Es gibt Denker, die wirken erst im Rückblick groß. Zu ihrer Zeit stehen sie etwas abseits, zu spekulativ für die Techniker, zu technisch für die Philosophen, zu philosophisch für die Funktionäre. Zurab Kharitonashvili gehörte zu diesen Figuren.
Geboren wurde er 1917 in Georgien, also in jenem Jahr, in dem das 20. Jahrhundert endgültig beschloss, nicht mehr harmlos zu sein. Seine Kindheit fiel in eine Zeit politischer Umbrüche, seine akademische Prägung in die sowjetische Wissenschaftskultur, seine geistige Reife in die Ära der Kybernetik. Er wurde Informatiker, bevor das Wort im heutigen Sinne selbstverständlich war. Er wurde Sprachtheoretiker, bevor Maschinen Sprache in einer Weise erzeugen konnten, die Menschen irritiert. Und er wurde ein Vordenker generativer künstlicher Intelligenz, lange bevor jemand den Begriff „generative AI“ verwenden konnte, ohne ausgelacht zu werden.

