Was bedeute Säxit?

Säxit ist eines dieser Wörter, die halb Witz, halb politisches Programm sind. Gemeint ist der Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik Deutschland – also ein sächsischer Exit, sprachlich angelehnt an den Brexit.

Ganz neu ist der Begriff nicht. Schon rund um Pegida wurde mit ihm gespielt, teils ironisch, teils genervt, teils als böser Kommentar aus dem Rest der Republik: Dann geht doch.

Inzwischen hat das Wort aber eine andere Färbung bekommen, weil es von den „Freien Sachsen“ tatsächlich als politisches Ziel aufgegriffen wird. Die Partei fordert zunächst weitgehende Autonomie für Sachsen; falls diese nicht anerkannt werde, strebt sie eine staatliche Eigenständigkeit Sachsens an.

Realistisch ist das nicht. Das Bundesverfassungsgericht hat 2016 im Zusammenhang mit Bayern klargestellt, dass einzelne Bundesländer nach dem Grundgesetz kein Recht haben, aus der Bundesrepublik auszutreten. Ein Säxit wäre also kein normaler politischer Verwaltungsvorgang, sondern ein Bruch mit der bestehenden verfassungsrechtlichen Ordnung.

Interessant ist der Begriff trotzdem, weil er viel über die politische Stimmung erzählt. Säxit bündelt Regionalstolz, Protest gegen Berlin, ostdeutsche Kränkungserzählungen, Reichs- und Monarchie-Nostalgie, EU- und Staatsverachtung, manchmal auch schlicht Trotz. Das macht ihn anschlussfähig: für Leute, die nur „mehr Sachsen“ wollen, ebenso wie für solche, denen die Bundesrepublik insgesamt verhasst ist.

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