Köpfe: Walter Kolbow

Verwaltungsjurist aus Unterfranken, Verteidigungsstaatssekretär und Koordinator der Hilfe in Mazedonien: Walter Kolbow, geboren am 27.04.1944 in Spittal an der Drau, gehörte dem Bundestag von 1980 bis 2009 für die SPD an. Er starb am 28.04.2024 in Ochsenfurt, einen Tag nach seinem 80. Geburtstag.

Kurzprofil

  • Geboren: 27. April 1944 in Spittal (Drau)
  • Gestorben: 28. April 2024
  • Beruf: Verwaltungsjurist, Parl. Staatssekretär a. D.
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1980 bis 2009 (9. bis 16. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder

Jurist

Nach der Volksschule in Ingolstadt und Ochsenfurt und dem Röntgen-Gymnasium Würzburg diente Kolbow von 1964 bis 1966 bei der Luftwaffe; er war Hauptmann der Reserve. Er studierte Recht in Würzburg, ergänzt durch ein Studium in Speyer, und legte 1970 und 1974 die Staatsexamen ab. 1975 wurde er Magistratsrat in Frankfurt am Main, von 1978 bis 1980 forschte er für die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Partei

1967 trat Kolbow der SPD bei. Von 1972 bis 1976 saß er im Stadtrat von Ochsenfurt, von 1978 bis 1981 in Würzburg. Bis 2008 führte er den SPD-Bezirk Unterfranken, danach war er dessen Ehrenvorsitzender.

Verteidigung

Von 1994 bis 1998 war Kolbow verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion. Am 27. Oktober 1998 berief ihn Gerhard Schröder zum Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Vom 6. April bis zum 31. Dezember 1999 koordinierte er als Beauftragter der Regierung die deutsche Hilfe in Mazedonien. Am 22. November 2005 schied er aus und wurde stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen-, Entwicklungs- und Verteidigungspolitik und Menschenrechte.

Reden

Die erste Rede am 25. März 1982 hielt er als Berichterstatter der Koalitionsfraktionen über eine monatelange Untersuchung. In der letzten am 2. Juli 2009, 1.594 Wörter lang, erklärte er, die SPD stimme dem Einsatz der AWACS-Flugzeuge der NATO über Afghanistan nach gründlicher Beratung mit großer Mehrheit zu. An 930 von 937 namentlichen Abstimmungen nahm er teil; 21-mal wich er ab, so bei der Vertrauensfrage am 1. Juli 2005 mit einer Enthaltung. Am 24. Januar 1986 genehmigte der Bundestag ein Strafverfahren gegen ihn.

Ehrungen

2009 trat Kolbow nicht mehr an. Er erhielt 1989 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2009 die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber und den Ehrenring der Stadt Würzburg, 2012 das Große Bundesverdienstkreuz. Er engagierte sich in der Deutsch-mazedonischen Gesellschaft und bei Bundeswehr hilft Kindern in der Dritten Welt. Sein Sohn Alexander Kolbow ist SPD-Stadtrat in Würzburg.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Verwaltungsjuristen und Parlamentarischen Staatssekretär a. D., evangelisch, verheiratet, zwei Kinder, und als Geburtsort Spittal / Drau; andere Quellen bezeichnen ihn zuletzt als verwitwet. Das Sterbedatum ist dort nachgetragen.

Mandate im Überblick

Kolbow zog achtmal über die Landesliste Bayern in den Bundestag ein; 1994 und 1998 kandidierte er auch im Wahlkreis Würzburg:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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