Konfliktgold im Bundesbank-Tresor? Woher die deutschen Goldreserven stammen

Die Bundesbank verfügt laut Anfrage über die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Aber stammt dieses Gold aus Minen, in denen Menschenrechte verletzt oder bewaffnete Gruppen finanziert wurden? Das wollte eine Kleine Anfrage (Drucksache 18/3610) vom 18. Dezember 2014 wissen. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 18/3891), übermittelt vom Bundesfinanzministerium am 29. Januar 2015, ist kurz und ziemlich ernüchternd: Das weiß niemand.

Der Hintergrund

Die Fragesteller verwiesen auf den Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo sich bewaffnete Gruppen über Rohstoffhandel finanzieren. In den USA verpflichtet der Dodd-Frank Act Unternehmen, auszuschließen, dass ihre Rohstoffe aus solchen Quellen stammen. Die Anfrage wollte wissen, ob für die Bundesbank Ähnliches gelten sollte, und listete fast 30 Förderländer von Südafrika bis Guatemala auf.

Vorab: Die Bundesregierung ist nicht zuständig

Die Bundesregierung stellt zu Beginn klar, dass die Bundesbank von Weisungen der Regierung unabhängig ist und nicht ihrer Rechts- oder Fachaufsicht untersteht. Die Verwaltung der Währungsreserven, zu denen das Gold zählt, ist nach dem EU-Vertrag Sache der Bundesbank. Geprüft wird sie vom Bundesrechnungshof.

Wie viel Gold wo lag

Ende 2014 hielt die Bundesbank laut Antwort 3384 Tonnen Gold:

  • 1192 Tonnen in Frankfurt am Main
  • 1447 Tonnen bei der Federal Reserve Bank in New York
  • 438 Tonnen bei der Bank of England in London
  • 307 Tonnen bei der Banque de France in Paris

Der Marktwert lag Ende Dezember 2014 bei rund 107,5 Milliarden Euro, berechnet mit 987,77 Euro je Feinunze. Andere Edelmetalle oder Edelsteine hält die Bundesbank nicht.

Woher das Gold kam

Die Bank deutscher Länder, die Vorgängerin der Bundesbank, startete 1948 ohne jedes Gold. Der Bestand entstand laut Antwort nicht durch gezielte Käufe am Goldmarkt, sondern im Wesentlichen über drei internationale Abkommen: die Europäische Zahlungsunion 1950, den Beitritt zum Bretton-Woods-System 1952 und den sogenannten Goldpool von acht westlichen Zentralbanken ab 1961. Vor allem die Exportüberschüsse in der Bretton-Woods-Zeit spülten Gold in die Tresore.

Ende 1998 lag der Bestand bei 3701 Tonnen. 1999 ging ein Teil als deutscher Beitrag zu den Reserven der Europäischen Zentralbank an die EZB. Seitdem sinkt der Bestand nur noch leicht, weil Gold für Goldmünzen verwendet wird.

Die eigentliche Antwort: unbekannt

Die Bundesbank hat ihr Gold nach eigenen Angaben nie direkt von einer Schmelze oder Raffinerie gekauft. Es wurde von Zentralbanken, dem Internationalen Währungsfonds oder der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich auf ihr Golddepot übertragen.

Wo es abgebaut wurde, ist nicht bekannt. Die Begründung ist bemerkenswert: Gold werde seit Beginn der Metallurgie immer wieder eingeschmolzen und neu verwendet. Ein Barren könne praktisch Gold aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit enthalten. Deshalb lasse sich der Abbauort für den weitaus größten Teil des Goldes gar nicht ermitteln. Zur Liste der fast 30 Länder verweist die Antwort nur darauf.

Regeln wie in den USA? Kein Bedarf

Für Vorgaben nach dem Vorbild des Dodd-Frank Act sieht die Bundesregierung keinen Bedarf. Der Goldbestand ruhe seit Langem, Zuflüsse gebe es nicht mehr, und laut Bundesbank seien auch keine Käufe am Goldmarkt geplant. Die Geschäftspartner seien ohnehin ein kleiner, vertrauenswürdiger Kreis meist öffentlicher Institutionen gewesen. Zu Zertifikaten für frühere Goldkäufe lagen der Bundesregierung keine Informationen vor.

Späterer Stand

Im August 2017 schloss die Bundesbank laut eigener Pressemitteilung die Verlagerung von Gold nach Frankfurt ab, rund drei Jahre früher als geplant. Seit 2013 wurden 374 Tonnen aus Paris und 300 Tonnen aus New York geholt. Danach lagen 1710 Tonnen in Frankfurt, 1236 in New York und 432 in London, in Paris kein deutsches Gold mehr. Mehr zum Thema bei Wikipedia.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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