Liedtext: Ach Vater lass dein Grollen sein (Bonn am Rhein)

Ach, Vater, lass dein Grollen sein
und schick den Beutel her,
sonst kann ich hier am schönen Rhein
nicht länger leben mehr!
Hast mich ja selber hergebracht
so ist die Schuld auch dein:
es leb der Musen treue Wacht
mein liebes Bonn am Rhein!

Von Herzen hast du stets gestrebt
nach meines Lebens Glück;
nun wohl, wer einmal hier gelebt
kehrt nie nach Haus zurück!
Drum bänd’ge deines Zornes Macht
und lass das Grollen sein:
es leb der Musen treue Wacht
mein liebes Bonn am Rhein!

Im grünen Laubgetön
der jungen Sängerbrut,
das freie Lied von freien Höh’n
in Abendsonnenglut,
der Strom mit seiner Silberpracht
der Reben goldner Wein:
es leb der Musen treue Wacht
mein liebes Bonn am Rhein!

Und erst die Mädchen, lieb und hehr
so schmuck und so scharmant!
Weiss Gott, so schöne gibt’s nicht mehr
im ganzen Vaterland;
ich wollt‘, ich hätt‘ ein Weltenherz
ich schlöss‘ sie all hinein:
es lebe Weisheit, Lieb und Scherz
im schönen Bonn am Rhein!

Burschenschaftslied.

Text: Walter Jessinghaus
Musik: Bernhard Pompecki

Gedicht: Dunkel wars, der Mond schien helle (Variante 1)

Dunkel war’s der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend im Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf dem Sande Schlittschuh lief.

Und als der Wagen fuhr im Trabe
rueckwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen,
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter,
und der graue Tag erschien.

27. Februar 1848 – Mannheimer Petition

Der 27. Februar 1848 gilt als Beginn der Märzrevolution in Deutschland. An diesem Tag wurde auf einer Volksversammlung in Mannheim die “Mannheimer Petition” verfasst:

Hohe zweite Kammer!

Petition vieler Bürger und Einwohner der Stadt Mannheim, betreffend die endliche Erfüllung der gerechten Forderungen des Volkes.

Eine ungeheure Revolution hat Frankreich umgestaltet. Vielleicht in wenigen Tagen stehen französische Heere an unseren Grenzmarken, während Russland die seinen im Norden zusammenzieht. Ein Gedanke durchzuckt Europa. Das alte System wankt und zerfällt in Trümmer. Aller Orte haben die Völker mit kräftiger Hand die Rechte sich selbst genommen, welche ihre Machthaber ihnen vorenthielten. Deutschland darf nicht länger zusehen, wie es mit Füßen getreten wird. Das deutsche Volk hat das Recht zu verlangen:

Wohlstand, Bildung und Freiheit für alle Klassen der Gesellschaft, ohne Unterschied der Geburt und des Standes.

Die Zeit ist vorüber, die Mittel zu diesen Zwecken lange zu beraten. Was das Volk will, hat es durch seine gesetzlichen Vertreter, durch die Presse und durch Petitionen deutlich genug ausgesprochen. Aus der großen Zahl an Maßregeln, durch deren Eingreifen allein das deutsche Volk gerettet werden kann, heben wir hervor:

  1. Volksbewaffnung mit freier Wahl der Offiziere.
  2. Unbedingte Pressefreiheit.
  3. Schwurgerichte nach dem Vorbilde Englands.
  4. Sofortige Herstellung eines deutschen Parlaments.

Diese vier Forderungen sind so dringend, dass mit deren Erfüllung nicht länger gezögert werden darf.

Vertreter des Volkes! Wir verlangen von Euch, dass Ihr diese Forderungen zu ungesäumter Erfüllung bringet. Wir stehen für dieselben mit Gut und Blut ein und mit uns, davon sind wir durchdrungen, das ganze deutsche Volk.

Mannheim, den 27. Februar 1848.

10 Fakten über AS-201

apollo-saturn 201, first of the s-IB series lifted off pad 34 at 11:12 am, feburary 26, 1966, cape REF: 36749 (MIX FILE)

  1. Am 26. Februar 1966 startete AS-201 (auch SA-201 genannt, AS steht für Apollo Saturn), der erste unbemannte Testflug des Apollo-Raumschiffs der NASA. Der Start stellte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Mond dar.
  2. Der Start war eigentlich für den 23. Februar 1966 geplant, musste aber wegen schlechten Wetters verschoben werden. Am 26. Februar musste der Countdown zunächst drei Sekunden vor dem geplanten Start aufgrund eines Fehlers im Heliumsystem abgebrochen. Daraufhin wurde zwei mal die Startzählung zurückgesetzt und der Countdown bei T-15 Minuten neu aufgenommen.
  3. Die Nutzlast bestand aus einer frühen Version des Apollo-Raumschiffs mit der Seriennummer 009.
  4. Die Apollo Kapsel sollte die Erde nicht umkreisen sollte, sondern kurz nach Brennschluss der Saturn das eigene Triebwerk zünden und eine erhöhte Wiedereintrittsgeschwindigkeit herbeiführen, um den Hitzeschild zu testen.
  5. Der Start erfolgte am 26. Februar 1966 um genau 16:12:01 UTC von der Cape Canaveral Air Force Station LC-34 aus.
  6. Nach 147 Sekunden wurde in 57 km Höhe die erste Stufe abgeworfen, nach 602 Sekunden in 425 km die zweite, wobei die zweite Stufe zehn Sekunden länger brannte als geplant.
  7. In 488 km Höhe zündete dann das Apollo-Raumschiff sein Triebwerk, um den Wiedereintritt zu beschleunigen. Das Triebwerk lief für 184 Sekunden, später noch einmal für zehn Sekunden. Die Eintrittsgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre entsprach mit ca. 8.300 m/s (29.880 km/h) etwa der des Wiedereintritts nach einem orbitalen Flug, was für realistische Testbedingungen sorgte.
  8. Um 16:49:00 UTC wasserte die Apollo-Landekapsel im Südatlantik, 8472 km vom Startplatz und 72 km vom eigentlich anvisierten Zielpunkt entfernt.
  9. Die Mission war überwiegend ein Erfolg, die festgestellten Fehler lieferten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung insbesondere der Trägerrakete.
  10. Die Kommandokapsel CSM-009 wurde später für Fallversuche in der White Sands Missile Range verwendet. Heute steht sie im Strategic Air and Space Museum in Ashland, Nebraska.

Bild: Public Domain

Meinung: Statt Impfpflicht – selber zahlen im Krankheitsfall

Angesichts der gehäuft auftretenden Fälle von Erkrankungen an Masern in Berlin wird nun wieder einmal über eine Impfpflicht diskutiert. Meiner Meinung nach gibt es für diese sehr gute Gründe. Fraglich bleibt, ob sie angesichts der derzeitig vorherrschenden Hysterie in gewissen Kreisen zunächst politisch und letztlich praktisch umsetzbar wäre.

Andere wie die Bonner Bundestagsabgeordnete Katja Dörner schlagen stattdessen Beratungsgespräche vor. Hier ist aber fraglich, ob der harte Kern der Impfgegner damit überhaupt erreicht werden kann.

Wirksamer könnte sein, den Besuch von Schule und Kindergarten von einem umfassenden bestehenden Impfschutz abhängig zu machen und Ausnahmen nur in begründeten Ausnahmefällen zuzulassen. Grundsätzlich eine wirksame Methode, doch erfasst man damit nicht geimpfte Erwachsene nicht.

Bliebe folgendes: ein Beratungsgespräch über die Impfung ist verpflichtend, auch für nicht geimpfte Erwachsene. Wer sich nach diesem Beratungsgespräch gegen eine Impfung entscheidet, muss im Falle einer spezifischen Erkrankung seiner Krankenhasse dann die Behandlungskosten ersetzen.

Noch weitergehend denkbar: Es wird gehaftet, sobald durch einen nicht geimpften Menschen ein Virus übertragen wird, wobei eine Beweislastumkehr gilt, um die Verfahren zu vereinfachen.

Die Impfraten würden aber schon in der abgeschwächten Variante deutlich ansteigen.

Spam: Inkasso Mail von eBay

Auch diese Inkasso E-Mail von eBay ist ein Fake:

Sehr geehrter Kunde Andreas Scholz [Ihr echter Name],

Ihr Kreditinstitut hat die Lastschrift zurück buchen lassen. Sie haben eine ungedeckte Forderung bei Ebay GmbH.

Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie gebunden dabei, die durch unsere Tätigkeit entstandenen Gebühren von 21,84 Euro zu bezahlen Wir erwarten die Überweisung bis zum 02.02.2015 auf unser Konto.

Bitte beachten Sie, dass keine weitere Mahnung erfolgt. Nach Ablauf der festgelegten Frist wird die Akte dem Gericht und der Schufa übergeben. Die detaillierte Forderungsausstellung, der Sie alle Positionen entnehmen können, ist beigefügt. Für Fragen oder Reklamationen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums.

Namens und in Vollmacht unseren Mandanten ordnen wir Ihnen an, die noch offene Forderung schnellstens zu bezahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Inkasso Sauer Mika

Liste: Ehrenbürger der Stadt Bonn

Liste der Ehrenbürger der Stadt Bonn

Da es die Stadt Bonn in dieser Form erst seit 1969 gibt, hat die Stadt auch nur vergleichsweise wenig Ehrenbürger:

  • Karl Carstens, Bundespräsident (1984)
  • Hans Daniels, Oberbürgermeister (2004)
  • Ludwig Erhard, Bundeskanzler (1977)
  • Gustav Heinemann, Bundespräsident (1974)
  • Roman Herzog, Bundespräsident (1999)
  • Wolfgang Hesse, Oberstadtdirektor (1993)
  • Peter Kraemer, Oberbürgermeister (1975)
  • Johannes Rau, Bundespräsident (2001)
  • Walter Scheel, Bundespräsident (1978)
  • Helmut Schmidt, Bundeskanzler (1983)
  • Hans Steger, Bürgermeister (1989)
  • Richard von Weizsäcker, Bundespräsident (1989)

Liste der Ehrenbürger von Vorgängergemeinden

Der Vollständigkeit halber sind hier die Ehrenbürger der Bonner Vorgängergemeinden aufgeführt. In der Klammer ist angegeben, welche Gemeinde die Ehrenbürgerschaft verliehen hat.  Die Ehrenbürgerschaften gingen nicht auf die Stadt Bonn über, woraus sich erklärt, dass Peter Steger Ehrenbürger von Bonn und Beuel ist.

  • Konrad Adenauer, Bundeskanzler (1951, Bonn)
  • Johann Gabriel Adrian, Steinbruchbesitzer (1929, Oberkassel)
  • Johann Bieser, Gemeinderatsmitglied (1957, Lessenich)
  • Otto von Bismarck, Reichskanzler (1895, Bonn)
  • Josef Böcker, Ratsmitglied (1954, Duisdorf)
  • Paul Clemen, Geheimrat (1946, Bonn)
  • Wilhelm Daniels, Oberbürgermeister (1969, Bonn)
  • Johann Effelsberg, Werksmeister (1954, Duisdorf)
  • Adam Fendel, Bürgermeister (1963, Ippendorf)
  • Heinrich Henseler, Ratsmitglied (1969, Lengsdorf)
  • Johannes Henry, Rechtsanwalt (1951, Bonn)
  • Theodor Heuss, Bundespräsident (1954, Bonn)
  • Paul von Hindenburg, Reichspräsident (1933, Bonn)
  • Johannes Hinsenkamp, Stadtdechant (1945, Bonn)
  • Heinrich Hopmann, Bürgermeister (1963, Bad Godesberg)
  • Joseph Joachim, Prof. der Musik (1906, Bonn)
  • Carl Justi, Geh. Regierungsrat (1912, Bonn)
  • Alexander Koenig, Geheimrat (1934, Bonn)
  • Heinrich Kolfhaus, Pfarrer (1952, Bad Godesberg)
  • Johann Link, Bürgermeister (1963, Beuel)
  • Josef Linzbach, Bürgermeister (1956, Lengsdorf)
  • Walter von Loë, Generalfeldmarschall (1897, Bonn)
  • Heinrich Lübke, Bundespräsident (1966, Bonn)
  • Berthold von Nasse, Oberpräsident der Preußischen Rheinprovinz (1901)
  • Peter Joseph Olbertz, Geh. Sanitätsrat (1922, Bonn)
  • Elly Ney, Prof. der Musik (1927, Bonn)
  • Ferdinand Piel, Bürgermeister (1956, Lengsdorf)
  • Eduard Pflüger, Geh. Medizinalrat (1909, Bonn)
  • Stefan Rhein, Altveteran (1939, Oberkassel)
  • Ferdinand August Schmidt, Geheimrat (1926, Bonn)
  • Aennchen Schumacher, Studentenwirtin (1925, Bad Godesberg)
  • Friedrich Schultze, Geh. Obermedizinalrat (1928, Bonn)
  • Robert Schuman, Französischer Ministerpräsident (1961, Bonn)
  • Wilhelm Spiritus, Oberbürgermeister (1920, Bonn)
  • Eduard Spoelgen, Oberbürgermeister (1949, Bonn)
  • Hans Steger, Bürgermeister (1969, Beuel)
  • Julius Vorster, Geh. Kommerzienrat (1930, Oberkassel)
  • Hermann Wandersleb, Staatssekretär (1968, Bonn)
  • Carl Caspar Wassermeyer, Geh. Justizrat (1910, Bonn)
  • Werner Wichterich, Beigeordneter (1952, Bad Godesberg)
  • Adolf Wolber, Ratsmitglied (1956, Lengsdorf)
  • Josef Zander, Bürgermeister (1947, Bad Godesberg)
  • Karl Zimmermann, Bürgermeister (Jahr unbekannt, Röttgen)
  • Maximilian Zingsheim, Geistlicher Rat und Dechant (1951, Beuel)

War Adolf Hitler Ehrenbürger von Bonn?

Adolf Hitler war nie Ehrenbürger von Bonn oder einer der Vorgängergemeinden.

Stand: 19. Februar 2017

Dokumentiert: Die 12 Artikel der Memminger Bauern

Dye grundtlichen vnd rechten haupt artickel, aller baurschafft vnnd hyndersessen der gaistlichen vnd weltlichen oberkayten, von wo(e)lchen sy sich beschwert vermainen.

Dem christlichen leeser fryd vnnd gnad gottes durch Christum. Es seyn vil wider christen, die yetzund von wegen der versammleten baurschafft das euangelion zu(o) schmehen vrsach nehmen, sagent, das seyn die frücht des newen euangelions? Nyemant gehorsam seyn, an allen ortten sich empor heben vnd auff po(e)men, mit grossem gewalt zu(o)hauff lauffen vnd sich rotten, gaistlich vnnd weltliche oberkaiten zu(o)reformieren, außzu(o)reytten, ja villeücht gar zu(o) erschlagen? Allen disen gotlosen freuenlichen vrtailern antwurten diese nachgeschribne artickel, Am ersten das sye dise schmach des wort gotes auffheben, zu(o)m andern die vngehorsamikait, ja die empo(e)rung aller bauren christenlich endtschuldigen. Zu(o)m ersten, ist das euangelion nit ain vrsach der empo(e)rungen oder auffru(o)ren, dye weyl es ain rede ist, von Christo, dem verhaissne Messia, welchs wort vnd leben nichts dann liebe, fride, geduldt vnd ainigkaiten lernet. Also das alle die in disen Christum glauben, lieplich, fridlich, gedultig vnd ainig werden. So dann der grund aller artickel der bawren (wie dann klar gesehen wirt), das euangelion zu(o)ho(e)ren vnd dem gemeß zu(o) leben, dahin gericht ist. Wie mügen dann die widerchristen das ewangelion ain ursach der embo(e)rung vnd des vngehorsams nennen? Das aber ettlich widerchristen vnd feynd deß euangelij wider so(e)lliche anmu(o)ttung vnd begerung sich lonen vnd auffbo(e)men, ist das euangelion nit vr-sach, sonder der teüfel, der schedlichst feynd deß ewangelij, der solches durch den vnglauben in den seynen erweckt. Hye mitte das, das wort gotes (liebe, fryd, vnd ainigkait lernent) vndergetruckt vnd wegkgenommen wurde. || Zu(o)m andern dann klar lauter volget, das dye bawren in jren artickeln solches euangelion zu(o)r leer vnd leben begerendt, nit mügen vngehorsam, auffru(e)risch genennt werden. Ob aber got die pauren (nach seynem wort zu(o) leben a(e)ngstlich ru(o)ffent) erho(e)ren will, wer will den willen gotes tadlen? Wer will in sein gericht greyffen? Ja wer will seiner mayestet wyderstreben? Hat er die kinder Israhel, zu(o) jm schreyendt, erho(e)ret vnd auß der hand pharaonis erlediget? Mag er nit noch heut die seynen erretten? Ja, er wirts erretten! Vnd in ainer kürtz! Derhalben christlicher leser, solliche nachvolgendt artickel lyse mit fleyß, vnd nach mals vrtail. ||

Der erst artickel:

Zum ersten ist vnser diemu(e)ttig bytt vnd beger, auch vnser aller will vnd maynung, das wir nun fürohin gewalt vnd macht wo(e)llen haben, ain gantze gemain sol ain pfarer selbs erwo(e)len vnd kyesen. Auch gewalt haben, den selbigen wider zu(o)entsetzen, wann er sich vngepürlich hieldt. Der selbig erwo(e)lt pfarrer soll vns das hailig euangeli lauter vnd klar predigen one allen menschlichen zu(o)satz, leer vnd gebot, dann vns den waren glauben stetz verkündigen, geyt vns ain vrsach got vnd sein gnad zu(o) bitten, vnns den selbygen waren glawben einbylden vnd in vns bestetten. Dann wann seyn genad in vnß nit eingepyldet wirdt, so bleyben wir stetz fleysch vnd blu(o)t, das dann nichts nutz ist, wie kla(e)rlich in der geschrifft stat, das wir allain durch den waren glauben zu(o) got kommen kinden, vnd allain durch seyn barmhertzigkait sa(e)lig mu(e)ssen werden. Darumb ist vns ain so(e)llicher vorgeer vnd pfarrer von no(e)tten, vnd in dieser gestalt in der geschrifft gegrindt.

Der ander artickel:

Zu(o)m andern, nach dem der recht zehat auff gesetzt ist im alten testament vnd im neuen als erfüldt, nichts destminder wo(e)llen wir den rechten korn zehat gern geben, doch wie sich gebürt. Dem nach man sol in got geben vnd den seynen mitaylen, gebürt es ainem pfarrer, so klar das wort gots verkindt. Seyen wir des willen hinfüro disen zehat vnser kirch bro(e)pst, so dan ain gemain setzt, || sollen einsemlen vnd eynnemen, daruon ainem pfarrer, so von ainer gantzen gemain erwo(e)lt wirt, seyn zymlich gnu(o)gsam auffenthalt geben, jm vnd den seynen, nach erkantnus ainer gantzen gmain. Vnnd was über bleybt sol man (armen dürfftigen, so im selben dorff verhanden seynd) mittailen, nach gestalt der sach vnd erkantnus ainer gemain. Was über bleybt, soll man behaltten, ob man raysen mu(e)ßt von lands not wegen. Darmit man kain landts steüer dürff auff den armen man legen, sol manß von disem überschuß außrichten. Auch ob sach were, daz ains oder mer do(e)rffer weren, die den zehenden selbs verkaufft hettent auß ettlicher not halben, die selbigen so darumb zu(o) zaigen, in der gestalt haben von aynem gantzen dorff, der sol es nit entgelten, sonder wir wellen vns zymmlicher weyß nach gestalt und sach mit im vergleychen, jm sollichs wider mit zymlicher zyl vnd zeyt ablassen. Aber wer von kainem dorff sollichs erkaufft hat vnd jre forfaren jnen selbs solchs zu(o)geaygent haben, wo(e)llen vnd solen vnd seynd jnen nichts weyters schuldig zu(o)geben, alain wie obstat vnsern erwo(e)lten pfarrer darmit zu(o) vnderhalten, nachmalen ablesen oder den dürfftigen mittailen, wie die hailig geschryfft innho(e)lt, sy seyen gaistlich oder welttlich. Den klaynen zehat wo(e)llen wir gar nit geben. Dann got der herr das vich frey dem menschen beschaffen, das wir für ain vnzymlichen zehat schetzen, den die menschen erdicht haben. Darumb wo(e)llen wir jn nit weytter geben.

Der drit artickel:

Zu(o)m dritten ist der brauch byßher gewesen, das man vns für jr aigen leüt gehalten haben, wo(e)lchs zu(o) erbarmen ist, angesehen, das vns Christus all mitt seynem kostparlichen plu(e)tvergu(e)ssen erlo(e)ßt vnnd erkaufft hat, Den || hyrtten gleych alls wol alls den ho(e)chsten, kain außgenommen. Darumb erfindt sich mit der geschryfft, das wir frey seyen vnd wo(e)llen sein. Nit das wir gar frey wo(e)llen seyn, kain oberkait haben wellen. Lernet vnß gott nit, wir sollen in gepotten leben, nit yn freyem fleyschlichen mu(o)twilen, sonder got lieben, jn als vnserrn herren jn vnsern nechsten erkennen, vnnd alles das, so wyr auch gern hetten, das vnns got am nachtmal gepotten hat zu(o) ainer letz. Darumb sollen wir nach seinem gepot leben. Zaigt vnd weißt vns diß gepot nit an, das wir der oberkkait nit korsam seyen? Nit allain der oberkait, sunder wir sollen vns gegen jederman diemu(e)tigen, das wir auch geren gegen vnser erwelten vnd gesetzten oberkayt (so vns von got gesetzt) jn allen zimlichen vnd christlichen sachen geren gehorsam sein. Seyen auch onzweyfel, jr werdendt vnß der aigenschafft als war vnnd recht christen geren endtlassen oder vns jm euangeli des berichten, das wirß seyen.

Der viert artickel:

Zum vierten ist bißher jm brauch gewesen, daß kayn armer man nit gewalt gehabt hatt, das willpret, gefigel oder fisch jn fliessenden wasser nit zu(o) fachen zu(o) gelassen werden, welchs vns gantz vnzymlich vnd vnbru(e)derlich dunckt, sunder aigennützig vnd dem wort gotz nit gemeß sein. Auch in etlichen ortern die oberkait vns das gewild zu(o) trutz vnd mechtigem schaden haben, wil vns das vnser (so got dem menschen zu(o) nutz wachsen hat lassen) die vnuernüfftigen thyer zu(o) vnutz verfretzen mu(e)twiligklich (leyden mu(e)ssen) dar zu(o) stillschweigen, das wider gott vnd dem nechsten ist, Wann als gott der herr den menschen erschu(o)ff, hat er jm gewalt geben vber alle thier, vber den fogel im lufft vnd vber den fisch jm wasser. Darumb ist vnser begeren, wann ainer wasser hette, das ers mit gnu(o)gsamer schriff be- || weysen mag, das man das wasser vnwyssenlych also erkaufft hette, begeren wir jms nit mit gewalt zu(o) nemen. Sunder man mu(e)st ain christlich eynsechen darynnen haben von wegen bru(o)derlicher lieb, aber wer nit gnu(e)gsam anzaigen darumb kann thon, solß ainer gemayn zymlicher weyß mittailen.

Der funfft artickel:

Zum fünfften seyen wir auch beschwert der beholtzung halb. Dann vnsere herschafften habend jnenn die ho(e)ltzer alle allain geaignet, vnd wann der arm man was bedarff, mu(o)ß ers vmb zway geldt kauffen. Ist vnnser maynung: Was für ho(e)ltzer seyen, es habens geistlich oder weltlich, jnnen, die es nit erkaufft haben, sollen ayner gantzen gemain wider anhaim fallen, vnd ainer gemayn zimlicher weiß frey sein, aim yetlichen sein noturfft jnß hauß zu(o) brenen vmb sunst lassen nehmen, auch wann von no(e)ten sein wurde zu(o) zymmern auch vmb sunst nemen, doch mit wissen der, so von der gemain darzu(o) erwelt werden. So aber kains verhanden wer, dann das, so redlich erkaufft ist wordenn, sol man sich mit den selbigen briederlich vnd christelich vergleichen. Wann aber das gu(o)t am anfang auß inen selbs geaygnet wer worden vnd nachmals verkaufft worden, sol man sich vergleichen nach gestalt der sach vnd erkantnuß briederlicher lieb vnd heiliger geschrifft.

Der sechst artickel:

Zu(o)m sechsten ist vnser hart beschwerung der dyenst halben, wo(e)lche von tag zu(o) tag gemert werden vnd teglich zu(o) nemen, begeren wir, das man ain zimlich ein sechen darein thu(e), vnß der massen nit so hart beschweren, sonder vns gnedig hier jnnen ansechen, wie vnser eltern gedient haben, allain nach laut des wort gots.

Der sybent artickel:

Zu(e)m sibenden, das wir hinfüro vns ain herschafft nit weyter wo(e)lle lassen beschweren, sonder wieß ain herschafft zymlicher weiß aim verleycht, also sol erß besitzen laut der verainigung des herren vnd bauren. Der herr soll jn nit weiter zwyngen noch dryngen, mer dyenst noch anders vom jm vmb sunst begeren, darmit der baur solych gu(o)tt onbeschwert, also rüeblich brauchen vnd niessen müg. Ob aber des herren dienst von no(e)tten weren, sol jm der baur willig vnd gehorsam für ander sein, doch zu(e) stund vnd zeyt, das dem bauren nit zu(o) nachtail dyen, vnnd jme vmb aynen zymlichen pffenning denn thu(o)n.

Der achtet artickel:

Zu(o)m achten sey wir beschwert, vnd der vil, so gu(e)ter jnnen haben, das die selbigen gu(e)ter die gült nit ertragen kinden vnd die bauren das jr darauff einbiessen vnd verderben, das die herschafft dieselbigen gu(e)ter, erber leüe besichtigen lassen vnd nach der billikayt ain gylt erscho(e)pff, damit der baur sein arbait nit vmb sunst thye, dann ain yetlicher tagwercker ist seyns lons wirdig.

Der neundt artickel:

Zu(o)m neünten seyen wyr beschwertt der grossen frefel, so man stetz new satzung macht, nit das man vnß strafft nach gestalt der sach, sunder zu(o) zeyten auß grossem neyd vnd zu(o) zeytten auß grossem gunst. Ist vnser maynung, vns bey alter geschribner straff straffen, darnach die sach gehandelt ist, vnd nit nach gunst.

Der zehent artickel:

Zu(o)m zehenden sey wir beschwert, das etlich haben jnen zu(e)geaignet wisen, der gleichen ecker, die dann ainer gemain zu(o) geherendt. Dieselbigen werden wir wider zu(e) vnsern gemainen handen nehmen, es sey dann sach, das mans redlich erkaufft hab. Wann mans aber vnbillycher weyß erkaufft het, sol man sich gu(e)tlich vnnd briederlich mit ainander vergleychen nach gestalt der sach.

Der aylfft artickel:

Zu(o)m ailften wellen wir den brauch genant den todt fall gantz vnd gar abthu(e)n haben. Den nimmer leiden noch gestatten, das man witwen, waisen das jr wider got vnd eeren, also schentlich nemen, berauben sol, wie es an vil ortten (menigerlay gestalt) geschehen ist, vnd von den, so sy besitzen vnd beschirmen solten, hand sy vns geschunden vnnd geschaben, vnd wann sy wenig fu(o)g hettendt gehabt, hettendt diß gar genomen, das got nit mer leiden wyl, sunder sol gantz absein, kain mensch nichts hinfiro schuldig sein zu(o) geben, weder wenig noch vyl.

[Beschluss]

Zu(o)m zwelften ist vnser beschluß vnd endtlyche maynung, wann ainer oder mer artickel, alhie gesteldt (so dem wort gotes nit gemeß) weren, als wir dann nit vermainen, die selbigen artickel wol man vns mit dem wort gots für vnzimlich anzaigen, wolt wyr daruon abston, wann mans vns mit grundt der schrifft erklert. Ob man vns schon etlich artickel yetz zu(o) lyeß vnd hernach sich befendt, das vnrecht weren, sollen sy von stund an todt vnd absein, || nichts mer gelten. Dergleichen ob sich in der schrifft mit der warhait mer artickel erfunden, die wider got vnd beschwernus der na(e)chsten weren, wo(e)ll wir vnns auch vorbehalten vnnd beschlossen haben vnnd vns in aller christlicher leer yeben vnd brauchen. Darumb wir gott den herren bitten wo(e)llen, der vns das selbig geben kan vnnd sunst nyemant. Der frid Christi sey mit vns allen.”

Liste: Kosenamen, die mit Z beginnen

Hier finden Sie bald eine Liste mit Kosenamen, die mit dem Buchstaben Z beginnen.

Liste: Kosenamen, die mit Y beginnen

Hier finden Sie bald eine Liste mit Kosenamen, die mit dem Buchstaben Y beginnen.