Was bedeutet der Hashtag OTD?

Die Abkürzung ODT kann viele Bedeutung haben, taucht sie als Hashtag auf twitter #ODT auf, steht sie meist für On This Day, also an diesem Tag. Damit wird im Regelfall auf historische Ereignisse hingewiesen, die an diesem Tag stattgefunden haben. #OTD ist deutlich platzsparender als das auch gebräuchliche #OnThisDay.

In Deutschland wird manchmal auch die Abkürzung #AdT verwendet, was für #AnDiesemTag steht.

Übrigens, wussten Sie, dass wir für jeden Tag im Jahr spannende Fakten haben?

10 Fakten über das Bonner Münster

  1. Das Bonner Münster ist die katholische Hauptkirche von Bonn. Es ist inzwischen im Besitz der Pfarre St. Martin und trägt den Titel einer päpstlichen Basilika Minor. Das Münster hat eine eigene Homepage, die auch das umfangreiche religiöse und kulturelle Leben rund um das Bonner Wahrzeichen dokumentiert. Stadtdechant ist seit 1998 Wilfried Schumacher.
  2. Am Ort des Münsters sind alte heidnische Kultstätten und römische Bestattungen seit dem Jahr 90 nachgewiesen. Um das Jahr 300 wurde an der Stelle eine „cella memoriae“ gebaut, in der den Toten mit einer rituellen Mahlzeit gedacht wurde. Auch die Bonner Stadtheiligen Cassius und Florentius sollen hier beerdigt worden sein. So entstand dort im Zuge der Christianisierung um 575 eine erste Kirche, um die herum sich um 780 eine klosterähnliche Gemeinschaft entwickelte. Diese hatte auch wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung Bonns als Stadt.
  3. Die alte Kirche wurde um 1050 abgerissen und mit dem Bau des Münsters als Stiftskirche im Stil einer romanische Basilika begonnen. Es war seinerzeit eine der größten kirchlichen Bauanlagen im Rheinland, die ihren Abschluss um 1240 fand.
  4. Zwei mal wurden im Bonner Münster Könige gekrönt: Am 25. November 1314 Friedrich III. von Österreich (genannt der Schöne) zum Gegenkönig, der sich nur bis 1322 halten konnte. Am 26. November 1346 wurde dann Markgraf Karl von Mähren ebenfalls zum Gegenkönig. Karl IV. gekrönt. Er hatte mehr Erfolg, wurde 1355 in Rom zum Kaiser gekrönt und gilt inzwischen als der wichtigste Herrscher des Spätmittelalters. Fresken und ein Fenster erinnern an die Ereignisse.
  5. 1587 werden das Bonner Münsters und der Cassius-Stift geplündert und schwer beschädigt, fast der gesamte Kirchenschatz kam abhanden. Schwere Schäden gab es auch beim Bombardement Bonns 1698 und bei dem Luftangriff am 18. Oktober 1944. Die Kirche wurde immer wieder aufgebaut.
  6. Besonders sehenswert sind der Kreuzgang, die Marmoraltäre, zahlreiche Fresken, die Bronzestatue der heiligen Helena und die Krypta. Unter dieser befindet sich die Gruft mit den Gräbern der legendären christlichen Märtyrer Cassius und Florentius. Diese ist nur während der Oktav des Stadtpatronenfestes am 10. Oktober zugänglich. Und auch um das Münster herum gibt es einiges zu sehen – den Martinsbrunnen, den alten Bonner Pranger, das Martinsrelief von Ernemann Sander, die übergroßen Köpfe von Cassius und Florentius und den Münsterladen.
  7. Kaiser Wilhelm II. studiert in Bonn und war vom Bonner Münsters so beeindruckt, dass er die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin als Kopie des Bonner Münsters bauen ließ.
  8. Am 15. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. das Bonner Münster und betete mit rund 10.000 Bonnern vor dem Schrein der Stadtpatrone, der vor dem Hauptportal aufgestellt wurde. Im offiziellen Programmheft des Papstbesuchs findet man diesen Programmpunkt nicht,  er wurde sehr kurzfristig zwischen Stadt, Stadtdekanat und Nuntiatur organisiert.
  9. Die acht historischen Glocken hängen im 81,4m  hohen Turm. In beiden Weltkriegen sollten sie eingeschmolzen werden und waren schon auf dem Glockenfriedhof in Hamburg. Beide Male kehrten die Glocken aber zurück. Beim Wiederhochziehen der zweitgrößten Glocke nach dem zweiten Weltkrieg riss ein Seil, doch die Glocke überstand den 20 Meter tiefen Sturz – nur an der untere Kante der Glocke brach ein kleines Stück ab. Der Legende nach sollen Cassius und Florentius die Glocke gerettet haben – nachzulesen hier.
  10. Aktuell stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an, die über 20 Millionen Euro kosten werden und in deren Zusammenhang das Münster voraussichtlich über zwei Jahre geschlossen werden muss. Sie sollten es alsi schnell besuchen, solange es noch geöffnet ist. Die Sanierung können Sie auch als Spender unterstützen.

Sie interessieren sich für weitere Kirchen in der Bonner Innenstadt? Dann folgen Sie einmal diesem Spazierweg. Und was Kaiser Wilhelm der zweite sonst noch mit Bonn zu tun hat, können Sie hier nachlesen.

10 Fakten über die .arpa TLD

  1. Die .arpa Domain ist eine technische Infrastrukturdomain. Die Abkürzung stand ursprünglich für „Advanced Research Projects Agency“, inzwischen aber für „Address and Routing Parameter Area“.
  2. Sie wurde am 1. Januar 1985 im Domain Name System angelegt und ist damit die erste TLD.
  3. Ursprünglich wurde sie genutzt um Hostnamen des ARPANET – einem der Vorläufer des Internet wie wir es kennen – in das neue DNS System zu überführen.
  4. .arpa hat damit schon fast historischen Charakter und erinnert uns an die Geschichte des Internet.
  5. Inzwischen dient .arpa aber technischen Infrastrukturaufgaben, z.B. DNS Lookups (in-addr.arpa).
  6. Verantwortlich für die TLD ist die IANA, hier finden Sie mehr Informationen zur .arpa Domainendung.
  7. Registrierungen von .arpa Domains sind nicht möglich.
  8. Es gibt keine Streitschlichtungsrichtlinie – diese ist in der Praxis auch nicht erforderlich.
  9. Es gibt derzeit 11 second Level Domains im .arpa Adressraum.
  10. Die Management-Guideluines (RFC 3172) finden Sie hier.

Stand: 30.11.2016

10 Fakten zum Muttertag

  1. In Deutschland findet der Muttertag an jedem zweiten Sonntag im Mai statt. An diesem Tag sollen die Mütter besonders geehrt und ihnen gedankt werden.
  2. Den Gedanken, die Mütter besonders zu ehren, gab es schon in der Antike; so wurden sowohl bei den Römern und bei den Griechen im Rahmen verschiedener Kulte die Mütter bzw. die Mutterschaft als solche besonders verehrt. Von Römern, Germanen und Kelten gleichermaßen verehrt wurden die Matronen. Die Angelsachsen feierten zwischen dem 5. und 7 Jahrhundert Modranicht (Modraniht) – die Nacht der Mütter.
  3. Auch im Christentum gibt es Vorläufer des Muttertags: In der römisch katholischen Kirche hat die Marienverehrung eine große Bedeutung (Mutter Gottes). Teilweise wurde in verschiedenen christlichen Kirchen der 4. Fastensonntag als Tag der „Mutter Kirche“ aber auch aller Mütter gefeiert – Kinder schenkten ihren Müttern Blumen.
  4. Der heutige Muttertag geht auf verschiedene Bewegungen in den USA zurück, die ab den 1860er Jahren aufkamen. Oft hatten diesen einen politischen Hintergrund und setzten sich für mehr Frauenrechte und Frieden. Die Methodistin Anna Marie Jarvis, veranstaltete in Grafton (West Virginia, USA) am 12. Mai 1907 ein „Memorial Mothers Day Meeting“. Sie setzte sich weiter für die Einführung eines Muttertags ein und am 8. Mai 1914 erließ der US-Kongress die „Joint Resolution Designating the Second Sunday in May as Mother’s Day“.
  5. In Deutschland fand der erste Muttertag am 13. Mai 1923 statt. Initiiert wurde in der Tat vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber, die Plakate wie „Ehret die Mutter“ in die Schaufenster hingen. In Deutschland war der Tag betont nicht politisch motiviert, anders als in den USA. Dies sollte sich erst im dritten Reich ändern, als nationalsozialistische Ideologie die Mutterschaft an sich feierte und Mütter z.B. mit dem Mutterkreuz auszeichnete.
  6. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Muttertag in der Bundesrepublik weiter am zweiten Maisonntag begangen. Dies beruht nicht auf einer staatlichen Regelung, sondern wurde durch privatwirtschaftliche Organisationen so vereinbart. Auch in Österreich und in der Schweiz wird der Muttertag an diesem Tag gefeiert. In der Schweiz setzten sich auch die Konditorverbände für den Muttertag ein, in Österreich war die Einführung ähnlich wie in den USA auch politisch motiviert.
  7. In der „DDR“ gab es keinen Muttertag, stattdessen wurde der internationale Frauentag am 8. März gefeiert. In den neuen Bundesländern wurde der Muttertag inzwischen aber voll adaptiert.
  8. Der zweite Sonntag im Mai hat sich für den Muttertag in vielen, aber nicht in allen Ländern der Welt durchgesetzt. So wird er z.B. in Schweden am letzten Sonntag im Mai begangen, in Ungarn am ersten Sonntag des Monats. Daneben gibt es zahlreiche weitere Termine auch in anderen Monaten des Jahres. In Äthiopien gibt es kein festes Datum, der Tag wird dann gefeiert, wenn die ersten Regentropfen im Jahr fallen.
  9. Inzwischen ist der Muttertag sehr kommerzialisiert; in den USA wird beispielsweise nur an Weihnachten mehr Geld für Geschenke ausgegeben. Der deutsche Blumenhandel verzeichnet an Muttertag die größten Umsätze des Jahre. Die Kommerzialisierung zeichnete sich schon früh ab: Die Gründerin des amerikanischen Muttertags, Anna Marie Jarvis, wollte ihn deswegen wieder abschaffen – bekanntlich erfolglos.
  10. Das Lied zum Muttertag schlechthin ist Mama von Heintje.

10 Fakten zum 23. März

  1. Heute ist der Welttag der Meteorologie, der von der WMO (World Meteorological Organization) ausgerichtet wird, der auch Weltwettertag genannt wird. Erinnert wird an die Gründung der Wetterorganisation im Jahre 1950.
    Pakistan begeht heute in Erinnerung an die 1956 erfolgte Unterzeichnung der Lahore-Resolution, in der ein eigener Staat für die Muslime Britisch-Indiens gefordert wurde, den „Tag der Republik“.
    Seit dem Mittelalter ist die Polnisch-Ungarische Freundschaft sehr eng, wie sich in dem Sprichwort „Pole und Ungar, zwei Brüderlein. Gemeinsam im Kampf und beim Trinken von Wein.“ manifestiert. 2007 fassten die Parlamente der beiden Staaten den Beschluss, diese Freundschaft am heutigen Tage zu feiern.
    Rebekka und Otto haben heute Namenstag.
  2. Im Jahre 625 besiegen Arabische Stämme die Muslime unter Mohammed in der Schlacht von Uhud. Sie lassen dann jedoch die Chance ungenutzt, Mohammed zu töten, das geschwächte Medina einzunehmen und damit der Geschichte einen ganz anderen Lauf zu geben.
  3. Der Rechtsanwalt Patrick Henry hält 1775 die Rede „Give me Liberty, or give me Death“ und sorgt damit die Unterstützung Virginias in der Vorbereitung des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs.
  4. „O.K.“ wird am 23. März 1839 in der „Boston Morning Post“ zum ersten mal nachweislich gedruckt verwendet. Es steht damals wie heute für „all correct“.
  5. Der Reichstag beschließt heute im Jahre 1933 in der Kroll-Oper das sog. „Ermächtigungsgesetz„, mit der er sich selbst entmachtet und faktisch die Weimarer Verfassung beendet. Es ist einer der wichtigsten Schritte zur Errichtung des „Dritten Reichs“. Der SPD Abgeordnete Otto Wels warnt in seiner flammenden Rede: „Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ Doch letztlich wird nur die SPD gegen das Gesetz stimmen. Die beiden bürgerlichen Parteien „Zentrum“ und „BVP“ hätten mit ihren Gegenstimmen das Ermächtigungsgesetz verhindern können und verpassen die historische Chance, die mörderische und menschenverachtende Diktatur zu verhindern. Am 24. März tritt es dann in Kraft.
  6. Gemini 3  startet 1965, die erste bemannte Mission im Rahmen des US-amerikanischen Gemini-Programms mit den Astronauten Gus Grissom und John Watts Young.
  7. 1998 wird bei der Oscarverleihung James Camerons „Titanic“ mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen mit elf Academy Awards ausgezeichnet, darunter der „Oscar“ für den besten Film.
  8. Nach über 15 Jahren in der Erdumlaufbahn verglüht die russische Raumstation Mir 2001 gezielt über dem Pazifik.
  9. Wernher von Braun, Raketenforscher, kommt 1912 auf die Welt.
  10. Der amerikanische Virologe Robert Gallo, der maßgeblich an der der Entdeckung des HI Virus beteiligt war, wird 1937 geboren.

27. Februar 1848 – Mannheimer Petition

Der 27. Februar 1848 gilt als Beginn der Märzrevolution in Deutschland. An diesem Tag wurde auf einer Volksversammlung in Mannheim die „Mannheimer Petition“ verfasst:

Hohe zweite Kammer!

Petition vieler Bürger und Einwohner der Stadt Mannheim, betreffend die endliche Erfüllung der gerechten Forderungen des Volkes.

Eine ungeheure Revolution hat Frankreich umgestaltet. Vielleicht in wenigen Tagen stehen französische Heere an unseren Grenzmarken, während Russland die seinen im Norden zusammenzieht. Ein Gedanke durchzuckt Europa. Das alte System wankt und zerfällt in Trümmer. Aller Orte haben die Völker mit kräftiger Hand die Rechte sich selbst genommen, welche ihre Machthaber ihnen vorenthielten. Deutschland darf nicht länger zusehen, wie es mit Füßen getreten wird. Das deutsche Volk hat das Recht zu verlangen:

Wohlstand, Bildung und Freiheit für alle Klassen der Gesellschaft, ohne Unterschied der Geburt und des Standes.

Die Zeit ist vorüber, die Mittel zu diesen Zwecken lange zu beraten. Was das Volk will, hat es durch seine gesetzlichen Vertreter, durch die Presse und durch Petitionen deutlich genug ausgesprochen. Aus der großen Zahl an Maßregeln, durch deren Eingreifen allein das deutsche Volk gerettet werden kann, heben wir hervor:

  1. Volksbewaffnung mit freier Wahl der Offiziere.
  2. Unbedingte Pressefreiheit.
  3. Schwurgerichte nach dem Vorbilde Englands.
  4. Sofortige Herstellung eines deutschen Parlaments.

Diese vier Forderungen sind so dringend, dass mit deren Erfüllung nicht länger gezögert werden darf.

Vertreter des Volkes! Wir verlangen von Euch, dass Ihr diese Forderungen zu ungesäumter Erfüllung bringet. Wir stehen für dieselben mit Gut und Blut ein und mit uns, davon sind wir durchdrungen, das ganze deutsche Volk.

Mannheim, den 27. Februar 1848.

Kurzkritik: Die Mauer steht am Rhein

Die DDR ist dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beigetreten – so ist es geschehen und alles andere ist eigentlich unvorstellbar, oder?

Christian von Ditfurth zeichnet in seinem Buch „Die Mauer steht am Rhein“ eine andere Variante: In der Sowjetunion haben sich statt Gorbatschow stalinistische Hardliner durchgesetzt. Mit viel Säbelrasseln erreichen diese, dass Westdeutschland an die DDR angegliedert wird. Die „Demokratische Republik Deutschland“ entsteht. Ein bei näherer Betrachtung ein gar nicht so abstruser Gedanke, denkt man an die tatsächliche Situation in der UdSSR der späten 1980er Jahre.

Aus der Sicht eines ins schweizerische Exil emigrierten Journalisten erleben wir die Entwicklung des neuen deutschen Staates, der immer sozialistischer wird.

Auf die Handlung will ich – wie bei meinen Kurzkritiken üblich – gar nicht so sehr eingehen. Diese ist letztlich auch nicht so wichtig. Im Vordergrund stehen bei diesem Roman die politische Entwicklung der DRD. Dementsprechend bleiben die Charaktere auch eher schwach und sind nur Mittel zum Zweck.

Leser, die mit den Vorgängen in der Zeit der Wiedervereinigung und den damaligen politischen Köpfen nicht so vertraut sind, werden sich teilweise etwas schwer tun. So fliehen Helmut Kohl, Heiner Geißler, Joschka Fischer und Oskar Lafontaine aus dem neusozialistischen Deutschland, Otto Graf Lambsdorff wird der Prozess gemacht und Heide Wieczorek-Zeul, Karsten D. Voigt oder auch Peter Boenisch bekleiden unter von Egon Krenz Spitzenpositionen…

Auch wenn man durchaus hinterfragen kann, ob sich die Dinge in der Tat so schnell so radikal entwickelt hätten, ist es interessante Lektüre für politisch interessierte Menschen, die die Wiedervereinigung selbst erlebt haben.

Und da der 3. Oktober der Tag der deutschen Einheit ist, ist das Buch auch die Leseempfehlung für diesen Tag.

Der Roman ist als Taschenbuch (256 Seiten) und für den Amazon Kindle verfügbar.

Verlag: KiWi-Taschenbuch (20. Februar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462040936
ISBN-13: 978-3462040937

Die obige Illustration wurde mit der Midjourney AI erstellt.

Warum ich im Internet pokere – oder „Pokern 2.0“

BluffenAn sich bin ich kein großer Freund von Kartenspielen, doch hat es mir Pokern schon früh angetan. In den Freistunden während der Oberstufenzeit pokerten wir um Centstücke, abends auf Feten um die Kronkorken und später zu Studentenzeiten dann wieder um kleinere Geldbeträge. Ganz egal, ob es um Kronkorken ging oder um Geld, für mich gab es immer ein Problem: ich konnte einfach kein Pokerface aufsetzen. Meine Mimik und Gestik waren für meine Mitspieler anscheinend so sehr verräterisch, so dass ich für diese schon fast wie ein offenes Buch zu lesen war… Auf Dauer deswegen (fast) immer zu verlieren machte dann auch keinen Spaß, so dass ich nur noch wenig spielte.

Geändert hat sich das erst, als die ersten Poker Communities im Netz aufkamen, gibt es doch hier für mich (und viele andere sicher auch) den Vorteil, dass man mir meine ängstliche Nervosität bei einem schlechten Blatt oder freudige Aufgeregtheit bei einer guten Hand eben nicht anmerkt. Weitere Vorteile dieser online Communities rund ums Pokern sind, dass Tutorials für Einsteiger angeboten werden. So lernt man Spielstrategien, die man beim Pokerspiel im Freundeskreis eben gerade nicht erfährt. Diese kann man dann in Partieen, bei denen man online mit anderen Menschen um Spielgeld pokert, ausprobieren und dann schließlich in das „echte“ Pokern einsteigen, wenn man genug Erfahrungen gesammelt hat.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, einen Blick darauf zu werfen, wie sich das Pokerspiel entwickelt hat. Interessanterweise hat das Pokern auch deutsche Wurzeln, entwickelte es sich doch wohl aus dem Poch-Spiel, das schon im 15. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich, dort als Poque, beliebt war. Der Name beruht auf „pochen“, was im englischen „to poke“ heißt. Als französische Siedler das abgewandelte Spiel dann im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts nach New Orleans brachten, entwickelte sich die Bezeichnung „Poker“. Über die Mississippi-Dampfer und über die Trecks im Zusammenhang mit dem Goldrausch verbreitete sich Poker dann schnell über die gesamten USA und später von dort aus dann auch weltweit. Auch die verschiedenen Spielvarianten entwickelten sich parallel weiter, wobei dieser Prozess immer noch nicht abgeschlossen ist. So gibt es die heute beliebtesten Hold-em Varianten erst seit den 1980er Jahren und erlebten ihren Boom dann ab den 1990ern.

Lange Zeit war Pokern übrigens eher als negativ angesehen und wurde immer wieder mit Täuschung, Betrug und illegalen Hinterzimmerclubs in Verbindung gebracht. Auch das änderte sich eigentlich erst mit dem Aufkommen des Online-Pokerns, wo es keine Möglichkeiten gibt zu täuschen oder mit gezinkten Karten zu spielen – die Software der online-Pokerhäuser ist eben neutral und unbestechlich. Da durch das online Pokern das Spiel auch in der Öffentlichkeit immer bekannter und vertrauer wird, konnte das Spiel seinen unseriösen Ruf inzwischen ablegen. Ein Umstand, den man auch an der Beliebtheit von realen Pokerturnieren und den zahlreichen Pokerübertragungen im Fernsehen ablesen kann. Auch Stefan Raab ist mit seiner TV-Total Pokernacht schon auf den Zug aufgesprungen. So kann man tatsächlich von „Pokern 2.0“, also einer neuen Phase des Pokerspiels im gesamten, sprechen, was erst durch die online-Pokerplattformen so möglich wurde.

Interessant wird sein, wie sich das Pokern weiter entwickeln wird. Mit der wachsenden Verbreitung der online Communities gehe ich aber davon aus, dass das Pokern auch hierzulande immer mehr Fans finden wird. Online wie auch am echten Tisch, und wenn es bei letzterem nur um Knöpfe oder Spielgeld geht.

Denn eines hat mir meine online-Poker-Erfahrung auch gebracht: Sicherheit und Gelassenheit. Meine Mitspieler können mir jedenfalls nicht mehr so gut in meinem Gesicht lesen und ich gewinne jetzt auch immer öfter…

Bild (c) Allposters

Eine kurze Geschichte des Toilettenpapiers

Wer hat eigentlich das Toilettenpapier erfunden?

Sich nach der Sitzung zu säubern ist ein ganz natürliches Bedürfnis. Unsere frühen Urahnen benutzten mangels „Hakle Feucht“ Sand, Steine und Pflanzen.

Weiter waren dann wieder einmal die alten Römer: Schwämme wurden an Stöcken befestigten, in Salzwasser getaucht – um sich dann damit den Allerwertesten zu reinigen. Wie oft die Schwämmchen benutzt wurden, ist nicht bekannt und soll hier nicht weiter vertieft werden.

Etwas derber ging es dagegen weiterhin bei den Germanen zu, die sich den Hintern mit Stroh, Laub, Blättern und Moos säuberten. Hieran änderte sich im Gebiet des heutigen Deutschlands bis ins Mittelalter nicht viel, die reichen Kaufleute gönnten sich aber immerhin Stofflappen oder kleine Lammfelle.

Etwas besser hatten es die südamerikanischen Kulturen, die eingeweichte Hüllen von Maiskolben benutzen – hier ist der Unterschied zu den modernen Komfortpapieren angeblich nicht ganz so groß.

Und wer hat das heute übliche Toilettenpapier erfunden? Nicht die Schweizer, denen es sonst auch zuzutrauen gewesen wäre, sondern die Chinesen, die es seit dem 14. Jahrhundert verwenden.

Geschichte wiederholt sich

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Der Spiegel Nr. 24/1986 /Sonnenergie-Cover