Köpfe: Johannes Müller (Berlin)

Elektromeister, Siemens-Monteur, Mitgründer der Unabhängigen Gewerkschaftsopposition, DAG-Sekretär und Berliner Sozialpolitiker der CDU: Johannes Müller, geboren am 05.08.1905 in Schaffhausen an der Saar, gehörte dem Bundestag von 1961 bis 1980 an. Er starb am 15.05.1992 in Berlin.

Kurzprofil

  • Geboren: 5. August 1905 in Schaffhausen (Krs. Saarlouis)
  • Gestorben: 15. Mai 1992
  • Beruf: Elektromeister, Gewerkschaftssekretär
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1961 bis 1980 (4. bis 8. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder

Elektriker

Nach der Volksschule lernte Müller Elektroinstallateur und legte später die Meisterprüfung ab. Von 1925 bis 1938 arbeitete er in verschiedenen Betrieben als Elektrotechniker, Ankerwickler, Betriebselektriker und Monteur, von 1938 bis 1947 als Monteur und zuletzt Bauleiter bei den Siemens-Schuckertwerken in Berlin. Später studierte er abends und im Fernstudium an der Deutschen Hochschule für Politik.

Gewerkschafter

Schon von 1920 bis 1933 war Müller in der christlichen und liberalen Gewerkschaftsbewegung aktiv. Nach dem Krieg half er beim Aufbau der Gewerkschaften in Berlin; 1948 gründete er die Unabhängige Gewerkschaftsopposition mit und saß bis 1949 in ihrem Vorstand. 1948 wurde er Sekretär der Gewerkschaft der Techniker und Werkmeister, von 1950 bis 1961 war er Gewerkschaftssekretär der Berliner DAG.

CDU Berlin

1945 trat Müller der CDU bei und gründete die Ortsgruppe in Weißensee mit, wo er von 1946 bis 1948 Bezirksverordneter war. Er arbeitete als Referent für Gewerkschafts- und Sozialpolitik der Berliner CDU, nach der Biografie bis 1959, nach dem Handbuch nur 1947 und 1948. Von 1953 bis 1965 saß er im Landesvorstand, ab 1959 als stellvertretender Vorsitzender. Von 1950 bis 1961 gehörte er dem Abgeordnetenhaus an.

Bundestag

Im Bundestag arbeitete Müller im Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung und im Ausschuss für Bildung und Wissenschaft. Er wurde 1968 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, 1973 mit dem Großen Verdienstkreuz und 1981 mit dem Stern dazu ausgezeichnet; 1986 ernannte ihn Berlin zum Stadtältesten. Sein Grab war bis 2012 als Ehrengrab der Stadt ausgewiesen. Zuletzt lebte er in Schöneberg.

Reden

Die Protokolle zählen 173 Reden mit 22.251 Wörtern in 1.133 Sitzungen, 171 davon erst ab 1972. In der ersten am 28. März 1968, 83 Wörter lang, fragte er, ob die Regierung inzwischen geprüft habe, wie auch Nachtwachenzuschläge in nicht tarifgebundenen Krankenhäusern steuerlich begünstigt werden könnten. In der letzten am 19. März 1980, 73 Wörter lang, fragte er, ob es eine organisierte, nicht ganz uneigennützige Zuführung von Asylsuchenden zum Arbeitsamt gebe, wie es sie in Berlin beim Sozialamt gegeben habe.

Daten

Als Berliner Abgeordneter hatte Müller bis 1990 kein volles Stimmrecht; die Statistik seiner namentlichen Abstimmungen wird deshalb nicht ausgewertet. Die Stammdaten führen ihn als Elektromeister und Gewerkschaftssekretär, katholisch, verheiratet, drei Kinder, und Schaffhausen im Kreis Saarlouis.

Mandate im Überblick

Müller wurde von 1961 bis 1976 fünfmal vom Berliner Abgeordnetenhaus über die Liste der CDU in den Bundestag entsandt:

  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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