Als russisch-ukrainische Kriege werden bewaffnete Konflikte zwischen russischen und ukrainischen Staaten oder Bewegungen zusammengefasst. Der Begriff ist vor allem in der ukrainischen Geschichtsschreibung verbreitet. Für frühere Jahrhunderte ist er umstritten, weil sich die heutigen Nationen und Staaten erst spät herausbildeten und viele Konflikte zugleich polnisch-litauische, osmanische oder innere Kriege waren.
Genannt werden unter anderem die Plünderung Kiews 1169 durch Truppen des Fürsten Andrei Bogoljubski von Wladimir-Susdal, die Kriege zwischen dem Großfürstentum Litauen und Moskau um das Kiewer Erbe im 15. und 16. Jahrhundert sowie die Kämpfe des Kosaken-Hetmanats mit dem Moskauer Zarentum, etwa die Schlacht bei Konotop 1659. Im Großen Nordischen Krieg stellte sich Hetman Iwan Masepa 1708 auf die Seite Schwedens, die Schlacht bei Poltawa 1709 endete mit dem Sieg Peters des Großen. 1775 ließ Katharina die Große die Saporoger Sitsch auflösen. Nach dem Ersten Weltkrieg kämpfte die Ukrainische Volksrepublik von 1917 bis 1921 gegen die Bolschewiki und andere Gegner, am Ende stand die Eingliederung in die Sowjetunion. Bis in die 1950er Jahre leistete die Ukrainische Aufständische Armee bewaffneten Widerstand gegen die sowjetische Herrschaft.
Nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 blieben die Beziehungen angespannt, etwa beim Streit um die Krim in den 1990er Jahren und um die Insel Tusla 2003. Im Februar und März 2014 brachte Russland die Krim unter seine Kontrolle und gliederte sie nach einem international nicht anerkannten Referendum an. Die UN-Generalversammlung erklärte das Referendum im März 2014 für ungültig. Im Donbas begannen im Frühjahr 2014 Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und von Russland unterstützten Separatisten. Am 24. Februar 2022 begann Russland eine großangelegte Invasion der Ukraine, die bis heute andauert. Den 20. Februar 2014 nennt das ukrainische Recht als Beginn der russischen Aggression, deshalb ist dieser Beitrag auf diesen Tag datiert.
Stand: 16.10.2026