Köpfe: Hugo Paul (Düsseldorf)

Werkzeugmacher, Reichstagsabgeordneter, Widerstandskämpfer in Zuchthaus und Konzentrationslager, Wiederaufbauminister von Nordrhein-Westfalen und KPD-Abgeordneter im ersten Bundestag: Hugo Paul, geboren am 28.10.1905 in Hagen, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1953 an. Er starb am 12.10.1962 in Ost-Berlin.

Kurzprofil

  • Geboren: 28. Oktober 1905 in Hagen
  • Gestorben: 12. Oktober 1962
  • Beruf: Schlosser
  • Partei: KPD
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: konfessionslos

Remscheid

Nach der Volksschule lernte Paul bei den Mannesmann-Motorenwerken in Remscheid Werkzeugmacher und Autoschlosser. 1920 trat er dem Metallarbeiterverband bei, 1923 der KPD; von Juli bis November 1932 saß er im Reichstag. Die Stammdaten führen ihn als Schlosser, konfessionslos.

Haft

Nach 1933 leitete Paul die illegale KPD-Bezirksleitung Ruhr. Im Juni 1934 wurde er verhaftet und vom Volksgerichtshof zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, danach war er nach verfügbaren Angaben in den Lagern Esterwegen und Sachsenhausen. 1943 verurteilte ihn der Volksgerichtshof erneut, diesmal zu sechs Jahren Zuchthaus; frei kam er erst kurz vor Kriegsende.

Minister

Von 1946 bis 1948 war Paul Minister für Wiederaufbau in Nordrhein-Westfalen, bis 1950 saß er im Landtag. 1948 wählte ihn der Landtag in den Parlamentarischen Rat, den er laut Handbuch schon im Oktober wieder verließ. Den Landesvorsitz der KPD hatte er bis 1950 inne; nach verfügbaren Angaben wurde er abgesetzt, weil er Kontakte eines Parteiredakteurs zu Titoisten verschwiegen habe.

Demontagen

Sein Mandat umfasste 282 Sitzungen; die Protokolle zählen 99 Reden mit 63.177 Wörtern. In der ersten am 30. September 1949, 2.234 Wörter lang, kämpfte er gegen die Demontagen: Sie seien am Beispiel der Thyssenhütte eine Fortsetzung des Bombenkriegs. Den Abgeordneten rechts im Saal hielt er vor, sie verkörperten das deutsche Monopolkapital, das mit dem ausländischen gemeinsame Sache mache.

Wohnungsbau

In der letzten Rede am 29. Juli 1953, 640 Wörter lang, nannte er die Novelle zum Ersten Wohnungsbaugesetz einen weiteren Schritt der Regierung Adenauer zum kapitalistischen Rentabilitätsprinzip; von sozialem Wohnungsbau könne keine Rede mehr sein, Flüchtlinge und Sozialhilfeempfänger könnten die neuen Mieten nicht zahlen. Seine Stimmen im ersten Bundestag lassen sich nicht zuverlässig auswerten.

DDR

Laut Handbuch wurde Paul im Dezember 1953 auf Veranlassung des Bundesgerichtshofs wegen Hochverrats und Staatsgefährdung verhaftet. Nach verfügbaren Angaben floh er während eines Hafturlaubs in die DDR und blieb bis zum KPD-Verbot 1956 im Parteivorstand. Bei der Wahl 1953 hatte er laut Handbuch noch auf Platz sieben der KPD-Landesliste gestanden, die an der Fünfprozenthürde scheiterte. Er starb mit 56 Jahren in Ost-Berlin, beigesetzt wurde er nach verfügbaren Angaben in Wermelskirchen, wo er nach der ersten Haft als Werkzeugmacher gearbeitet hatte. In Remscheid erinnert eine Straße an ihn.

Mandate im Überblick

Paul kam 1949 über die Landesliste der KPD Nordrhein-Westfalen in den Bundestag, wo er als Paul (Düsseldorf) geführt wurde:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Nordrhein-Westfalen, Fraktion der Kommunistischen Partei Deutschlands

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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