Proteinkomplex geladen, der sie wie einen Suchbegriff nutzt. Trifft der Komplex auf eine Boten-RNA mit passender Sequenz, zerschneidet er sie. Das zugehörige Protein wird dann nicht mehr gebildet.

Ursprünglich dient dieses System vermutlich der Abwehr: Viele Viren erzeugen bei ihrer Vermehrung doppelsträngige RNA, und auch springende Gene im Erbgut können so in Schach gehalten werden. Bald nach Fires und Mellos Entdeckung zeigte sich, dass eng verwandte Mechanismen auch in Pflanzen, Fliegen, Säugetieren und dem Menschen vorkommen. Zudem stellte sich heraus, dass Zellen eigene kleine RNAs herstellen, sogenannte microRNAs, mit denen sie die Aktivität zahlreicher Gene fein regulieren. Die RNA-Interferenz ist damit nicht nur ein Laborwerkzeug, sondern ein grundlegender Bestandteil der Genregulation.

Der Nobelpreis

Bemerkenswert war die Geschwindigkeit der Anerkennung. Nur acht Jahre nach der Veröffentlichung erhielten Fire und Mello 2006 den Nobelpreis – für einen Medizin-Nobelpreis ein ungewöhnlich kurzer Abstand. Fire war damals 47 Jahre alt. Die Nobelversammlung hob hervor, dass die Entdeckung ein grundlegendes Prinzip aufgedeckt habe, wie der Informationsfluss in der Zelle gesteuert wird, und dass sie sofort als Forschungswerkzeug weltweit Verbreitung gefunden habe.

Inzwischen war Fire an die Stanford University gewechselt, wo er seit 2003 als Professor für Pathologie und Genetik tätig ist. Dort beschäftigt er sich weiterhin mit der Frage, wie Zellen fremde oder ungewöhnliche Erbinformation erkennen und darauf reagieren, und hat seine Forschung auf weitere Themen ausgedehnt, etwa auf genetische Veränderungen in Immunzellen.

Wissenschaftlicher Stil

Fire gilt als zurückhaltend und als Forscher, der Wert auf sorgfältige Kontrollen und offene Fragen legt. In seiner Nobelvorlesung betonte er, wie viele Kolleginnen und Kollegen zu dem Verständnis der RNA-Interferenz beigetragen hätten, und verwies auf frühere Beobachtungen bei Pflanzen, bei denen eingebrachte Gene unerwartet die Aktivität eigener Gene unterdrückt hatten. Die Geschichte der Entdeckung zeigt beispielhaft, wie wichtig es ist, scheinbar störende Ergebnisse nicht beiseitezuschieben, sondern ihnen nachzugehen.

Wirkung

Kaum eine Entdeckung der vergangenen Jahrzehnte wurde so schnell zum Standardwerkzeug. Mit RNA-Interferenz können Forschende heute in Zellkulturen und Versuchstieren gezielt einzelne Gene herunterregeln und deren Aufgabe untersuchen. Ganze Bibliotheken solcher RNA-Moleküle erlauben es, Tausende Gene systematisch zu durchmustern – etwa auf der Suche nach Genen, die Krebszellen zum Überleben brauchen. Auch wenn inzwischen die Genschere CRISPR viele dieser Aufgaben übernommen hat, bleibt RNA-Interferenz ein wichtiges Verfahren.

Besonders weitreichend ist die medizinische Anwendung. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit wurde 2018 in den USA und Europa mit Patisiran das erste Medikament zugelassen, das auf kleinen interferierenden RNAs beruht. Es dient der Behandlung einer erblichen Form der Amyloidose, bei der sich ein fehlgefaltetes Protein in Nerven und Herz ablagert. Seither sind weitere solcher Wirkstoffe hinzugekommen, darunter ein Mittel, das den Cholesterinspiegel über lange Zeit senkt und nur wenige Male im Jahr gespritzt werden muss. Das Prinzip ist bestechend: Statt ein schädliches Protein mit einem Wirkstoff zu blockieren, verhindert man, dass es überhaupt gebildet wird.

Wenn Sie also heute von RNA-Medikamenten hören, steht dahinter auch das Experiment mit zuckenden Fadenwürmern, mit dem Andrew Fire und Craig Mello 1998 zeigten, dass doppelsträngige RNA Gene stummschalten kann.

Die offizielle Würdigung finden Sie bei der Nobelstiftung.

Stand: 29.10.2026

Köpfe: Gabriele Andreae

Gabriele Andreae ist Germanistin und Schriftstellerin. Sie wurde am 27. April 1933 in Graz geboren; ihre Eltern waren der Ökonom Wilhelm Andreae und die Autorin Illa Andreae.

Nach dem Studium in Graz und Marburg wurde sie 1963 in Marburg mit einer Arbeit über Goethes Wahlverwandtschaften promoviert. Später lehrte sie als Professorin an der Sophia-Universität in Tokio, wo sie unter anderem zu Goethe, Arthur Schnitzler und feministischer Literatur forschte. 1994 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Ende der 1990er-Jahre erschienen von ihr Romane und Erzählungen, die in Japan spielen.

Stand: 16.10.2026