Schulsprecher in Bremerhaven, Mathematikstudent, Mitgründer des Kommunistischen Bundes, Abgeordneter der ersten grünen Fraktion, Sprecher der PDS und Chefredakteur des Neuen Deutschland: Jürgen Reents, geboren am 05.08.1949 in Bremerhaven, gehörte dem Bundestag von 1983 bis 1985 an. Er starb am 07.04.2022.
Kurzprofil
- Geboren: 5. August 1949 in Bremerhaven
- Gestorben: 7. April 2022
- Beruf: Journalist
- Partei: GRÜNE
- Bundestag: 1983 bis 1985 (10. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: ledig
Arbeiterkampf
Reents war nach verfügbaren Angaben als Schüler bei den Jungdemokraten und Stadtschulsprecher in Bremerhaven. Nach dem Abitur 1968 leistete er Zivildienst in Krankenhäusern und studierte von 1970 bis 1974 Mathematik in Hamburg. Als Mitgründer des Kommunistischen Bundes gab er von 1971 bis 1980 die Zeitschrift Arbeiterkampf heraus. Die Stammdaten führen ihn als Journalisten, ledig.
Grüne
Ende der 1970er Jahre gehörte Reents zu den Gründern der Grünen. Im Bundestag war er Obmann seiner Fraktion im Auswärtigen Ausschuss. Am 19. März 1985 schied er nach dem Rotationsprinzip der Fraktion aus. Ab 1989 saß er im Bundesvorstand der Grünen, 1991 verließ er die Partei und wurde Pressesprecher der PDS-Gruppe im Bundestag.
Flick
Sein Mandat umfasste 127 Sitzungen; die Protokolle zählen 44 Reden mit 24.479 Wörtern und 190 Zwischenrufe. Am 18. Oktober 1984 warf er Helmut Kohl vor, sein Weg an die Spitze sei von Flick freigekauft worden. Nach verfügbaren Angaben schloss ihn Richard Stücklen (CSU) von der Sitzung aus; als Joschka Fischer (GRÜNE) lautstark protestierte, traf es auch ihn. Der Ältestenrat verlängerte den Ausschluss von Reents auf fünf Sitzungstage.
Achter Mai
In der ersten Rede am 5. Mai 1983 begründete Reents den Antrag der Grünen auf eine Sondersitzung zum 8. Mai, dem 38. Jahrestag des Endes der Herrschaft des Faschismus. Er sprach von wachsender Feindseligkeit gegen hier lebende Ausländer und bat den Präsidenten, ein kleines bisschen für Ruhe zu sorgen. Die letzte Rede am 6. Dezember 1984 galt einer Gruppe von 49 Jugendlichen aus Hamburg, die er nach Bonn eingeladen hatte.
Neues Deutschland
1998 trat Reents der PDS bei, 1999 wurde er Chefredakteur des Neuen Deutschland und versuchte nach verfügbaren Angaben, das Blatt vom Bild des früheren Propagandaorgans der SED zu lösen. Ende 2012 gab er die Leitung ab und blieb bis 2014 Berater und Redakteur. Im März 1990 hatte er scherzhaft die Gründung eines Teildeutschlands namens Nordanien gefordert.
Abstimmungen
An 26 von 27 namentlichen Abstimmungen nahm Reents teil, elfmal mit Ja, 14-mal mit Nein und einmal mit Enthaltung. Einmal wich er von der Mehrheit seiner Fraktion ab. Er lebte und arbeitete zuletzt in Berlin und starb am 7. April 2022 mit 72 Jahren nach langer Krankheit.
Mandate im Überblick
Reents kam 1983 über die Landesliste der Grün-Alternativen Liste Hamburg in den Bundestag:
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 19.03.1985): Landesliste Hamburg, Fraktion Die Grünen
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).