Fulbright-Stipendiat in Colorado Springs, Mittelstandsforscher in Köln, mit 33 Jahren jüngster Oberbürgermeister des Landes, Präsident des Städtetags, 20 Jahre im Europäischen Parlament und Vorsitzender der Adenauer-Stiftung: Günter Rinsche, geboren am 13.07.1930 in Hamm, gehörte dem Bundestag von 1965 bis 1972 an. Er starb am 03.07.2019 in Hamm.
Kurzprofil
- Geboren: 13. Juli 1930 in Hamm
- Gestorben: 3. Juli 2019
- Beruf: Dipl.-Volkswirt
- Partei: CDU
- Bundestag: 1965 bis 1972 (5. bis 6. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 1 Kind
Colorado
Nach dem Abitur in Hamm studierte Rinsche nach verfügbaren Angaben von 1951 bis 1956 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Münster, Köln und als Fulbright-Stipendiat in Colorado Springs. 1956 wurde er Diplom-Volkswirt und arbeitete laut Handbuch bis 1958 im väterlichen Unternehmen. Die Stammdaten führen ihn als Diplom-Volkswirt, katholisch, verheiratet, mit einem Kind.
Mittelstand
Von 1958 bis 1961 war Rinsche Assistent am Institut für Mittelstandsforschung der Universität Köln, 1959 wurde er promoviert. Ab 1961 leitete er im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium die Gruppe Grundsatzfragen des Mittelstandes, 1964 und 1965 arbeitete er im Landesamt für Forschung. Schon als Student war er in Junger Union und CDU.
Oberbürgermeister
Von 1956 bis 1979 saß Rinsche im Rat von Hamm. 1964 wurde er mit 33 Jahren Oberbürgermeister und war nach verfügbaren Angaben damit der jüngste in Deutschland; er blieb es bis 1979. Im Bundestag war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit. 1978 und 1979 führte er den Städtetag Nordrhein-Westfalen.
Stiller Abgeordneter
Sein Mandat umfasste 446 Sitzungen. Weder eine Rede noch ein Zwischenruf Rinsches steht in den Protokollen, obwohl er sieben Jahre in Bonn saß und zugleich seine Stadt regierte. In den Plenarprotokollen taucht sein Name nur in den Listen der namentlichen Abstimmungen auf. An allen 38 namentlichen Abstimmungen nahm er teil, 26-mal mit Ja und zwölfmal mit Nein. Einmal, im Mai 1969, wich er von der Union ab.
Straßburg
1972 schied Rinsche mit 42 Jahren aus dem Bundestag aus. Von 1975 bis 1980 saß er im Landtag, von 1979 bis 1999 im Europäischen Parlament, ab 1989 als Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe und im Vorstand der EVP-Fraktion. Von 1995 bis 2001 führte er als Nachfolger von Bernhard Vogel die Konrad-Adenauer-Stiftung.
Hamm
Von 1981 bis 1992 war Rinsche Kreisvorsitzender der CDU Hamm, ab 1991 Ehrenvorsitzender. 1980 wurde er Honorarprofessor in Münster, 1990 Ehrenbürger von Hamm, 1999 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz und 2001 den Löwenorden Senegals. Er starb im Juli 2019, zehn Tage vor seinem 89. Geburtstag, in einem Altenheim in seiner Geburtsstadt.
Mandate im Überblick
Rinsche gewann 1965 und 1969 den Wahlkreis 109 Lüdinghausen direkt für die CDU:
- 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).
