Köpfe: Friedrich Kühn (Hildesheim)

Kammergeschäftsführer in Danzig, Weimar und Jena, Sozialpolitiker der Union und Gründer der Vereinigung ehemaliger Abgeordneter: Friedrich Kühn, im Bundestag Kühn (Hildesheim) genannt, geboren am 13.07.1907 in Bad Lippspringe, gehörte dem Bundestag von 1961 bis 1969 an. Er starb am 12.06.1979 in Hildesheim.

Kurzprofil

  • Geboren: 13. Juli 1907 in Bad Lippspringe
  • Gestorben: 12. Juni 1979
  • Beruf: Geschäftsführer
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1961 bis 1969 (4. bis 5. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 4 Kinder

Studium

Nach dem Abitur 1928 studierte Kühn Rechtswissenschaft, unter anderem in Jena und Erlangen, brach das Studium aber 1932 aus gesundheitlichen Gründen ab. Von 1934 bis 1937 machte er eine landwirtschaftliche Ausbildung und war bis 1941 Sachbearbeiter bei Wirtschaftsverbänden. Danach war er Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Danzig, später in Weimar; außerdem war er Soldat.

Jena

Ab 1945 war Kühn Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Jena, 1947 Mitglied der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen. 1949 ging er in den Westen und arbeitete bis 1954 in der Wirtschaft.

Bonn

Ab Februar 1954 war Kühn Assistent des Arbeitskreises Arbeit und Soziales der Unionsfraktion. Er gründete die Hermann-Ehlers-Gesellschaft in Bonn mit, führte ihre Geschäfte und gründete die Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Deutschen Bundestages. Ab 1960 war er stellvertretender Vorsitzender des sozialpolitischen Ausschusses der CDU.

Bundestag

Die Protokolle zählen 59 Wortmeldungen mit 18.463 Wörtern, 16 in der 4. und 43 in der 5. Wahlperiode, in 445 Sitzungen. In der ersten am 15. Juni 1962 sagte er Fritz Erler, er habe von der Grundkonzeption der Sozialpolitik gesprochen, nach der die SPD gefragt habe. Am selben Tag hielt er dem SPD-Abgeordneten Killat vor, schon die Ausweitung seiner Frage zeige, dass sie nicht zur Krankenversicherung gehöre. In der letzten am 2. Juli 1969, 1.140 Wörter lang, begrüßte er für die Union mit Genugtuung ein erneutes gemeinsames Bekenntnis aller Fraktionen; Ernst Schellenberg sprach danach für die SPD. An allen 44 namentlichen Abstimmungen nahm er teil, 23-mal mit Ja und 21-mal mit Nein, ohne je von der Fraktion abzuweichen.

Todesstrafe

Bekannt wurde Kühn als Befürworter der Wiedereinführung der Todesstrafe. Der Spiegel berichtete, er habe das Henkersbeil zum Thema einer Büttenrede bei der Karnevalssitzung der Unionsfraktion in der Godesberger Stadthalle gemacht; das Magazin gab sein Alter damals mit 57 Jahren an. 1957 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 1968 das Große Bundesverdienstkreuz.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Geschäftsführer, evangelisch, verheiratet, vier Kinder. Die Kammerämter, die Synode und die Arbeit für die Fraktion fehlen dort.

Mandate im Überblick

Kühn gewann 1961 den Wahlkreis 48 Hildesheim-Stadt und -Land und 1965 den Wahlkreis 43 Hildesheim direkt:

  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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