Dr. h. c. Edelgard Bulmahn wurde am 04.03.1951 in Petershagen (Westfalen) geboren. Die Lehrerin aus Hannover gewann achtmal den Wahlkreis Hannover II, war Bundesministerin für Bildung und Forschung und zuletzt Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Am 18.02.1987 zog Bulmahn als Abgeordnete für die SPD in den Bundestag ein. Laut Bundestagsverwaltung ist Bulmahn von Beruf Vizepräsidentin DBT a. D., Studienrätin; als Familienstand ist verheiratet vermerkt.
Kurzprofil
- Geboren: 4. März 1951 in Petershagen (Westfalen)
- Beruf: Vizepräsidentin DBT a. D., Studienrätin
- Partei: SPD
- Bundestag: 1987 bis 2017 (11. bis 18. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Ämter: Bundesministerin für Bildung und Forschung 1998 bis 2005, Vizepräsidentin des Bundestages 2013 bis 2017
- Religion/Familie: verheiratet
Binnenschifferstochter und Studienrätin
Bulmahn ist die Tochter eines Binnenschiffers und einer Friseurin aus Petershagen an der Weser. Nach acht Jahren Volksschule wechselte sie auf das Aufbaugymnasium und machte 1972 Abitur. Ein Jahr verbrachte sie im Kibbuz Bror Chail in Israel, dann studierte sie in Hannover Politikwissenschaft und Anglistik für das Lehramt. Nach den Staatsexamen 1978 und 1980 unterrichtete sie an der Lutherschule in Hannover. Seit 1979 ist sie mit dem Landschaftsarchitekten Joachim Wolschke-Bulmahn verheiratet.
Abgeordnete aus Linden
1969 trat Bulmahn der SPD bei, von 1981 bis 1986 saß sie im Bezirksrat Linden-Limmer. 1987 gewann sie den Wahlkreis Hannover II und verteidigte ihn bis 2013 bei jeder Wahl, 2005 mit 54,3 Prozent. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission zur Technikfolgenabschätzung, leitete 1995/1996 den Bildungs- und Forschungsausschuss und war danach bildungspolitische Sprecherin. Von 1998 bis 2003 führte sie die niedersächsische SPD, von 2001 bis 2011 gehörte sie dem Parteipräsidium an.
Bildungsministerin
Am 27.10.1998 berief Gerhard Schröder sie zur Bundesministerin für Bildung und Forschung. In ihre Amtszeit fielen die Reform des BAföG, das Ganztagsschulprogramm, mit dem der Bund nach dem PISA-Schock Milliarden in den Ausbau von Ganztagsschulen gab, die Einführung der Juniorprofessur, die Umstellung der Studiengänge im Bologna-Prozess und die Exzellenzinitiative für die Hochschulen.
Wirtschaftsausschuss und Präsidium
Von 2005 bis 2009 leitete Bulmahn den Ausschuss für Wirtschaft und Technologie, danach saß sie im Auswärtigen Ausschuss. Am 22.10.2013 wählte sie der Bundestag zu einer seiner Vizepräsidentinnen. 2017 trat sie wie angekündigt nicht wieder an und schied nach dreißig Jahren aus dem Parlament aus. Sie trägt die Ehrendoktorwürde.
Mandate im Überblick
Sie zog mit 35 Jahren ins Parlament ein und verließ es mit 66. Alle Mandatszeiten zusammengenommen, saß sie in 8 Wahlperioden rund 31 Jahre im Bundestag. Nach Wahlperioden aufgeschlüsselt:
- 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
- 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
- 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
- 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
- 18. Wahlperiode (22.10.2013 bis 24.10.2017): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).