Ostpreuße aus dem Samland, Student der Montanistischen Hochschule im österreichischen Leoben, Mitglied des Corps Schacht, konzessionierter Markscheider und für fünf Sitzungen Abgeordneter der FDP: Dietrich Riebensahm, geboren am 05.08.1931 in Schaaken, gehörte dem Bundestag vom Dezember 1982 bis zum März 1983 an. Er starb am 07.10.2013 in Kassel.
Kurzprofil
- Geboren: 5. August 1931 in Schaaken Kreis Samland (Ostpreußen)
- Gestorben: 7. Oktober 2013
- Beruf: Markscheider, Diplomingenieur
- Partei: FDP
- Bundestag: 1982 bis 1983 (9. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, unverheiratet, 2 Kinder
Leoben
Riebensahm studierte nach verfügbaren Angaben Markscheidewesen an der Montanistischen Hochschule Leoben und schloss als Diplom-Ingenieur ab. Als Student trat er dem Corps Schacht bei, einer schlagenden Verbindung. Danach durchlief er eine praktische Ausbildung in mehreren Bergwerken. Die Stammdaten führen ihn als Markscheider und Diplomingenieur, evangelisch, unverheiratet, mit zwei Kindern.
Markscheider
Ein Markscheider vermisst Bergwerke unter und über Tage und hält fest, wo Lagerstätten liegen und wo sich die Erdoberfläche durch den Abbau senkt. 1959 verlieh das Oberbergamt Dortmund Riebensahm die Konzession für diesen Beruf. 1972 trat er der FDP bei, im Alter von 41 Jahren. Geboren war er im ostpreußischen Kreis Samland; wann und auf welchem Weg er nach dem Krieg in den Westen kam, sagen unsere Quellen nicht.
Nachfolger
Seinen Platz im Bundestag verdankte Riebensahm dem Bruch dieser Koalition. Andreas von Schoeler (FDP), bis September 1982 Staatssekretär im Innenministerium, verließ nach dem Wechsel seiner Partei zur Union im November die Fraktion und legte am 8. Dezember sein Mandat nieder. Am 13. Dezember 1982 rückte Riebensahm für ihn nach, mit 51 Jahren.
Fünf Sitzungen
Sein Mandat umfasste fünf Sitzungen. Weder eine Rede noch ein Zwischenruf von ihm findet sich in den Protokollen. An allen drei namentlichen Abstimmungen dieser Wochen nahm er teil, zweimal mit Ja und einmal mit Enthaltung, jedes Mal wie die Mehrheit seiner Fraktion.
Vertrauensfrage
Am 16. Dezember 1982 stimmte Riebensahm für das neue Gesetz zur Kriegsdienstverweigerung. Am Tag darauf stellte Helmut Kohl (CDU) die Vertrauensfrage, um eine Neuwahl zu ermöglichen; Riebensahm enthielt sich wie die meisten Abgeordneten der Koalition, die Frage wurde verneint. Am 7. Januar 1983 löste Bundespräsident Karl Carstens den Bundestag auf, die Neuwahl folgte am 6. März 1983.
Kassel
Am 29. März 1983 endete mit der Wahlperiode auch Riebensahms Mandat, nach gut drei Monaten. Dem neuen Bundestag gehörte er nicht an. Er starb im Oktober 2013 mit 82 Jahren in Kassel. Seine Zeit im Parlament fiel genau in die Wochen zwischen dem Koalitionswechsel im Herbst und der vorgezogenen Neuwahl im Frühjahr.
Mandate im Überblick
Riebensahm rückte im Dezember 1982 über die Landesliste der FDP Hessen in den Bundestag nach:
- 9. Wahlperiode (13.12.1982 bis 29.03.1983): Landesliste Hessen, FDP-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).